Kost nix? Gibt's nicht! - Pay as you Wish in Wien

ESSEN & TRINKEN

veröffentlicht von yvonne

13. August 2018

ESSEN & TRINKEN

Einer der bekanntesten Vertreter dieses Systems in Wien ist wohl der „Wiener Deewan“. Dass das pakistanische Lokal aber bei weitem nicht das einzige Geschäft mit dieser Pay as you Wish-Ideologie ist, erfährst du in unserem Artikel.

Ein klassisches Bild eines Studenten: Trotz Hilfe und Versorgung aus dem Waldviertel – Papa macht gratis Reparaturen, Mama bringt Mittagessen und von Oma kommt die Mehlspeise – stehst du mal wieder in der Stadt der vielen Möglichkeiten, allerdings ohne Kohle.
Super unangenehm, da du jetzt doch endlich in DER Stadt schlechthin lebst und daher auch etwas erleben möchtest. Mit unseren Tipps nach dem Pay as you Wish-Prinzip hast du aber dennoch ein paar Trümpfe in der Hand.

Pay as you Wish oder Pay what you Want?

Bei Trinkgeldern und vielen (Straßen-)Künstlern gibt es dieses Konzept schon lange. Zahle so viel es dir wert ist. Warum auch nicht? Jedem, dem klar ist, dass sein Gegenüber gerade etwas für ihn (in welcher Art auch immer) gemacht hat, wird das honorieren.
Seit geraumer Zeit findet Pay as you Wish – das nur ein anderer Name für das eigentliche Pay what you Want-Prinzip (PWYW) ist – allerdings auch in der Wirtschaft seinen Platz. Ob nun Restaurants in der ganzen Welt, oder sogar Bands wie Radiohead im Jahr 2007 – sie alle haben es zumindest einmal ausprobiert.
Dass das Konzept funktioniert liegt nach wissenschaftlichen Studien daran, dass trotz des Gratis-Effekts die Menschen den Preismechanismus nicht für sich ausnützen, sondern eine Kombination von Einkommen, Loyalität, Referenzpreis, soziale Kontrolle usw. ins Spiel kommt und dadurch den Preis mehr oder weniger regulieren. Daher möchte ich gar nicht um den heißen Brei herum schreiben und dir endlich einige Betriebe mit ebenjenem Prinzip vorstellen.

Die Geschäfte

pay as you wish

Schlag‘ dir den Wanst voll und zahle soviel es dir wert ist!

Wiener Deewan, Liechtensteinstraße 10, 1090  Wien

Im Bereich der Restaurants darf natürlich der bereits erwähnte Klassiker nicht fehlen. Super in der Nähe der Hauptuniversität gelegen zählt der Wiener Deewan mit seinen pakistanischen Köstlichkeiten schon zu den Institutionen Wiens. Mit meist zwei Gerichten mit und zwei Gerichten ohne Fleisch kommen weder Fleischesser noch Vegetarier/Veganer zu kurz.

Öffnungszeiten:
Montag – Samstag 11:00 – 23:00 Uhr
Sonntag + Feiertags geschlossen

 

Café Gagarin, Garnisongasse 24, 1090 Wien

Ebenfalls im 9. Bezirk gibt es das Café Gagarin, welches sich als kollektivgeführtes Lokal versteht und Raum für ein soziales Miteinander wie Kultur, Musik und Politik schaffen möchte. Darüber hinaus gibt es im Gagarin auch gutes vegetarisches/veganes Essen (zB. Sandwiches, Käsespätzle, Kuchen, etc.) für die das Lokal ausschließlich regionale und saisonale Zutaten verwendet.

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 09:30 – 02:00 Uhr
Samstag 19:00 – 02:00 Uhr

Achtung:
Warme Küche Montag bis Freitag von 12.00 – 22.00 Uhr
Frühstück von 9:30 – 12:00 Uhr

pay as you wish

Theater, Konzerte, Lesungen? Auch das gibt’s in Wien nach dem Pay as you Wish-Prinzip!

Schlüterwerke, Schellinggasse 5, 1010 Wien

Die Schlüterwerke sind ein spartenübergreifendes Musiktheaterensemble, das 2013 in Wien gegründet wurde und im 1. Bezirk ansässig ist. Für ihre Capriccios (kommt aus dem italienischen und bedeutet soviel wie heiteres, eigenwilliges, launenhaftes (Musik-)Stück) gilt das hier erwähnte Pay as you Wish-Prinzip. Die Schlüterwerke vertreten dieses Prinzip, um allen Menschen die Möglichkeit zu geben, Kultur zu genießen und ihre Arbeit sehen zu können. Karten kannst du entweder direkt abends vor der Vorstellung an der Kasse erwerben, oder via Email/Telefon vorbestellen. Für beide Varianten gilt das Pay as you Wish-Prinzip.

