Wandern und G´spritzte: Der Kahlenberg

Die erste Ruhepause nach einem anstrengenden Aufstieg bei Neigungen von 45 - 60 Prozent!
ESSEN & TRINKEN

veröffentlicht von sophie

15. September 2016

ESSEN & TRINKEN

Am Hausberg der Wiener, dem Kahlenberg, lässt es sich hervorragend wandern, radeln und die Aussicht genießen. Apropos genießen: Danach steht ein Besuch beim Heurigen an!

Der Kahlenberg ist der Hausberg der Wiener. Hier treffen geschichtsträchtige Bauten, üppige Natur und Genuss regionaler Schmankerl aufeinander. Eine Kombination, die wir aus dem Waldviertel nur allzu gut kennen und auch schätzen. Wer Lust auf Natur unweit der Stadt hat, sollte sich den Kahlenberg genauer ansehen. Mit seinen 484 m schimpft sich der Kahlenberg beinahe Berg. Denn sogar Zwettl, das in einem Talkessel liegt, befindet sich auf 520 m Seehöhe. Doch für Wiener Verhältnisse (die Innenstadt liegt bei ca. 177 m) kann man die Bezeichnung als Berg ruhig gelten lassen. Seit ich den Kahlenberg mühsam erklommen habe, gilt er für mich auf jeden Fall als Berg. Beim Abstieg kommen die Heurigen am Fuße des Kahlenberges gerade recht. Sie laden nach einer anstrengenden Wanderung zum Verweilen und rasten ein. Um euch Neu-Wiener etwas aus der Stadt zu locken, haben wir uns umgehört, haben nachgelesen, wir sind geradelt, gewandert und sind schließlich bei einem Heurigen hängen geblieben. Lest selbst!

Der Kahlenberg liegt in Döbling, dem 19. Wiener Gemeindebezirk an der Grenze zu Klosterneuburg. Er ist Teil des Wienerwaldes und wegen seiner Nähe zur Stadt ein beliebtes Ausflugsziel – zumindest heute. Früher haben sich ganz andere Szenen am Kahlenberg abgespielt:

Die Geschichte vom Kahlenberg

Bis ins 17. Jahrhundert war der heutige Kahlenberg nur von Wildschweinen bewohnt und deshalb als Sau- bzw. Schweinsberg bekannt. Die östliche und etwas niedrigere Erhebung ist heute als Leopoldsberg bekannt, wurde aber früher als Kahlenberg bezeichnet. Erst als Ferdinand II., ein Erzherzog Österreichs, 1628 dem Stift Klosterneuburg den Sauberg abkaufte, siedelten sich hier Menschen an. Auf dem Berg wurde eine Kapelle zu Ehren des heiligen Joseph und ringsherum einige Häuser erbaut. Die Siedlung ist heute als Josefsdorf, einem Stadtteil Wiens in Döbling bekannt. Bekannt ist der Name „Kahlenberg“ unter anderem durch die Schlacht am Kahlenberg 1683, die eigentlich am heutigen  Leopoldsberg stattfand. Der polnische König Jan III. Sobieski beendete hier die zweite Wiener Türkenbelagerung. Die Osmanen hatten den Leopoldsberg nicht abgesichert. Deshalb konnten die polnisch-deutschen Truppen ungehindert vorrücken und die Osmanen besiegen. Die traurige Bilanz des 12.  September 1683 lautete 2.000 Tote in der Entsatz-Armee (die „Befreier“) und 10.000 Tote in der osmanischen Armee (die „Belagerer“). Nach der Schlacht wurde am damaligen Kahlenberg eine Kapelle zu Ehren des heiligen Leopold errichtet. Daraufhin nannte man diesen Berg von nun an Leopoldsberg und der Sauberg wurde zum Kahlenberg. Heute geht es auf beiden Bergen zum Glück gemächlicher zu. Wer also Kultur mit einem Ausflug ins Grüne verbinden möchte, ist am Kahlenberg gut aufgehoben. Hier kommen unsere fünf Aufstiegs-Varianten auf den Wiener Hausberg:

Ein klarer, sonniger Tag am Kahlenberg.

