Digitale Welten: Virtuell ins Museum in Wien

Foto: Belvedere Wien / Johannes Stoll
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von david

8. November 2020

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Bei vielen der Wiener Museen kann man auch virtuell ins Museum – eine tolle Beschäftigung für Regentage. Waldviertler.wien hat die Highlights.

Ob es die prunkvollen Säle des kunsthistorischen oder naturhistorischen Museums sind, der wunderschöne Aufgang zur Albertina, abstrakt-minimalistische Ausstellungen im Museum für Moderne Kunst oder absurde technische Gerätschaften im technischen Museum: Wien hat in Sachen Museen nahezu alles zu bieten, was das Herz begehrt. Wer sich für ein Thema interessiert, findet mit Sicherheit ein Museum zu dem Thema in Wien, sei es nun Kunst, Sigmund Freud oder Heeresgeschichte.

Jedes Museum hat dabei immer einen gewissen, unverkennbaren Flair. Ein Gefühl, das sich durch alle Adern und Zellen zieht, während man die Exponate betrachtet. Manchmal öffnet es einem die Augen für neue Perspektiven, manchmal begeistert es, manchmal bedrückt es einen und manchmal genießt man einfach nur den Anblick. In jedem Fall ist jeder Museumsbesuch in Wien ein Erlebnis. Manchmal ist dies aber nur bedingt möglich. Wer krank ist, hat zwar viel Zeit, kann und sollte aber eher nicht in ein öffentliches Museum gehen – gerade in Zeiten von Corona. Allzu oft hat das gewünschte Museum auch einfach zu. Wer um elf Uhr abends Lust auf künstlerische Anregungen bekommt, steht bei sämtlichen Kunstmuseen in Wien vor verschlossener Tür.

Vom Bett aus virtuell ins Museum

Aber, die Rettung ist nicht weit: Bei vielen Institutionen in Wien kann man auch virtuell ins Museum. Natürlich bieten Online-Rundgänge nicht exakt dasselbe Erlebnis wie ein Rundgang vor Ort. Allerdings hat so ein virtueller Museumsbesuch auch Vorteile: Man erspart sich sämtliche Wartezeiten, kann Werke direkt mit Freunden diskutieren, ohne andere Museumsbesucher zu stören und muss sich an einem regnerischen Herbsttag nicht einmal aus dem Bett bewegen. Außerdem lässt sich ein Museum so auch von zuhause aus im Waldviertel erleben. Dadurch wird jeder Rundgang persönlich und individuell.

Bett mit Laptop

Perfekt für kalte Tage: Virtuelle Museumstouren lassen sich auch vom Bett aus machen. Foto: Mi Yeoun Jun / Unsplash

Doch was gibt es online überhaupt zu sehen? Für etwas Orientierung, was die (digitale) Wiener Museumslandschaft so bietet, haben wir die besten virtuellen Sammlungen und Rundgänge zusammengefasst.

Albertina

Wer Kunst mag, dem gefällt mit ziemlicher Sicherheit auch das Albertina Museum in der Innenstadt Wiens. Es ist etwa für die Werke von Albrecht Dürer (insbesondere den „Feldhasen“) oder die Prunkräume bekannt. Und das Beste: Fast eine Viertelmillion Exponate sind auch virtuell verfügbar.

Belvedere

Ein weiteres digitales Highlight ist das Kunstmuseum Belvedere im Schloss Belvedere, in dem unter anderem einige der bekanntesten Werke von Gustav Klimt ausgestellt sind. Es bietet täglich um 15.00 Uhr eine kleine Live-Museumsführung auf Facebook mit dem Kunstexperten Markus Hübl. Reinschauen lohnt sich! Außerdem sind alle Episoden zum Nachschauen auf der Facebook-Seite des Museums verfügbar. 

Gustav Klimt – Dame in Weiß

Das Belvedere digital erleben 🏛🇦🇹Mit einem clownshaften Gesichtsausdruck präsentiert uns Gustav Klimt die "Dame in Weiß". Den Kopf leicht in den Nacken gelegt, den Mund zu einem schelmisch breiten Grinsen gezogen, blickt uns die Protagonistin des Bildes entgegen. Damit entspricht sie so gar dem sonst so idealisierenden Frauenbild des Künstlers. Dieses Werk findet ihr auch in unserer Online Sammlung 👉bit.ly/3gcij0j

Gepostet von Belvedere Museum am Mittwoch, 30. September 2020

Abgesehen davon steht die Hälfte der Sammlung mit ausführlichen Beschreibungen auch online zur Verfügung. Zusätzlich bietet die Webseite des Belvederes eine weitreichende Sammlung an Vortrags-, Konzert- und Diskussionsaufzeichnungen.

