Woodman: So überlebst du den Tag danach // 05.10.17

Auch wenn wir Waldviertler trinkfester sind als der Rest der Welt, kommt irgendwann der Tag danach. Lies hier, wie du den Morgen nach dem Woodman überlebst.

Kopfschmerzen, Übelkeit, Mundgeruch. Kommt dir bekannt vor? Guten Morgen und schön, dass du gestern beim Woodman g’scheit gefeiert hast! Beim großen Waldviertler-Event im Chaya Fuera passiert es wirklich schnell einmal, dass man ein Bier über den Durst trinkt. Kein Wunder, möchte man doch mit jedem bekannten Gesicht aus der Nachbarortschaft oder dem heimischen Fußballverein anstoßen. Hast du keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen, also weder eine ordentliche Unterlage gegessen, noch genug Wasser zwischendurch getrunken, geht es dir jetzt bestimmt ziemlich dreckig. Manche schwören ja auf den altbekannten Kebab am Nachhauseweg oder auf einen Liter Mineralwasser vor dem Schlafengehen. In deinem nächtlichen fragwürdigen Zustand hat das bestimmt wie eine gute Idee geklungen. Jetzt kämpft dein Magen wahrscheinlich damit. Kurz darfst du dir schwören, dass du nie wieder Alkohol trinkst, dann sollten wir aber alle wieder ehrlich zu uns selbst sein und versuchen, den Tag zu überstehen.

Woodman Wien

Ob es vielleicht doch eines zu viel war? Foto: Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.at

SOS-Maßnahmen nach dem Aufwachen

Mit dem ersten Tageslicht hat hoffentlich dein Bett aufgehört, sich zu drehen. Irgendwo läutet ein Wecker, den du intelligenterweise am Abend noch gestellt hast. Es ist der Tag nach dem Woodman und du gehörst zu den Unglücklichen, die heute in die Uni oder zur Arbeit müssen. Die Bettdecke über den Kopf zu ziehen und weiterzuschlafen, bis deine Leber dein Blut vom gestrigen Exzess gesäubert hat, ist keine Option. Denn: Wer saufen kann, muss auch aufstehen können.

Du setzt dich auf, deine Augen brennen, dir wird schwindelig und der Kopfschmerz schießt ein. Verlockend wär jetzt eine Schmerztablette. Als gstandener Waldviertler hältst du das aber auch ohne aus, vor allem weil Schmerzmittel nach einem ordentlichen Besäufnis unglaublich schlecht für den Körper sind. Alkohol entwässert den Körper, dabei gehen Salze verloren. Was du jetzt brauchst, ist also viel Wasser und etwas Salziges zu essen. Leitungswasser hilft am besten gegen deinen Brand, kohlensäurehaltige Getränke belasten womöglich deinen Magen. Auch Fruchtzucker ist eine gute Idee. Er fördert den Alkoholabbau im Körper, Vitamin C hilft außerdem bei der Entgiftung der Leber. Dein perfektes Katerfrühstück ist wahrscheinlich ein Salzstangerl mit Essiggurken, danach ein Apfel und dazu zwei Liter Leitungswasser. Kaffee kann dir helfen, deinen Kreislauf in Schwung zu bringen, die enthaltene Säure verschlimmert den Kater aber vielleicht.

Hast du schon ein bisschen etwas im Magen und es auch erfolgreich dort behalten (wir gratulieren an dieser Stelle), heißt es ab unter die Dusche. Das hilft einerseits gegen den Geruch, der dir noch vom Woodman anhaftet – wahrscheinlich eine erlesene Mischung von Schweiß-, Bier-, und Raucharomen. Eine Dusche bringt aber auch deinen Kreislauf in Schwung und hilft gegen den Schwindel. Die ganz Mutigen duschen eiskalt, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Noch besser ist es, jetzt eine ausgiebige Runde laufen zu gehen. Haha, Spaß beiseite. Niemand geht nach einer gebührenden Woodman-Nacht laufen. Niemand.

