EVENTS & NIGHTLIFE

veröffentlicht von Thomers

24. März 2016

EVENTS & NIGHTLIFE

Ausgehen ist nicht immer leicht, besonders dann nicht, wenn du keinen Schotter mehr hast. Hier erfährst du, wie du das Wiener Nachtleben sparend meisterst.

Quelle: veloxitiy.us

Heute fahrst du, oder?

Kommt dir das bekannt vor? Du unterhältst dich mit deinen Freunden und ihr plant gemeinsam, was ihr am Wochenende unternehmt. Ihr habt euch auf ein Ziel geeinigt, Vorfreude kommt langsam auf. Aber da lauert noch ein komisches Gefühl in den dunkelsten Ecken deines Verstandes. Du kannst die Vorfreude nicht in vollen Zügen genießen, weil dir einfällt, dass ihr noch einen Autofahrer benötigt. Irgendjemand muss sich opfern und den Taxler spielen. Wenn ihr Pech habt, vielleicht sogar mehr als einer. Keine Sorge, in Wien hat man genau aus diesem Grund eine U-Bahn gebaut. Die spart nicht nur Geld, Nerven und Zeit sondern fährt an den Wochenenden und vor Feiertagen auch noch die ganze Nacht durch (Nightline). Das ist ein großer Vorteil im Wiener Nachtleben. Nun steht einem erfolgreichen Abend wirklich nichts mehr im Wege. Oder vielleicht doch? Wenn du noch nie Geldprobleme hattest, kannst du jetzt guten Gewissens aufhören zu lesen. Kommt dir die Zahlungsmittelnot nur allzu bekannt vor, bekommst du in den nächsten Absätzen ein paar Tipps, wie du im Wiener Nachtleben einiges an Kohle sparen kannst.

Die Existenzberechtigung des zarten Aufwärmens

Fangen wir mit einem Ritual an, das jedem bekannt sein sollte, dem Vorglühen. Der Akt der sanften Betäubung hat durchaus seine Existenzberechtigung und regt noch dazu deine Sinne an. Es ist das beste Mittel um Geld zu sparen. Also keine Zeit mehr verschwenden, ab in die U-Bahn und auf zu deinen Freunden. Das Motto hierbei lautet: bloß nicht übertreiben. Heute Abend musst du tanken und wenn deine Alkoholkapazität schon beim Warmlaufen an ihre Grenzen stößt, passt später nicht mehr so viel rein. Du hast nichts eingekauft und die Party beginnt schon langsam zu kochen? Kein Problem, bestell dir online etwas. Vielleicht noch zusätzlich eine Pizza, falls du eine Unterlage benötigst. Alles ist möglich, stress dich nicht. Probleme werden heute wahrscheinlich noch genug entstehen, also brauchst du dir nicht jetzt schon unnötig welche schaffen. Du hast alle Zeit, die du benötigst und die Welt liegt dir zu Füßen. Partyspiele sind angesagt. Was auch immer, Hauptsache es macht Spaß. Trinkspiele eignen sich perfekt, um in den Abend zu starten und sind der Sozialisierer schlechthin. Lehn dich zurück, schnapp dir einen Drink und genieße die Atmosphäre. Die Kleine, die dir in der letzten Vorlesung aufgefallen ist, ist auch auf der Party? Lade sie zu einer Runde Beerpong ein, das lässt Sprachbarrieren fallen und es wird ihr mit Sicherheit gefallen. Du gibst dich vollständig dem bunten Treiben hin und bist im Einklang mit deiner Umgebung. Merkst du, wie sich langsam aber sicher ein warmes Gefühl in dir ausbreitet? Dann machst du alles richtig.

Wiener Nachtleben

Was ist Party-Regel Nummer eins? Nun, wir hoffen das weißt du.

