Foodsharing - How to do it yourself!

Quelle: unsplash.com - Peter Wendt
ESSEN & TRINKEN

veröffentlicht von yvonne

24. Juli 2018

ESSEN & TRINKEN

Du hast schon einmal das Wort Foodsharing, oder vielleicht sogar von der Initiative selbst gehört? Du bist zufällig auf diesen Beitrag gestoßen, oder über unseren anderen Artikel hier gelandet? Falls du in Sachen Essen-teilen den nächsten Schritt setzen möchtest, erhältst du in diesem Beitrag das notwendige „How To“!

Essen geschenkt bekommen? Wer hat das nicht gerne? Im Waldviertel bekommt man öfter von den Nachbarn die ein- oder andere Tomate über den Zaun gereicht, die man danach genussvoll verspeist. Wie sieht das Ganze aber in „The City“ – nämlich in Wien aus?
Die Lebensmittelverschwendung der heutigen Zeit tritt immer mehr in den Fokus der Gesellschaft und der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Nahrungsmitteln wird gerade bei jungen Leuten immer mehr zum Trend. Was du bereits privat mit zu viel, oder zu wenig Essen innerhalb Wiens ohne viel Aufwand machen kannst, kannst du hier nachlesen.
Schön ist aber auch, dass es in Wien seit geraumer Zeit sogar einen Verein mit dem Namen „Foodsharing“ gibt, der sich für die Rettung von noch brauchbaren Lebensmitteln in Kooperation mit Unternehmen einsetzt – und noch schöner daran:

Jede/r kann mitmachen!

Kurz zur Geschichte:

Die Filme „We feed the world“, „Unser täglich Brot“ und „Taste the Waste“ griffen als eine der ersten das Thema der Lebensmittelverschwendung in unseren Breiten auf. Alleine wenn man bedenkt, dass in Wien täglich so viel Brot weggeschmissen wird, wie ganz Graz zum Überleben braucht, müsste dieser Umstand für einen Aufschrei sorgen. Tut es auch, meist aber nur kurz und oft wissen viele nicht, wo sie beginnen und selbst etwas ändern können.

Darum gibt es in Wien seit 2013 die aus Deutschland stammende Initiative „Foodsharing“, bei der interessierte Menschen zusammenkommen, um sich gegen die Lebensmittelverschwendung einzusetzen.

Die Mission:

Die Initiative kooperiert mit Wiener Betrieben, welche sich bereiterklärt haben, unverkaufte Lebensmittel nach Geschäftsschluss gratis an sogenannte „Foodsaver“ zu übergeben. Foodsaver sind Leute wie du und ich, Studenten, Interessierte, Ambitionierte, die gerne etwas tun möchten, um der Wegwerfgesellschaft entgegen zu treten. Der Hintergedanke ist jener, dass durch die regelmäßigen Abholungen der meist mittelgroßen Mengen an Brot, Gemüse, Obst und anderen Lebensmitteln weniger von ebendiesen im Müll landen.
Vorteil der Foodsaver und Foodsharer ist natürlich, dass diese wiederum weniger bis gar nicht mehr einkaufen müssen, um selbst versorgt zu sein. Klingt doch gut oder? Laut Statistik Austria gibt ein durchschnittlicher Haushalt immerhin um die 350 Euro pro Monat für Lebensmittel aus. Sprich, du tust nicht nur etwas Gutes und Sinnvolles, sondern profitierst auch noch davon!

 

Party geplant? Warum nicht mit Lebensmitteln von Foodsharing?
Quelle: unsplash.com – Jodi Mucha

Selbst bei Foodsharing mitmachen – How to:

Um als Foodsaver selbst aktiv zu werden, brauchst du dich nur auf der Plattform anzumelden. Lass‘ dich von der DE-Adresse nicht abschrecken, die Unterseite für Wien ist dabei!
Nach deiner Registrierung musst du ein kleines „Quiz“ absolvieren. Dazu gibt es vorab eine spezielle Wikipedia-Seite auf der du all das nachlesen kannst, was du für die Beantwortung der Fragen brauchst (wobei man dazu sagen muss, dass viele der Fragen auch mit einfachem „Hausverstand“ zu lösen sind, für den wir WaldviertlerInnen ja bekannt sind). 😉

Nach der positiven Absolvierung verbindet sich dann ein sogenannter „Botschafter“ mit dir über die Plattform, mit dem du dann gemeinsam bei 3 Betrieben in Wien abholen gehst (sogenannte „Einführungsabholungen“) und der dir nochmal alle Gepflogenheiten und Abläufe genauer in der Praxis erklärt. Danach erhältst du deinen Foodsharing-Ausweis, mit dem du ganz easy jederzeit alleine bei den Betrieben abholen kannst.

