Der Wiener Donaukanal: Eine Stadtoase für sich // 13.07.17

Der Wiener Donaukanal lockt mit einem kuntergebuntem Angebot, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Alle wichtigen Facts um den Donauarm findest du hier.

Im Waldviertel sucht man an kleinen Bach- und Flussarmen vor allem im Sommer Abkühlung und Ruhe. In der österreichischen Hauptstadt kann man ebenfalls in Flussnähe dem Alltag entfliehen. Der Wiener Donaukanal liegt zentral in der Stadt und bietet neben diversen Barangeboten die Möglichkeit, seinen Hobbys nachzugehen. Waldviertler.wien präsentiert die interessantesten und wichtigen Hardfacts zu einer der bekanntesten Stadtoasen.

Quelle: wikimedia.org

Der Wiener Donaukanal

Der Donaukanal ist der zentralste Donauarm in Wien. Im Mittelalter bildete sich die Stadt Wien südwestlich des damaligen Hauptstroms der Donau, der natürlich verlief. Erst einige Jahrhunderte später wurde der Arm für die Fracht- und Personenschifffahrt reguliert – der heute bekannte Donaukanal entstand. Im Laufe der Jahrzehnte wurde am Kanal gearbeitet, er wurde verändert und ausgeweitet. Auch gegen Ende des zweiten Weltkriegs spielte der Donauarm eine nicht unwichtige Rolle. Er trennte die Rote Armee, die die innere Stadt eingenommen hatte, von der deutschen Wehrmacht, die Leopoldstadt hielt. Der Wiener Donaukanal hat also eine relativ lange und breit gefächerte Geschichte, die noch immer weiter geschrieben wird.

Geographie

Der Donaukanal wurde früher auch Wiener Wasser oder Wiener Arm genannt, jedoch hat sich der Name Donaukanal durchgesetzt. Die Abzweigung bei Nussdorf (kurz vor der Wehr- und Schleusanlage in Nussdorf) leitet den Donaukanal an der Grenze des 20. zum 19. Bezirk vom Hauptstrom ab. Dabei trennt er eine Flussinsel, die auf die Wiener Bezirke 2 (Leopoldstadt) und 20 (Brigittenau) von der inneren Stadt links, und den anderen Stadtbezirken am rechten Ufer, ab. Begleitet man den Donaukanal dann mit der Strömung, gelangt man am Praterspitz (an der Grenze des 2. zum 11. Bezirk) wieder an den Hauptstrom der Donau. Insgesamt ist der Wiener Donaukanal rund 17 Kilometer lang und streift beziehungsweise umgibt dabei die Bezirke 1, 2, 3, 9, 11, 19, 20, 21 und 22. Auch der Wienfluss spielt in der Geographie des Donaunebenarms eine maßgebende Rolle: Bei der Urania fließt dieser Fluss in den Donaukanal.

Der Donaukanal grenzt an mehere Wiener Bezirke.

Der Wiener Donaukanal streift und umschließt mehere Bezirke. Der heutige Nebenarm der Donau war im Mittelalter der Hauptstrom des Fluss‘. | Quelle: 1020-wien.at

Vielfältige Nutzung des Wiener Donaukanals

Aufgrund der seiner zentralen Lage wird Vielfalt an den Ufern des Donaukanals groß geschrieben. Ein umfassendes Freizeitprogramm lässt sich somit auch mitten in der Stadt in Wassernähe relativ einfach gestalten.

Schifffahrten

Den Donaudampfschiffahrtsgesellschaftskapitän gibt es zwar nicht mehr, jedoch bietet eine Schiffstation in unmittelbarer Nähe zum Schwedenplatz die Möglichkeit, vielfältige Angebote in Anspruch zu nehmen. So kann man mit dem Schiff beispielsweise nach Bratislava tuckern. Hier bist du ab 20,- Euro pro Person dabei und innerhalb einer guten Stunde in der slowakischen Hauptstadt. Auf den der Homepage von Twin City Liner erfährst du mehr zu diesen Angeboten. Es ist jedoch auch möglich, Wienrundfahrten oder sogar bis in die Wachau zu fahren.

Es gibt verschiedene Schiffahrtsangebote am Donaukanal.

Auch Schifffahrten sind am Donaukanal möglich. Die Destinationen sind dabei vielfältig. Ein Highlight ist jedoch bestimmt die Wien-Bratislava-Tour. | Quelle: wikimedia.org

Fischen am Donaukanal

Karpfen, Hecht, Wels, Zander, Regenbogenforelle, Barsch, Laube und viele andere Fischarten lassen sich im Wiener Donaukanal finden. Fischen ist dort tatsächlich erlaubt: das Fischereirevier am Donaukanal erstreckt sich vom Nußdorfer Sporn bis zur Ostbahnbrücke Simmering. Geangelt darf jedoch nur von Personen werden, die mindestens 14 Jahre alt und Besitz einer Fischerkarte sind. Diese wird nach einer abgelegten Prüfung vom Wiener Fischereiausschuss ausgestellt.