Eintritt

Das Vorglühen neigt sich dem Ende zu, ihr verlasst euer Nest. Gut möglich, dass ein oder zwei zurückgeblieben sind. Nicht weiter schlimm, sollen sie sich doch ausschlafen. Umso besser, jetzt bleibt mehr für dich. Ihr nähert euch dem ersten Zwischenstopp des heutigen Abends, aber was seht ihr da an der Eingangstür? „Eintritt: 15€“. Fuck.
Eine Gebühr, die den meisten Menschen lästig ist. Viele wollen den Grund dieser Entledigung absolut nicht einsehen, so etwas sorgt immer wieder für ein Raunzen in diversen Freundeskreisen. In den meisten Fällen ist diese Eintretbedingung in Form der Exekutive des Kapitalismus zu entrichten, dem lieben Geld. Die Preisspanne in den Clubs und Szenelokalen beläuft sich hierbei auf 7-15 Euro. Nicht gerade wenig für einen Studenten. Für Noname Bands, die in einer Bar auftreten, solltest du mit einem Eintritt von ca. 5 Euro rechnen. Du bist möglicherweise vom Waldviertel gewohnt, dass dieser Betrag zu späterer Stunde entfällt, aber aufgepasst, in Wien ist das meistens genau anders herum: ist eine gewisse Uhrzeit überschritten, musst du noch mehr zahlen. Das Monatsende ist noch lange nicht abzusehen, und deine finanziellen Mittel haben sich schon vor geraumer Zeit von dir verabschiedet? Geht vielen Menschen so. Wenn jeder Cent zählt, suchst du dir am besten eine Bar, die du gratis betreten kannst. Empfehlenswert ist in diesem Fall der Gürtel. Egal ob Chelsea, B72 oder kju (um nur einige zu nennen), in keiner dieser Einrichtungen wird dir Geld abgenommen, wenn du über die Türschwelle trittst. Das gilt natürlich nur für den Fall, dass keine besonderen Auftritte stattfinden. Das solltest du immer im Vorfeld checken, denn in einigen Lokalitäten ist es nicht gerade selten, dass Bands oder andere Künstler auf der Bühne stehen. Die müssen schließlich auch irgendwie über die Runden kommen. Bevor wir uns hier unbeliebt mache: Du natürlich auch. Deshalb lässt du heute Künstler Künstler sein und kippst dir am besten irgendwo einen hinter die Binde, wo dir kein Möchtegern John Lennon das Ohr abkaut und dir dein hart verdientes Geld abknöpft.
Eintrittlose Trinkeinrichtungen sind nicht nur in der Innenstadt und am Gürtel zu finden, es gibt sie überall in Wien. Im weiteren Verlauf dieses Artikels, wirst du noch auf weitere Lokale stoßen, bei denen du keinen Eintritt bezahlen musst.

Aktionen und mehr

Eine sehr gute Empfehlung, was Getränkeaktionen betrifft, ist das Loco, bei dem du auf der Jagd nach dem (meines Wissens nach)  billigsten und möglicherweise auch größten Ekstaseerlebnisses deines Lebens den absoluten Volltreffer gelandet hast. Montags von 19:00-20:00 Uhr gibt es dort nämlich Cocktails zum sagenhaften Preis von 50 Cent pro Stück. Dieser Betrag erhöht sich anschließend jede Stunde um einen Euro, geht aber nicht über das Limit von 3,50 Euro hinaus. Was soll man dazu noch sagen? Wenn du an einem Montag Gast im Loco bist, wirst du merken, dass der Mensch eher für seine Sinne, als für den darüber gestellten Sinn lebt. Du sitzt in der ersten Reihe und siehst dabei zu, wie die Welt langsam in ihren Abgrund zusteuert. Irgendjemand kommt für diese blasphemische Getränkeaktion bestimmt in die Hölle. Bis dahin lasst es uns noch genießen.

Wiener Nachtleben

Quelle: bacardi.com
Prost!

