Kühle Orte für viel zu heiße Sommertage in Wien

Die Pinguine im Tiergarten Schönbrunn haben es immer kühl. © Wikimedia
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von david

16. Juli 2018

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Die Sommermonate – jeder liebt sie und jeder hasst sie. Ein paar heiße Tage sind immer willkommen. Aber drei Monate lang nur Hitze? In der Großstadt ohne viele Abkühlungsmöglichkeiten? Wir schaffen Abhilfe – und verraten zehn kühle Orte in Wien.

Wie lange wir uns doch endlich Sonnenschein gewünscht haben. Jetzt ist er seit einigen Wochen da – und das wäre für so manche auch schon wieder mehr als genug. Der Sommer steht aber praktisch erst in der Türangel. Die heißeste Zeit steht noch bevor. Wie wir diese Hitze drei Monate lang überstehen sollen? Wir wissen es auch nicht. Was wir aber wissen: Es gibt Orte in Wien, an denen ist es auch im Sommer kühl. Sie bieten zumindest kurzfristig Schutz vor der brütenden Hitze.

Im Vergleich zum Sommer in Wien ist der Sommer im Waldviertel eine Kleinigkeit. Allein das Wort „Wald“ in Waldviertel impliziert, dass es dort kühlen Wald gibt. Anders als in Wien, wo sich die Hitze zwischen Hochhäusern und U-Bahn ansammelt und gefühlsmäßig unerträglich wird.

Also: Wohin, wenn es in Wien einfach viel zu heiß ist? Wir haben die Stadt nach Orten und Ideen durchforstet – überirdisch und unterirdisch. Was wir gefunden haben: Ideen, bei denen für jeden was dabei sein dürfte.

1. Wien pur: Der Stephansdom

Der Stephansdom ist ein Stück Wien. Und kühl. © Pixabay

Nichts ist wienerischer als der Stephansdom. Der bietet auch eine hervorragende Abkühlung. Die dicken Wände schirmen die Hitze ab, wie sonst kaum ein Gebäude. Wenn du also im ersten Bezirk unterwegs bist und für einen Moment der Hitze entkommen willst: Statte der Domkirche zu St. Stephan (zu Deutsch: dem „Stephansdom“) doch einen Besuch ab.

Zwar musst du dich dafür an ungeahnten Touristenmassen vorbeischlängeln, im Innenraum ist aber mehr als genug Platz für alle. Gewissermaßen bist du dabei ohnehin auch Tourist – wenn auch in der eigenen Stadt. Die Tore des Doms stehen täglich von sechs Uhr morgens (oder sieben Uhr an Wochenenden) bis 22 Uhr abends offen.

2. Ab in den Untergrund bei der „Dritte Mann Tour“

Untertauchen in den Untergrund: Das geht bei der „Dritte Mann Tour“. Sie bietet nämlich eine Führung durch das Kanalsystem Wiens – zumindest durch jenen Teil, in dem der Kriminalfilm „Der Dritte Mann“ gedreht wurde. Was der Untergrund so an sich hat: Es ist kühl. Somit eignet sich die Tour perfekte für heiße Sommertage.

Jedoch solltest du dir schon ein paar Tage vorher überlegen, wann du hin willst. Der Terminkalender der Führung ist praktisch immer überfüllt – spontan teilnehmen wird schwierig. Daher: auf jeden Fall rechtzeitig online buchen.

3. Kino, Theater, Museen: Die Klassiker

Es ist zwar ziemlich offensichtlich, gerät bei brütender Hitze aber dennoch schnell in Vergessenheit: Kinos, Theater und Museen sind klimatisiert. Das bedeutet: in diesen Gebäuden ist es kühl. Bei der kulturellen Vielfalt, die Wien bietet, ist fast schon eine Affront, dieses Angebot nicht zu nutzen.

Nur um ein paar Beispiele zu nennen, was Wien für Möglichkeiten bietet: das technische Museum, das naturhistorische Museum, das kunsthistorische Museum, das MUMOK (museum moderner kunst), das Volkstheater, das Burgtheater, das Gartenbaukino, das Burgkino…. die Liste endet quasi nie. Tagsüber lässt es sich in Museen verweilen, abends in Kinos und Theatern. Überall ist es kühl.

4. Kühltheken im Supermarkt

Kühltheken im Supermarkt sind wirklich immer kühl © Pixabay

Zwischen Tiefkühlpizza und Fertig-Germknödel bieten Supermärkte mit ihren Kühlregalen einen regelrechten Kälteschock. Zwar weiß ich wenig über das Kältegefühl der Allgemeinbevölkerung Bescheid, mir ist aber noch kein Supermarkt untergekommen, in dem mir nicht nach fünf Minuten kalt war. Vor allem gibt es Supermärkte wirklich überall. Du hast dich bei fast schon tödlicher Hitze irgendwo am Stadtrand Simmerings verlaufen? Irgendeinen Supermarkt gibt es mit Sicherheit in unmittelbarer Nähe. Gleiches Szenario in der Innenstadt oder auf der anderen Seite der Donau.

Und falls an einem besonders heißen Tag ein Mitarbeiter nach zwei Stunden fragt, ob er dir helfen kann: Sag einfach, dass du dich immer noch nicht zwischen der Pizza mit und ohne Champignons entscheiden kannst. Eine weitere Stunde vor dem Regal sollte damit auf jeden Fall gerechtfertigt sein.

