Die Lange Nacht der Museen - Ein Event der Superlative // 02.10.17

Die Lange Nacht der Museen ist ein österreichweites Event der Superlative für Museums-Begeistere und solche die es noch werden möchten.

Die Lange Nacht der Museen findet am Samstag, 7. Oktober 2017 zum 18. Mal statt. Vielleicht kennst du diese Veranstaltung schon aus dem Waldviertel. Dieses Kultur-Mega-Event wird seit dem Jahr 2000 jährlich vom ORF veranstaltet und ist ein wahrer Publikumserfolg.

Jedes Jahr verbringen an diesem besonderen Tag über 350.000 Besucher die Nacht im Museum. Dabei sind natürlich die Kultureinrichtungen in Bezug auf Besucherzahlen in der Bundeshauptstadt ganz weit vorne. Die Wiener Museen verzeichneten letztes Jahr 165.512 Besucher. Die Spitzenreiter mit je rund 10.000 – 15.000 Besuchern in der Langen Nacht der Museen sind das Naturhistorische Museum (NHM), die Albertina und das Kunsthistorisches Museum (KHM).

Lange Nacht der Museen

Foto: ORF / Schöffel

Der Sammelplatz für alle Besucher ist der „Treffpunkt Museum“ am Wiener Maria-Theresien-Platz, direkt zwischen Naturhistorischen und Kunsthistorischen Museem. Dort bekommt man weitere Informationen, Booklets und Tickets. Der „Treffpunkt Museeum“ öffnet bereits am Donnerstag und Freitag seine Pforten und hat am Samstag, 7. Oktober ab 09:00 Uhr geöffnet. 

Kulturinteressierte, Nachtschwärmer und Sparfüchse aufgepasst

Du bist interessiert an Kunst und Kultur und verbringst gerne Zeit im Museum? Dann ist die Lange Nacht der Museen wahrscheinlich dein höchster Feiertag und lässt dein Herz im Oktober höher schlagen. Für alle Nachtschwärmer unter euch ist es eine tolle Gelegenheit Museen zu besuchen die ihr auf Grund der „normalen“ Öffnungszeiten nie besuchen könntet, weil ihr am Arbeiten, Feiern oder Ausschlafen seit. Wenn du ein Schnäppchenjäger und Sparfuchs bist, dann wird dich das Preis-Leistungsverhältnis dieser Veranstaltung auf jeden Fall überzeugen. 

Öffnungszeiten

Die teilnehmenden Kultureinrichtungen haben bei der Langen Nacht der Museen alle einheitlich von 18:00 bis 01:00 Uhr geöffnet.  In dieser Zeit präsentieren rund 700 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen ihre Sammlungen und laden euch auf eine kuturelle Endecktungsreise ein. Alleine in Wien öffnen an diesem Tag 129 Museen und Kultureinrichtungen für euch. In vielen Museen wird neben dem normalen Betrieb auch ein vielfältiges Programm für Jung und Alt geboten.

Preis

Neben den Öffnungzeiten ist auch der Ticketpreis besonders, denn es gibt nur eine Eintrittskarte für alle teilnehmenden Museen, die obendrein sehr günstig ist! Es gibt drei verschiedenen Tickets, die du ganz unkompliziert im ersten Museum, das ihr besucht, kaufen könnt. Nimm das Geld am Besten in Bar mit, denn oftmals werden keine Plastikkarten akzeptiert. Es gibt auch einen Vorverkauf in allen teilnehmenden Museen und Online auf der Webseite des ORF Ticketservice. Die Tickets können auch während der Öffungszeiten am „Treffpunkt Museeum“ erworben werden.

Das reguläre Ticket kostet 15 EUR und ermäßigt 12 EUR. Eine Ermäßigung gibt es für Ö1-Club-Mitglieder, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderungen und Präsenzdiener. Vergesst eure Ausweise nicht! Der Eintritt für Kinder bis 12 Jahre, geboren nach dem 7. Oktober 2005, ist frei. Außerhalb von Wien gibt es noch ein regionales Ticket um 6 EUR. Dieses Regionalticket berechtigt euch für den Eintritt in die teilnehmenden regionalen Kutureinrichtungen. 

