Fettnäpfchenjäger aufgepasst! So vermeidet ihr Hoppalas in Wien

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FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von marlies

19. Dezember 2018

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Ihr seid gerade erst in die österreichische Hauptstadt gezogen und zu Beginn noch komplett überfordert? Wir haben ein paar Tipps und Erfahrung gesammelt, damit ihr nicht direkt mit Anlauf in eine mittlere Katastrophe schlittert.

Wien ist anders. Wenn euch das bisher nicht klar war, werdet ihr spätestens nach den ersten Wochen und Monaten in Wien erkennen, dass es anders als im Waldviertel zugeht. Woran das bloß liegt? Wir können es uns selbst nicht so ganz erklären. Da der Waldviertler ein Gewohnheitstier ist, finden wir uns aber nach ein bisschen Eingewöhnungszeit bald auch in der Bundeshauptstadt bestens zurecht. Um euch vor den klassischen Hoppalas und ersten Anfangsschwierigkeiten zu bewahren, haben wir uns umgehört und witzige Anekdoten und hilfreiche Ratschläge gesammelt. Falls ihr also auch zu den Glückspilzen gehört, die nicht nur in das ein oder andere Fettnäpfchen treten, sondern lieber direkt in die (metaphorische) Fritteuse springen, solltet ihr unbedingt weiterlesen.

Auf Rolltreppen links stehen

Nein. Einfach nein! Wie bereits hier erwähnt, ist die Wiener Bevölkerung chronisch gestresst und mit deutlich flotterer Gehgeschwindigkeit unterwegs, weshalb Menschen, die auf Rolltreppen links stehen, gar nicht gern gesehen werden. Besonders zu Stoßzeiten müsst ihr in U-Bahn-Stationen damit rechnen, in eher rauem Ton auf euren Fauxpas hingewiesen zu werden.
Deshalb solltet ihr euch direkt an folgende Regel gewöhnen: „Links gehen, rechts stehen!“. Damit seid ihr übrigens auch in vielen anderen Städten gut beraten. Im Zweifelsfall solltet ihr einfach die Augen offen halten – wie machen’s denn die anderen? Wir wollen euch natürlich nicht dazu motivieren, ohne nachzudenken mit dem Strom zu schwimmen, aber in dieser Situation ist es für alle Beteiligten besser, sich an gegebene Konventionen zu halten.

Fremde in der U-Bahn anlächeln oder ihnen gar zu nahe kommen

Beim Betreten der U-Bahn Fremde anlächeln oder sogar grüßen? Nein. Ihnen nahe kommen, wenn es irgendwie vermeidbar wäre? Ebenfalls nein. Die Wiener Bevölkerung könnte man als introvertiert beschreiben, weshalb ihr wohl mit sehr irritierten Blicken zu rechnen hättet. Generell wird Blickkontakt in den Öffis gerne vermieden.
Da wir schon beim Körperkontakt sind – auch Begrüßungen sind im Allgemeinen ein heikles Thema: Bussi links und rechts ist ganz normal, während Umarmungen schon wieder zu viel des Guten wären. Ach, da soll sich noch jemand auskennen….

„Steigen Sie auch aus?“

Quelle: facebook.com

Wenn ihr diese Frage in den Öffis hört, möchte ein/e WienerIn im Normalfall keinen Smalltalk führen und wissen, wohin euch euer Weg denn führt. Sie heißt eher so viel wie „Steig aus oder geh‘ mir aus dem Weg!“ Je nachdem wie euer Plan aussieht, am besten Platz machen (zur Seite gehen oder zur Not einfach kurz aussteigen und wieder einsteigen) oder aber mit „Ja, ich steige auch aus.“ antworten. Die Frage, die zu Beginn doch so höflich klingt, hat’s also in sich.