Am Gürtel kommt auch das All you can drink nicht zu kurz. Im Ride Club wirst du für läppische 25 Euro zu einem König. Stehst du auf R’n’B und House Musik bist du hier genau richtig. Wenn du Angst hast, dass du dich nicht kontrollieren kannst, wenn du unlimitierten Zugriff auf Schnäpse deiner Wahl hast, kannst du auch regulär Party machen. Auch im Ride Club gibt es diverse Aktionen, die dich nicht dazu zwingen, tief in deine Taschen zu greifen.
Es gibt noch genug andere Bars, in denen ordentlich gespart werden kann. Zum Beispiel am Schwedenplatz, im Bermudadreieck. Die Namensgebung beruht darauf, dass dort angeblich so mancher Student einige Nächte verschollen war und sich danach an nichts mehr erinnern konnte. Klingt doch vielversprechend, oder? Die Kaktus-Bar und das Krah-Krah wurden dort als erste eröffnet. Im Laufe der Jahre haben sich immer mehr Lokalbesitzer dort eingenistet und damit maßgeblich dazu beigetraten, dass dieses Viertel zu einer richtigen Partylegende wurde. Hier stoßt ihr teilweise auf Preise, die ihr aus dem Waldviertel gewohnt seid. Sehr viel Spaß für wenig Geld, aber seid gewarnt: Der Preis ist nicht das einzige, das hier niedrig ist.
Ein unverzichtbares Highlight sind auch die Strandbars im Sommer, wie zum Beispiel die Strandbar-Herrmann am Schwedenplatz. Mit der Lage direkt am Donaukanal sorgt sie vielleicht nicht immer für angenehme Geruchserlebnisse, wenn man dort im Sommer gemütlich bei relaxenden Beach-Vibes Cocktails schlürft, aber die Atmosphäre macht das allemal wieder wett. Das Auge trinkt mit (zumindest solange du noch geradeaus schauen kannst): Hier kannst du top motivierten Barkeepern dabei zusehen, wie sie die Cocktails direkt vor deiner Nase mixen. Tägliche Happy Hours (zwei zum Preis von einem) sprechen auf jeden Fall auch für sich und lassen nicht nur alkoholgetränkte Herzen höher schlagen.
Du stehst eher auf Irish Pubs? Dann schau doch mal in ein Lokal von Paddy’s und Co., auch dort gibt es ganz annehmbare Preise.

Das Wiener Nachtleben auf Facebook

Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Tipp, auf den du achten solltest, sind Facebook-Veranstaltungen. Das U4 (das Lokal, nicht die gleichnamige U-Bahn-Linie) und viele andere namhafte Clubs setzen mittlerweile auf eine Facebook-Gästeliste. Auf die kommst du ganz einfach, indem du beim zugehörigen Event teilnimmst. Es ist tatsächlich so leicht. Ein einziger Klick macht dich zu einem wichtigeren Menschen und lässt dich noch dazu Geld sparen. Bei manchen Events kommst du zum Beispiel auf die Gästeliste, wenn du einen zum Thema passenden Song in der virtuellen Veranstaltung postest. Auch das solltest du hinkriegen. Die genauen Informationen zu solchen Aktionen findest du so gut wie immer in der Beschreibung des Events. Hast du eine Leseschwäche oder bist du zu faul um dir den Text durchzulesen, kannst du immer noch den Veranstalter kontaktieren, am besten auch gleich über Facebook. Die meisten Unternehmen sind auf den sozialen Netzwerken mittlerweile so gut vertreten, dass der Support auch über Facebook Nachrichten funktionieren kann. Achte hierbei allerdings darauf, dass du keine Fristen verpasst. Die meisten Aktionen gehen nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit. Für die Gästelistenbesucher gibt es meist verbilligten Eintritt oder einen Getränkegutschein.

Nachtleben Wien

Ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann.

Keine Macht den Karten

Wenn ich eines in meiner bisherigen Zeit in Wien gelernt habe, dann ist es dieses Gebot: Wenn mich der Hafer sticht und ich raus muss, lasse ich alle meine Bankomat- und Kreditkarten zuhause. Ich dachte anfangs auch, dass es leiwand und praktisch ist, das Fortgehen bargeldlos zu erleben. Für diesen Gedankengang, würde ich meinem früheren Ich am liebsten einen heftigen Tritt ins Gemächt verpassen. Natürlich, es spart Zeit und Nerven, aber man sollte das Ganze nicht unterschätzen. Du kannst dir noch so oft sagen, dass du dich beherrschen wirst und es mit dem Geld heute nicht übertreibst – wenn du betrunken bist, wird dir dieser Vorsatz wie auf magische Weise entfallen sein. Warum ich das weiß? Weil ich es am eigenen Leib erfahren habe. Die Überraschung am nächsten Morgen ist alles andere als schön. Das Beste, das du tun kannst, ist vor dem Ausgehen noch einmal einen Bankomat aufzusuchen und eine Summe abzuheben, mit der du hoffentlich auskommst.

