Book-Hacks: Gute und günstige Bücher in Wien

Foto: Freddie Marriage / Unsplash
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von david

8. November 2020

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Bücher sind toll! Vor allem, wenn sie fast nichts kosten. Die besten Orten für günstige Bücher in Wien – ein Guide.

„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern“, sagte der französische Schriftsteller André Malraux. Bücher sind kleine Büchsen des Wissens. Ganz egal, ob sie ihren Inhalt mit einer Geschichte erzählen oder ganz direkt – wie es beispielsweise ein Sachbuch tut. Kein Medium enthält so viele Informationen oder so viel Spannung wie ein gutes, dickes Buch. Mit einem kleinen (aber feinen) Studentenbudget können manche Bücherkäufe allerdings ganz schön teuer werden. Wien bietet glücklicherweise mehr als genügend Orte, an denen es günstige Bücher zu kaufen gibt.

Vor allem tiefgehende Fachliteratur – meist für die Uni – kostet teilweise ganz schön viel. Grundsätzlich auch logisch. 500 Seiten „Einführung in die Statistik“ waren sicher ein riesiger Schreibaufwand – und dafür sind sie wahrscheinlich nicht übermäßig stark nachgefragt. Dementsprechend mehr kostet so ein Fachbuch auch. Dummerweise benötigt man es zumeist zum Lernen. Und eigentlich möchte man ja beides: Sowohl die Fachliteratur für die Uni als auch all die anderen Bücher, die man gerne in der Freizeit lesen würde. Am besten beides so billig wie möglich. Deshalb hier ein paar Tipps, wo du in Wien günstige Bücher bekommst.

Die (eigentlich) Teuren: Fachliteratur

Wie gesagt. Richtig weh tut im Geldbeutel zumeist Fachliteratur. Ein gutes Nachschlagewerk kostet schnell einmal 40 € oder mehr. Nur, damit es nach der Prüfung oder dem Studienabschluss im Regal verstaubt. Aber keine Sorge: Es gibt in einigen Geschäften und an Bücherbörsen in Wien auch günstige Bücher von dieser Sorte.

ÖH Bücherbörse

Die Anlaufstelle Nummer eins, was günstige Uniliteratur betrifft, sind definitiv die ÖH Bücherbörsen. Es handelt sich dabei quasi um einen Vermittlungsservice der HochschülerInnenschaft (also der Studierendenvertretung). An der ÖH Bücherbörse können aktive und ehemalige Studenten Bücher, die sie nicht mehr benötigen, weiterverkaufen. Den Preis legen sie dabei selbst fest. Das Buch kommt dann für eine bestimmte Zeit lang in den Bestand der Bücherbörse, wo Interessenten sie wie in einer normalen Buchhandlung kaufen können. 10 % des Verkaufserlöses gehen dabei als Verwaltungskosten an die ÖH.

Das Prinzip hat zwei Vorteile: Erstens, erspart man sich als Käufer langwierige Suchen in diversen Facebook-Gruppen oder auf Flohmärkten und kann das gesuchte Buch ganz einfach aus dem Regal nehmen. Und zweitens, nimmt die Börse Studenten, die ihre Bücher weiterverkaufen möchten, sämtliche Verkaufsarbeit ab.

Derzeit gibt es in Wien drei Bücherbörsen: Zwei an der Universität Wien, im Neuen Institutsgebäude (NIG) und an der Jus-Fakultät, und an eine an der WU Wien. Alle Infos dazu gibt es hier:

Eine der ÖH-Bücherbörsen befindet sich direkt im Gebäude der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Wien. Foto: Gugerell / Wikimedia Commons

An der Uni Wien sollen übrigens in naher Zukunft zwei weitere Bücherbörsen folgen: Eine an der Fakultät für Naturwissenschaften sowie eine für evangelische Theologie.

Facebook, Medimops und Co.

Anlaufstelle Nummer zwei für günstige Bücher (mit und ohne Fachbezug) ist mit Sicherheit das Internet. Auf Facebook existieren unzählige Gruppen, in denen Studierende in Wien Bücher aller Art austauschen – wie zum Beispiel die Gruppe „Uni Bücher Wien“. Abgesehen davon finden sich unzählige fachspezifische „Online-Bücherbörsen“ in den sozialen Netzwerken. Suchen zahlt sich in jedem Fall aus. Abgesehen davon kann es sinnvoll sein, Online-Buchhändler mit Second-Hand-Angebot wie Medimops oder Rebuy zu durchforsten. Dort dauert die Lieferung zwar etwas länger, jedoch finden sich in den Online-Shops Bücher, die es sonst oft nirgendwo anders so günstig zu kaufen gibt. Und dann ist da natürlich noch ein Klassiker: Willhaben. Gerade nach Semesterschluss stellen viele Ex-Studenten ihre Uni-Bücher gesammelt auf Willhaben. Eine kurze Suche nach günstigen Büchern kann den Aufwand also wert sein.