Radfahrer unterschätzen

Wenn ihr nicht unbedingt Lust darauf habt, von einem Radfahrer mit weitaus überhöhter Geschwindigkeit beinahe umgefahren zu werden oder in den Genuss eines Klingelkonzerts inklusive unhöflicher Beschimpfungen zu kommen, habt ein Auge auf Radfahrer. Ja, Wien ist eine der radfahrerfreundlichsten Städte – sie birgt aber auch für Fußgänger ein gewisses Gefahrenpotential. Aus diesem Grund heißt’s, allen Beteiligten zuliebe, Rücksicht nehmen, die Augen offen halten und im Zweifelsfall lieber nachgeben.
Solltet ihr diejenigen sein, die mit dem Rad durch Wiens Straßen flitzen, achtet bitte zu eurer eigenen Sicherheit, aber auch zu der aller anderen, auf eure Geschwindigkeit und etwaige Gefahrenquellen.

Zwettler Zwickl

Sich auf der Straße von Verkäufern (im Mozartkostüm) Konzertkarten andrehen lassen

Besonders in belebten Gegenden, beispielsweise am Ring oder in der Nähe des Stephansdoms, könnt ihr davon ausgehen, dass ihr früher oder später angequatscht werdet, um euch Karten für diverse Events zu verkaufen. Primär richten sich diese „Sonderangebote“ an Touristen. Am besten lehnt ihr das Angebot höflich, aber bestimmt ab und geht weiter. Als Wahl-Wiener wisst ihr nämlich, wie ihr zu günstigeren Karten kommt, nicht wahr?

In traditionellen Kaffeehäusern einfach „einen Kaffee“ bestellen

hoppalas wien

Die legendäre Sachertorte zum nachmittäglichen Kaffee.

Na klar, viele Heißgetränke, die auf der Getränkekarte stehen, fallen zweifelsohne unter den Oberbegriff „Kaffee“. In traditionellen Wiener Kaffeehäusern solltet ihr aber – aus Respekt der Wiener Kaffeehauskultur gegenüber 😉 – eure Bestellung präzisieren. Die Wiener Melange, der Verlängerte oder doch lieber der große Braune? Das gefällt alteingesessenen Kellnern schon um einiges besser.
Apropos: Bei der Gelegenheit könntet ihr euch direkt auch noch einen Original Wiener Apfelstrudel oder eine Sachertorte gönnen, um dann enttäuscht festzustellen, dass es zu Hause bei Oma vermutlich doch viel besser schmeckt.

Sich auf die Ortskenntnis des Taxifahrers verlassen

Quelle: pixabay.com

Entgegen aller Erwartung kennen erfahrungsgemäß leider auch nicht alle Taxifahrer den kürzesten Weg zu eurem Ziel und fahren dann, wie man zu sagen pflegt, „mit der Kirche um’s Kreuz“. Die einen womöglich absichtlich, die anderen vielleicht auch nicht.
Ein gut gemeinter Tipp: die Route eventuell im Vorhinein online auschecken und den Taxifahrer im Zweifelsfall einfach direkt darauf hinweisen. Falls ihr schlechte Erfahrungen gemacht habt, solltet ihr das direkt ansprechen, oder lieber in Zukunft auf Alternativen zurückgreifen.

Sich an den Einkaufssamstagen in der Nähe der Mariahilfer Straße aufhalten

Last but not least, kein Hoppala im klassischen Sinn, aber ein gut gemeinter Tipp: Die Mariahilfer Straße ist natürlich nicht die einzige Einkaufsstraße, in deren Nähe an Adventsamstagen mit ungeheuren Besuchermassen zu rechnen ist, sie ist aber eine hervorragende Stellvertreterin für alle Einkaufsstraßen und -zentren. Um eure Nerven zu schonen, solltet ihr – wenn irgendwie möglich – die überrannten Gegenden an ein paar bestimmten Tagen im Jahr lieber meiden. Glaubt uns, wenn wir sagen, dass man diesen Fehler einmal macht und nie wieder.
Sonst erlebt ihr wohl schneller als euch lieb ist den berühmt-berüchtigten Wiener Grant am eigenen Leib.

Ist euch die ein oder andere Situation selbst auch schon untergekommen? Welche Hoppalas und erzählenswerte Erlebnisse habt ihr als Wahl-Wiener schon gesammelt?

 
 

veröffentlicht von david

19. Dezember 2018

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