Verkehr

Solltest du in Wien keine Jahreskarte oder kein Semesterticket besitzen, dann kannst du die Eintrittskarte zur langen Nacht der Museen an diesem Tag zwischen 17.30 und 1.30 auch für die Wiener Linien verwenden. In dieser Nacht gibt es auch zusätzliche Buslinien. Die Linien 1-3 verkehren vom „Treffpunkt Museum“ aus und bringen euch bequem zu vielen Top-Museen in der Innenstadt. Die Linien A-C befördern euch im 23., 14. und 17. Bezirk schnell zum SchokoMuseum Heindl (Linie A – U6 Alterlaa), zum Technischen Museum (Linien B – U4 Schönbrunn) und zum arteum, Rettungsmuseum und Schneekugelmuseum (Linie C – S45 Hernals).

Möchtest du in dieser Nacht lieber zu Fuß unterwegs sein und durch die Nacht schlendern? Kein Problem, denn ausgehend vom „Treffpunkt Museum“ erreichst du 56 Veranstaltungsorte auch bequem zu Fuß. Für begeistertet Citybike-Wien-Nutzer wird beim „Treffpunkt Museum“ eine mobile Citybike-Wien-Station eingerichtet.

Insgesamt würde ich meinen – Ein spitzen Deal! 

Die richtige Vorbereitung ist die halbe Miete

Die Lange Nacht der Museen hat sehr viel zu bieten und kann natürlich auch ganz spontan besucht werden. Möchtest du allerdings das Beste aus deinem Museumsbesuch rausholen, dann möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du dich darauf optimal vorbereiten kannst um mehr zu sehen.

Detailinformationen

Zuerst solltest du dich mit den weiteren Details der Veranstaltung vertraut machen. Du findest alles Wissenswerte online auf langenacht.orf.at und kannst dir dort das diesjährige Programmheft herunterladen. Das Booklet ist besonders informativ und steht für Wien in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Im Programmheft wird jedes teilnehmende Museum genau beschrieben. Hier findet ihr Adresse, Hinweise zur Anreise, kurze Beschreibung der Ausstellung, Hinweise zu Sonderaustellungen, Zeitangaben für Kinderprogramm und Führungen, sowie Informationen zu Speis und Trank. Das Booklet lädt offline und online zum Schmökern ein und ich verspreche euch, es ist für jeden etwas dabei.

Alleine, zu Zweit oder doch in der Gruppe

Hast du schon entschieden ob du alleine oder doch lieber in der Gruppe losziehen willst? Die Zeit im Museeum kann wie im Fluge vergehen, wenn einen das Thema so richtig mitreißt und fesselt. Es kann aber auch ganz furchtbar langweilig werden, wenn man von dem Thema nicht so angetan ist. Wenn du zu zweit oder in der Gruppe losziehen möchtest, dann ist es empfehlenswert mal gemeinsam das Booklet durchzublättern und die verschiedene Interessen bei der Museumsauswahl zu berücksichtigen. So kannst du leicht sicherstellen, dass für jeden etwas dabei ist und der Abend ein voller Erfolg wird.

Zeiteinteilung

Insgesamt stehen maximal sieben Stunden Zeit zur Verfügung und diese möchte optimal genutzt werden. Die Lange Nacht der Museen ist dafür gemacht um mehrere Museen innerhalb weniger Stunden besichtigen zu können. Damit das optimal klappt sollte man die Reisezeit möglichst gering halten und die Reihenfolge der Museeumsbesuche an die örtliche Lage der Museen anpassen. Möchtest du in einem Museeum die komplette Sammlung sehen und dir viel Zeit für die einzelnen Ausstellungsstücke nehmen, dann solltest du überlegen, ob der Besuch an diesem Tag eine gute Wahl ist oder du dieses Museeum ein anderes Mal besuchst. Ich persönlich gebe Museen den Vortritt, die ich sonst nicht sehen könnte oder die man sich sonst einfach nicht ansehen würde und nehme mir zirka eine Stunde +/- 30 Minuten Zeit für eine Station. Ganz wichtig: Plane genügen Zeit für Pausen ein – so ein Museumsbesuch macht hungrig und durstig!

