Horizonterweiterung durch Erweiterungscurricula // 28.08.17

So kommst du in 4 Schritten zum problemlosen Abschluss deiner Erweiterungscurricula.

Kleiner Tipp: Besser früh zum Planen anfangen für die Erweiterungscurricula; Quelle: pixabay

Wenn du dich entscheidest, das Waldviertel zu verlassen und den Schritt zu wagen, ein Studium an der Uni Wien zu beginnen, wirst du früher oder später mit dem leidigen Thema „Erweiterungscurricula“ in Berührung kommen. Damit du dich so wenig wie möglich darüber ärgern musst, gibt’s hier eine kleine Hilfestellung, wie du es am besten angehst. Aber was sind überhaupt  Erweiterungscurricula (oder EC, wie es von Studenten „liebevoll“ genannt wird)? Die Erweiterungscurricula bieten dir die Möglichkeit, deinen Horizont zu erweitern und Fächer aus anderen Studienrichtungen zu belegen. Das heißt, dass du neben den Pflichtfächern aus deinem eigenen Studium dir auch noch etwas anderes aneignen kannst.

Schritt 1: Check: Brauche ich  Erweiterungscurricula für mein Studium?

Wenn du an der Uni Wien studierst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du  Erweiterungscurricula machen musst. Um auf Nummer Sicher zu gehen, kannst du das ganz einfach in deinem Curriculum nachlesen. Ein Beispiel gefällig? Stell dir vor, du studierst Politikwissenschaft im Bachelor und möchtest dich über die Erweiterungscurriculua informieren:

Tabelle Erweiterungscurriculum

In deinem Curriculum findest du wichtige Infos zu den Erweiterungscurricula

Dazu öffnest du einfach deinen Curriculum (geht am besten über die Seite Studentpoint) und scrollst so weit nach unten, bis du den Punkt „Erweiterungscurriculum“ findest. Dann kannst du auch schon nachlesen, dass du in Politikwissenschaft 30 ECTS-Punkte aus anderen Studienrichtungen machen musst. Das kommt aber ganz auf deine Studienrichtung an. In Publizistik- und Kommunikationswissenschaft musst du beispielsweise 60 ECTS-Punkte als Erweiterungscurricula machen.

Schritt 2: Was darf ich machen?

Du wirst die Antwort schon erraten haben: Das kommt darauf an: und zwar auf dein Studium. Aber keine Sorge, auch das findest du ganz leicht auf der Website deiner Studienprogrammleitung oder im Curriculum deiner Studienrichtung. Solltest du nichts finden beziehungsweise wird nichts näher spezifiziert, ist es sehr wahrscheinlich, dass du deine ECs frei wählen darfst. Natürlich kannst du aber nicht wahllos Vorlesungen aus irgendeiner Studienrichtung suchen und die Prüfung dazu machen. Dazu gibt es ein eigenes EC-Studienangebot, das du hier findest oder auch im Vorlesungsverzeichnis. In den Erweiterungscurricula, die du auf den vorhin verlinkten Seiten findest, siehst du dann auch schon die Vorlesungen, die zu einem Erweiterungscurriculum zusammengefasst worden sind und im Gesamten entweder 15 oder 30 ECTS-Punkte ergeben. Diese solltest du auch vollständig machen, sonst kann es Probleme bei der Anrechnung geben. ECs im Ausmaß von 15 ECTS darfst du sogar ganz frei wählen, wenn du diese als „Alternative Erweiterung“ angibst. Da kannst du dann wirklich alles machen, wofür du keine andere Lehrveranstaltung als Voraussetzung brauchst.

Schritt 3: Anmeldung

Die Anmeldung findet in zwei Schritten statt. Zuerst entscheidest du dich für die Studienrichtung aus der du Vorlesungen/Übungen/Seminare als Erweiterungscurricula belegen möchtest. ECs gibt es aber nicht von jeder Studienrichtung, aber wie vorhin schon beschrieben und auch verlinkt, findest du die ECs ganz einfach im Vorlesungsverzeichnis. Nehmen wir an, du entscheidest dich für „English and American Studies“. Dann gehst du einfach ins Vorlesungsverzeichnis und meist findest du ganz unten die Erweiterungscurricula. Wenn du dazu noch mehr Informationen benötigst, als im Vorlesungsverzeichnis aufscheinen, ist dort auch oft ein Link, mit dem du zu einer Info-Seite geführt wirst – gibt es aber nicht bei jedem EC. Dort findest du übrigens auch den Namen, wie das EC heißt und genau den brauchst du auch für den ersten Schritt der Anmeldung. Das machst du über u:space und zwar unter dem Punkt Studium–>Erweiterungscurricula. Dort kannst du dich dann so wie zu einer Vorlesung oder einer Prüfung einfach zu dem EC anmelden, das du dir vorher ausgesucht hast. Das ist wichtig, dass du das machst bevor du dich zu Vorlesungen, Übungen oder Prüfungen anmeldest, weil es sonst nicht richtig zugeordnet werden kann.

