So wirst du all dein altes Zeug los

Photo: Clem Onojeghuo
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von david

19. Dezember 2018

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Wer sein Hab und Gut einmal entrümpelt, steht immer vor dem einen Problem: Wohin mit all dem alten Zeug? Wir haben uns nach den besten Möglichkeiten umgesehen, um ungenützten Kram loszuwerden. Im besten Fall lässt sich damit sogar ein bisschen Geld verdienen.

Fast jeder kennt es: Man ist einmal so richtig motiviert und in Stimmung, die Wohnung, den Kleiderschrank oder das Zimmer auszumisten. Also nimmt man sich einen Nachmittag Zeit, entrümpelt sein ganzes Hab und Gut und steht dann mit riesigen Kisten voll mit altem Zeug da.

Es folgt die große Frage: Wohin mit all dem alten Kram? Wir haben nach den besten Möglichkeiten gesucht, um es schnell und einfach loszuwerden. Im besten Fall gibt es im Gegenzug den ein oder anderen Euro.

Vor allem Umzüge eignen sich bestens zum Ausmisten. Wer umzieht, muss sich ohnehin durch sein ganzes Zeug wühlen. Jeder Waldviertler, der für sein Studium oder die Arbeit nach Wien zieht, macht genau diese Situation durch.

Und bitte, schmeißt alten Kram nicht einfach in die Mülltonne. Das produziert nicht nur unglaublich viel Müll, sondern zerstört auch jede Chance, dass sie sinnvoll weiterverwendet werden. Es gibt wesentlich bessere Alternativen. Dabei geht es nicht nur um Geld. Klar, wer etwas verkauft, profitiert davon – aber allein jemandem Freude zu bereiten und alten Dingen ein neues Leben zu geben macht die Welt ein kleines Stück besser.

Also – Welche Möglichkeiten gibt es?

1. Das Internet

Seine Dinge einfach online zu verkaufen, ist die wohl komfortabelste Option – und wahrscheinlich auch die profitabelste.

Kleinanzeigen

Auf Plattformen für Kleinanzeigen wie Willhaben, Shpock, dem Facebook MarketplaceEbay oder Kleiderkreisel für Kleidungsstücke lässt sich grundsätzlich fast alles anbringen. In manchen Fällen ist hier allerdings  etwas Geduld und Arbeit gefragt. Im Grunde ist der Ablauf ja einfach: Fotos vom Produkt machen, kurze Beschreibung hinzufügen und fertig. Bei beliebten Artikeln wie Handys oder Kameras funktioniert das hervorragend. Die Nachfrage ist groß und selbst bei einer Beschreibung, die aus kaum mehr als einem Halbsatz besteht, findet sich früher oder später ein Käufer.

Zeug loswerden

Der größte Online-Marktplatz in Österreich ist Willhaben.

Bei Produkten mit weniger Nachfrage – wie bei mir etwa eine alte Computermaus – kann es allerdings schon schwieriger werden. In solchen Fällen gilt es, sich von der Konkurrenz – sprich den anderen Anzeigen – abzuheben. Das geht am besten mit…

  • guten Produktfotos, die in gutem Licht mit einer guten Kamera aufgenommen wurden,
  • einem aussagekräftigen Titel, der Produktname, die genaue Bezeichnung und den Zustand enthält und
  • einer soliden Beschreibung, die eine Beschreibung des genauen Zustands, den Grund des Verkaufs, das Alter und technische Details enthält

Das ist zwar ein Stück Arbeit, wird aber in der Regel auch mit einem erfolgreichen Verkauf belohnt.

Was den Preis betrifft, empfiehlt es sich grundsätzlich, sich an der Konkurrenz zu orientieren. Wenn jemand das gleiche Gerät in einem ähnlichen Zustand für 100 Euro verkauft, ist ein Startpreis von 100 Euro ein guter Anfang. Wer etwas verkauft, sollte sich aber auch immer die Frage stellen: Was würde ich dafür bezahlen? So lässt sich fast immer ein solider Preis bestimmen, der weder zu günstig, noch zu teuer ist.

Außerdem: Wenn du dein Produkt mit der Post versendest, dann schreib das auf jeden Fall in auch die Produktbeschreibung – am besten mit den ungefähren Versandkosten. So ersparst du dir unnötiges Verhandeln mit Leuten, die extra Versandkosten nicht bezahlen wollen. In Wien ist der Markt aber zum Glück riesig. Damit ist die Chance groß, dass der Käufer sein Produkt einfach abholen kommt.

Ankaufportale

Wenn sich selbst nach Wochen und Monaten kein Käufer findet und du dein Zeug einfach nur so schnell wie möglich loswerden möchtest sind Plattformen wie Rebuy, Momox oder Wirkaufens sehr gute Alternativen zu klassischen Online-Kleinanzeigen. Vor allem für große Mengen an Büchern, DVDs und Videospielen. Denn ganz ehrlich: Wer möchte schon einen halben Tag damit zubringen, seine Bücher auf Willhaben zu stellen, um dann ein paar wenige Euro dafür zu bekommen?

