Blutplasma spenden: Was du darüber wissen musst!

So sieht Blutplasma aus. Das und vieles andere werden vom Arzt untersucht. Quelle: https://pixabay.com/de/illustrations/blut-blutplasma-rote-blutk%C3%B6rperchen-75302/
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von MarleneK

2. September 2020

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Du ziehst eine Plasmaspende in Betracht, bist dir aber unsicher über Ablauf und Risiken? Wir haben alle wichtigen Informationen zusammengefasst!

Viele Menschen, die in Wien leben, haben schon einmal die Plakate in den U-Bahn Stationen gesehen, die zum Blutplasma spenden aufrufen. Aber was genau hat es damit auf sich? Und warum ist es so wichtig, Blutplasma zu spenden? Wir haben uns für dich umgehört und alle Fakten zum Thema Plasmaspende zusammengefasst.

Warum ist es wichtig, Blutplasma zu spenden?

Die Medizin hat in den letzten Jahrzehnten immense Fortschritte gemacht. Trotzdem ist bis heute keine synthetische Herstellung von Blut und Blutplasma möglich. Diese sind aber absolut notwendig für die Heilung von Krankheiten, Transplantationen und zur Rettung von Unfallopfern. Blutplasma spenden rettet also im wahrsten Sinne des Wortes Menschenleben!

Was ist Blutplasma überhaupt?

Als Blutplasma wird der flüssige Bestandteil des Blutes bezeichnet, etwa 55% unseres Blutes besteht daraus. Es ist gelblich und besteht zu 92% aus Wasser, 1% aus Mineralsalze und 7% aus Proteinen. Bei einer Spende geht es um die Plasmaproteine, denn diese bilden die Grundlage für die Herstellung unzähliger lebensnotwendigen Medikamente. Diese können vielen kranken Menschen das Leben retten.

Welche Medikamente werden aus Blutplasma hergestellt?

Insgesamt werden so viele verschiedene Medikamente hergestellt, dass über 80% der Österreicher mindestens einmal im Leben auf Medikamente, die aus Blutplasma hergestellt wurden, angewiesen sind. Zu den wichtigsten Medikamenten zählen Antikörper (für Immuntherapien), Albumin (bei Verletzungen, Verbrennungen und Krebs), Fibrinkleber (bei inneren Blutungen und großen Operationen) und Fibrinogen (bei inneren Verletzungen und zum Wundverschluss).

Wie läuft die Plasmaspende genau ab?

Während deiner Spende wird das Blut über eine sterile Nadel in ein geschlossenes Einweg-Schlauchsystem weitergeleitet. Danach wird es zentrifugiert oder filtriert, mithilfe dieser Vorgänge werden die Blutkörperchen vom Plasma getrennt. Die Blutkörperchen werden wieder über einen Einwegschlauch in den Körper zurückgeführt, während das Plasma in einen Beutel fließt. Dieser beschriebene Vorgang läuft direkt neben dem Spender ab und wird von einer computergesteuerten Maschine überwacht.  Eine Spende dauert circa zwischen 45 und 60 Minuten, die Plasmamenge, die du dabei spendest, hängt von deinem Körpergewicht ab. Während der ganzen Spende ist sowohl ein Arzt als auch ausgebildetes medizinisches Personal in der Nähe.

So sieht das Gerät aus, das zur Plasmaspendet verwendet wird. Quelle: Wikimedia

Ab wann darf ich Blutplasma spenden?

Generell ist es so, dass du ab deinem vollendeten 18. Lebensjahr Plasma spenden darfst. Wichtig ist, dass du die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllst. Dies wird mithilfe eines Anamnese-Fragebogens und eines Anamnesegespräches mit dem Arzt festgestellt. Außerdem muss dein Körpergewicht mindestens 50kg betragen.

Wie oft darf ich Blutplasma spenden gehen?

Im Gegensatz zur Blutspende belastet eine Blutplasma Spende deinen Körper kaum und wird deshalb bis zu 50 mal im Jahr erlaubt. Natürlich gibt es dabei einige Vorschriften zur Sicherstellung deiner Gesundheit: Zwischen zwei Spenden müssen mindestens zwei Tage, in denen du nicht gespendet hast, liegen. Außerdem darfst du innerhalb einer Woche nicht öfter als 2x und innerhalb von 2 Wochen nicht öfter als 3x spenden.

Was bringt es mir persönlich, Blutplasma spenden zu gehen?

Auch du selbst kannst viele Vorteile aus einer regelmäßigen Spende ziehen. Einerseits ist es natürlich ein tolles Gefühl, aktiv dazu beizutragen, Leben zu retten. Andererseits wird dein Gesundheitszustand regelmäßig überprüft und du bekommst bei Abnormitäten sofort Bescheid. Schlussendlich bekommst du auch eine Aufwandsentschädigung von 20€ oder 25€ pro Spende – bei 50 möglichen Spenden pro Jahr ist das ein wirklich gut bezahlter Nebenjob!

Wie genau läuft die ärztliche Untersuchung ab? Was wird da getestet?

Zuerst werden einige Untersuchungen durchgeführt, um deine Spendetauglichkeit zu überprüfen. Dabei schauen sich Ärzte unter anderem deinen Blutdruck, deine Herzfrequenz, deine Körpertemperatur und natürlich dein Blutbild an. Dies passiert vor jeder Spende, eine ausführlichere Untersuchung erfolgt vor der ersten Spende und routinemäßig alle vier Monate. Außerdem wird das Spenderblut auf Hepatits A + B, HIV und Parvo B-19 untersucht.

