Naherholungsgebiete im Westen von Wien

Waldweg und Waldbaden im Herbst
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von stefan

30. Oktober 2017

FREIZEIT & SPORT

Meine zwei liebsten Naherholungsgebiete im Westen von Wien im Herbst. – Ich stelle euch den Lainzer Tiergarten und die Steinhofgründe näher vor

Die Tage werden wieder kürzer, die Temperaturen sinken kontinuierlich, der Nebel hängt oft den ganzen Tag in den Straßen und die Blätter färben sich gelb-rot-braun. Ja, der Herbst hat wieder Einzug gehalten. Für mich sind ausgedehnte Spaziergänge so typisch Herbst. Dabei kann man dieses einzigartige Farbenspiel der Natur beobachten und noch die letzten Sonnenstrahlen einfangen, bevor man im Winter die Sonnen gegen Vitamin-D Tabletten und Solarium tauschen muss. Ich stelle euch heute zwei Naherholungsgebiete im Westen von Wien vor, die mir besonders gut gefallen. Ganz wichtig – Alle Naherholungsgebiete können kostenlos besucht werden und schonen somit deinen Geldbeutel auch wenn mal wieder zu viel Monat übrig ist.

Die Naherholungsgebiete im Westen von Wien die ich das ganze Jahr aber besonders gerne im Herbst besuche sind – Der Lainzer Tiergarten und die Steinhofgründe.

Der Geruch des Waldes ?

Bäume in der Stadt sind nett,  Parkanlagen sind super, aber nur der Wald entfaltet diesen ganz eigenen Geruch. Kennst du den? – So feucht, etwas modrig, es mischt sich der Geruch nach Laub, Holz und Schwammerl und steigt schwadenförmig in die Nase. Herrlich! Damit man diesen Geruch erleben kann muss man entweder im Waldviertel vor die Tür gehen oder in Wien ein etwas größeres Waldstück am Stadtrand besuchen. Alle beiden Naherholungsgebiete im Westen von Wien, die ich vorstelle haben den Geruchstest bestanden und bieten daher einen super Erholungsfaktor mit erhöhtem Heimatgefühl.

Die richtige Ausstattung für einen Besuch in den Naherholungsgebieten

Für einen Herbstspaziergang braucht es wirklich nicht viel. Zieh dich der Temperatur entsprechend an und setze auf Zwiebelook, denn damit kannst du immer ein paar Schichten ablegen wenn dich die Sonne anlacht und diese wieder anziehen wenn du durch ein schattiges Waldstück wanderst oder der Herbstwind übers Land weht. Außerdem empfehle ich kräftiges Schuhwerk, einen Regenschirm, eine Wasserflasche und ein paar Zuckerl. Für etwaige Einkehrschwünge solltest du natürlich auch ein paar Euro einstecken haben. Bei manchen steilen Abschnitten wäre auch ein Schweißtuch ganz gut gewesen.

Lainzer Tiergarten

Der Lainzer Tiergarten ist kein Zoo, sondern eine Naturlandschaft und das letzte urtümliche Stück Wienerwald. Das Gebiet hat eine Gesamtfläche von 25 km² und ist von einer 22 Kilometer langen Steinmauer umfasst. Es gibt vier Eingangstore in Wien und eines in Niederösterreich.

  • Lainzer Tor: Hermesstraße, 1130 Wien
  • Gütenbachtor: Gütenbachstraße, 1230 Wien
  • Nikolaitor: Nikolausgasse, 1130 Wien
  • Laaber Tor: Tiergartenstraße, 2381 Laab im Walde
  • Sankt Veiter Tor: St. Veiter Tor, 1130 Wien

Die Tore sind öffentlich unterschiedlich gut erreichbar. Ich bin mit der Straßenbahn 60 bis Hermesstraße und dann mit der Autobuslinie 55A bis Lainzer Tor gefahren. Der Lainzer Tiergarten ist grundsätzlich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten und abendlichen Schließzeiten richten sich nach der Tageslänge. Um sicher zu gehen empfehle ich einen Blick auf die Webseite des Lainzer Tiergarten oder der Stadt Wien zu werfen.

Zwettler Zwickl

Hermesvilla – „Schloss der Träume“

Nach dem Eintrittstor marschiere ich in Richtung Hermesvilla. Am Weg dort hin wandert man an einem Naturlehrpfad entlang. Ich versuche die verschiedenen Bäume und Stauden richtig zu bennenen. Das gelingt mir manchmal besser und manchmal schlechter. Der Weg ist gut befestigt und nach ein paar Minuten sehe ich das prunktvolle Jagdschloss. In der Hermesvilla ist heute ein Restaurant und ein Museum mit wechselnden Aussstellungen untergebracht. (Tipp: Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei!)

Hirschgstemm – Dammhirsche und Wildschweine

Von der Hermesvilla geht es weiter zum Hirschgstemm. Ich wandere zirka eine Stunde einen asphaltierten Weg entlang und genieße die Landschaft. Das Hirschgstemm ist von einem inneren Zaun umfasst. Man geht durch ein Tor aus Maschendrahtzaun und schließe die Tür hinter sich. Nach zirka 300 Meter sehe ich die ersten Damhirsche. Die beiden fressen Äpfel am Wegrand und lassen sich von den Besuchern nicht beirren. Wir alle erstarren am Weg und zücken unsere Smartphones um eine paar Fotos der Tiere zu machen. Nach ein paar Minuten laufen die Damhirsche richtung Wald und auch ich mache mich weiter auf den Weg.

