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veröffentlicht von Thomers

24. Mai 2019

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Das Café Siebenbrunnen ist ein richtiges Wiener Original. Tradition wird hier seit Jahren großgeschrieben.

In Margareten gibt es einige Highlights. Dazu zählt auch das Café Siebenbrunnen am Siebenbrunnenplatz, eine Perle unter den mittlerweile wenigen verbleibenden urigen Kaffeehäusern in Wien. Das Lokal existiert seit über 30 Jahren.

Kulinarische Wünsche bleiben hier kaum Wünsche offen. Neben den klassischen Spezialitäten, wie verschiedensten Kaffeevariationen, Mehlspeisen oder verschiedenen Frühstücks  gibt es hier jeden Tag abwechslungsreiche Mittagsmenüs. Und das ist noch längst nicht alles. An das Café grenzt die Pizzeria Maria Rosa, die quasi zu dem Lokal dazugehört und neben Pizzen auch mehrere italienische Gerichte anbietet. Selbstverständlich können die Speisen der Pizzeria auch im Café bestellt werden.

Preis/Leistung

Nicht nur die Auswahl, auch die Portionen sind riesig. Für einen vergleichsweise normalen Preis, bekommt man einiges auf den Teller. Dafür scheint das Café Siebenbrunnen bekannt zu sein. Als wir uns bei unserem Besuch frohen Mutes und großen Hungers eine Suppe und eine Hauptspeise bestellten, konnten wir uns keines der beiden Gerichte zur Gänze einverleiben und das lag wahrlich nicht am Geschmack der Speisen. Da wir nicht den Eindruck hinterlassen wollten, es hätte uns etwa nicht geschmeckt, machten wir den Umstand dem Personal freundlicherweise deutlich. Dieses wirkte allerdings wenig überrascht: „Brauchens Ihna ned entschuidigen, wir wissen eh, dass meistens z’vü is. Lassen’s halt s Nächste mal de Suppn weg“, sagte der junge Herr nonchalant. Ist notiert.

Wie gesagt, preislich befindet sich das Café Siebenbrunnen im Normalbereich. Suppen kosten rund 4€, Hauptstpeisen bewegen sich in einem Bereich von 7€ – 15€. Definitiv leistbar.
Das Lokal hat jeden Tag geöffnet und veranstaltet hin und wieder auch besondere Events oder Fußballübertragungen. Bei schönem Wetter kann man draußen in dem sehr großen Schanigarten Platz nehmen.

Das Café Siebenbrunnen von innen. Wenn du genauer hinsiehst, wirst du ein paar Einrichtungsgegenstände entdecken, von denen weiter unten die Rede ist.

Ein sehr „spezielles“ Café

Kommen wir nun aber zu dem besonderen Teil: dem Flair, der das Café Siebenbrunnen so einzigartig macht.
Kitsch wird hier ganz groß geschrieben. Die Einrichtung ist, um es euphemistisch auszudrücken, nicht gerade nachvollziehbar. Das fällt uns bereits beim ersten Eintreten unwillkürlich ins Auge. Direkt vor uns befindet sich ein Thron mit Goldverzierungen, dessen Sitzfläche aus rotem Samt besteht, über diesem ein Bild von einem Papagei. Alles klar. Drehen wir uns nach links, erblicken wir einen großen Tiger aus Porzellan und über uns einen Orangen(?)baum. Okay, lassen wir uns nicht beirren.
Wir bewegen uns weiter nach hinten, plötzlich lacht uns eine weitere Porzellanfigur an: ein nicht ganz politisch korrekt dargestellter Herr, der allem Anschein nach ein Afrikaner sein soll. Gerade als wir denken, dass einrichtungstechnisch die Grenze des schlechten Geschmacks nicht mehr überschritten werden kann, betreten wir die Pizzeria. Hier geben sich Neonlichter, Piraten, Bilder von Clowns und ein Gartenzwerg, der auf einer Schildkröte reitet, die Hand. In der Mitte befindet sich, warum auch immer, eine Art Brunnen mit täuschend echt aussehenden Felsen, auf dem eine Plastikpalme mit Plastikbananen steht. Aus einem unerfindlichen Grund steht davor ein volkstümlich angezogener Mann aus (wer hätte das gedacht) Porzellan. Wir entdecken mehrere Plastikpflanzen und auch einen Sombrero.