Katerstimmung

Kampf dem Kater! Foto: pixabay.com / jarmoluk

Ab zu deinen Verpflichtungen

Nehmen wir uns einen kurzen Moment um dankbar zu sein, dass es die Wiener Linien gibt und du in deinem Zustand kein Auto lenken musst. Danke liebe U-Bahn! Die Öffi-Fahrt zur Uni oder Arbeit überstehst du hoffentlich halbwegs unbeschadet, ansonsten gibt es bei den Haltestellen eh genügend Mistkübel, die deinen Mageninhalt aufnehmen können. Du bist hoffentlich warm angezogen und hast dir vielleicht auch eine Sonnenbrille aufgesetzt. Sonnenlicht ist heute nämlich alles andere als gut für dich. Hast du eine Fahne, die im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend ist, gibt es auch ein paar Hilfsmittelchen dagegen. Eine Tasse Schwarztee hemmt die Bakterien, die für den Mundgeruch verantwortlich sind, im Ernstfall kannst du dir auch eine Scheibe Ingwer auf die Zunge legen.

Dein Kater wirkt sich heute bestimmt auch auf deine Konzentrationsfähigkeit aus. Stell dich also darauf ein, dass die Vorlesung extra fad wird und du in der Übung noch weniger checkst als sonst. Um trotzdem möglichst wach zu bleiben, kann es helfen, brav mitzuschreiben. So bist du automatisch aufmerksamer. Wenn wir uns ehrlich sind, wird es aber wahrscheinlich gar nicht so weit kommen, wenn du keine Anwesenheitspflicht hast. Vielleicht drehst du schon in der U-Bahn wieder um oder entscheidest dich nach den ersten zehn Minuten „Grundlagen der empirischen Sozialforschung“ doch für dein Bett.

In der Arbeit kannst du nicht so einfach abhauen. Da bist du aber auch selber schuld, du hättest dir ja einfach am Nach-Dem-Woodman-Tag freinehmen können. Mach die Jalousien zu, koch dir eine große Kanne Grüntee (Kaffee kann ja den Kater verschlimmern!) und platzier den Mistkübel unter deinem Tisch sorgfältig als Speibküberl. Zur Not stellst du ihn dir gleich auf den Schreibtisch und schlingst einen Arm darum, um zumindest ein bisschen weniger zu zittern. Mittags gönnst du dir am besten ein gutes Rindssüppchen mit Fritatten, weil es deine Salzdefizite optimal auffüllt. Und nicht auf’s Wasser trinken vergessen!

Hilft alles nix? 🙁

Du hast alles ausprobiert, vielleicht sogar kurz mit dem Gedanken gespielt, laufen zu gehen (haha nein, hast du nicht), aber dir geht es immer noch dreckig? Tja, ist halt so. Dein Körper und vor allem deine geplagte Leber brauchen einfach Zeit, um den Alkohol abzubauen. Sich gegen den Kater zu wehren, hilft meist sowieso nicht, also lass es einfach zu. Wir finden ohnehin, dass man nicht richtig studiert hat, wenn man nie in einer Vorlesung gespieben hat. Aber he – der gestrige Abend hat sich wenigstens gelohnt.

Woodman Wien

Wenn uns das Zwettler Bier nur nicht so gut schmecken würde 😉 Foto: Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.at

Wenn du eh nicht auf musst…

… kannst du deinen Ausnüchterungstag ganz entspannt angehen. Anbieten würde sich vielleicht ein Tag in der Therme Wien, wo du deine Akkus im warmen Wasser oder bei einer Massage aufladen kannst. Ein deftiges Essen zum vernünftigen Preis holst du dir am besten in der Pizzeria Mafiosi oder von unseren Lieblingsbuffets in Wien. Weil Joggen ja keine Option ist, wäre ein Spaziergang an der frischen Luft ein guter Kick für den Kreislauf, etwa durch den ersten Bezirk. Manchmal ist Flucht die beste Verteidigung. Wenn du also letzte Nacht etwas wirklich dummes gemacht hast, steck deinen Reisepass ins Fortgehtascherl und verlass gleich die Stadt – zumindest über das Wochenende.

veröffentlicht von Carina

“21 Jahre jung, studiert seit Herbst 2014 in Wien, lebt auch zur Hälfte dort. Liebt Reisen, die Natur im Waldviertel und das Schreiben.”