Lainzer Tiergarten

Die Tiere sind Begegnungen gewohnt.
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von Thomers

8. November 2020

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Der Lainzer Tiergarten befindet sich am Rande der Stadt, wo sich der Wienerwald erstreckt. Für naturliebende Waldviertler ein Fixpunkt auf der Liste der Dinge, die man gesehen haben sollte.

Das Gütenbachtor.

Wie der Name vielleicht vermuten lässt, ist der Lainzer Tiergarten jedoch kein Zoo im engeren Sinne. Die Tiere sind keineswegs in Käfigen eingesperrt oder ihres natürlichen Lebensraums beraubt, denn der Lainzer Tiergarten ist ein weitläufiges Naturschutzgebiet, das sich im Wienerwald befindet – vielleicht sogar das letzte tatsächlich urtümliche Stück Wienerwald. Dieses Waldgebiet liegt im Westen Wiens, im 13. Bezirk, und zum Teil auch in Niederösterreich. Entsprechend trifft man hier hauptsächlich auf Wild. Dazu zählen Hirsche, Rehe, Damwild, europäische Mufflons oder Wildschweine. Die Tiere sind nicht so scheu wie man vielleicht erwartet, Begegnungen der animalischen Art sind keine Seltenheit.

Die Tiere sind Begegnungen gewohnt.

Geschichte

Bereits im 11. Jahrhundert wurde das jetzige Gebiet von den Babenbergern als Jagdgebiet genutzt, was auf eine reiche Fauna hindeutet. Später wurde um diesen Bereich ein Holzzaun gebaut und der Lainzer Tiergarten wurde zum kaiserlichen Jagdrevier, das er bis 1918 bleiben sollte. Schon im 18. Jahrhundert wies das Jagdgebiet im Wienerwald eine überdurchschnittlich hohe Wilddichte auf. Der damals deklarierte Bereich umfasste jedoch nur einen Bruchteil des heutigen Lainzer Tiergartens. Der Zaun wurde gebaut, um die auftretenden Probleme des Wildwechsels einzudämmen. Später wurde eine Steinmauer geplant, um das Gebiet zu vergrößern.

Nimm Platz und genieße die Natur.

Kleine Randnotiz: Der Baumeister Philipp Schlucker hatte sich bei der Planung der Baukosten schwerwiegend verrechnet, was zur Folge hatte, dass die Mauer weit unter den tatsächlichen Kosten fertiggestellt werden musste. Von diesem Malheur leitet sich auch heute noch der Ausspruch „Armer Schlucker“ ab.
Kaiser Franz Joseph I. ließ Ende des 19. Jahrhunderts die Hermesvilla als Refugium für Kaiserin Elisabeth errichten. So wurde der Tiergarten erstmals für einen anderen Zweck als den des Jagens genutzt. Dass sich die Flora rund um den Hermesvillapark deutlich von der des Rests des Naturschutzgebiets unterscheidet, ist kaum zu übersehen. Der Park ist ein völlig von Menschen bepflanzt und gepflegtes Areal.

Quelle: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57455101
Die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten.

Nach dem Ende der Monarchie wurde der Lainzer Tiergarten 1919 zeitweilig für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit der NS-Ära zählt der Tiergarten offiziell zum Stadtgebiet Wiens. Die Nutzung als Jagdgebiet wurde unter Reichsjägermeister Hermann Göring stark reduziert. 1938 regte er an, den Lainzer Tiergarten zum Naturschutzgebiet zu erklären, was 1941 auch erfolgte.

Die heutige Fläche des Lainzer Tiergartens beträgt 2450 Hektar, die Umfassungsmauer ist rund 22km lang. Die Wilddichte ist im Vergleich zu anderen natürlichen Gebieten nach wie vor überdurchschnittlich hoch und verlangt somit intensive Pflege und Bejagung. Aufgrund der Sicherheit der Besucher ist das Ansiedeln von natürlichen Fressfeinden unmöglich, die Jagd findet im Winter während der Schließzeiten statt.

Freizeitangebot

Besonders für Wanderer, Läufer und Jogger ist der Lainzer Tiergarten interessant. Es gibt ausgeschilderte Wander- und Laufstrecken. Außerdem werden Führungen, Naturlehrpfade und Detailausstellungen angeboten. Ein besonderes Highlight ist das jährlich stattfindende Frühlingsfest mit traditionellem Maibaum-Aufstellen.

Quelle: hietzing.at
Das jährliche Maibaum-Aufstellen am Frühlingsfest.

Waldgebiete, viele Bäche und Gräben tragen zu dem malerischen Umfeld bei und pittoreske Anblicke lassen nicht lange auf sich warten. Das Paradies für jeden Waldviertler.

Der Lainzer Tiergarten lässt sich durch 4 Zugänge erreichen: Das Lainzer Tor, das Gütenbachtor, das Nikolaitor und das Laaber Tor. Details zu den Anfahrten findest du hier. Auf der Website gibt es auch einen Übersichtsplan, in dem alle wichtigen Punkte markiert sind. Die Öffnungszeiten sind an die Jahreszeiten angepasst. Der Eintritt ist prinzipiell frei, wenn du die Hermesvilla nicht besuchen möchtest. Hunde sind im Lainzer Tiergarten nicht gestattet.

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von sebastian

8. November 2020

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