Feiern ohne fürchten - Tipps für einen sicheren Nachhauseweg

EVENTS & NIGHTLIFE

veröffentlicht von Carina

9. Juni 2016

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Der nächtliche Nachhauseweg kann sich manchmal etwas unangenehm anfühlen. Wir haben Tipps für dich, wie du dein eigenes Sicherheitsgefühl verbessern kannst.

Wien gilt als eine der sichersten Städte der Welt. Unsere Hauptstadt schneidet in internationalen Rankings ziemlich gut ab. Von der renommierten „Mercer“-Studie etwa wurde sie bereits zum siebenten Mal zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt, hier spielt auch das Thema persönliche Sicherheit eine große Rolle. Wenn man an den Großstadtrummel noch nicht so gewöhnt ist, kann es aber vorkommen, dass man sich in manchen Situationen nicht so sicher fühlt – vor allem in der Nacht. Wenn du im Waldviertel um vier Uhr morgens von deiner Lieblingsbar heimgehst, wirst du dich freuen, wenn dir ein Betrunkener entgegentorkelt, weil es mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin dein Nachbar, eine ehemalige Schulkollegin oder dein Großcousin ist und ihr entweder den Nachhauseweg gemeinsam bestreiten könnt oder euch noch schnell ein Gute-Nacht-Bier gönnt. In Wien gibt es sowas wohl so gut wie nicht. Falls du dich auf dem nächtlichen Nachhauseweg auch schon einmal etwas unwohl gefühlt hast, haben wir hier einige Tipps für dich zusammengestellt, die dir hoffentlich helfen werden, dich sicherer zu fühlen. Denn das Nachtleben in Wien kann so schön sein, dass du es dir auf keinen Fall von deinem Heimweg versauen lassen solltest.

Vertraue deinen Instinkten

Um dich auf deinem Nachhauseweg sicherer zu fühlen, solltest du dich erst einmal ganz genau mit deiner Wohngegend vertraut machen. Oft gibt es einen anderen Weg, der zwar ein bisschen länger dauert, aber dich dafür durch belebtere und besser ausgeleuchtete Straßen führt. Ratsam ist es, dir einen typischen nächtlichen Heimweg zu suchen. Einige Dinge solltest du dabei beachten, beispielsweise, dass du nachts einige Abschneider (wie etwa U-Bahn-Stationen unter der Woche oder manche Bahnhöfe) nicht verwenden kannst oder auch dass du dich wahrscheinlich unwohl fühlst, wenn du durch den dunklen Park gehst. Gibt es Stellen, die besonders schlecht beleuchtet sind, kannst du dich unter 0800 33 80 33 an das Lichttelefon der Stadt Wien wenden. „Lichttelefon“ mag zwar ein bisschen kurios klingen, laut eigenen Angaben nutzen immerhin 24.000 Wiener und Wienerinnen jährlich den Service. Also keine falsche Scheu.

Gut ausgeleuchtete Wege geben dir ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.

Gut ausgeleuchtete Wege geben dir ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.

Wer sich unsicher fühlt, wenn er unterwegs ist, braucht sich keinesfalls zu schämen. Vertraue auf deine Intuition! Du hast das Gefühl, jemand verfolgt dich? Wechsle die Straßenseite oder bleib vor einem Schaufenster stehen – wenn die Person normal weitergeht, kannst du deine Bedenken beruhigt vergessen. Was auch hilft, ist einen Freund oder eine Freundin anzurufen. Ein unterhaltsames Gespräch lässt die Zeit schneller vergehen, macht dich selbstbewusster und vertreibt schlechte Gedanken. Lade dein Smartphone vor dem Fortgehen am besten immer ausreichend auf, denn es wird dich beruhigen, zu wissen, dass du im Ernstfall Hilfe rufen kannst. Wenn sich das Volltanken deines Handys mal nicht vor der Party ausgeht, ist es auch nicht schlecht, ein Akku-Pack einzupacken und einfach unterwegs aufzuladen. Eine meiner Studienkolleginnen hat erzählt, sie habe im Selbstverteidigungskurs gelernt, dass man das Smartphone auch sehr gut als „Waffe“ verwenden kann. Einfach fest in die Hand nehmen und dem Angreifer damit ins Gesicht schlagen. Das funktioniert aber sicher auch ohne vollen Akku ;-).