Bars

Am Wiener Donaukanal haben sich relativ viele Bars angesiedelt, die die unmittelbare Nähe zur Donau schätzen wissen. Deshalb wird an dieser Stelle ein kurzer Überblick über die beliebtesten und bekanntesten Bars und Lokalitäten gegeben.
Stadtbekannt ist die Strandbar Herrmann, die mit Strandatmosphäre und echtem Sand Besucher anlockt. Hier kann man auch sehr schöne Abendstunden verbringen. Ebenfalls am Donaukanal zu finden ist der Tel Aviv Beach. Diese orientalisch angehauchte Bar ist ebenfalls mit einem künstlichen „Strand“ ausgestattet und bietet auf einer 800m² großen Fläche jede Menge Abwechslung in Sachen Essen & Trinken. Sehr bekannt ist auch das Flex, das neben einem Sonnendeck gleichzeitig Disco und Veranstaltungsort beinhaltet. Das Badeschiff bietet sich im Sommer für eine kurze Abkühlung, aber auch sportliche Aktivitäten an. Hinter dem Badeschiff findet man nämlich einen Pool und darüber einen Soccerkäfig – und das alles direkt auf der Donau.
Auf dem gut 17 Kilometer langen Donaukanal haben sich noch jede Menge mehr Bars niedergelassen, die man im Web relativ einfach finden kann.

Kunst und Kultur

Der Wiener Donaukanal bietet auch Künstlern jede Menge Freiraum. So gibt es entlang der Kunstmeile „Agora“ in der Nähe der Schwedenbrücke jede Menge zu sehen und bestaunen. Bilder und Skulpturen, aber auch Container in denen Kunst gezeigt wird, findet man auf dieser Meile. Dort werden jeden Sommer auch Lesungen und Konzerte auf einer kleinen Bühne abgehalten.
Eines der größten Events ist das alljährliche Donaukanaltreiben. Zu diesem Ereignis treffen sich tausende Menschen, lauschen der vielfältigen Musik auf diversen Bühnen oder unter den Brücken, die den Donaukanal überwinden. Zusätzlich findet man verschiedene Künstler, die ihre Ware ausstellen. Auch Kulinarik wird beim Donaukanaltreiben groß geschrieben.
Wer den Donaukanal kennt, weiß auch seine Graffitis zu schätzen. Das Pojekt „Wienerwand“ will jungen Graffitikünsltern die Möglichkeit bieten, ihre Kunst auf legale Art und Weise auszuüben. Auch das ist am Wiener Donaukanal möglich.

Das Donaukanaltreiben lockt tausende von Besuchern an.

Das Donaukanaltreiben lockt tausende von Menschen an, die vor allem die gemütliche Atmosphäre, aber auch die Musik in der Nähe des Wiener Donaukanal genießen wollen. | Quelle: wikimedia.org

Urban Gardening

Am Wiener Donaukanal lassen sich knapp ein Dutzend Hochbeete finden. Der Gemeinschaftsgarten, der von in etwa 40 Personen betreut wird, kann nach einer Registrierung beziehungsweise Anmeldung von jedermann mitbenutzt werden. Dabei erhält jedes Mitglied einen Bereich in einem Hochbeet zugeordnet.

Radfahren, Inlineskaten und Laufen

Die Ufer des Donaukanals bieten sich ideal zum Sporteln an. Die asphaltieren Wege ermöglichen dabei ein relativ problemloses Joggen, Radfahren oder Inlineskaten am Ufer des Donauarms. Aufpassen muss man in den Abendstunden vor allem in der Nähe der Bars. Viele WienerInnen nutzen die tiefstehende Sonne auch, um Energie für den nächsten Tag zu tanken. Dabei spicken sie die asphaltierten Ufer und finden an verschiedenen Orten sitzend Platz.

Ausruhen – auch das kann man am Wiener Donaukanal. Bei schönem Wetter wird es manchmal sogar etwas schwer, einen Platz am Donauufer zu ergattern. Die Sonne steht in den Abendstunden nämlich ideal, um sich bräunen zu lassen oder die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages zu genießen. Oft finden auch Straßenmusiker den Weg in die Nähe der Donau und versüßen den Feierabend. Wenn du also auf der Suche nach einer Freizeitbeschäftigung bist oder eine Pause vom Alltag brauchst, bietet sich der Wiener Donaukanal ideal an.

 

veröffentlicht von benji

“25 Jahre jung - aus Zwettl.
Studiert seit 2013 in Wien.
Neben seiner Liebe für Sprache schätzt benji vor allem die Natur, in der er sich im Waldviertel gerne aufhält.”