Naschmarkt

Frisches Gemüse so weit das Auge reicht.
ESSEN & TRINKEN

veröffentlicht von Thomers

2. Januar 2017

ESSEN & TRINKEN

Der Naschmarkt ist längst über die nationalen Grenzen hinaus bekannt. Diesen Ruf hat er sich redlich verdient, denn seine Vielfalt lässt kaum Wünsche offen.

Du kochst gerne und legst besonders viel Wert auf lokale und frische Zutaten? Dann ist der Naschmarkt genau das richtige für dich. Er ist der größte innerstädtische Markt der Hauptstadt und bietet dem Hobby- und Meisterkoch von Kräutern über verschiedenste Gemüse- und Obstsorten bis hin zu Produkten aus der ganzen Welt alles, was das Feinschmeckerherz begehrt. Was für das Waldviertel die Ab-Hof- und Bauernmärkte sind, ist für Wien der Naschmarkt. In Sachen Vielfalt überzeugt das Wiener Pendant sogar noch mehr. Wenn du die Waldviertler Qualität gewohnt bist, wirst du hier auf jeden Fall nicht enttäuscht!

Geschichtliches

Der heutige Naschmarkt entstand als kleiner Bauernmarkt im 18. Jahrhundert, auf dem heutigen Karlsplatz, der zuvor eigentlich als Asche- und Müllablagerungsplatz verwendet wurde. Im Laufe der Zeit breitete sich dieser Bauernmarkt immer weiter aus und es wurde angeordnet, dass alles für die Stadt gelieferte Obst und Gemüse, das nicht mit Schiffen hierher kam, auf dem „Kärntnertormarkt“ (damaliger Name des Naschmarktes, benannt nach der Kärntnertorbrücke) gelangen müsse.

Bevor der Naschmarkt seinen jetzigen Namen bekam, nannte man ihn vor 1820 noch „Aschenmarkt“. Für den Namen gibt es zwei Theorien: Die erste besagt, dass er auf den aus Eschenholz gefertigten Milchbehälter, den „Asch“, den die Bauern damals verwendeten zurückzuführen ist. Wieder andere behaupten, der Name geht schlicht auf die frühere Nutzung des Karlsplatzes als Aschenablagerungsplatz zurück. Zu dem endgültigen Namen Naschmarkt kam es wegen der dort verkauften exotischen Süßigkeiten (z.B.: in Zucker eingelegte Orangenschalen) und Früchte. Der Markt war früher größer, es war ein zusätzlicher Obst und Gemüsegroßmarkt angelegt. Da auf diesem Markt jedoch die Anbindung an das Eisenbahnnetz fehlte, blieb das Geschäft aus und er wurde schließlich aufgelassen. An dieser Stelle befindet sich heute ein Parkplatz, auf dem jeden Samstag ein Flohmarkt stattfindet. Der heutige Naschmarkt erstreckt sich vom Getreidemarkt bis zur U4 Station Kettenbrückengasse und liegt daher zur Gänze im 6. Bezirk.

Naschmarkt 1900

Quelle: Wikipedia
Der Naschmarkt um 1900.

Warum Naschmarkt?

Warum am Naschmarkt einkaufen? Ganz einfach. Weil hier nahezu alles verkauft wird, was du dir vorstellen kannst. Du kannst dir sicher sein, dass du hier garantiert frische Lebensmittel kaufst. Besonders Fischliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, aber das ist längst nicht alles. Vor allem bekannt ist der Naschmarkt für sein internationales Angebot aus ostasiatischen Ländern wie zum Beispiel Japan, aber auch aus dem ehemaligen Jugoslawien oder der Türkei. Neben Fisch- und Gewürzläden oder asiatischen Geschäften kommt auch die Gastronomie nicht zu kurz. Viele namhafte Restaurants befinden sich am Wiener Naschmarkt. Darunter das Nautilus, (ein echter Geheimtipp, sollte es dir nach Meeresfrüchten gelüsten, aber Achtung: Qualität hat seinen Preis!) oder ein Lokal von Neni. Hier serviert man feinste orientalische Küche. Bedeutet: Hummus, Falafel, Kichererbesen, Lamm, und vieles mehr.

Verkauft wird an den meisten Ständen wochentags von 6:00 bis 19:30 Uhr, samtags bis 18:00 Uhr. Am Sonntag ist der Naschmarkt geschlossen. Da es die neue Marktordnung erlaubt, haben einige Gastronomiebetriebe jedoch bis 23:00 Uhr geöffnet. Deswegen herrscht auch abends reger Betrieb.