Ortswechsel

Ein letzter Tipp, den wir dir geben können, und der durchaus nicht zu unterschätzen sein sollte, ist das Wechseln der Örtlichkeiten. Vor allen Dingen auf der Gürtelmeile oder im Bermudadreieck, weil es dort schlicht und einfach am leichtesten ist und die Preise teils stark variieren können. Wie soll man schließlich wissen, ob der G’spritzte nicht vielleicht im nächsten Lokal billiger ist, wenn man es nicht ausprobiert? Du befindest dich jetzt in einer Großstadt, nutze es also auch. Die Chance neue Leute kennenzulernen wird dadurch maximiert. Der nächstgelegene Club ist nicht weit, und wer weiß, vielleicht triffst du ja einen ehemaligen Freund, den es auch in die Stadt verschlagen hat. Oder ihr findet eine Gruppe, der ihr euch anschließen könnt um dann gemeinsam weiter um die Häuser zu ziehen.

Wiener Nachtleben

Quelle: Wikipedia
Sieht bei Tag weniger furchteinflößend aus, als es ist: Das Wiener Bermudadreieck

Um der Lust des holden Junggesellen frönen zu können, wird von dir gefordert, dass du halbwegs liquide bist. Wenn du dich an die genannten Sparstrategien hältst, sollte das Grauen (zumindest was den finanziellen Aspekt betrifft) am nächsten Morgen weitgehend verschwunden sein.

Unsere Sparstrategien kurz zusammengefasst:

  • Vorglühen: Jeder kennt es, jeder liebt es. Das Vorglühen hat im Wiener Nachtleben eine noch höhere Bedeutung, da die Getränke in den meisten Clubs und Bars teurer sind, als im Waldviertel.
  • Eintritt: Informiere dich immer vorher ob und wie viel Eintritt du bezahlen musst. In der Stadt kann es sonst bei vielen Locations zu unangenehmen Überraschungen kommen.
  • Aktionen: Getränkeaktionen sind unsere Freunde. Um von unseren Freunden profitieren zu können, sollten wir sie keinesfalls vernachlässigen. Meistens zeitlich begrenzt verfügbar, stellen sie für viele Menschen eine echte Herausforderung dar. Mit ein bisschen Koordination sollte es aber jeder pünktlich schaffen.
  • Facebook: Social Media übernimmt eine immer wichtigere Rolle in unserem Alltag. Präsent sind soziale Netzwerke in allen möglichen Gebieten, vor allem auch im Eventbereich. Eine Facebook Zusage kann Leben und Geldbörsen retten.
  • Karten: Ich kann dir nur raten, deine Bankomat- und Kreditkarten in deinem Zimmer einzusperren, wenn du vorhast um die Häuser zu ziehen. Bargeldloses Bezahlen kann zwar im Alltag wirklich praktisch sein, aber ein betrunkenes Gehirn ist damit einfach maßlos überfordert.
  • Ortswechsel: Nichts ist so stetig, wie die Veränderung. Häufiges Wechseln kann sich durchaus lohnen. In vielen Lokalen herrschen starke Preisgefälle und im Nachhinein ärgerst du dich, weil du die Chance nicht schon früher genutzt hast.

 

Unsere persönlichen Lokaltipps für budgetarmes Fortgehen:

Club Loco
Währinger Gürtel 172-174
1090 Wien

Dick Macks
Marc-Aurel-Straße 71
1010 Wien

Living Room
Pfeilgasse 8
1080 Wien

Philosoph
Judengasse 11
1010 Wien

Ride Club
Währingergürtel Stadtbahnbogen 175-176
1090 Wien

Coyote
Salzgries 4
1010 Wien

Strandbar Herrmann
Herrmannpark
1030 Wien

Kaktus
Seitenstettengasse 5
1010 Wien

Krah-Krah
Rabensteig 8
1010 Wien

 
 

veröffentlicht von sophie

24. März 2016

EVENTS & NIGHTLIFE
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