Entlegene Orte in und um Wien

Und das war mal eine Sargfabrik? /// www.f23.at
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von sebastian

13. August 2019

FREIZEIT & SPORT

Möchtest du einmal abseits der typischen Touristenattraktionen spazieren? „Entlegene Orte in und um Wien“ hat einiges zu bieten!

Wien fungiert schon seit langer Zeit als zentrale Metropole in Europa. Nicht nur Infrastruktur und Verkehr sind ein großer Pluspunkt, ebenfalls können wir auf eine lange und individuelle Kultur stolz sein. Trotzdem gibt es in unserer Bundeshauptstadt auch einige entlegene Orte, die einen Besuch wert sind.

Sophienalpe

Wir befinden uns hier im äußersten Westen Wiens, öffentlich kommst du hier lediglich mit dem Bus 450 hin. Er verkehrt täglich zwischen Wien Hütteldorf und Mauerbach. Um die Sophienalpe zu erreichen, steigst du am besten bei der Station Kasgraben (eh sehr leicht zu merken) aus. Dann liegt jedoch noch ein Fußmarsch über einen der Wiener Wanderwege (Nummer 8) vor dir. Ist also ideal für einen schönen Frühlings- oder Sommertag! So ein Stückchen Grünfläche kann die perfekte Flucht aus dem stressigen Großstadtalltag sein – welche Millionenstadt kann noch von sich behaupten, eine „Alpe“ zu besitzen?

Für das perfekte Foto steht euch hier die Franz-Karl-Fernsicht zur Verfügung. Auf einer Höhe von 488 Metern können hier zahlreiche, umliegende Gipfel betrachtet werden, unter anderem auch der Schneeberg.

 
 
 

Kontakt und Information

Sophienalpe

Sofienalpenstraße 113
1140 Wien

Zu erreichen mit der U4 (Station Hütteldorf) und dann mit dem 450er Bus in Richtung Mauerbach bis zur Station Kasgraben.

Friedhof der Namenlosen

Vielleicht habt ihr davon schon einmal gehört, aber wer war denn wirklich schon einmal dort? Wir starten hierfür eine Reise quer durch Wien und machen in Simmering Halt. Dort befindet sich nämlich der sogenannte Friedhof der Namenlosen. Schon im 19. Jahrhundert wurden hier Leichen, die dort über die Donau angeschwemmt wurden, kommentarlos begraben. Meist waren diese nicht mehr identifizierbar beziehungsweise machte man sich nicht die Mühe. Aufgrund der häufigen Überschwemmungen wurde ein Hochwasserschutz errichtet, der den buchstäblichen Tod des Friedhofs bedeutete, weil er nun nicht mehr ohne Probleme zu erreichen war (Erst 2012/13 wurde jenes Areal endgültig dem Erdboden gleichgemacht).

Durch den damaligen Bezirksvorsteher Albin Hirsch konnte im Jahre 1900 unmittelbar daneben bei einem kleinen Waldstück ein weiterer Friedhof für Namenlose errichtet werden. Im Laufe der Jahre wurde eine robuste Mauer und eine kleine Kapelle dazugebaut. Gegen Ende des 1. Weltkriegs musste der Friedhof bis auf Weiteres stillgelegt werden, da die Einwohner Wiens aufgrund von Mangel an Brennmaterial die Holzkreuze und Särge gestohlen haben, um das Holz für Heizzwecke zu verwenden. Laut Aufzeichnungen fand die letzte Beisetzung im Jahre 1940 statt, obwohl es ein Grab mit der Aufschrift 1953 gibt. Insgesamt wurden am Friedhof der Namenlosen 104 Wasserleichen bestattet, wovon 43 identifiziert werden konnten. Ein Sightseeing-Hotspot der anderen Art, nicht wahr? Typisch für entlegene Orte in Wien!

 
 
 

Kontakt und Information

Friedhof der Namenlosen

Alberner Hafenzufahrtsstraße
1110 Wien

Eher nur mit dem Auto zu erreichen, öffentlich wenn dann mit der S7.

Sternwartepark

Auf jenem Areal befindet sich die Wiener Universitätssternwarte, weswegen sich dort viele Studenten herumtummeln. In der Nähe lädt ebenfalls der Türkenschanzpark zum Entspannen ein. In den 1970er-Jahren sollte ebenda die zoologische Fakultät der Universität Wien errichtet werden, welche das knapp 60.000 m² große Grünareal maßgeblich schrumpfen hätte lassen. Dagegen sträubte sich aber die Einwohnerschaft des Bezirks und nach einer Volksabstimmung lehnte man jenen Vorschlag ab. Nun ist der Sternwartepark für allerlei Menschen zugänglich und lädt mit seiner ruhigen Atmosphäre zum Entspannen ein. Eine ausgiebige Lernsession oder auch ein ruhiger Nachmittag mit Freunden sind hier kein Problem.

