Foodsharing: Lebensmittel retten in Wien

ESSEN & TRINKEN

veröffentlicht von Alexandra

9. Mai 2018

ESSEN & TRINKEN

Deine Mama gibt dir immer viel zu viel Essen mit, wenn du nach Wien fährst?
Oder: Deine Mama gibt dir zu wenig Essen mit?
Für jedes dieser Probleme lautet die Lösung: Foodsharing!

Essen ist eine der schönsten Beschäftigungen auf dieser Erde. Mit Lebensmitteln muss verantwortungsvoll umgegangen werden und es ist oft schwer, richtig einzuschätzen wie viel man einkaufen soll. Wenn du mal wieder fünf Kilo Nudeln zu viel gekocht hast oder einiges an Essen in deiner Mülltonne landet, ist Foodsharing das Richtige für dich.

 

Über Foodsharing

Während auf der einen Seite der Erde Unmengen an Essen weggeworfen werden, wird auf der anderen Seite gehungert.
Ein klassisches Beispiel –  das du vielleicht schon mal gehört hast – beschreibt diesen Irrsinn ziemlich gut: jedes fünfte Brot landet nicht im Magen eines Menschen sondern in der Mülltonne. In Wien wird täglich so viel Brot weggeworfen, dass man damit ganz Graz ernähren könnte.
In Österreich werden jährlich über 200.000 Tonnen vermeidbare Lebenmittelabfälle in der Bio- und Restmülltonne entsorgt. Das ist 20x das Gewicht des Eiffelturmes.

Ein Verein, welcher der Lebensmittelverschwendung den Kampf angesagt hat ist der Verein Foodsharing.
Im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) gibt es über 25.000 Foodsaver, welche mit über 3.000 Firmen kooperieren und so schon circa acht Millionen Kilogramm essbare Lebensmittel vor dem Vergammeln in der Mülltonne bewahrt haben. Täglich werden weitere Lebensmittel abgeholt und verteilt.

 

Foto von Zwiebeln, perfekt fürs Foodsharing

Mit einem Kühlschrank voller Zwiebeln, die du nicht alle essen kannst, gibt es keinen Grund zum Weinen! Du musst die Zwiebeln nicht vergammeln lassen sondern kannst sie mit Anderen teilen!

 

Like & share – teilen über Facebook

Facebook beherbergt einige Gruppen der Foodsaver*innen. Egal ob eine Gruppe für ganz Wien oder in Bezirke zusammengefasst, nach einer Beitrittsanfrage steht dem Teilen nichts mehr im Weg.
Hier werden regelmäßig verschiedenste Lebensmittel online gestellt und verteilt. Du kannst bei den verschiedensten Leuten abholen bzw. einfach selbst posten, wenn dir deine Mama wieder einmal zu viele Erdäpfel eingepackt hat.
Foodsaver holen regelmäßig Lebensmittel bei bestimmten Firmen ab. Du fühlst dich selbst noch nicht dazu bereit, Foodsaver zu werden? Kein Problem, die Foodsaver verteilen die Nahrungsmittel über Facebook, da bei den Abholungen meist große Mengen vorhanden sind. Da die Foodsaver meist an einem bestimmten Wochentag die Abholungen – wie schon erwähnt – regelmäßig durchführen, kann es auch sein, dass du schon nach dem ersten Mal Brot abholen weißt, woher du ab jetzt wöchentlich dein Gebäck bekommst.
Hauptsächlich werden vor allem Obst, Gemüse oder Gebäck verteilt. Ich habe aber auch schon in einer Facebook-Gruppe das Angebot eines Geburtstagskindes gelesen, dass eine viel zu große Torte bekommen hat und die Hälfte davon weiterverschenken wollte.
Du kannst also auch als Privatperson über Facebook-Gruppen Lebensmittel und Gerichte online stellen, die du herzugeben hast.
Das wichtigste Gebot beim Teilen ist: gib nichts weiter, was du nicht auch noch essen würdest. Es geht nicht darum, altes Essen loszuwerden, sondern Lebensmittel vor dem Lebensabend in der Mülltonne zu bewahren.

 

Fair-Teiler in Wien

Noch unverbindlicher kannst du Essen in einem Fair-Teiler abgeben bzw. abholen.
Ein Fair-Teiler ist ein Kühlschrank, der an einem für alle zugänglichen Ort steht und wo Lebensmittel hingebracht und abgeholt werden können. Wenn dein Kühlschrank voller Gemüse ist, du aber in den Ferien für zwei Wochen heim zur Mama fährst, musst du die Lebensmittel nicht wegschmeißen, sondern kannst sie zum nächsten Fair-Teiler bringen. Ebenso kannst du Essen dort abholen, wenn in deinem Kühlschrank gähnende Leere herrscht. Regelmäßig werden Lebensmittel, welche sonst in der Mülltonne landen würden, abgeholt und dann auch zu den nächsten Fair-Teilern gebracht.