Ein klarer, sonniger Tag am Kahlenberg.

Anfahrt Kahlenberg

Der Kahlenberg ist sehr einfach von der Stadt zu erreichen. Ob du dabei den bequemen Weg der Öffis, das eigene Auto, den anstrengenden Weg mit dem Rad oder doch unser Geheimtipp wählst – es bleibt dir überlassen!

Variante 1: U-Bahn und Bus

Du fährst mit der U4 bis Heiligenstadt und steigst dann in den Bus 38A ein. Dieser Bus fährt über Grinzing und bringt dich in einer halben Stunde bis ganz nach oben. Da du dich nicht außerhalb der regulären Zone aufhältst, gilt natürlich dein Studententicket oder der normale Fahrschein.

Variante 2: Auto

Wenn du mit dem Auto anreist, dann fährst du über Grinzing und die Höhenstraße auf den Kahlenberg. In nur 10 Minuten hast du dein Ziel erreicht.

Variante 3: Der Heurigenexpress

Der Heurigenexpress wird von ansässigen Familien und Touristen gleichermaßen gern genutzt. Dabei tuckerst du an Weingärten vorbei und kannst nach Belieben ein- und aussteigen. So kommst du zum Vienna Heurigenexpress: Du fährst mit der Straßenbahnlinie D bis zur Endstation Nußdorf. Von April bis Oktober kannst du dann stündlich in den Vienna Heurigen Express einsteigen. Dieser bringt dich in 45 Minuten nach oben.

Hop-on,/Hop-off beim Vienna Heurigen Express

Hop-on/Hop-off beim Vienna Heurigen Express

Variante 4: Rad

Wer den Wiener Hausberg gerne mit dem Rad erkunden möchte, der sollte sich die Radrouten der Stadt Wien genauer ansehen. Eine wunderschöne Route mit toller Aussicht beginnt und endet in der Grinzinger Allee. Anfahrt Grinzinger Allee: Entweder mit der U4 bis Heiligenstadt und dann ca. 15 Minuten nach Döbling radeln, oder du fährst gleich den Donaukanal entlang und biegst auf der Höhe der Heiligenstädterbrücke links Richtung Döbling ein. Hier angekommen radelst du zuerst in der Himmelstraße, dann in der Cobenzlgasse und kommst schließlich an eine beschilderte Radroute in der Krapfenwaldgasse vorbei. Hier liegt auch das bekannte Krapfenwaldbad, das Abkühlung im Sommer mit schöner Aussicht über Wien verbindet. Über die Höhenstraße gelangst du zum Kahlenberg. Bei schönem Wetter – und ich rate dir diese Radtour nur bei schönem Wetter zu machen; denn man will für seine Anstrengung auch belohnt werden! – und guter Sicht sieht man bis zu den Kleinen Karparten in der Slowakei. In der Radroute der Stadt Wien ist auch ein Zwischenstopp beim Friedhof eingeplant. Dieser stammt aus der Biedermeierzeit und beherbergt einige Priestergräber. Über die Kahlenberg Straße und die Langackergasse geht es wieder bergab zur Grinzinger Allee. Nach 12,6 Kilometern und ca. 75 Minuten bist du also wieder beim Ausgangspunkt.

Die perfekte Radroute von Grinzing zum Leopoldsberg und zum Kahlenberg.

Die perfekte Radroute von Grinzing zum Leopoldsberg und zum Kahlenberg.