Abendvorstellungen nicht vor 20:00 Uhr

 

Clash, Fluchtgasse 9, 1090 Wien

Und wieder beherbergt der 9. Bezirk ein weiteres Pay as you Wish-Lokal. Im Clash finden laufend Konzerte statt, bei denen der Eintritt freie Spende lautet. Ob Singer-Songwriter, oder Gitarrenpop – irgendwas interessantes gibt es bestimmt.

Öffnungszeiten:
Montag – Sonntag 18:00 – 01:30 Uhr

Achtung:
Sommerpause

 

Café Bar Spektakel, Hamburgerstraße 14, 1050  Wien

Auch im Spektakel finden immer wieder Kulturveranstaltungen gegen freie Spende statt (zB. der Wiener Impromarathon, oder Movie Theater). Außerdem hat es, wie der Name schon sagt, auch ein nettes Café dabei, damit du dir jederzeit eine Pause gönnen kannst.

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag, 18:00 – 24:00 Uhr
Und zu speziellen Veranstaltungen

 

pay as you wish

Pay as you Wish ohne Grenzen?

 

Kost-Nix-Laden, Ratschkygasse 14, 1120 Wien

Im Kost-Nix-Laden lässt sich seit 2005 anfangs im 5. und jetzt im 12. Bezirk ohne Geld einkaufen. Diese Läden, die es in ganz Österreich gibt, verstehen sich als Mikro-Experimente, die der Vergesellschaftung durch Geld-, Waren- und Tauschbeziehungen etwas entgegen stellen möchten. Im Kost-Nix-Laden kannst du ohne Zwang und Gegenleistung die unterschiedlichsten Dinge mitnehmen und vorbeibringen (zB. Bücher, Gewand, Videos, CDs, Geschirr, Haushaltsartikel, Elektrogeräte, Schuhe und noch vieles mehr).

Öffnungszeiten:
Montag: 15:00 – 20:00 Uhr
Donnerstag: 15:00 – 20:00 Uhr
Freitag: 15:00 – 20:00 Uhr

 

Leila – Leihladen, Herbststraße 15, 1160  Wien

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert der Leila im (aktuell noch) 16. Bezirk. Wie in einer Bibliothek kannst du dort alles mögliche von der Reisetasche für deinen Urlaub bis zur Bohrmaschine kostenlos ausleihen. Bezahlt wird nur ein jährlicher Mitgliedsbeitrag bei dem du den Tarif selbst wählen kannst (allerdings mindestens 24,- Euro/Jahr).

Öffnungszeiten:
Dienstag und Freitag 14:00 – 19:00 Uhr

Achtung:
Der Leila zieht demnächst um! Am besten auf der Homepage oder Facebook-Seite nach Aktualisierungen Ausschau halten!

 

Das LRK – Wiener LastRadenKollektiv

Hattest du schon mal das Problem etwas größeres transportieren zu müssen und kein Auto zur Verfügung zu haben? Dafür schafft die NPO „LastRadenKollektiv“ Abhilfe. Mit Hilfe von Lastenrädern kannst du unabhängig von Autos und LKWs diese Dinge von A nach B transportieren. Du wählst auf der Homepage einfach 3 Tage vor dem Transporttermin ein passendes Lastenrad oder einen Anhänger aus, liest die bei seiner Beschreibung angeführten Konditionen der Ausleihe durch und reservierst deine Auswahl. Die für das Rad oder den Anhänger zuständige Person meldet sich dann telefonisch bei dir und ihr arrangiert einen Termin und einen Treffpunkt, an dem du das Rad bzw. den Anhänger abholen kannst.

Einzig eine Kaution bei Ausleihe (60,- Euro für Anhänger, und 80,- Euro für Lastenräder) wird fällig, die du nach Rückgabe wieder zurück bekommst.

 

Fazit

Du siehst, nicht immer müssen die Dinge in der Stadt teurer sein, als am Land. In jedem Fall lohnt es sich, ein Auge auf das Pay as you Wish-Prinzip zu werfen, sich das ein- oder andere Geschäft näher anzusehen und ihm vielleicht sogar einen Besuch abzustatten. 🙂

 
 

veröffentlicht von benji

13. August 2018

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