Sommerzeit ist Marktzeit

Frisches Gemüse gehört zu einem Markt einfach dazu. Quelle: Sandor Somkuti/pixelio.de
ESSEN & TRINKEN

veröffentlicht von Carina

18. August 2016

ESSEN & TRINKEN

Die Wiener Märkte bieten von Trockenfrüchten über Hummus bis zu Taschen und Seifen alles, was das Herz begehrt. Wer sagt da noch, dass Einkaufen fad ist?

Unter Touristen ist Wien – unter anderem – für seine Weihnachtsmärkte bekannt. Aber auch im Sommer sind die Plätze, wo Angebot und Nachfrage zusammen kommen, ein heißer Tipp. Hier kommen besonders Feinschmecker und Liebhaber des Ausgefallenen auf ihre Kosten. Grund genug, sich die Lebensmittel- und Anlassmärkte in Wien einmal anzusehen.

Uns Waldviertlern werden Märkte ja praktisch in die Wiege gelegt – wer hat nicht schon am heimischen Kirtag im Volksschulalter um ein Spielzeug gefeilscht? Kein Wunder also, dass wir uns auf ihnen besonders wohlfühlen. Zugegeben, das Einkaufen am Markt ist nicht so „gemütlich“ als wenn man einfach in ein „normales“ Geschäft spaziert. Du wirst wahrscheinlich einen längeren Weg zum nächsten Markt als zum nächsten Supermarkt zurücklegen müssen und musst auch bestimmt etwas mehr Zeit einplanen. Denn einerseits dauert das Feilschen, andererseits musst du bei jedem Stand einzeln bezahlen. Bargeld ist hier ein Muss!

Zwettler Zwickl

Großer Vorteil ist aber, dass du auf Lebensmittelmärkten oft frischere und günstigere Produkte als im Supermarkt vorfindest. Gemüse, Brot, Fleisch, Milchprodukte kannst du oft auch direkt vom Bauern kaufen. Ein richtiger Luxus in der Stadt! Auf Anlassmärkten findest du in der Regel keine Lebensmittel, dafür aber alles andere: Schmuck, Kleidung, Bücher, Kunstwerke oder Pflanzen sind nur einige Beispiele. Vom Konzept her erinnern diese an einen Kirtag im Waldviertel, meist gibt es aber etwas ausgefallenere Dinge zu kaufen. Da du jetzt bestimmt gleich deine Einkaufstaschen packen und dich auf den Weg machen willst, haben wir hier ein paar Markttipps für dich. Einige davon größer und bekannter, andere kleiner und bislang dem jeweiligen Grätzel vorbehalten. Da sollte also für jeden etwas dabei sein!

Lebensmittelmärkte

– Naschmarkt

Der Naschmarkt ist zwar alles andere als ein Geheimtipp, als wohl wichtigster und bekanntester Markt in Wien gehört er aber allemal in diese Auflistung. 1774 wurde er zum ersten Mal erwähnt. Damals hat er sich aber noch vor dem Freihaus an der Wieden befunden und gehandelt wurde vorwiegend mit Milch. Daher kommt auch der Name des Marktes, früher hieß er nämlich „Aschenmarkt“ und „Asch“ ist eine alte Bezeichnung für einen Milcheimer. Heute findest du den Naschmarkt in der Nähe der Kettenbrückengasse, gehandelt wird mit weit mehr als mit Milch. Rund 120 Marktstände bieten dir Gemüse, getrocknetes Obst, Frischfleisch und fernöstliche Spezialitäten. International aufgestellt sind nicht nur die klassischen Marktstände, am Naschmarkt wird auch aus aller Welt aufgekocht. Fischliebhaber und Fans der nahöstlichen Küche kommen in den kleinen Lokalen besonders auf ihre Kosten. Jeden Samstag findet am Naschmarkt auch ein Flohmarkt statt.
So kommst du hin: U4 Kettenbrückengasse

– Volkertmarkt

Zu den kleineren und weniger bekannten Märkten zählt der Volkertmarkt im zweiten Bezirk. Der Vorteil daran ist, dass der Touristendschungel ausbleibt und man das „Grätzel“ so richtig kennenlernen kann. Bekannt ist der Volkertmarkt unter anderem für seine jüdische Küche. Das ist auch historisch bedingt, denn im 17. Jahrhundert war der zweite Bezirk ein jüdisches Ghetto. Der Fleischhauer verkauft nur koscheres Fleisch, Hummus und Falafelbällchen bekommt man in den Lokalen genauso serviert wie Steak und Hamburger. Im Restaurant „Yudale“ kann es auch einmal passieren, dass man neben dem israelischen Botschafter isst. Am Volkertmarkt gibt es außerdem frisches Obst und Gemüse, Fisch, Kebab und die wahrscheinlich besten Rosmarin-Pommes auf diesem Planeten.
So kommst du hin: 2er-Bim bis „Taborstraße/Heinestraße“ oder „Am Tabor“, danach kurzer Fußweg