Social Media kann eine wahre Fundgrube für günstige Uni-Unterlagen sein. Foto: Tim Mossholder / Unsplash

Freizeitliteratur: Unterhaltung und Sachbücher

Beim Lesen geht es aber um weit mehr als nur Fakten. Bücher gehören zu den schönsten Dingen der Welt – abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen wie vielleicht das Wörterbuch oder die Mathebücher aus der Schule. Wer die Romane nur so verschlingt oder ein Sachbuch nach dem anderen liest, zahlt jedoch auch einiges für sein Hobby. Teilweise sind E-Books billiger als Bücher in Papierform, allerdings muss man dafür das Lesen auf einem E-Reader mögen. Außerdem strahlt ein gutes Papierbuch eine Magie ab, die E-Books nicht wirklich bieten können. Wieder gilt: Es gibt in Wien durchaus einige Orte, an denen es günstige Bücher (in Papierform) zu kaufen gibt.

Offene Bücherschränke

Fast schon eine Institution in Sachen Gratis-Literatur sind die offenen Bücherschränke in Wien. Derzeit gibt es drei im Zuge eines offiziellen Projekts und viele weitere kleine an versteckten Orten. Ein offener Bücherschrank funktioniert ganz einfach: Man kann Bücher nehmen und welche hineinstellen. Einfach so und ohne irgendwelche Kosten. Die Bücher im offenen Bücherschrank gehören ganz einfach allen Menschen, die in Wien leben.

offener Bücherschrank in Wien

Hineinstellen und herausnehmen: So einfach funktioniert das Prinzip der offenen Bücherschränke. Foto: Verein offene Bücherschränke 2020

Books4Life – der karitative Buchladen

Bücher kaufen für den guten Zweck: Das geht im Books4Life, einem Second-Hand-Buchgeschäft im 8. Bezirk. Das Prinzip ist denkbar einfach – im Laden gibt es gebrauchte Bücher zu kaufen und 90 % des Umsatzes davon werden an soziale Projekte gespendet. Und das bei Preisen, die für absolut jeden leistbar sind. Nahezu alle Bücher im Books4Life kosten zwischen 50 Cent und 5 €. Da geht sich selbst für Studenten ein ganzes Sackerl voller Bücher aus.

Kontakt und Information

Books4Life

Skodagasse 17, Wien, Österreich

Öffnungszeiten

  • Mittwoch: 15-18 Uhr
  • Donnerstag: 15-18 Uhr
  • Freitag: 13-19 Uhr
  • Samstag: 10-16 Uhr

Büchereien Wien

Zugegeben, in einer Bücherei kann man zwar keine Bücher kaufen, dafür kann man sie aber supergünstig ausleihen. Die Wiener Hauptbücherei und ihre unzähligen Zweigstellen bieten eine (wirklich!) riesige Auswahl an Büchern aller Art. Und mit einer Jahreskarte um 31 € beziehungsweise 9 € für Studierende bis 24 Jahre sind dem Bücherwunderland keine Grenzen gesetzt.

Immer und überall: Flohmärkte und Buchhandlungen

Wer immer auf der Suche nach neuer Literatur ist, dem sei auch ein Besuch bei einem der unzähligen Flohmärkte in Wien ans Herz gelegt. Oft finden sich dort verborgene Schätze, auf die man so vielleicht nie stoßen würde. Ganz abgesehen davon findet in Wien fast wöchentlich irgendwo ein eigener Bücherflohmarkt statt – eine Übersicht gibt es hier. Ebenso lohnt es sich, nach Angeboten in den vielen Buchhandlungen in Wien Ausschau zu halten. Irgendetwas ist dort fast immer vergünstigt.

Bücherflohmarkt

Bücher mit Vintage-Feeling um einen Euro? Gibt’s bei den unzähligen Bücherflohmärkten in Wien. Foto: Freestocks / Unsplash

Guter und günstiger Lesespaß

Bücher erzählen Geschichten des Lebens, inspirieren und regen unser Denken an. Sie sind der Grund, warum wir über viele Dinge Bescheid wissen und prägen oft sogar unsere Persönlichkeit. Sie bieten Raum zum Lernen und eine Fluchtmöglichkeit in andere Welten. Und sie zeigen, wie schön Sprache sein kann. Der Maler Francis Bacon sagte einmal: „Einige Bücher soll man kosten, andere verschlingen, und einige wenige kauen und verdauen.“ Gerade eine Stadt Wien bietet daher wohl so viele gute (und günstige) Bücher.

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von MarleneK

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