Erasmus+ - Studieren im Ausland, aber wie? // 03.07.17

Du bist mitten im Studium und willst auch im Ausland ECTS sammeln? Dank des Erasmus+ Programms ist das international möglich.

Für viele Waldviertler ist der Umzug nach Wien an sich schon eine aufregende Reise. Das Studium ist ein großer Neuanfang, gilt es doch viele neue Erlebnisse und Hürden zu überwinden. Mit Hilfe des sogenannten Erasmus+ Programms erhalten Studierende jedoch die Möglichkeit, die österreichische Hauptstadt für einen gewählten Zeitraum zu verlassen und international Erfahrungen zu sammeln und im europäischen Ausland zu studieren und Praktika zu absolvieren. Auch Schüler, Lehrlinge, Lehrende und bereits Arbeitende können vom Erasmus+ Programm profitieren und Erfahrungen im europäischen Ausland sammeln. Was es zu beachten gilt, wenn man sich für Erasmus+ interessiert, erklärt waldviertler.wien.

Quelle: wikimedia.org

Erasmus+ – was ist das?

Der Programmname an sich klingt etwas seltsam. Erasmus+ erinnert zum einen an Erasmus von Rotterdam, einem gelehrten Humanisten aus der Renaissance. Zum anderen steht der Name für European community action scheme for the mobility of university students. Durch die zusätzlichen Leistungen, die nicht nur Studierende betreffen, ergab sich der Name Erasmus+.

Ziel des Austauschprogrammes ist es, die europäische Hochschulraum zu fördern und weiterzuentwickeln und dabei die Studierenden nicht nur finanziell, sonder auch ideell zu unterstützen.

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Ich will im europäischen Ausland studieren oder arbeiten – was ist zu beachten?

Wer sich für das Erasmus-Programm interessiert, muss nicht unbedingt wenige Dinge beachten. Das Programm fördert die Personen, die es in Anspruch nehmen. Das heißt, du bekommst für deinen Auslandsaufenthalt monatliche sogar einen kleinen Zuschuss.

Die Kosten

Eine der wichtigsten Dinge die zu beachten sind, ist in welchem Ausbildungs- oder Arbeitsstatus du dich befindest. Studierst du (dabei ist ganz egal ob Bachelor, Master oder PhD), wirst du vom Erasmus-Programm gefördert. Dabei gilt die Förderung jedoch nur für Aufenthalte, die zwischen 3 und 12 Monate dauern. Je nachdem, für welches Land du dich entscheidest, wirst du unterschiedlich vom Erasmus-Programm gefördert. Hier liegt der grobe monatliche Richtwert zwischen 282 und 333 Euro.

Für diejenigen die nun glauben, dass sie sich die Studiengebühren im Ausland so oder so nicht leisten können, kommt hier die Entwarnung: Nimmst du das Erasmus+ Programm in Anspruch, musst du keine Studienbeiträge bezahlen.

Wenn du Studienbeihilfe beziehst, wirst du an diesem Punkt noch einmal zusätzlich unterstützt. Zusätzlich zur Studienbeihilfe erhältst du nochmal eine Auslandsbeihilfe. Wie das funktioniert, ist am einfachsten im Web zu recherchieren.

Des Weiteren erhältst du im europäischen Austauschprogramm die Möglichkeit, kostenlose Sprachkurse in Anspruch zu nehmen.

Die Voraussetzungen für einen Studienaufenthalt mit Erasmus+

Nicht jeder Studierende kann am Austauschprogramm der EU teilnehmen. Voraussetzung ist, dass du schon mindestens 1 Jahr an einer Universität oder Hochschule studierst, die auch am Programm teilnimmt. Du hast dann die Qual der Wahl bei der Hochschulauswahl im Ausland. Ein Hinweis am Rande: Du kannst „nur“ an Partnerhochschulen deiner Hochschule oder Uni studieren.

Verschiedene Unis und Hochschulen sind Partnerhochschulen.

Je nachdem, welche Studienrichtung du im Ausland studieren willst, haben deine Hochschule oder deine Uni verschiedene Partnerhochschulen im Ausland.
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Und wie funktioniert das mit den Praktika?

Viele Universitäten und Hochschulen verlangen von dir, Praktika durchzuführen. Auch hier bietet das Erasmus-Programm Abwechslung. Wichtig ist an diesem Punkt wieder, dass du an einer Uni oder eben Hochschule eingeschrieben bist, die am Erasmus+ Projekt teilnimmt. Noch wichtiger ist jedoch, dass sich deine Hochschule beziehungsweise Uni damit einverstanden sieht, dich auf ein Auslandspraktikum zu schicken. Das Praktikum muss sozusagen relevante Gründe haben. Die Förderung fällt auch in Sachen Praktika nicht aus, viel eher ist sie sogar etwas höher: monatlich bekommst du je nach Land zwischen 384 und 435 Euro Taschengeld.

Auch bereits Graduierte können Praktika in den Erasmus+ Partnerländern ausführen. Das soll den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Bewerben muss man sich jedoch noch während dem Studium, danach darf man sich nicht mehr inskribieren.

Für SchülerInnen, Lehrlinge und bereits Arbeitende gibt es auch Möglichkeiten, europäisch internationale Erfahrungen zu sammeln. Die Webseite von Erasmus+ verät hier mehr.