Koordiniert wird das ganze über die bereits erwähnte Foodsharing-Plattform. Dort gibt es eine interaktive Karte aller Betriebe, die mit der Initiative kooperieren und bei denen abgeholt werden kann. Du trägst dich dann für jene Betriebe ein, die für dich relevant sind, kommst in die spezielle Gruppe in der dann die Termine fair ausgemacht und „fairteilt“ werden. Das hat den Vorteil, dass wirklich jede/r aktiv abholen gehen kann und nicht monatelang quasi auf der Reservebank sitzt.

Häufig gestellte Fragen und Antworten:

Das klingt alles sehr kompliziert!?
Keine Sorge, das klingt wirklich nur in der Theorie so. Sobald du dich ein wenig auf der Plattform zurecht gefunden hast, ist alles relativ selbsterklärend – und falls nicht ist die Community groß genug, um dir jederzeit weiter zu helfen.

Ist das alles wirklich kostenfrei?
Es ist völlig kostenlos, bei der Foodsharing-Initiative mitzumachen.

Darf ich die Lebensmittel behalten, die ich abhole?
Alle Lebensmittel, die du abholst, dürfen behalten, oder weiterverschenkt werden. Wichtig ist einfach, dass nichts weggeworfen und verschwendet wird. Solltest du zu viele Lebensmittel für dich selbst haben, kannst du auf der Plattform „Essenskörbe“ für die anderen zum Abholen zusammenstellen, oder die überschüssigen Lebensmittel in sogenannte „Fairteiler“ bringen.

Muss ich dann ständig abholen, sobald ich bei der Initiative mitmache?
Nein, du teilst dir selbstständig ein wie oft und wann du abholst. Es besteht kein Abholzwang! (zB. mindestens eine Abholung pro Woche)

Was passiert, wenn ich einmal nicht abholen kann?
Sollte es eine bestimmte Abholung betreffen, kann man sich relativ einfach über die Plattform melden und für Ersatz sorgen. Außerdem lernst du relativ schnell viele neue Leute kennen, die man dann auch telefonisch kontaktieren kann, damit sie für dich einspringen.

Kann ich mich noch mehr engagieren?
Jederzeit! Die Initiative sucht laufend Leute, die sich mehr einbringen möchten. (zB. in den Bereichen IT-Support, rechtliche Fragen, Redaktion etc.)

Gibt es sonstige zusätzliche Veranstaltungen in dem Bereich?
Die Foodsharing-Initiative veranstaltet auch laufend Stammtische und Treffen für die TeilnehmerInnen, bei denen man andere Gleichgesinnte kennenlernen und sich austauschen kann. Außerdem werden dort auch so gut wie immer gerettete Lebensmittel getauscht bzw. gemeinsam verkocht und genossen.

Habt ihr schon Erfahrungen mit der Initiative gemacht?
Ja, ich bin persönlich bereits seit geraumer Zeit aktive Foodsharerin und kann die Community wirklich jedem empfehlen, der in diesem Bereich aktiv werden möchte.

Quelle: unsplash.com – Orlova Maria

Zusammenfassung – was bedeutet?:

Foodsharing: Lebensmittel vor dem Wegwerfen retten und teilen, sowie der Name der Inititative und der Homepage
Foodsaving: Lebensmittel retten
Foodsaver: eine Person, die von Kooperationsbetrieben Essen abholt und dadurch vor dem Wegwerfen rettet
Foodsharer: eine Person, die privat essen abholt, verschenkt und teilt
Botschafter: Ansprechperson und zuständig für den Empfang neuer Foodsaver und für organisatorische Belange
Essenskorb: Lebensmittel, die online kostenlos zur Abholung angeboten werden
Fair-Teiler: öffentlich zugänglicher Umschlagplatz (meist Kühlschrank) für überschüssiges Essen

 

Linksammlung:

Plattform und Anmeldung
Facebook-Seite der Initiative 
Quiz-Wikipedia-Seite

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von Alexandra

24. Juli 2018

ESSEN & TRINKEN
Deine Mama gibt dir immer viel zu viel Essen mit, wenn du nach Wien fährst? Oder: Deine Mama gibt dir zu wenig Essen mit? Für jedes dieser Probleme lautet die Lösung: Foodsharing!