Der Survival-Guide für Sonntage und Feiertage in Wien

Foto: Flo Karr
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von david

3. Juli 2019

FREIZEIT & SPORT

Kaum woanders wird die Trägheit des Sonntags so gefeiert, wie in Österreich. Das gilt auch für Wien. Aber wie kann man diesen leeren Tag sinnvoll nutzen?

Ein beliebiger Sonntag beginnt für viele wohl so: Man wacht ohne Wecker am frühen bis späten Vormittag auf, zerrt sich in die Küche für Kaffee oder Tee und falls man nicht gerade arbeiten oder lernen muss, macht man sich danach einen „gemütlichen“ Tag. Diese „Gemütlichkeit“ des Sonntags ist wahrlich ein Stück österreichisches Kulturgut. Wer den Beweis möchte, kann einfach Mal um sechs Uhr morgens in Wien durch die Stadt gehen. Mehr als 10 Menschen trifft man dabei wohl kaum.

Dabei macht es absolut keinen Unterschied, ob man nun im Waldviertel oder in Wien ist – am Sonntag ist einfach wenig los. Der große Vorteil im Waldviertel ist jedoch, dass man den Tag mit großer Wahrscheinlich zuhause bei den Eltern verbringt. Und das bedeutet: bekocht werden (oder selbst kochen), Zeit mit der Familie verbringen und die Natur genießen.

Sonntag

Sonntags sieht Wien gerne auch einmal so aus. Foto: Ian Peezick

In Wien ist es nicht immer ganz so gemütlich. Vor allem wenn du, wie ich, nie viel zu essen zuhause hast. Dann kann der morgendliche Blick in den Kühlschrank ziemlich ernüchternd ausfallen. Wenn du dann auch noch am Vortag fort warst und absolut keinen Plan hast, was du an diesem Tag nun machen sollst, dann brauchst du genau diesen Artikel. Wir liefern einen Überblick, wo du am Sonntag günstig Essen und andere Eventualitäten herbekommst und wie du den siebten Tag der Woche sinnvoll nutzen kannst.

Essen und andere Grundbedürfnisse

Wer also wie ich von Tag zu Tag lebt und nie Nahrungsmittel für mehr als eineinhalb Tage zuhause hat, der steht Sonntags vor einem Problem: Woher bekomme jetzt etwas zu essen her? Am sinnvollsten ist es natürlich, schon am Vortag mitzudenken und einfach mehr als üblich einzukaufen. Das Leben wäre jedoch nicht das Leben, wenn nicht plötzlich etwas dazwischen kommen würde. Und dann steht man da – ohne Essen, hungrig und vielleicht auch noch mit einem Kater vom Vorabend. Klar, es gibt immer die Möglichkeit, ins nächstbeste Café zu gehen und sich dort etwas zu kaufen oder etwas zu bestellen. Aber das ist erstens verdammt teuer und zweitens nicht immer das, was man gerade möchte. An diesem Punkt gibt es nun zwei Möglichkeiten.

Supermärkte

Die Debatte um erweiterte Sonntagsöffnungszeiten ist kontrovers und da möchte ich mich auch gar nicht einmischen. Aber Fakt ist, an einigen Orten in Wien ist es durchaus möglich, sonntags Lebensmittel und andere grundsätzliche Dinge wie Taschentücher, Zahnpasta oder Seife einzukaufen. Und diese Liste ist gar nicht einmal so kurz.

Einerseits gibt es die berüchtigten Billa-Filialien am Praterstern und Franz-Josefs-Bahnhof. Jedoch würde ich zu diesen nur mit starken Nerven raten – denn es gibt einfach nichts ungemütlicheres, als sich Sonntags durch gefühlt 500 Menschen zu drängen und eine halbe Stunde auf die Kassa zu warten.

Andererseits finden sich in Wien die Spar Pronto Märkte in der Mall in Wien Mitte, am Hauptbahnhof, im AKH und beim Museumsquartier sowie der U3-Supermarkt und einen Merkur Mini-Markt beim Westbahnhof. Beim Schottentor, der Landstraße und dem Praterstern gibt es außerdem die Okay-Märkte, die zwar vorrangig Reiseproviant verkaufen, aber im Prinzip nichts anderes als ein Mini-Supermarkt sind.