Die Länder

Im Groben und Ganzen sind die teilnehmenden Länder am Erasmus-Programm auch Mitglieder der europäischen Union. Es finden sich jedoch auch 5 Staaten, die keine Mitglieder der EU sind.

Folgende EU-Mitgliedsstaaten sind Mitglieder des Erasmus+ Programms:   

Belgien Griechenland Litauen Portugal
Bulgarien Spanien Luxemburg Rumänien
Tschechische Republik Frankreich Ungarn Slowenien
Dänemark Kroatien Malta Slowakei
Deutschland Italien Niederlande Finnland
Estland Zypern Österreich Schweden
Irland Lettland Polen Vereinigtes Königreich

Diese Staaten nehmen ebenfalls am Erasmus+ Programm teil, sind jedoch keine Mitglieder der EU:

Ehemalige jugoslawische
Republik Mazedonien
Island Norwegen
Liechtenstein Türkei

Die EU-Mitgliedstaaten nehmen am Erasmus+ Programm teil.

Dank des Erasmus+ Programms kann man Auslandserfahrungen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union machen.
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Wie melde ich mich an?

Die Anmeldung erscheint anfangs etwas kompliziert, ist aber im Grunde genommen nur ein kleiner bürokratischer Aufwand, wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten sich durch das EU-Austauschprogramm ergeben können. Die erste Anlaufstelle ist das Erasmus-Büro an deiner Hochschule/Uni.

  • Die Registrierung: An den meisten Universitäten und Hochschulen bist du verpflichtet, dich vorab für das Erasmus+ Programm zu registrieren. Das vereinfacht das Prozedere, da du einen Überblick über alle Termine und Fristen bekommst und auch gleich deine Wunschuniversität auswählen kannst. Die Registrierung erfolgt am einfachste Online.

  • Das Motivationsschreiben: Warum willst du ein Auslandssemester absolvieren? Warum solltest gerade du ausgewählt werden? Weshalb hast du dich für die Uni XY entschieden? Das Motivationsschreiben hilft dir, dich erfolgreich für das Erasmus+ Programm zu registrieren, und erleichtert die Auswahl, ob du wirklich geeignet bist.

  • Deine Studienleistungen: Du musst deine bisher erbrachten Leistungen im Studium nachweisen. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk natürlich auf dem Fach, dass du im Ausland weiterstudieren willst.

  • Die Sprachkenntnisse: Oft reich hierbei der Nachweis deines Matura-Zeugnisses aus. Informiere dich diesbezüglich aber bei den Erasmus-Zuständigen an deiner Uni/Hochschule.

  • Der Lebenslauf: Ein tabellarischer Lebenslauf mit Foto ist Pflicht. Dabei müssen deine besonderen Leistungen mit entsprechenden Zeugnissen nachgewiesen werden. Ein kleiner Tipp: Der Europass-Lebenslauf wird gerne gesehen. Er lässt sich online auch sehr einfach erstellen.

Zusagen und Absagen

Je nachdem, wie deine Bewerbung verlaufen ist, bekommst du nach einem bestimmten Zeitraum eine Zu- oder Absage. Im Falle einer Zusage wird sich die Partneruni bei dir melden. Dabei hilft sie dir, dich an der Universität beziehungsweise Hochschule anzumelden und eine passende Unterkunft für deinen Aufenthalt im Ausland zu finden. Negative Bescheide werden wirklich selten ausgesprochen. Es kommt viel eher vor, dass es sich die Studierenden anders überlegen oder ihnen etwas dazwischen kommt und sie deswegen absagen müssen.

Oft werden im Vorhinein Treffen an den Institutionen für alle Erasmus-Studierenden veranstaltet. Das soll es dir vereinfachen, Kontakte zu knüpfen.

Die Vorteile von Erasmus+

Das Erasmus+ Programm bietet dir sehr viele Vorteile, wenn du im Ausland studieren willst:

  • Anrechnung von Studienleistungen [ECTS]

  • Keine Studiengebühren an der Partner-Universität

  • Verbesserung der Sprachkenntnisse

  • Interkulturelle Kompetenzen

  • Internationale Kontakte

  • (Lebens-) Erfahrung

Mit Erasmus+ zum Studienabschluss.

Das Auslandssemester steht deinem Abschluss keinesweges im Weg. Viel eher erhältst du durch das Sammeln der ECTS die Möglichkeit, dein Studium rechtzeitig abzuschließen. Zusätzlich kannst du nach erfolgreichem Abschluss Praktika durchführen.
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Wie bereits erwähnt bezieht sich das EU-Austauschprogramm nicht nur auf Studierende. Ein Recherchieren auf der Webseite verrät in Sachen Schüleraustausch, Lehrlingsaustausch und Arbeitserfahrungen mehr. Das Prozedere der Anmeldung erscheint im Vorhinein vielleicht etwas kompliziert und mühsam. Das geförderte Projekt der EU ist diesen Aufwand aber in jedem Fall wert.

 

 

veröffentlicht von benji

“25 Jahre jung - aus Zwettl.
Studiert seit 2013 in Wien.
Neben seiner Liebe für Sprache schätzt benji vor allem die Natur, in der er sich im Waldviertel gerne aufhält.”