5. Wasserkühlung: Das Haus des Meeres

Etwas mehr Unterhaltung als bei der Kühltheke des Supermarkts deines Vertrauens gibt es im Haus des Meeres zu sehen. Untergebracht ist der Wasserzoo in einem ehemaligen Flakturm direkt neben der Mariahilfer-Straße. Die Fassade erinnert an das NS-Regime – im Inneren verbergen sich Haie, Oktopusse, Krokodile und eine Vielzahl weiterer Wasserlebewesen.  Ein halber Tag lässt sich darin problemlos totschlagen. Vor allem in Anbetracht dessen, dass es im Inneren durch die Klimaanlage immer angenehm kühl ist.

6. Alle U-Bahnen bis auf die U6

Manche U-Bahnen sind klimatisiert. Die U6 ist es nie. © Manfred Helmer

Wer schon einmal bei 30 Grad Außentemperatur in eine klimatisierte Garnitur der Wiener U-Bahn eingestiegen ist, weiß: Es gibt kein besseres Gefühl auf dieser Welt. Vor allem die Linien U1, U2 und U4 sind verhältnismäßig oft klimatisiert. Wer vor dem Einsteigen auf den üblichen Hitzschlag von Straßenbahn und Bus eingestellt ist, durchlebt eine wahre Erleuchtung. Oder in diesem Fall eher eine Abkühlung.

Als ich zum ersten Mal in einen auf um die 20 Grad abgekühlten Waggon der U4 eingestiegen bin, wäre ich am liebsten direkt zur Wiener Linien Zentrale in Erdberg gefahren und hätte den Chef persönlich umarmt. Und ich glaube, kaum jemandem wird es anders gehen.

Für die U6 gilt das alles aber nicht. Die U6 solltest du im Sommer bitte einfach nur meiden. In den Waggons ist es fast immer so heiß und feucht, dass der Tiergarten Schönbrunn sein Tropenhaus eigentlich in die U6 umsiedeln könnte.

7. Tierisch: Polarium Tiergarten Schönbrunn

Apropos Tiergarten Schönbrunn: Die Bewohner der Arktis und Antarktis – sprich Robben, Pinguine und Eisbären –, haben es im Tiergarten auch im Sommer kühl. Verständlich, diese Tiere brauchen die Kälte. Bei den Pinguinen etwa sollte es zehn Grad Außentemperatur und acht Grad Wassertemperatur haben.

All diese Polartiere sind in einem Gebäude untergebracht: Dem Polarium. Das bietet auch für die Besucher Abkühlung – denn es sind nicht nur die Gehege klimatisiert, sondern auch das Besucherareal. Zwar nicht auf zehn Grad aber immerhin auf 20 bis 24. An einem heißen Sommertag, nach einem langwierigen Rundgang durch den Tiergarten ist wohl nichts mehr willkommen.

8. Keller

Kühle Orte in Wien: Keller

Den „Keller“ Wiens gibts unter anderem bei der Dritte Mann Tour zu sehen. © Toman / Stadt Wien

Keller sind in Österreich so eine Sache. Vermutlich existieren mehr Witze über Keller in Österreich als es überhaupt Keller gibt. Eines bieten sie aber – abgesehen von der aufgeladenen Begrifflichkeit – auf jeden Fall: Abkühlung. Damit ist jetzt nicht unbedingt der gruselige Untergrund deines Wohnhauses gemeint. Es gibt auch andere Arten von Kellern. Weinkeller, Jazzkeller oder Kellerlokale zum Beispiel – die Alkohol oder Musik bieten. Oder beides gleichzeitig. Alles bei angenehmen Temperaturen.

9. Eislaufen in der Wiener Stadthalle

Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, eine Eislaufbahn im Sommer zu öffnen: Gepriesen sei dieser Mann. Einige Stunden lang ist es zwei Mal wöchentlich in der Wiener Stadthalle möglich, auf dem Eis zu gleiten – jeden Dienstag von 16:00 bis 19:45 und Samstags bei einer „Eisparty“ von 20:00 bis 22:45.

Damit Eis nicht schmilzt, braucht es – wie jeder aus der Schule weiß –Kälte. Dementsprechend kühl ist es in der Stadthalle. Für einen Kälteschock im Sommer eignen sich die Eislauf-Events also bestens.

10. Sommerbäder in Wien

Die meisten vorgestellten kühlen Orte eignen sich eher für einen kurzfristigen Aufenthalt – es sei denn, du bist ein Pinguin. Für die tägliche Abkühlung für Menschen sind Sommerbäder die beste Option. Ob nach der Arbeit, am Wochenende oder einfach an einem freien Tag: Baden geht an heißen Tagen so gut wie immer. Da macht es auch nichts, wenn du am Vortag schon dort warst. Auch nicht wenn du die letzten drei Wochen jeden Tag dort warst. Sommerbäder funktionieren immer.

Eine Auswahl mit den besten Sommerbädern in Wien, haben wir erst vor kurzem zusammengestellt. Also nichts wie hin!

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von david

16. Juli 2018

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Spontan eine Weltreise machen, am Hockenheimring Runden drehen oder mit Pfeil und Bogen eine Burg beschützen? Träume wie diese sind im Jahr 2018 keine Utopie mehr. Zumindest vorübergehend können sie Realität werden. Virtuelle Realität.