EC Anmeldung

So sieht die Anmeldemaske zu einem Erweiterungscurricula aus

Der zweite Schritt der Anmeldung ist nun wirklich keine Hexerei mehr. Denn hier meldest du dich einfach ganz normal wie in deinem Studium zu Vorlesungen, Übungen, Seminaren oder Prüfungen an. Wichtig ist hier nur, dass du als Studienplanpunkt immer das Studium auswählst, wofür du das EC machst, sonst wird es falsch zugeordnet. Kleiner Tipp, bevor Panik aufkommt: Bei vielen ECs kann man sich nur zu Prüfungen, nicht aber zu den Vorlesungen anmelden. Damit du trotzdem für die E-learning Plattform freigeschaltet wirst, kannst du einfach auf den Moodle-Button im Vorlesungsverzeichnis klicken.

 

Dann musst du natürlich die Übungen oder Seminare besuchen und die Prüfungen absolvieren und danach geht’s weiter zur Anrechnung.

Schritt 4: Anrechnung Erweiterungscurricula

Wenn du jetzt Erweiterungscurricula in dem ECTS-Ausmaß, wie es für dein Studium vorgesehen ist, belegt und positiv absolviert hast, geht es weiter zum Anrechnen lassen. Hast du alles genau nach Vorlage gemacht, wie es in deinem Studium vorgesehen ist, hast du nun eigentlich keine Arbeit mehr. Da reicht es, wenn du bei den EC-Prüfungen im Prüfungspass einfach das Häkchen bei „für den Abschluss verwenden“ setzt. Vielleicht wolltest du dir aber auch gerne selbst etwas zusammenstellen und hast dich nicht ganz an die vorgegebenen Wahlfachkörbe gehalten. Wenn du das machst, solltest du aber immer all jene Kurse, die zu einem EC zusammengefasst sind machen. Einige Studienrichtungen rechnen auch einzelne Lehrveranstaltungen ab 6 ECTS-Punkten an, das würde ich aber unbedingt vorher mit der Studienprogrammleitung abklären. Wenn du die zweite Variante gewählt hast, musst du noch ein paar Schritte erledigen bevor du deine Erweiterungscurricula abgeschlossen hast. Meist funktioniert das mit einem Formular, das du dir auf der Website deiner Studienprogrammleitung herunterladen kannst, dort deine absolvierten ECs einträgst und dann noch begründest, warum du genau diese gewählt hast und was sie dir für dein Studium bringen. Wenn die Begründung gut ist, sollte es da keine Probleme mit der Genehmigung geben. Dann bringst du das Formular einfach in dein Studienservicecenter und holst es ein paar Wochen später mit einer Unterschrift vom Studienprogrammleiter wieder ab. Wenn du dich für die „Alternativen Erweiterungen“ entschieden hast, reicht es, wenn du dich über u:space einfach im EC „Alternative Erweiterungen“ anmeldest.

 

Eine Möglichkeit gibt es noch bei den Erweiterungscurricula und zwar das Anrechnen lassen eines Zweitstudiums. Das machst du einfach über u:space unter Studium–>Anerkennungen. Du wählst die Kurse aus, die du angerechnet haben möchtest  und  stellst  einen Antrag zur Genehmigung von freien Wahlfächern. Den holst du dann wieder nach ein paar Wochen in deinem Studienservicecenter ab.

Aus meiner eigenen Erfahrung mit den Erweiterungscurricula kann ich dir nur den Tipp geben, früh genug mit der Planung und dem Absolvieren von den ECs anzufangen, sonst kann das deinen Studienfortschritt ganz schön aufhalten. Ansonsten ist es einmal eine schöne Abwechslung, sich auch mit Fächern beschäftigen zu dürfen, die nichts (oder eher weniger) mit dem eigenen Studium zu tun haben.

Dieser Artikel kann nur einen groben Überblick über die Erweiterungscurricula geben, weil da doch sehr viel von den einzelnen Studienrichtungen abhängt. Aber ich hoffe trotzdem, dass dir damit zumindest ein bisschen geholfen ist.

veröffentlicht von Stefanie Weichselbaum

“Steffi wohnt seit vier Jahren in Wien. Sie ist für das Publizistik- und Germanistikstudium hergezogen und hat sich sofort in die Hauptstadt verliebt. Wenn ihr der Großstadttrubel einmal zu viel wird, genießt sie die Ruhe im Waldviertel.”