Solltest du wirklich einmal verfolgt werden, gilt es, so gut es geht cool zu bleiben. In solchen Situationen ist (fast) alles erlaubt, gut ist es immer, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Eine Taktik ist es, den Verfolger so laut es geht anzuschreien, da dieser davon irritiert wird und andere Passanten oder Autofahrer dich hören können und dir hoffentlich zur Hilfe kommen. Wahrscheinlich musst du etwas aus dir selbst herausgehen, um richtig schreien zu können oder sogar zu treten oder zuzuschlagen. In Selbstverteidigungskursen kannst du lernen, wie man so etwas richtig angeht. Gleichzeitig soll in den Kursen das Selbstbewusstsein gestärkt werden und ein Erfahrungsaustausch stattfinden. Kurse kannst du beispielsweise bei den Wiener Volkshochschulen, bei Goshindo Women Defence Vienna, beim Verein Drehungen oder bei Sami International besuchen.

Zwettler Zwickl

Gadgets für den sicheren Nachhauseweg

Smartphones verfügen heutzutage alle über GPS, welches man auch verwenden kann, um sich von einem Freund virtuell begleiten zu lassen. Verschiedene Apps wie „KommGutHeim“ oder „Companion“ lassen dich eine Route bestimmen und einen Freund auswählen, der über die App deinen genauen Standort sehen kann. Wenn irgendetwas nicht stimmt, kannst du deinen Kontakt benachrichtigen und dieser sieht dann ganz genau, wo du dich gerade befindest. Sobald du sicher angekommen bist, bekommt dein Freund eine Benachrichtigung. Einen Versuch sind Apps wie diese sicher wert, in einigen Situationen sind sie bestimmt äußerst praktisch. Um im Ernstfall schnell reagieren zu können, muss deine Begleitperson das eigene Handy jedenfalls immer im Blick haben. Unser Fazit – da kann man auch gleich telefonieren, vorausgesetzt dir ist der genaue GPS-Standort nicht wichtig.

Die Benutzeroberfläche von "KommGutHeim".

Die Benutzeroberfläche von „KommGutHeim“.

Ein heißes Thema im Zusammenhang mit Selbstverteidigung sind Pfeffersprays. In Österreich kann man sie, sobald man 18 Jahre alt ist, in Waffengeschäften kaufen. Die Sache mit dem Pfefferspray ist, dass man unbedingt wissen muss, wie man damit umgehen kann und darf. Beim Kauf kannst du dir erklären lassen, wie die richtige Handhabung funktioniert. Wichtig ist auch, dass du den Spray ausprobierst – natürlich nicht an Personen, sondern damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie er funktioniert. Beim Umgang mit Pfefferspray sind schnelle Reaktionen gefragt, ansonsten kann er auch gegen dich verwendet werden. Wenn es dir ein sicheres Gefühl gibt, einen Pfefferspray bei dir zu tragen, kann es sinnvoll sein, dir einen zuzulegen. Bedenken solltest du allerdings, dass du den Spray nur in sogenannten Notwehrsituationen verwenden darfst, wenn dich jemand nur verfolgt oder anrempelt und du den Pfefferspray zum Einsatz kommen lässt, kannst du dich strafbar machen.

Sollten unsere Tipps nicht helfen und du dich immer noch unwohl fühlen auf deinem Nachhauseweg, schadet es nicht, ein bisschen in dein Wohlbefinden zu investieren und mit dem Taxi heimzufahren. Taxis warten nachts an allen belebteren Orten und bringen dich am schnellsten heim. Du kannst den Fahrer auch bitten, zu warten, bis du im Haus bist, wenn dir das ein zusätzliches Sicherheitsgefühl gibt. Beim Taxifunk unter 01/60160 gibt es auch spezielle „Lady Taxis“, die du anfordern kannst, wenn du dich mit einer Fahrerin wohler fühlst. Mehr Infos zum Wiener Taxigeschäft findest du hier.

Den meisten Nachtschwärmern passiert in ihrem ganzen Leben nichts auf ihrem Nachhauseweg. Trotzdem tut es gut, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Lege dir in deinem Kopf ein paar Szenarien zurecht, was du tun wirst, wenn es wirklich einmal zu einem Angriff kommen sollte. Mit diesen persönlichen Strategien wirst du dich gleich viel sicherer fühlen und unbeschwerter nach Hause gehen – noch dazu in einer Stadt, die ohnehin als sehr sicher gilt. Wenn du deinen Instinkten vertraust und selbstbewusst bleibst, sollte dem Feiern ohne Fürchten nichts mehr im Wege stehen.

 
 

veröffentlicht von Max

9. Juni 2016

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