In der Stadt Wien gibt es – im Moment – 27 Fair-Teiler:

Innere Stadt & Innenbezirke

  • Biberstraße 22, 1010 – Montag bis Freitag von 10:00-15:00
  • Hainburger Straße 29, 1030 – Montag bis Freitag von 09:00-19:30
  • Frankenberggasse 11, 1040 – Mo-Fr von 14:00-19:00, Sa 10:00-14:00
  • Rechte Wienzeile 37, 1040 – Montag-Freitag von 10:00-16:00
  • Sankt-Elisabeth-Platz 9, 1040 – 24/7 offen
  • Am Hundsturm 1, 1050 – Dienstag bis Freitag von 10:00-13:00 & 14:00-18:00
  • Margaretenstraße 166, 1050 – Montag-Freitag von 10:00-15:00
  • Gumpendorfer Straße 71, 1060 – Mo-Fr von 12:00-22:00, Sa von 12:00-22:00, So von 10:00-22:00
  • Hermanngasse 24-26, 1070 – Mo, Di, Mi und Fr von 07:30-15:30, Do von 07:30-17:30
  • Siebensterngasse 31, 1070 – Montag bis Sonntag von 10:00-02:00
  • Albertgasse 19, 1080 – Mo-Fr von 09:30-19:30, Sa von 08:00-18:00
  • Augasse 2, 1090 – Mo-Fr von 07:00-21:00 (während des Semesters) & Mo-Fr von 07:00-19:00 (Ferien)

Außenbezirke

  • Köglergasse 11, 1100 – privat! genauere Infos hier
  • Quellenstraße 39, 1100 – Montag-Sonntag von 16:00-24:00
  • Simmeringer Hauptstraße 2-4, 1110 – Mo-Do von 09:00-16:00, Fr von 09:00-13:30
  • Hofwiesengasse 48, 1130 – Montag-Freitag von 08:30-21:00
  • Hütteldorfer Straße 112, 1140 – Montag-Freitag von 09:00-19:00
  • Weiglgasse 19, 1150 – Mo-Do von 10:00-16:00 und Fr von 10:00-14:00
  • Parhamerplatz 16, 1170 – Mo-Sa von 18:00-04:00, So von 18:00-02:00
  • Veronikagasse 21, 1170 – Dienstag-Donnerstag von 10:30-12:30 & 14:30-18:30
  • Peter-Jordan-Straße 76, 1190 – Montag-Freitag von 08:00-22:00, weitere Öffnungszeiten hier
  • Hannovergasse 21, 1200 – Mo-Fr von 09:00-23:00, Sa, So & Feiertags von 09:00-22:00

Randbezirke

  • Kürschnergasse 9, 1210 – Montag-Freitag von 08:00-19:00
  • Bernoullistraße 1, 1220 – Mo-Do von 09:00-19:30, Fr von 09:00-19:00
  • Hannah-Arendt-Platz 1, 1220 – Mo von 09:00-13:00, Di 09:00-13:00 & 14:00-18:00, Do 09:00-13:00 & 14:00-19:00, Fr 13:00-17:00
  • Seefeldergasse 50, 1220 – privat! genauere Infos hier
  • Putzendoplergasse 4, 1230 – Mo-Do von 09:00-19:00, Fr von 09:00-14:00

Genauer über jeden einzelnen Fair-Teiler informieren kannst du dich auf dieser Seite. Die Liste wird laufend ergänzt und aktualisiert. Es gibt natürlich auch einige Lebensmittel, die nur unter bestimmten Voraussetzungen weitergegeben werden dürfen: nur gekühlt übergeben werden dürfen Nudel- und Kartoffelsalat, nicht komplett durchgebackene Kuchen wie Bienenstich, Creme- und Schlagoberstorten.
Du kannst regelmäßig beim nächsten Fair-Teiler vorbeischauen und sowohl Essen mitnehmen als auch abgeben.
NICHT über Foodsharing geteilt werden dürfen Hackfleisch vom Schwein oder Rind, Produkte aus nicht erhitzer Rohmilch oder rohem Ei, selbsthergestellte Speisen aus Ei und Milch wie z.B. Cremes, Pudding, Tiramisu und Mayonnaise , da ein potenzielles Gesundheitsrisiko gegeben ist. Außerdem noch Alkohol – weil keine Ausweiskontrollen gemacht werden können. Falls du zu viel von eben Genanntem Zuhause hast, kannst du ja deine Freunde zum Essen einladen.

 

Mitmachen!

Bist du neugierig geworden? Du kannst jederzeit bei Foodsharing mitmachen.
Da beim Umgang mit Betrieben und Lebensmitteln eine gewisse Zuverlässigkeit und Gewissenhatigkeit notwendg ist, ist zuerst einmal Ausdauer gefragt.
Um bei Foodsharing aktiv als Foodsharer mitzumachen, musst du dir das „Foodsharing-Wikipedia“ zu Gemüte führen und einen Test bestehen. So können sich die Mitwirkenden bei Foodsharing sicher sein, dass du nicht nur einer Laune heraus mitmachen willst und es dir ernst ist. Dann gibt es ein erstes persönliches Treffen und du wirst in die Kunst des Abholens eingeführt.
Für eine persönliche Kontaktaufnahme gibt es regelmäßige Stammtische, um sich zu fairnetzen. Auf der Facebook-Seite von Foodsharing Wien findest du die Veranstaltungen.

 

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von marlies

9. Mai 2018

ESSEN & TRINKEN
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