So sieht Blutplasma aus. Das und vieles andere werden vom Arzt untersucht. Quelle: https://pixabay.com/de/illustrations/blut-blutplasma-rote-blutk%C3%B6rperchen-75302/

Was ist eine Thrombozytenspende?

Blut besteht nicht nur aus Plasma sowie roten und weißen Blutkörperchen, sondern auch aus den lebenswichtigen Thrombozyten, also den Blutplättchen. Diese sind notwendig für die Blutgerinnung, ohne sie gäbe es zum Beispiel nach Wunden keine Blutstillung.

Bei einer Plasmaspende können auch Thrombozyten gespendet werden. Dies läuft ähnlich ab wie die Plasmaspende mit folgenden Unterschieden: Sie dauert 50-70 Minuten, also etwas länger. Außerdem ist der Maschinentypus ein anderer. Aus diesen Thrombozyten werden ebenfalls wieder wichtige Medikamente hergestellt, zum Beispiel ein Notfallmedikament, wenn bei Patienten eine Blutung droht oder bei onkologischen Patienten.

Kann ich sowohl Blut als auch Blutplasma spenden?

Generell ist das möglich. Dabei ist zu beachten, dass sich die Zyklen verändern, in denen du deine Spenden tätigen darfst. Dabei gibt es folgende Mindestintervalle:

  • Vollblutspende und Plasmaspende: 14 Tage
  • Vollblutspende und Thrombozytapherese: 14 Tage
  • Plasmaspende und Vollblutspende: 48 Stunden
  • Plasmaspende und Thrombozytapherese: 48 Stunden
  • Thrombozytapherese und Vollblutspende: 48 Stunden
  • Thrombozytapherese und Plasmaspende: 14 Tage

Gibt es potenzielle Risiken?

Im Gegensatz zur Blutspende kommt es nach einer Plasmaspende zu keiner Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Auch ein Infektionsrisiko ist nicht gegeben, da bei der gesamten Spende ein neues, steriles Einmalset verwendet wird, welches hygienisch dicht verschlossen ist. Das heißt, dass dein Blut während des ganzen Vorgangs keinen Kontakt mit der Umgebung hat.

Wo kannst du in Wien Blutplasma spenden gehen?

Blutplasma kannst du leider nicht im Waldviertel spenden, sondern musst dafür nach Wien kommen. Es gibt mehrere verschiedene Standorte:

  • Opernstraße 21 (4. Bezirk)
  • Kirchengasse 3 (7. Bezirk)
  • Alserbachstraße 18 (9. Bezirk)
  • Favoritenstraße 93 (10. Bezirk)
  • Ignaz-Köck Straße 10 (21. Bezirk)
  • Siebeckstraße 7 (22. Bezirk)

Die persönliche Erfahrung von Lydia (22 Jahre):

Der erste Kontakt:

Wenn du das erste mal spenden gehst, musst du das unbedingt angeben. Dieses eine mal musst du sehr viele Fragen über dein Leben und deine Gewohnheiten beantworten, außerdem musst du einen Informationszettel über HIV lesen, da eine HIV-Erkrankung ein wichtiger Ausschlussgrund ist. Danach erfolgt ein ausführliches Informationsgespräch mit einem Arzt, dem du viele Fragen stellen kannst. Danach darfst du nicht sofort Blutplasma spenden, sondern musst eine Woche warten, während das Blut getestet wird. Diesen ersten Kontakt habe ich als sehr angenehm empfunden, die Mitarbeiter nehmen sich wirklich Zeit für dich und wollen, dass du dich wohlfühlst.

Das Spenden:

Ich persönlich gehe immer um die Mittagszeit spenden, da dann besonders wenig los ist. Wichtig ist, dass du davor ausreichend getrunken und gegessen hast. Wenn du dich nach der Spende unwohl fühlst, besteht auch die Möglichkeit, eine NaCl Infusion zu bekommen. Außerdem darfst du nicht gleich danach gehen, sondern musst eine Weile im Zentrum bleiben, wo du auf Wunsch Tee, heiße Schokolade oder Kaffee bekommen kannst.

Ich habe mich während der gesamten Spende sehr gut aufgehoben gefühlt. Ich wurde immer wieder gefragt, ob eh alles passt und ob es mir gut geht. Es waren wirklich immer alle sehr bemüht. Es ist auch auf jeden Fall sehr wichtig, wirklich nur zu spenden, wenn es einem zu 100% gut geht. Einmal habe ich mich unwohl gefühlt und bin trotzdem spenden gegangen, nach der Spende bin ich zwei mal ohnmächtig geworden. Das war aber wirklich ein Einzelfall, sonst habe ich die Spenden gut vertragen.

So schaut ein Beutel mit Blutplasma aus! Quelle: Wikimedia

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Überblick einen besseren Überblick rund um das Thema Blutplasma spenden geben konnten. Solltest du spezifische Fragen haben, lohnt sich ein Blick auf die offizielle Webseite.

Solltest du dich auch für eine Blutspende interessieren, findest du in einem anderen Artikel von uns alle Informationen.

Du hast schon einmal Blutplasma gespendet? Erzähl uns in den Kommentaren davon!

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von Julia

2. September 2020

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