„Wer im 5. Bezirk war gewesen , sagt zum Siebenbrunnenplatz: „Bezaubernd und schön“, ist er aber nicht im Café 7 Brunnen gewesen, hat er das Schönste nicht gesehen!“, lautet ein kleines Gedicht auf der Website. Zweifelsohne ist damit dieser ästhetische und formvollendete Brunnen gemeint.

Der Brunnen im Siebenbrunnen. Nicht zu verwechseln mit dem Siebenbrunnen, der ein echter Brunnen ist, und sich am Siebenbrunnenplatz vor dem Lokal befindet.

Neben dem auf den Felsen thronenden Neonbuchstaben, die das Wort „Pizza“ ergeben, fällt uns ein Bild auf, das mit den Worten „Ruhe in Frieden“ verziert ist. Vielleicht ist der Brunnen eine Art Gedenkstätte. Wir wissen es nicht. Was auch immer die Intention hinter diesem Kunstwerk gewesen sein mag, es wird wohl weiterhin ein Rätsel bleiben. Möglicherweise ist es auch besser so, anders würde der Zauber, der dieser Schöpfung innewohnt, verloren gehen.
Man hat das Gefühl, man sitzt bei Urgroßmutter Irmi im zielsicher eingerichteten Wohnzimmer. Und genau das macht den Charme des Lokals aus.

Liest man sich die Bewertungen des Café Siebenbrunnen durch, stößt man ständig auf Worte wie „Nostalgie“, „ungezwungen“, „skurril“, „charmant“, „rustikal“, etc. Besser kann man diese Lokalität wohl kaum beschreiben. Was im Gegensatz zu anderen Kaffeehäusern auch unüblich ist: hier darf noch geraucht werden. Natürlich gibt es auch einen abgetrennten Nichtraucherbereich.
Noch eine Besonderheit, die es wahrscheinlich in wenigen Kaffeehäusern Wiens gibt: Die Kellner sind ausgesprochen freundlich, allen voran der Juniorchef, der uns bei unserem Besuch einen Marillenbrand von seiner neuen Lieferung kosten ließ. Zahlen mussten wir dafür nichts. Für ihn offensichtlich eine Selbstverständlichkeit.

Was auch immer uns das bezaubernd blinkende Neonschild oben im Bild mitteilen will, der Weg zu den Toiletten ist mithilfe dieser Pfeile jedenfalls nicht zu finden. Die befinden sich nämlich ganz woanders, als in den dort angegebenen Richtungen.

Unvergleichliche Atmospähre

Hält man sich öfter hier auf, wird man schnell merken, dass die Stammgäste genauso zu diesem Café gehören wie das (mit einem Augenzwinkern) augenkrebserregende Interieur. Der Besuch lohnt sich allein schon, um nur den Gesprächen dieser „Ur“-Wiener zu lauschen. Das Café Siebenbrunnen ist ein Zufluchtsort für jene Spezies dieser Hauptstadtbewohner, die bedauerlicherweise von der großen Bildfläche verschwunden zu sein scheint. Touristen trifft man hier auf alle Fälle nicht an, ein kleiner Geheimtipp also.
Sitzt man am Nachmittag hier bei einem Kaffee um zu entspannen oder um zu lernen, fühlt man sich fast wie in einer Episode der beliebten Fernsehreihe „Alltagsgeschichten“ der bedauerlicherweise verstorbenen Journalistin Elisabeth T. Spira. Für Waldviertler und Liebhaber der österreichischen Kultur ein absolutes Muss.

 

Café Siebenbrunnen
Siebenbrunnenplatz 2
1050 Wien

Öffnungszeiten:
Täglich:   7.00 – 24.00

Täglich Warme Küche von
11:00 bis 22:00

Pizzeria von 11:00 bis 23:00

 

 

 

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von marlies

24. Mai 2019

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