sternwarte

Ein Teil Sternwarte der Universität Wien /// wien.orf,at

Kontakt und Information

Sternwartepark

Edmund-Weiß-Gasse 2
1180 Wien

Zu erreichen mit den Straßenbahnlinien 40 und 41 bis zur Station Weinhausergasse

F23

Wer hätte gedacht, dass eine ehemalige Sargfabrik zu unseren entlegenen Orten in und um Wien zählen? Ja, ihr habt richtig gehört: Sargfabrik. Zumindest war sie das bis 2013. Heute gilt sie als südlichstes Kulturzentrum der Stadt Wien. Selbst beschreiben sie sich als „experimentelles, sich laborartig entwickelndes Kulturzentrum im südlichsten Bezirk der Stadt Wien“. Überwiegend finden hier kleinere Veranstaltungen und Workshops statt. Außerdem haben auch Theateraufführungen und Modenschauen in jener alten Fabrik Einklang gefunden. So wollte man das eher triste Gelände aufpäppeln und lebendiger gestalten. Schau doch einfach mal vorbei und überzeuge dich selbst, dass hier keinerlei Spuren von Särgen oder dem Tod persönlich zu finden sind.

f23

Die ehemalige Sargfabrik von innen /// www.viennafilmcommission.at

Kontakt und Information

F23

Breitenfurter Straße 176
1230 Wien

Zu erreichen mit der Buslinie 62A (ausgehend von U6 Bahnhof Meidling) bis zur Station Kunerolgasse

Friedenspagode

Ein Hot-Spot voller Energie, von dem du dich verzaubern lassen kannst: die Friedenspagode. Für alle Wissbegierigen: Pagoden sind Friedenssymbole aus dem Buddhismus. Weltweit gibt es nur knapp 80 offizielle von ihnen, eine davon eben in unserer geliebten Bundeshauptstadt. Falls du nicht jedes Wochenende ins ruhige und idyllische Waldviertel fahren kannst, ist dies ebenfalls ein Platz, an dem du Kraft tanken kannst. Das Bauwerk ist 26 Meter hoch und inmitten sitzt eine vergoldete Buddha-Statue. Eine große Ehre für Österreich ist die Tatsache, dass hier jährlich eine Gedenkfeier für das Atombombenunglück in Nagasaki stattfindet.

friedenspagode

Friede, Freude .. /// www.meinbezirk.at

Kontakt und Information

Friedenspagode

Hafenzufahrtsstraße F
1020 Wien

Zu erreichen mit den Buslinien 79A und 79B (ausgehend von U2 Donaumarina) bis zur Station Grünhaufenbrücke

METAstadt

Die METAstadt ist ein sehr modernes und junges Veranstaltungszentrum der Stadt Wien. Mit verschiedenen Locations wirkt dieses große Areal wirklich wie eine kleine Stadt (Park, Kesselhaus, Wagenwerk, ..). Hier kann man ganze Gebäude, aber auch nur einzelne Räume für seine eigene Veranstaltung mieten. Weiters besteht die Möglichkeit, sich von erfahrenen Mitarbeitern gleich eine ganze Veranstaltung planen zu lassen. Das Areal muss man einfach gesehen haben, da hier die alten Elemente des früheren Fabrikgeländes mit modernen vereint wurden. Eine absolute Neuheit und bisher ein Unikat in Österreich. Kleiner Geheimtipp: Jeden Sonntag findet hier von 7 bis 16 Uhr der größte Flohmarkt Österreichs statt – perfekt für alle Schnäppchenjäger! 😉

metastadt

Die Wiener METAstadt /// www.falter.at

Kontakt und Information

METAstadt

Dr.-Otto-Neurath-Gasse 3
1220 Wien

Zu erreichen mit der Straßenbahnlinie 25 bei der Station Erzherzog-Karl-Straße (u.a. auch mit der S80)

krypt

Die krypt-Bar ist in Sachen „Entlegene Orte in und um Wien“ federführend! Hierbei handelt es sich um eine Bar, in die man sicher nicht zufällig stolpert. Eine genaue Adresse verrate ich euch nicht, ich sage nur Ecke Berggasse Wasagasse im 9. Wiener Gemeindebezirk. Du stehst dann vor großen, grauen Türen, die überhaupt nicht einladend wirken. Trau dich aber trotzdem rein, aus irgendeiner Ecke kommt dann ein Security hervor und heißt dich herzlichst willkommen in der krypta. Es geht dann tief hinab, man hört noch keinerlei Musik – sehr untypisch für eine Bar. Bis zirka 22 Uhr geht es hier auch recht gesittet zu, aber zu späterer Stunde kann es dann auch ganz schön lustig werden. Warum also nicht mal etwas Neues ausprobieren? Wenn du die Gürtellokale alle schon in- und auswendig kennst, ist das mit Sicherheit eine Alternative für dich.

krypt

Echt cooles Flair! /// mixology.eu

Kontakt und Information

krypt

Berggasse, Wasagasse
1090 Wien

Zu erreichen mit den Straßenbahnlinien 37, 38, 40, 41, 42 (bis zur Station Schwarzspanierstraße)

Fazit?

Jeder kennt die typischen Hot-Spots in Wien, aber niemand spricht über entlegene Orte, oder? Oftmals sind diese jedoch kulturell gesehen auch nicht aus der Wiener Szene wegzudenken. Von Friedhof über Sargfabrik bis hin zu einer Bar, die nur Adleraugen finden können – Wien hat alles dabei. Kennst du noch Plätze, die vom Großteil der Bevölkerung vergessen werden, über die aber niemand ein Wort verliert? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

 

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von marlies

13. August 2019

FREIZEIT & SPORT
Unter dem Motto 'find your true north' fand am 21. Juli 2019 zum zweiten Mal das Wanderlust 108-Event statt. Mindful Triathlon: Ein Tag im Zeichen der Achtsamkeit – und wir waren für euch dabei.