Abenteuer und Weltreisen: Virtual Reality in Wien

FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von david

6. August 2018

FREIZEIT & SPORT

Spontan eine Weltreise machen, am Hockenheimring Runden drehen oder mit Pfeil und Bogen eine Burg beschützen? Träume wie diese sind im Jahr 2018 keine Utopie mehr. Zumindest vorübergehend können sie Realität werden. Virtuelle Realität.

Mittlerweile bietet Wien einige Lokale, in denen die Besucher Virtual Reality, kurz VR, hautnah erleben können. 2015 hat das erste „Virtual Reality Café“ eröffnet. Wer Virtual Reality ausprobieren möchte, liegt dort goldrichtig. Die Welt bereisen, Berge erklimmen oder Zombies abwehren – die Liste an Möglichkeiten ist lang. Mit einer zunehmend Zahl an Virtual Reality Lokalen in Wien wird sie noch länger.

Warum es solche Angebote gibt? Mit allem drum und dran, kann eine VR-Ausstattung schon einmal mehrere tausend Euro kosten. Außer, jemand will es wirklich, ist es rein aus wirtschaftlicher Sicht also nicht die beste Entscheidung, sich VR-Equipment zuzulegen.

Im Waldviertel bieten sich kaum Möglichkeiten, Virtual Reality auszuprobieren. Außer, du oder ein Freund besitzt das Equipment selbst. Wer in Wien studiert oder auf Besuch in der Stadt ist, dem kann ich deshalb nur ans Herz legen, einmal in einem Virtual Reality Lokal vorbeizuschauen.

Bevor wir die besten VR-Lokale Wiens vorstellen, widmen wir uns der Grundsatzfrage:

Wie funktioniert Virtual Reality überhaupt?

Wir schreiben zwar das Jahr 2018, dennoch wirkt Virtual Reality futuristisch wie sonst kaum etwas. Dabei ist die Technik dahinter gar nicht so kompliziert wie sie im ersten Moment wirkt.

Der wichtigste Teil der Ausstattung ist die VR-Brille. Sie ist das Tor in die neue Welt. Von außen erwecken die ulkigen Brillen den Eindruck, dass der Spieler erblindet. Im Inneren sind aber zwei kleine Bildschirme versteckt. Für jedes Auge einer. Diese Bildschirme erzeugen die Welt, die der Spieler am Ende sieht.

Zusätzlichen sind an der Brille verschiedene Sensoren angebracht. Sie verfolgen jede Kopfbewegung und bewirken etwa, dass sich bei einer Kopfdrehung das Bild entsprechend bewegt. Dadurch kann sich der Spieler wie in einem Raum umschauen. Für eine authentische Tonkulisse sorgen Kopfhörer. Meistens sind sie gleich Teil der Brille.

VR-Brille: Tor in eine andere Welt. © VREI

Allein mit Brille lassen sich 360-Grad-Filme anschauen oder virtuelle Reisen durch die Welt machen. Um Spiele spielen zu können, braucht es zusätzlich noch Controller oder Joysticks. Meistens sind das etwas dickere Plastikstangen mit zwei bis drei Knöpfen, die quasi eine Verlängerung der Hand darstellen. Wenn der Spieler den Controller in seiner Hand bewegt, bewegt er damit auch seine Hand im Spiel. Drückt er auf einen Plastikknopf, löst er damit eine bestimmte Aktion aus. Zum Beispiel lässt er den Pfeil im gespannten Bogen los und schießt.

Neue, alte Technik

So fortschrittlich Virtual Reality auch wirkt: Die Technik an sich ist absolut nichts Neues. Spielhallen boten schon in den 80ern und 90ern Virtual Reality Spiele an teuren Automaten an. Ob diese Spiele gut waren, darüber lässt sich streiten. Erfolgreich waren die VR-Automaten jedenfalls nicht. Sie verschwanden gemeinsam mit den Spielhallen von der Bildfläche. Gute 15 Jahre später kehrt die Virtual Reality aber wieder zurück – in neuerer und vor allem besserer Form. Schnellere Computer ermöglichen realistische Bilder und dank kleinerer Chips passt die Technik in viel kompaktere Geräte.

Rennauto fahren wie in echt: Mit VR-Brille. © VREI

In Branchen abseits der Unterhaltungsindustrie findet Virtual Reality damals wie heute Anwendung. Etwa beim Pilotentraining. Die Technik simuliert ein echtes Flugzeug, das die angehenden Piloten wie in einem echten Cockpit steuern müssen. So können sie schwierige Situationen ohne Risiko üben.