– Kutschkermarkt

Der Kutschkermarkt liegt im 18. Bezirk und gehört zu den letzten Straßenmärkten Wiens. Hier findest du an den Standln alles, womit du Kühlschrank und Speis‘ gerne füllst – lecker Käse und Brot direkt vom Bauern, Obst und Gemüse, Wurst oder auch Wein und Most. Wer gerne bio einkauft oder regionale Produkte bevorzugt, wird hier auch fündig. Manche Standler bieten auch ein warmes Mittagessen, wer in Eile ist, kann es sich auch mit nach Hause nehmen. Das Cafe Himmelblau am Kutschkermarkt ist auch beliebt für seine Lunch-Kreationen, wer Zeit hat, kann sich davor auch schon ein ausgiebiges Frühstück im Freien gönnen.
So kommst du hin: 40er oder 41er Straßenbahn bis „Kutschkergasse“ oder U6 „Währinger Straße-Volksoper“ und dann kurzer Fußweg

Anlassmärkte

– Kunst- und Antikmarkt

Wer gerne ein bisschen in Nostalgie schwelgt, für den ist der Kunst- und Antikmarkt im ersten Bezirk genau richtig. Hier findest du unter anderem Münzen, Bücher, Schmuck und Lederwaren aus einer anderen Zeit. Authentische kleine Wiener Kunstwerke also, die noch nichts von der Globalisierung gehört haben. Die angebotenen Schmuckstücke sind zwar oft nicht gerade billig, aber alleine das Stöbern und Flanieren durch den Markt ist schon ein Erlebnis für sich. Der Markt findet prinzipell am Hof statt, gibt es eine Parallelveranstaltung, übersiedelt er ein paar Meter auf die Freyung.
Wann der Markt stattfindet: 5.-6., 12.-13. und 19.-20. August jeweils von 10 bis 18 Uhr
So kommst du hin: mit der U2 oder Straßenbahn zum Schottentor, dann kurzer Fußweg in Richtung Stephansplatz

– Kunsthandwerksmarkt am Spittelberg

Märkte Wien

Kunstwerke wie diese bekommst du am Spittelberg. Quelle: Verein „Raum für Kunst + Handwerk“

Das selbsternannte Künstlerviertel im siebten Bezirk veranstaltet in der warmen Jahreszeit einmal im Monat einen Kunsthandwerksmarkt. Wer ausstellen möchte, muss sich erst einer Jury stellen – so soll die Qualität der ausgestellten Kunstwerke gesichert werden. Handgenähte Zwirnknöpfe, Seifen, Schnell-Porträts, Fotografien, Schnitzarbeiten, Glasperlen und vieles mehr können direkt vom Künstler gekauft werden. Viele Standler führen ihr Handwerk am Markt vor und lassen auch Besucher einmal Hand anlegen.
Wann der Markt stattfindet: 6.-7. August und 3.-4. September, samstags von 11-20 Uhr, sonntags von 10-18 Uhr
So kommst du hin: U2/U3 Volkstheater, dann kurzer Fußweg über die Burggasse in Richtung Gürtel

-WAMP-Designmarkt

WAMP steht für „Where Art meets People“ und möchte Designer und Kreative mit ihrem Publikum zusammenbringen. Der Markt „tourt“ sozusagen um die ganze Welt und war auch schon in Berlin, Peking oder New York. Zweimal macht er heuer noch vor dem Museumsquartier Halt. Etwa 150 österreichische und internationale Designer präsentieren ihre handgefertigten Waren, besonderer Schwerpunkt des Marktes liegt auf Nachhaltigkeit und Alternativen zu „fast/junk Fashion“. Trotz der Größe und internationalen Ausrichtung möchte WAMP auch kleinen Marken und Start-Ups eine Chance bieten.
Wann der Markt stattfindet: 3. September von 11-19 Uhr und 8. Oktober von 11-18 Uhr
So kommst du hin: U2 Museumsquartier

Egal ob du gern nach ungewöhnlichen Sachen stöberst oder dich lieber durch Schmankerl aus aller Herren Länder kostest – die Wiener Märkte haben für alle Geschmäcker etwas parat.

 
 

veröffentlicht von benji

18. August 2016

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Ab Hof Verkauf in Wien klingt etwas skurril. Mittlerweile gibt es aber dutzende Betriebe, die frische Produkte - auch aus dem Waldviertel - anbieten.