Specials

Viele Kultureinrichtungen bieten ein Sonderprogramm, das meistens zu bestimmten Zeiten stattfindet. Wähle nicht zu viele dieser Specials sonst hetzt du von einem Museeum zu anderen und kannst es nicht genießen. Wähle maximal ein bis zwei Specials für den Abend und nimm dir Zeit dafür.

Kapazitätsgrenzen

Wie eingangs erwähnt, gibt es einige Museen, die in dieser Nacht von über 15.000 Menschen besucht werden. Aufgrund von Kapazitätsgrenzen in den Räumlichkeiten kann es bei sehr beliebten Museen zu langen Wartezeiten am Eingang kommen. Ich persönlich lasse diese großen namhaften Häuser in dieser Nacht aus und widme mich lieber den kurioseren Ausstellungen. 

Die Lange Nacht der Museen 2016

Im lezten Jahr war ich mit einem meiner besten Freunde unterwegs und wir haben uns für eine kuriose Auswahl entschieden. Angefangen haben wir nördlich von Wien und haben dort das Computermuseum besucht. Eine etwas in die Jahre gekommende Aussstellung mit hunderten Computern, Monitoren, Druckern und Peripheriegeräten haben uns dort erwartet. Wir fühlten uns in unsere Kindheit und Jugend zurückversetzt und hatten Spaß daran in längst vergangenen Erinnerungen zu schwelgen.

Danach gings zurück nach Wien ins Pathologische Museum. Das Ganze ist schon sehr speziell und nichts für schwache Gemüter. Man sieht unzählige, grausliche Deformationen, die in Wachsabbildungen festgehalten wurden. Die Ausstellung im Narrenturm zieht aber sehr viele Menschen an und man wird an den Glasvitrinen förmlich vorbeigeschoben.

Nachdem wir uns mit den Krankheiten beschäftig hatten wollten wir im nächsten Museeum mehr über den Schutz erfahren. Das Condomi Museum beheimatet im Keller eine riesige Auswahl an verschiedenen Präservativen in allen Farben und Formen. Sehr interessant waren die lebendigen Schilderungen über die geschichtliche Entwicklung durch die Besitzerin.

Zum Abschluss ging es in den Luftschutzkeller des Haus des Meeres, wo ein Foltermuseum untergebracht ist. Die sehr interessante Ausstellung räumt mit vielen Unwarheiten auf und spannt den Bogen vom Mittelalter bis heute. 

Danach war es 00:50 Uhr und unsere Beine waren schwer, unser Wissendurst für diesen Tag gestillt und wir stürtzen uns direkt ins Wiener Nachtleben. 

Der genau Plan für 2017 ist noch nicht ganz fixiert, aber fest steht, dass ich auch heuer die Lange Nacht der Museen nutzen werde um mir einige Ausstellungen anzusehen. Hoffe ich konnte euch von dieser tollen Veranstaltung überzeugen und ihr seid heuer auch mit dabei. Falls du bereits Erfahrung mit der Langen Nacht der Museen hast, dann verrate uns in den Kommentaren welche Museen du empfehlen kannst und um welche wir besser einen großen Bogen machen sollen.

veröffentlicht von stefan

“Liebt das Großstadtabenteuer in den pulsierenden Metropolen dieser Welt genau so wie die erholsame Ruhe im wunderschönen Waldviertel! In Wien funktioniert beides perfekt nebeneinander und deshalb habe ich seit 2017 meinen Lebensmittelpunkt in die Bundeshauptstadt verlegt.”