 

Hubertuswarte – Rundumblick auf die Stadt

Eine weitere Stunde, paar Wildschweine und einen sehr steilen Weg später komme ich endlich zur Hubertuswarte. Eine Wendeltreppe führt zur Aussichstplattform. Oben angekommen hat man man einen wunderschönen Blick über den Lainzer Tiergarten und Wien. Ich würde noch gerne länger hier verweilen, aber schon langsam wird es kühl und der Tag neigt sich dem Ende zu und daher mache ich mich auf den Rückweg zum Lainzer Tor.

 

Rohrhaus – Einkehrschwung

Am Weg zurück komme ich am Rohrhaus, einem Gasthaus an einer Lichtung vorbei. Leider ist es schon zu spät, aber dort im Gastgarten lässt es sich bestimmt gut aushalten. Begleitet von ein paar Wildschweinen mache ich mich weiter in Richtung Ausgang auf. Den Weg dort hin habe ich klar unterschätzt und es wird immer dunkler. Ich sehe auch keine anderen Besucher mehr. Irgendwann komme ich dann doch endlich am Lainzer Tor an. Leider ist dieses schon geschlossen. Zum Glück bin ich nicht der Einzige und neben mir warten zwei weitere Familien ratlos vor dem großen verschlossenen Tor. Ein paar Minuten später kommt eine Mitarbeiterin vorbei und öffnet uns und lässt uns in die Freiheit.

 

Fazit

Der Lainzer Tiergarten ist eines der tollsten Naherholungsgebiete im Westen von Wien und ich kann jedem einen Besuch empfehlen. Die Größe und Weitläufigkeit muss im Auge behalten werden und man sollte zirka 2-3 Stunden Zeit mitbringen. Die Erfahrung mit Damhirschen und Wildschweinen den Weg zu teilen war besonders spannend. Auch der steile Weg zur Hubertuswarte lohnt sich und man wird mit einem tollen Rundumblick belohnt. Viele Besucher tummeln sich rund um den Eingang und der Hermesvilla, aber je weiter man in die Naturlandschaft vordringt, desto weniger Menschenmassen sind zu erwarten.

Steinhofgründe

Die Steinhofgründe befinden sich im 14. Bezirk und sind ein 42 Hektar großes naturbelassenes Erholungsgebiet. Früher gehörten sie als Garten-Anlage zum Otto-Wagner-Spital und wurden Ende der 1970er Jahre von den Forstbetrieben der Stadt Wien zur Betreuung übernommen. Es gibt vier Eingangstore.

  • Feuerwache Steinhof
  • Großes Schutzhaus Rosental
  • Ecke Heschweg/Rosentalgasse
  • Eingänge des Otto-Wagner-Spital

Die Tore sind öffentlich gut erreichbar und stehen jederzeit geöffnet. Ich selbst bin mit der Straßenbahn 52 bis Zehetnergasse und dann weiter mit dem Bus 47A bis Otto-Wagner-Spital gefahren. Über den Eingang zum Otto-Wagner-Spital bin ich dann weiter zu den Steinhofgründen gewandert. Der Weg zwischen den Pavillons geht steil bergauf. Bereits am Weg nach oben sieht man die goldene Kuppel der Kirche am Steinhof glänzen. Eine wunderschöne Kirche im Jugenstil von Otto Wagner.

Oben angekommen kann man entweder rechts oder links von der Kirche die Steinhofgründe betreten. Es gibt durchgängig mehr oder weniger befestiges Wege, aber keine asphaltierten Flächen. Die mit Bäumen umsäumten Wege sind wunderschön angelegt und viele Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Es gibt mehrere Lager-, Picknick- und Spielwiesen, die ideal zum Ballspielen und Drachensteigen sind. Augrund der hügeligen Lage hat man von dort aus einen schönen Ausblick auf die Vorstadt. Im Winter kann man auch zum Rodeln und Langlaufen hier vorbeischauen.

Fazit

Die Steinhofgründe sind eines der schönsten Naherholungsgebiete im Westen von Wien und ich kann jedem einen Besuch empfehlen. Die Größe ist überschaubar und auch für einen kürzeren Spaziergang geeignet. Wenn man eine Stunde Zeit mitbringt, kann man eine schöne Runde drehen. Nächstes mal werde ich definitv eine Drachen mitnehmen, weil die Wiese dort bietet sich einfach perfekt zum Drachensteigen an. Auf den Hauptwegen trifft man schon mehrere Menschen, aber etwas abseits wird es ganz schnell ruhig.

Herbstliche Spaziergänge

Egal ob du lieber viele Stunden durch die Wälder wanderst oder nur einen kleinen Spaziergang für zwischendurch machen möchtest, so ein Runde im Wald ist immer etwas feines. Die Bewegung an der frischen Luft enstpannt, macht deinen Kopf frei und ist gut fürs allgemeine Gemüht. Also, auf vom Sofa und genießt die letzten schönen Herbsttage im Freien, in einem der Naherholungsgebiete eurer Wahl.  Hinterlasse uns eine Kommentar und verrate uns. – Wo genau gehst du am liebsten im Herbst spazieren?

 
 

veröffentlicht von sophia castellhoff

30. Oktober 2017

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