Zeug loswerden

Online lässt sich nahezu alles irgendwie anbringen. / Photo: Brooke Caegle

Das Prinzip dieser Plattformen ist simpel: Account erstellen, Produkte eingeben, Versandlabel ausdrucken, alles in eine Box packen und verschicken. Ankaufportale kaufen gebrauchte Bücher, DVDs oder Elektrogeräte zu einem Fixpreis an. Der Versand zum Unternehmen ist meist sogar gratis und das Geld ist nach wenigen Tagen am Konto.

Je nach Produktart eignen sich manche Portale besser und manche schlechter.

  • Rebuy etwa kauft Bücher, Elektrogeräte, DVDs, Videospiele, Musik, Handys, Kameras und eine ganze Reihe weiterer Elektrogeräte,
  • Wirkaufens kauft hauptsächlich Elektrogeräte und
  • Momox nimmt nur Bücher, DVDs, Videospiele und Kleidungsstücke.

Wenn Kleinanzeigen also keine Option sind: Die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Zeug auf Ankaufportalen loswerden kannst, ist groß.

Die gekauften Produkte verkaufen die Plattformen dann um einen Aufpreis weiter. Im Prinzip sind Rebuy, Momox und Co. also nichts weiter als Vermittler.

2. Klassische Anzeigen und Flohmärkte

Das Internet bietet viele Möglichkeiten. Trotzdem solltest du die klassischen Verkaufswege wie gedruckte Anzeigen auf Papier oder Flohmärkte nicht vernachlässigen.

In vielen Universitäten und Geschäften gibt es nach wie vor eine Pinnwand für Kleinanzeigen. Der große Vorteil dabei ist die unmittelbare Nähe. Interessenten können sich sicher sein, dass sie den verkauften Gegenstand einfach abholen können und Verkäufer müssen sich keine Gedanken über den Versand machen. Deshalb eignen sich Kleinanzeigen auf Papier nach wie vor gut für größere, sperrige Objekte wie Möbel. Abgesehen von der Qualität der Anzeige zählt hier auch die Quantität: An je mehr Orten du die Anzeige anbringst, desto höher ist die Chance, den Gegenstand erfolgreich zu verkaufen.

Zeug loswerden

Flohmärkte sind viel Arbeit, können aber viel hereinbringen. / Photo: Artificial Photography

Alternativ dazu gibt es Flohmärkte. Dort lässt sich im Prinzip alles anbringen. Nirgendwo sehen so viele Leute auf einmal die Verkaufsgegenstände. Es gibt spezialisierte Flohmärkte für nahezu alles – sei es Kleidung, Möbel oder Musik. Die Chance, etwas zu verkaufen, ist also groß. Allerdings ist ein Flohmarkt immer mit viel Arbeit verbunden. Wer seinen Kram dort verkaufen will, muss einen Stand anmelden, alles hin transportieren und am Ende des Tages auch alles wieder aufräumen. Dafür bieten sie die Chance, an einem einzigen Tag große Mengen an Gegenständen zu verkaufen. Wer sich weiter für das Thema interessiert: In einem weiteren Artikel haben wir die besten Flohmärkte Wiens zusammengetragen. Vielleicht ist ja ein geeigneter Markt für dich dabei.

3. Verschenken

Eine Möglichkeit, die immer besteht, ist, Gegenstände einfach zu verschenken – im Bekanntenkreis oder an Organisationen. Das geht schnell und bereitet anderen Menschen eine Freude. Die Caritas etwa nimmt immer gerne Kleider, Bücher, Möbel oder andere Spenden in ihren Carla-Läden. Auch die Volkshilfe nimmt jederzeit Sachspenden in ihren Second-Hand-Shops – genauso wie Schlafstellen für Obdachlose wie die Gruft. Speziell für Kleidung sind zudem unzählige Kleidercontainer der Caritas und  des Kolping-Verbands über ganz Wien verteilt. Für Bücher gibt es den Wiener Bücherschmaus – ein Verein, der sich für Leseförderung und Buchkultur einsetzt. Die Möglichkeiten sind unzählig. Suche dir eine Organisation, die du unterstützen möchtest und spende deine alten Gegenstände.

altes Zeug loswerden

Carla-Läden sind die Secondhand-Shops der Caritas. / Photo: Elisabeth Mimra

Bitte informiere dich im Vorhinein aber, was die Organisation annimmt. Nichts ist unangenehmer, als mit Zeug aufzutauchen, das sie gar nicht nehmen – für beide Seiten.

Abgesehen davon ist es auch möglich, Dinge online über Willhaben oder Facebook zu verschenken. Das ist besonders dann nützlich, wenn sich sonst kein Käufer findet – wie oft bei alten Möbeln. Die sind gleichzeitig extrem schwierig zu transportieren. Umso nützlicher ist es, wenn der Abnehmer das gute Stück dann auch gleich abholt. Je niedriger der Preis, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit so jemanden zu finden. Wer sagt schon Nein zu etwas, das gratis ist?

 

Angesichts all dieser Möglichkeiten gibt es also keinen Grund, altes Zeug einfach in den Keller zu räumen. Irgendetwas lässt sich immer damit anstellen. Im besten Fall hat dann eine andere Person seine Freude mit dem Gegenstand. Und falls wirklich alle Stricke reißen: Lade den Kram ins Auto und bring‘ es zum Sperrmüll. So wird er zumindest richtig entsorgt.

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von yvonne

19. Dezember 2018

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