Vollpension: Kuchen von der Oma

Die Tische im Generationenkaffeehaus sind sehr beliebt.
ESSEN & TRINKEN

veröffentlicht von Carina

29. November 2016

ESSEN & TRINKEN

Wer die Waldviertler Oma vermisst, findet in der Vollpension in Wien eine Gemütlichkeit, die man sonst nur vom Großelternhaus kennt. Kuchen inklusive!

Wer an die Oma zuhause im Waldviertel denkt, denkt an Rindsgulasch und Biskuitroulade. An kleine Spitzendeckchen, die alte Holzmöbel verzieren. An die gerahmten Fotos an der Wand, aus denen Verwandte herauslächeln. Und an die Blumenfliesen im Badezimmer, die wahrscheinlich älter sind als man selbst. Für alle, die dieses Oma-Feeling in der Großstadt manchmal vermissen, gibt es ein Kaffeehaus, das Abhilfe schafft – die Vollpension im vierten Bezirk.

Das Konzept der Vollpension besteht darin, Generationen zu verbinden. Betrieben von und für Jung und Alt möchte es ein Platzerl zum Austauschen bieten. Damit das auch gut funktionieren kann, arbeiten in der Vollpension mehrere „Omas“ und „Opas“, die nicht nur ihre besten Mehlspeisenrezepte zum Besten geben, sondern auch in der Küche anpacken und ihre Kellnerfertigkeiten unter Beweis stellen. Dass dieses Konzept sehr gut ankommt, beweist der Platzmangel, den wir bei unserem Besuch vorfinden. Vorab zu reservieren ist also bestimmt eine gute Idee, vor allem wenn man mit ein paar Leuten kommt. Wir machen es uns erstmal gemütlich (nicht sehr schwierig) und beginnen, die Speisekarte zu studieren.

Süße Versuchungen und deftige Hausmannskost

Aushängeschild der Vollpension sind die vielen Kuchen und Torten. Im Rezeptesammelsurium des Kaffeehauses gibt es etwa 200 verschiedene Rezepte, die von 15 Backomas und -opas zubereitet werden. So kommt Abwechslung in das Mehlspeisenangebot, jeden Tag werden andere süße Versuchungen angeboten. Biskuitroulade, Apfelstrudel oder Topfentorte – hier ist für jeden etwas dabei. Große Auswahl gibt es auch beim Frühstück. Der „Opa pikant“ kommt mit Schinken, Salami, Krenn und Essiggurkerl, „da Peda“ besteht aus Weißwürstel mit Bier und wer „die Gerti“ bestellt, bekommt zum Semmerl Prosecco, eine Klatschzeitung und pinken Nagellack. Sehr sympathisch finden wir übrigens, dass es Frühstück bis 16 Uhr gibt ;-).

Für diejenigen, die schon gefrühstückt haben, gibt es neben kleineren Snacks wie Schnittlauchbrote oder Toast Hawaii auch Bio-Rotweingulasch oder Veganes Erdäpfelgulasch für den großen Hunger. Am Wochenende schläft die Oma wohl länger, da gibt es warme Speisen erst ab 14 Uhr, ansonsten ab 12 Uhr. Auch bei der Getränkeauswahl gibt es einige vielversprechende Saftln, wie etwa hausgemachten Ingwer-Minz-Eistee. Getränkehighlight in der Vollpension ist aber ganz klar Dreh und Trink – so schmeckt Kindheit bei der Oma zuhause! Für die größeren Kinder gibt es auch Verdauungsstamperl und verschiedenste Spritzer.

Cafe Vollpension Wien

Deftiges und Traditionelles stehen auf der Speisekarte.

In der Vollpension herrscht Selbstbedienung. Wir bestellen ein „Siasse Oma“-Frühstück und ein Rotweingulasch. Leider müssen wir ein „randl“ warten, sodass der Kaffee schon kalt ist, bevor Kipferl und Semmerl kommen. Frau Charlotte kommt mit unserem Frühstück/Mittagessen aus der Küche. Sie zittert zwar schon ein bisschen, aber serviert dafür mit einer großen Portion Herzlichkeit und schenkt uns ein ehrliches Lächeln. Das „Siasse Oma“-Frühstück ist zwar ziemlich basic, kann aber durch die selbstgemachte Marmelade auftrumpfen. Das Gulasch mit den Serviettenknödeln ist dafür echt lecker, hier schmeckt man langjährige Kocherfahrung heraus. Als Nachspeise probieren wir die Biskuitroulade, die genauso ist, wie sie sein sollte – vielleicht liegt es wieder an der Marmelade?

Zwettler Zwickl

Wie im Wohnzimmer bei der eigenen Oma

Zum Wohlfühl-Feeling in der Vollpension gehört eindeutig die liebevolle Deko. Eingesessene Ohrensessel, kleine Kaffeetischchen und gemütliche Bänke laden zum Verweilen ein. Hier gleicht kein Stück dem anderen, alles wirkt zwar sehr zusammengewürfelt, aber hat genau deshalb seinen ganz eigenen Charme. Selbiges gilt für Tassen, Teller und Gläser, es gibt kein einheitliches Geschirr, sondern viele besondere Einzelstücke. Aus den Lautsprechern hört man Wolfgang Ambros und Georg Danzer Austropopklassiker spielen, auch die Speisekarte macht manchmal einen Abstecher ins dialektale.

Cafe Vollpension Wien

Gemütlichkeit mit einem Hauch von Nostalgie zeichnet die Vollpension aus.

Es sind diese vielen kleinen Details, die die Vollpension ausmachen. Das Kaffeehaus ist auf jeden Fall ein Wohlfühlort, wo es jetzt in der kalten Jahreszeit besonders gemütlich und kuschelig wird. Mit dem generationenübergreifenden Konzept zieht es Menschen aller Altersgruppen an, durch die zentrale Lage und die Nähe zur TU Wien ist es auch bei jungen Leuten und Studenten sehr beliebt. Das Essen schmeckt, die Preise sind fair und laut Speisekarte wird auf nachhaltige Produkte aus Österreich gesetzt. Wer möchte, kann sich auch ein Stück Vollpension mit nach Hause nehmen: Säfte und Marmeladen gibt es nämlich zu kaufen, auch ein Backbuch ist ab Ende Oktober erhältlich. Da darf man nur nicht vergessen, auch die eigene Oma wieder einmal zu besuchen ;-).

Kontakt und Information

VOLLPENSION

Schleifmühlgasse 16

1040 Wien

Anfahrt: U1/U2/U4 Karlsplatz

http://www.vollpension.wien

Dienstag – Donnerstag: 9:00 – 22:00
Freitag, Samstag: 9:00 – 24:00 Uhr
Sonntag: 9:00 – 20:00
Montag Ruhetag

 
 

veröffentlicht von Redaktion

29. November 2016

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