Auch das Militär setzt auf VR. Die US-Armee verwendet Virtual Reality Technik bei der Ausbildung ihrer Soldaten. Sogar Architekten profitieren von Virtual Reality. Sie können ihre entworfenen Gebäude mithilfe einer VR-Brille im Vorhinein betrachten. Ohne, dass sie einen riesigen Betonblock hinstellen müssen, der dann vielleicht Mängel aufweist.

Wo kann ich Virtual Reality in Wien erleben?

Virtual Reality macht unglaublich viel Spaß. Das wissen auch einige Lokalbetreiber in Wien und Umgebung. Ganz vorne mit dabei: das am Anfang angesprochene „Virtual Reality Café“, Punkt eins auf unserer Liste.

VREI

Das VREI-Café in Neubau ist so etwas wie ein Pionier in Sachen Virtual Reality Lokale. Nicht nur in Wien, sondern weltweit. Die Betreiber waren eine der ersten, die sich vom Konzept „VR-Lokal“ überzeugen ließen.

Charakter hat das Café auf jeden Fall. Wer das Café nahe der U-Bahn Station Neubaugasse betritt, ist sofort mittendrin. In abgegrenzten Bereichen stolpern Menschen mit schwarzen VR-Brillen auf dem Kopf hin und her. Bereits von außen wirkt das Ganze witzig. Selbst hin und her zu stolpern ist noch witziger. Dann steht man als Spieler nämlich nicht mehr in einem belebten Café mit abgetrennten Spielbereich, sondern auf einem Berg, auf einem Hochhaus oder vor einer Burg. Von der Umgebung bekommt man nichts mehr mit.

Das VREI-Café liegt direkt bei der Neubaugasse. © VREI

In einem abgetrennten Bereich finden sich neben offenen Stationen, in denen sich die Spieler bewegen können, auch Autocockpits. Mit Lenkrad, Pedalen, Vibration und natürlich Virtual Reality Brillen. Wer immer schon zum Rennfahrer werden wollte, kann das hier machen. Ohne Risiko, sich an der Wand der nächsten Kurve mehr oder minder zu verletzen.

Für Virtual Reality Neulinge bietet das VREI ein spezielles Einsteiger-Paket – 15 Euro für 30 Minuten VR. Es besteht aus insgesamt drei Teilen und bereits der erste hat es in sich: Der Spieler wird dazu aufgefordert, von einem virtuellen Wolkenkratzer springen. Zwar ist der Sprung nicht real, eine große Portion Mut braucht es trotzdem. Danach folgt eine kurze Weltreise mit Google Earth und zum Abschluss darf der Spieler 15 Minuten lang mit Pfeil und Bogen eine Burg beschützen.

Reguläre Virtual Reality Spiele im VREI sind deutlich teurer. Spieler zahlen pro Minute zwischen 50 Cent und 1,50 Euro. Je nachdem, wie viele Coins der hauseigenen Währung sie kaufen. Damit bezahlen sie die Spielminuten. Je mehr Coins auf einmal ein Spieler kauft, desto billiger ist eine Spielminute. 200 Coins kosten 29 Euro. Eine Spielminute kostet 5 oder 10 Coins. Umgerechnet sind das 40 oder 20 Spielminuten.

Wer nicht gerade spielt, dem dürfte allein der Anblick von Freunden und anderen Besuchern genügend Unterhaltung bieten. Durch die Ungewöhnlichkeit des Lokals ergeben sich auch schnell Gespräche mit Besuchern und Mitarbeitern.

Seinen Namen trägt das VR-Café nicht zu Unrecht. Kaffee und gekühlte Getränke gibt es ebenso. Angesichts des Hauptangebots des Lokals ist das aber eher Nebensache.

Area 52

Abgesehen vom VREI Café hat die Gaming Lounge „Area52“ in Floridsdorf 2017 einen Virtual Reality Bereich eröffnet. Das Angebot unterscheidet sich signifikant von dem des Cafés. Der Bereich ist nur zu gewissen Veranstaltungszeiten zugänglich. Diese Veranstaltungen finden ein bis zwei Mal pro Woche statt. Teilnehmer können dabei die neuesten VR-Spiele testen. Nur im Vorhinein anmelden muss man sich. Die Teilnahme selbst ist kostenlos.