Für detaillierte Infos gibt es auch einen eigenen Artikel zum Thema Shoppen am Sonntag von uns.

Bäckereien und Co.

Neben einigen wenigen Supermärkten haben in Wien Sonntags sehr viele Bäckereien geöffnet – allen voran die vielen Anker- und Ströck-Filialen in der Stadt. Dort gibt es neben Brot und Gebäck auch ein paar Milchprodukte zu kaufen. Im Zweifelsfall überlebt man also auch damit.

Auch am Sonntag haben einige Geschäfte geöffnet. Foto: Mike Petrucci

Abseits davon lohnt es sich auch immer, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen. Der türkische Bäcker bei mir um die Ecke etwa hat auch sonntags geöffnet und verkauft die absurdesten Gebäck-Variationen, Milch und Joghurt. Nur ein paar hundert Meter weiter findet sich ein kleiner türkischer Supermarkt, der Obst, Gemüse, Reis und weitere grundsätzliche Lebensmittel verkauft – auch sonntags. Oft sind es jene Orte, an die man im ersten Moment gar nicht denkt, die einem am Ende doch weiterhelfen.

Unendliche Freizeitmöglichkeiten

Gut, Grundbedürfnisse soweit gestillt. Es folgt die große Frage: Was kann ich am Sonntag überhaupt alles in Wien machen? Zugegeben, auf diese Frage wüsste jedes Kind ein paar Antworten. Was aber, wenn man diese schon abgeklappert hat?

Wer studiert und/oder arbeitet, der wird seinen Sonntag wohl auch öfter nutzen, um nicht erledigte Aufgaben abzuarbeiten. Dafür eignen sich gerade sonntags die vielen Kaffeehäuser in Wien hervorragend – die sind praktisch alle geöffnet. Für konkretere Tipps gibt es von uns auch einen Artikel mit den besten Lerncafés der Stadt. An schönen Tagen bieten sich außerdem Parks wie der Volksgarten, der Votivpark oder gar Schönbrunn als tolle Lernorte an. Lediglich wer eine wissenschaftliche Arbeit schreiben muss, hat es nicht so einfach. Fast alle Bibliotheken haben sonntags geschlossen – bis auf den Lesesaal im Museum für Angewandte Kunst (MAK). Weitere Infos gibt’s in einem eigenen Artikel über Bibliotheken in Wien von uns.

Apropos Museen: Die haben an Sonn- und Feiertagen eigentlich immer geöffnet und wirken ein bisschen entschleunigend – eine perfekt Sonntagsaktivität also. Alternativ dazu bietet sich ein Zoo-Besuch oder ein Nachmittag im Haus des Meeres an. Oder man genießt einfach Wien, geht spazieren, erkundet die Innenstadt, besucht den Donaukanal oder fährt auf die Donauinsel. Wien bietet wirklich unzählige Blickwinkel auf die Stadt.

Im Sommer ist der Donaukanal immer ein guter Ort. Foto: Ma Mundi, Flickr

Egal, wie du deinen Sonntag schlussendlich verbringst: Mache dir die Trägheit des Tages zunutze und genieße die Ruhe. Einfach einmal eine paar Stunden entspannen, ein Buch lesen, den Tag mit Freunden verbringen – dafür eignen sich Sonntage perfekt.

Und wie lässt man so einen Sonntag dann ausklingen? Vielleicht mit einer Folge Tatort? Aus mir noch nicht ganz ersichtlichen Gründen hat sich in den letzten Jahren ein absoluter Tatort-Hype etabliert. Es macht jedenfalls echt Spaß, den Sonntag gemeinsam mit Freunden und einer Folge Tatort zu beenden – entweder zuhause oder beim kostenlosen Public Viewing im Topkino oder Schikaneder. Filmstart ist jeden Sonntag pünktlich um 20.15 Uhr.

Sonntage und Feiertage sind im Prinzip Tage wie alle anderen – mit dem einzigen Unterschied, dass einfach nichts los ist. Wer weiß wie, kann trotzdem fast alles machen. Außerdem kann man sich die Trägheit des Sonntags durchaus zunutze machen und die Dinge einfach einmal ein bisschen langsamer angehen.

 
 

veröffentlicht von david

3. Juli 2019

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