Persönliche Weiterbildung in der Freizeit

Unsplash / Anete Lūsiņa
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von Julia

5. Mai 2020

FREIZEIT & SPORT

Stichwort: freie Zeit sinnvoll nutzen. In diesem Beitrag stellen wir euch ein paar Ideen für persönliche Weiterbildung vor.

Bei viel neugewonnener Freizeit kann es schnell passieren, dass man sich bald langweilt. Sei es aufgrund von längerem Urlaub, einer Auszeit in der Waldviertler Heimat, der vorlesungsfreien Zeit oder auch durch Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr 2020. Damit ihr nicht in einem Endlos-Strudel aus Netflix, Social Media und Schlafen verfallt, geben wir euch ein paar Beispiele für Möglichkeiten der Weiterbildung – die so ganz nebenbei auch noch Spaß machen.

1. Kurse über Websites belegen

Sich von daheim aus neues Wissen aneignen, und das noch kostenlos? Diese Angebote in der Online-Weiterbildung machen es möglich. Hier findet ihr wohl die individuellsten Möglichkeiten, wenn ihr schon ein Thema im Auge habt. Die Flexibilität dieser Kurse ist der wohl größte Vorteil: wenn euch ein Kurs nicht zusagt, könnt ihr einfach den nächsten starten. Auch der zeitliche Faktor spricht für diese Angebote. So könnt ihr nach Belieben üben – auch Wartezeiten kann man gut mit einer schnellen Lektion überbrücken.

Die Kategorien auf open.edu. / https://www.open.edu/openlearn/free-courses/full-catalogue

Eine dieser Plattformen ist open.edu. Im Menü kann man sofort nach den „Free Courses“ filtern. Die Kategorien betreffen zum Beispiel Geld und Wirtschaft, Natur und Umwelt, Gesundheit, Sport oder Psychologie. Wenn ein solcher Abschnitt geöffnet wird, wird die Website regelrecht mit den Kursen überflutet. Perfekt zur Orientierung, wenn man noch keine konkreten Vorstellungen hat, was man sich aneignen will. Aber natürlich gibt es auch eine Suchfunktion für die bereits Entschlossenen unter euch.

Nehmen wir als Beispiel den Kurs „Discovering Chemistry“ – perfekt für Leute wie mich, die den Chemieunterricht in der Schule nur eher am Rande wahrgenommen haben 😉
Es wird aufgelistet, welche Kompetenzen man sich nach dem Kurs angeeignet haben sollte: das sind hier z.B. Wissen über molekulare Strukturen oder Reaktionsgleichungen. Der Zeitaufwand für den Kurs beträgt insgesamt 24 Stunden. Auch vorteilhaft: die Materialen zur Weiterbildung kann man ohne Anmeldung auf der Seite in verschiedenen Dateiformaten downloaden, zum Beispiel auch für den E-Reader.

Anders als auf vergleichbaren Websites bekommt ihr bei open.edu in den meisten Fällen auch eine Teilnahmebestätigung für die Weiterbildung, ohne dafür bezahlen zu müssen. Aber natürlich ist diese kein offizielles Dokument – im Lebenslauf macht es sich aber trotzdem gut.

 

… mit Lehrbüchern lernt sich die Sprache gleich noch effektiver.

2. Eine Sprache lernen

Der Klassiker, wenn es um persönliche Weiterbildung geht, und das erste, woran viele in diesem Kontext denken. Kein Wunder: heutzutage ist es so einfach wie nie, sich eine Fremdsprache anzueignen. Vor allem Online-Lernportale bieten wie beim Punkt Eins vor allem den Vorteil der Flexibilität.

Beispiele für Apps sind Duolingo, Babbel, und Busuu. Doch auch über die Bibliothek der Arbeiterkammer ist es möglich, kostenlos Sprachen über mp3-Kurse zu erlernen. Auch das WIFI bietet neben den Präsenzkursen Online-Spracheinheiten an, jedoch nicht kostenlos.

Bezüglich Apps ist Duolingo wohl das bekannteste Tool. Die „nervigen“ Benachrichtigungen, jeden Tag zu üben, haben schon einen gewissen Kultstatus erreicht. Das ist aber gar nicht so verkehrt: es ist wirklich wichtig, dass man sich realistische Ziele setzt und immer am Ball bleibt. Ich lerne zum Beispiel gerade Japanisch – ursprünglich auf Basis eines ECs der Uni Wien, aber durch das home-learning kann der Unterricht nicht wie gewohnt stattfinden. Ich merke selbst: es ist nötig, sich für jeden Tag (oder Woche) ein bestimmtes Ziel zu setzen, um nicht aus der Routine zu kommen und Erfolge verbuchen zu können.