Variante 5: Zu Fuß

Begeisterte Wandernde starten ihren Aufstieg zum Kahlenberg und/oder zum Leopoldsberg am Nußdorfer Bahnhof. Nußdorf ist die End- bzw. erste Haltestelle der Straßenbahnlinie D; oder wie alteingesessene WienerInnen sagen: D-Wagen. Die erste Anlaufstelle ist das Kahlenbergdorf. Dieses kleine, mittelalterliche Dorf im 19. Bezirk ist ein Geheimtipp. Vor allem im Sommer erwecken die engen, mit Pflastersteinen gesäumten Gassen und üppigen Blumenstöcken ein südländliches Flair. Der Nasenweg führt steil zum Leopoldsberg hinauf. Hinweis zur Namensgebung: Der Leopoldsberg soll beim Aufstieg durch den Nasenweg an die Form einer Nase erinnern. An diesem Fußweg gibt es reichliche Möglichkeiten um die Aussicht auf Wien zu genießen. Ca. zwei Stunden brauchst du für den Aufstieg zum Leopoldsberg. Wer 30 Minuten mehr Fußweg auf sich nimmt, erreicht den Kahlenberg. Hier gibt es einen Wegweiser zur 22 Meter hohen Stefaniewarte. Von ihr aus sieht man an klaren Tagen den zirka 70 km weit entfernten Schneeberg. Diese Aussicht belohnt garantiert für die Strapazen.

Kahlenberg & Heurige

Apropos Belohnung: Um deine Wanderung gut im Gedächtnis zu behalten, ist ein Besuch beim Heurigen essentiell. Ich hab´ mich am Kahlenberg selbst und am Fuße des Berges umgesehen. Außerdem habe ich Empfehlungen gesammelt. Einige der schönsten Heurigen haben wir hier zusammengefasst:

Gut mit den Öffis erreichbar sind…

Heuriger Sirbu

Wer beim Abstieg nicht lange nach einem Heurigen suchen will, bleibt einfach am Fuße des Kahlenberg. Der Heurige Sirbu schmiegt sich an die Hänge des Kahlenberg. Dieser Heurige ist täglich ab 16 Uhr geöffnet – außer an Sonn- und Feiertagen. Unterm schattigen Blätterdach lassen sich hier das reichhaltige Buffet und eine große Auswahl an Weinen genießen.

Kahlenberger Str. 210, 1190 Wien

Alter Bach-Hengl

Das Weingut und der Heurige Bach-Hengl tischt dir nach einer anstrengenden Wanderung erfrischende und vollmundige Weine aus Eigenanbau auf. Täglich kann man sich hier am warmen und kalten Buffet bei Live-Musik bedienen.

Sandgasse 7 – 9, 1190 Wien

Wenn man mit dem Auto unterwegs ist…

Weinhof Zimmermann

Meine persönliche Empfehlung fällt auf den Weinhof Zimmermann. Der Heurige in Neustift am Walde hat von März bis Oktober geöffnet. Montag ist Ruhetag. Der Weinhof betreibt naturnahen Weinbau und bekam die Auszeichnung zu einem der schönsten Gastgärten Wiens. Auch hier dürfen sich müde Wanderer vom kalten und warmen Buffet begeistern lassen. Tipp: Den Altwiener Durstlöscher bestellen. Die Mischung aus frischgepresstem Traubensaft und dem Gemischten Satz hat nur wenig Alkohol und ist besonders im Sommer erfrischend.

Mitterwurzergasse 20, 1190 Wien

Fuhrgassl-Huber

Beim Fuhrgassl-Huber lassen sich sowohl die schmerzenden Beine nach einem Ausflug auf den Berg ausruhen, sowie auch große Feste feiern. Weil beim Heurigen das Buffet Tradition hat, kann man auch hier aus den unterschiedlichsten Heurigen-Gerichten auswählen. Besonderes Plus: Diverse Gemüse- und Pasta-Aufläufe schmecken auch Vegetariern.

Du warst auch schon am Kahlenberg und danach beim Heurigen? Zeig uns deine Fotos und Verrate uns deinen Lieblings-Heurigen! Wir freuen uns auf eure Tipps. Und wer weiß: Vielleicht macht das waldviertler.wien-Team ja mal einen Ausflug…(Bitte, Danke!)

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von Carina

15. September 2016

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