Die Area 52 hat wesentlich mehr Gaming-Charakter als das Café und ist selbst offensichtlich kein Café. Viel mehr handelt es sich um einen Treffpunkt für Videospiel-Fans. Wer Videospiele mag, wird sich dort also wohl fühlen. Alle, die nicht regelmäßig am Computer oder an der Konsole spielen, sind im VREI Café besser aufgehoben.

VR Adventures

Etwas außerhalb von Wien, in der SCS, liegt Österreichs erste VR-Spielhalle mit dem Namen „VR Adventures„. Die Betreiber versuchen, ihren Besuchern genau das anzubieten, was sie mit dem Namen bereits andeuten: Ein virtuelles Abenteuer. An einer Reihe von Stationen können sie verschiedene Spiele  testen. Damit bieten die „VR Adventures“ eine Einführung in die virtuelle Realität – und die macht enorm Spaß. Falls dir beim Shoppen langweilig wird, sind die „VR-Adventures“ auf jeden Fall einen Besuch wert. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht. Ein Spiel kostet um die 10 Euro.

Meine Erfahrung

Ich selbst habe meine erste Virtual Reality Erfahrung im April 2018 gemacht und das Einsteiger-Paket im VREI ausprobiert. Um meinen Eindruck in ein Wort zu fassen: Genial! Selten hatte ich so viel Spaß an einem Abend. Vor allem der erste Teil des Einsteiger-Pakets hat es mir angetan. Hier die Erfahrung aus meiner Perspektive:

Klack. Und die VR-Brille ist auf meinem Kopf. Ich finde ich in einer anderen Welt wieder. In einer Stadt, die etwas wie New York aussieht. Kurz wird mir leicht schwindelig. Das dauert aber nur wenige Sekunden an. Dann habe ich mich an die neue Umgebung gewöhnt.

Es folgt das eigentliche Spiel. Ich fahre mit einem Aufzug auf einen gefühlt 100-stöckigen Wolkenkratzer. Ich soll vom Dach springen. Vom Dach. Als wäre das nicht genug, legen die Mitarbeiter des VREI, ein echtes Holzbrett auf den Boden, bevor ich die Planke betrete. Das sehe ich durch die VR-Brille nicht. Alles fühlt sich so echt an. Ich sehe nach unten und mir wird leicht mulmig. Ich weiß, dass die Situation nicht real ist. Trotzdem habe ich ein ungutes Gefühl im Bauch. Langsam gehe ich die Planke nach vorne. Bis ich ganz an der Kante stehe. Ich zögere kurz. Dann der Sprung. Eigentlich sollte ich zur Seite springen. Ich aber springe geradeaus. Direkt gegen die Wand vor mir. Ich breche in Lachen aus. Gleichzeitig falle ich im Spiel mehrere hundert Meter in die Tiefe. Ich befinde mich irgendwo zwischen Lachflash und Adrenalinkick. Kurz vorm Boden glaube ich kurz, dass ich sterbe. Dann doch nicht. Es ist doch nur ein Spiel. Es ist alles ok. Alles ist gut. Das hat Spaß gemacht. Ich will noch einmal. Spätestens jetzt hat mich Virtual Reality überzeugt.

Ich, kurz vor dem Sprung in die Tiefe.

Das war der erste Teil. Es folgt eine virtuelle Weltreise. Ich befinde mich plötzlich am Fuß des Hoover Dams in Nevada, im Himalayagebirge, in der kenianischen Wüste und bei den Great Lakes in Nordamerika. So fühlt sich Freiheit an. Ich will die Welt erkunden. Nach knappen fünf Minuten ist meine Reise leider schon wieder vorbei.

Danach darf ich mit Pfeil und Bogen schießen. Ich soll eine Burg vor Eindringlingen verteidigen. Das erste, was ich lerne: Ich kann absolut nicht Bogen schießen. Bessern sollte ich mich in den nächsten 15 Minuten nicht. Nach knapp zwei Minuten erobern die Angreifer die Burg. Jedes Mal aufs Neue. Egal. Ich habe meinen Spaß. Wild hüpfe ich im grünen VR-Bereich im VREI hin und her und fuchtel mit den Armen herum.

Nach den 15 Minuten Spielzeit bin ich völlig außer Puste. Und glücklich wie ein kleines Kind. Die 15 Euro für das Einsteiger-Paket waren es durch und durch wert.

 
 

veröffentlicht von Kerstin

6. August 2018

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