Das schmeckt nach Heimat

Neben allen Ländern und Regionen, die am Naschmarkt ihren wohlverdienten Platz gefunden haben, gibt es vor allem ein Gebiet, das uns besonders am Herzen liegt, und das wir hier ungeniert hervorheben wollen. Ihr wisst, was jetzt kommt. Wir wären nicht waldviertler.wien, wenn wir nicht über unser geliebtes Waldviertel berichten würden. Denn auch das ist am Naschmarkt vertreten.

Wenn du auf der Suche nach niederösterreichischem Flossentier bist, wirst du hier definitiv fündig werden. Neben norwegischem Honiglachs fristet hier Kopf an Kopf der Frischfisch aus dem Waldviertel seine letzten würdevollen Minuten. Die Bachforellen vom Naschmarkt zählen zur Crème de la Crème der regionalen Produkte. Zusammen mit ein paar Kräutern und Gewürzen lässt sich aus ihnen ein echtes Festmahl zubereiten.

fische naschmarkt

Lust auf Fisch oder Meeresfrüchte? Dann bist du am Naschmarkt richtig.

Abgesehen von Fisch, bekommst du noch allerhand andere Sachen aus dem Waldviertel. Neben Kräutern, Fleisch und Erdäpfeln sind vor allem die Mohnzelten ein echter Verkaufshit. Die Süßspeise aus Erdäpfelteig erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Auch Marmelade und Wein werden hier stolz präsentiert.

Touristenmarkt

Ein großer Kritikpunkt ist, dass der Naschmarkt immer mehr zum ramschigen Touristenmarkt verkommt. Der Vielfalt wird Einhalt geboten, indem vermehrt auf die gleichen Produkte gesetzt wird und die Stände immer mehr den Gastronomiebetrieben weichen. Aus diesem Grund wurde die Bürgerinitiative „Rettet den Naschmarkt“ ins Leben gerufen, die sich für die Erhaltung der Produktvielfalt einsetzt. Das ist allerdings nicht so einfach. Viele Standbesitzer leben von der Gastronomie, weil Dinge wie beispielsweise Gewürze bei Touristen verständlicherweise nicht so gut ankommen wie ein Restaurantbetrieb. Das Angebot wird nun mal durch die Nachfrage bestimmt, und da Wien für Toursiten attraktiv ist, muss man den Markt auch für diese interessant gestalten. Derzeit liegt der Gastronomiebetrieb, der ein Drittel der Stände ausmacht, noch in der Minderheit, laut Marktamt darf die Anzahl der Lokale nicht weiter steigen. Die Entwicklung des Naschmarktes bleibt offen.

sitzgelegenheit naschmarkt

Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Kann ich mir das leisten?

Die Preise sind erschwinglich. Selbstverständlich darfst du nicht erwarten, dass du billiger als im Supermarkt wegkommst und wenn du knapp bei Kasse bist, solltest du vielleicht nicht unbedingt jeden Tag hier einkaufen. Das Hauptaugenmerk wird nun mal auf Qualität gelegt. Frische und Natürlichkeit sind die Dinge, für die der Naschmarkt steht. Über die Tatsache, dass man dafür auch mal mehr Scheine hinblättert, kann man aufgrund des Endergebnisses hinwegsehen. Außerdem weißt du genau, was du kaufst, weil dir viele Verkäufer (sogar ungefragt) Kostproben ihrer Spezialitäten anbieten werden.

Aber wie am besten vorgehen? Den Naschmarkt als nette Zusatzmöglichkeit sehen. Jeder, der gerne kocht, weiß worauf es bei Lebensmitteln ankommt und muss sich früher oder später die Frage stellen, wie viel Geld ihm das Ganze wert ist. Im Supermarkt gibt es genügend annehmbare Alternativen zu Tiefkühlprodukten oder importierten Lebensmitteln. Wohlwissend, dass das nicht immer billig ist, fühlen wir natürlich  mit dir. Das beste aus seinen Gerichten herausholen zu wollen, ist keineswegs ein Verbrechen. Um deinen meisterlichen Kochkünsten eine gewisse Würze zu verleihen, kannst du dann auch ruhig einmal im Monat am Naschmarkt einkaufen. Das reicht vollkommen und treibt niemanden in den Privatkonkurs. Sollte jedoch dein Geldbeutel durch das letzte Wochenende in Mitleidenschaft gezogen sein, ist es vielleicht Zeit, deine Taktik zu ändern. Es ist aber auch kein Weltuntergang, wenn du deine Eltern nach ein wenig Geld fragst. Dafür musst du sie aber auch anständig bekochen, wenn sie zu Besuch sind. Und wenn du deine Sache gut machst, hast du deine zukünftige Finanzierungsquelle ja schon gefunden.

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von benji

2. Januar 2017

ESSEN & TRINKEN
Hausmannskost ist oft genau das Richtige. In der Wald/4ler Stub'n im 5. Bezirk findet man eine Mischung aus Wiener Küche und Waldviertler Hochgenüssen.