Lehrbücher

Am Beginn meiner „Sprachreise“ habe ich für die Basics Duolingo verwendet. Die App war vor allem am Anfang, wo die beiden Standard-Schriftsysteme gelernt werden mussten, wirklich hilfreich. Im Rahmen des ECs habe ich mir dann Lehrbücher gekauft. Wenn ihr hochmotiviert seid und eine Sprache unbedingt lernen möchtet, kann ich euch das nur ans Herz legen. Auch, wenn solche Bücher meist etwas mehr kosten, hat man eine angenehme Abwechslung zum rein digitalen Angebot. Außerdem folgen Lehrbücher meist einem erprobten Schema, wo eine App mit 10 Minuten Lerndauer pro Tag einfach nicht mithalten kann. Das Buch hat man dann für immer und kann jederzeit darauf zurückgreifen.

Tandem-Lernen

Eine weitere Möglichkeit für schon fortgeschrittene Sprachenlerner unter euch ist das Tandem-Lernen, z.B. die Tandem-App. Auch an den Universitäten werden solche Angebote gefördert, wie beim Sprachenzentrum. Ein Tandempartner ist ein „native speaker“ der Sprache, die ihr gerade lernt – und dasselbe gilt auch umgekehrt für euch. Hier könnt ihr beidseitig das Sprechen üben, was beim Lernen via Apps oder Lehrbüchern meist gänzlich vernachlässigt wird. Und wer weiß, vielleicht entsteht aus dem Tandem-Lernen sogar eine Freundschaft?

 

Pexels / cottonbro

3. Kreativ sein: Handlettering

Stellvertretend für alle kreativen Hobbys, die euch interessieren: Diese Technik des „Schönschreibens“ lag in den letzten Jahren besonders im Trend. Ganz wichtig zu Beginn: Handlettering kann man auch ganz ohne künstlerische Veranlagung ausführen.

Handlettering oder Brush Lettering kann man in vielen Situationen brauchen – bei Geschenkkarten oder schönen Verpackungen sorgt es für Staunen, bei vielen Hochzeiten sind die mit Brush Lettering gestalteten Mitbringsel oder Tischkärtchen ein Hingucker. Gerade in der momentanen Zeit, wo viel digital erledigt wird, rückt Selbstgemachtes wieder mehr ins Rampenlicht.

Bei Handlettering handelt es sich einfach gesagt um eine Form der Kalligrafie – hier muss man aber nicht so genau und säuberlich arbeiten, wie man das vielleicht vom Schönschreiben mit einer Feder kennt. Im Grunde geht es nur darum, durch Ausprobieren und Üben seinen eigenen Stil zu finden, es gibt kein Richtig oder Falsch. Einen detaillierten Anfängerguide findet ihr bei littlecoffeefox.com.

Die beliebtesten Stifte für das Brush Lettering sind zweifellos Brush Pens (natürlich kann man auch Pinsel verwenden, das ist jedoch schwieriger). Diese Pinselstifte haben eine flexible Spitze, je nach Druck verändert sich die Strichstärke. Aber für einfaches Handlettering kann man praktisch jeden Stift nutzen, der euch so in die Hände fällt.
Am besten startet man, indem man sich ein paar Vorlagen zum Nachschreiben herunterlädt: auf der Seite von Tombow findet ihr eine detailliertere Erklärung und auch Vorlagen. Andere Seiten mit gratis Übungsblättern sind die Blogs Papierliebe und dawnnicole. Auch auf Pinterest oder YouTube ist Handlettering ein großes Thema, wo ihr viele Materialien für eure kreative Weiterbildung finden werdet.

 

Pixabay / Lawrence Monk

4. Programmieren oder Softwares lernen

Für alle, die sich immer schon für eine Weiterbildung im Programmieren interessiert haben, aber nie in den Genuss einer HTL-Ausbildung gekommen sind. 😉 Dabei informiert ihr euch am besten zunächst, welche Programmiersprache ihr euch aneignen wollt, beziehungsweise, welche euch für eure Ziele am meisten nützt. Für den Anfang ist HTML und CSS als Grundpfeiler wohl am geeignetsten. Im Web ist JavaScript eigentlich „überall“ – es erweitert die Grundkenntnisse um interaktive Funktionen. C, C++ und C# werden dagegen für lokale Programme auf dem Computer verwendet. Auch Python ist eine solche allgemeine Programmiersprache, die nicht allzu kompliziert und recht intuitiv ist.

Für jede Programmiersprache gibt es Unmengen an YouTube-Tutorials, zum Beispiel hier als Start für HTML von PanjuTorials.

Neben dem Programmieren kann es für gestaltungsaffine Leute noch spannend sein, Programme zu erlernen. Wir sprechen hier von Photoshop oder die Gratis-Alternative Gimp, Cinema 4D (für Rendering), Music Maker oder die Adobe Creative-Suite – die Liste könnte noch ewig fortgeführt werden. Auch hier ist der beste Zugang YouTube, allein durch die Menge der angebotenen Videos. Wenn ihr bestimmte Tutorials braucht, findet man auch zu (fast) jedem Nischenthema eine genaue Anleitung.

 
 

veröffentlicht von MarleneK

5. Mai 2020

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