Haus der Geschichte

Wer sich für Geschichte interessiert, wird im Haus der Geschichte Österreich (kurz hdgö) glücklich. Auf der Webseite gibt es mittlerweile eine eigene Sparte, die den Namen „Web-Ausstellungen“ trägt. Zu sehen gibt es unter anderem Ausstellungen zu den Grenzen Österreichs oder zur Nachkriegszeit. Zusätzlich bietet das hdgö einen witzigen Postkarten-Generator!

Jüdisches Museum

Ein einzigartiges Museum in Wien ist definitiv das jüdische Museum, in dem sich alles um jüdische Geschichte und jüdische Kultur dreht. Gerade mit seinen unzähligen historischen Aspekten ist jeder Besuch durchweg spannend. Und: Einen wesentlichen Teil der Exponate kann man auch online betrachten – inklusive ausführlicher Beschreibungen.

Kunsthistorisches Museum 

Das kunsthistorische Museum (khm) bietet eine maximale Ladung Kunstgeschichte. Die virtuelle Objektsammlung allein ist schon ein Highlight. Man kann aber auch mit der App „KHM Stories“ eine virtuelle Tour durch das Museum unternehmen. Oder man informiert sich am YouTube-Kanal des Museums namens „Talks and Lectures“ über Kunstgeschichte. Sogar einen eigenen Podcast hat das khm. Dem Kunsterlebnis sind in dem Fall wirklich keine Grenzen gesetzt.

Naturhistorisches Museum

Auch das naturhistorische Museum (nhm) lässt sich vollständig online besuchen. Der gesamte Ausstellungsbereich ist auf Google Arts&Culture mit ausführlichen Beschreibungen verfügbar. Außerdem zeigt das nhm auf Facebook und Instagram von Montag bis Freitag digitale Spaziergänge zu einzelnen Ausstellungsobjekten. Zusätzlich dazu finden sich auf der Webseite des Museums noch einige Extra-Infos.

Technisches Museum

Das technische Museum Wien bietet einen wahrlich riesigen Online-Katalog. Wer etwas über Technik oder Physik lernen möchte, wird hier sicher fündig. Außerdem hat das Museum für Experimentierfreudige eine Übersicht mit kinderleichten Experimenten für zuhause verfasst.

Linz-Donawitz-Tiegel im technischen Museum Wien

Einen riesigen Stahltiegel wie diesen kann man online zwar nicht direkt betrachten – interessante Infos darüber findet man aber trotzdem. Foto: Wikimedia Commons / Manfred Werner – Tsui

Österreichische Nationalbibliothek

Die österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) ist zwar kein Museum im direkten Sinn, bietet aber einen gefühlt fast unendlich großen Online-Katalog mit historischen Büchern. Darüber hinaus steht eine große Sammlung an alte Zeitungen und Zeitschriften kostenlos auf der Plattform ÖNB-Anno zur Verfügung. So kann man sich beispielsweise gemütlich von zuhause aus durch „Cook’s Welt-Reise-Zeitung“ von 1894 blättern und hat gleich ein kleines Stück Reiseerlebnis.

Weltmuseum

Andere Länder und Kulturen kennenlernen: Im Weltmuseum Wien (WMW) geht das ganz einfach – vor allem mit der großen Online-Sammlung, die über 6.000 Objekte zählt. Wer sich lieber gleich das ganze Museum anschaut, kann mit der WMW-App auch jederzeit von zuhause aus einen virtuellen Rundgang machen.

Honorable Mentions

Die Wiener Museumslandschaft ist groß, wirklich groß. Daher ist diese Liste an virtuellen Museums-Möglichkeiten bei weitem nicht erschöpfend. Einige Museen mit Online-Angebot haben es nicht in die Hauptauswahl geschafft, sind aber eine Erwähnung wert. Dazu zählen:

Bild im Mumok

Moderne Kunst virtuell zu betrachten, gibt dem Wort „modern“ eine völlig neue Bedeutung. Foto: Vienna Reyes / Unsplash

Neue Perspektiven

Schlussendlich sind Museen dazu da, neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen, zum Nachdenken anzuregen und vielleicht ein kleines bisschen die Welt zu verändern. Mit dem großen virtuellen Ausstellungsangebot in Zeiten von Corona (und darüber hinaus) schaffen sie vielleicht genau das. Sie zeigen, was im Internet möglich ist und wie wir es ein wenig besser zum Erforschen neuer Ideen verwenden können. Eine gemütliche und eher analoge Stadt wie Wien erscheint dadurch in völlig neuem Licht. Man kann eben auch virtuell ins Museum gehen.

Wer sich für weiterführende Infos zu virtuellen Museen in Wien interessiert, findet hier eine Übersicht mit allen digitalen Museumsangeboten der Stadt Wien. Außerdem lohnt sich ein Blick über Wien hinaus. Mittlerweile kann man auch das British Museum in London oder das Musée du Louvre in Paris virtuell besuchen.

 
 

veröffentlicht von david

8. November 2020

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