Tiere in Wien: Wenn Haustiere keine Option sind

Pixabay / StockSnap
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von Julia

13. April 2021

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Ihr habt keine Möglichkeit, euch ein Haustier in die Wohnung zu holen? Wir stellen Alternativen vor, wo ihr Tiere in Wien betreuen oder besuchen könnt.

Vielleicht kennt ihr diese Situationen: beim Umzug nach Wien bleibt euer Haustier im Waldviertel zurück. Weil ihr beinahe jedes Wochenende wieder zurück ins Waldviertel kommt, sind Tiere in der Hauptstadt eine schlechte Idee. Vielleicht pendelt ihr sogar noch öfter, oder eure Wohnung ist einfach zu klein für Haustiere. Kurz gesagt – es ist euch nicht möglich, die meist flauschigen Mitbewohner hier in Wien zu halten.

Muss man in der Stadt deswegen ganz auf Tiere verzichten? Nein – denn zum Glück gibt es in Wien viele Möglichkeiten, auch ohne Haustiere in Kontakt mit allerlei Lebewesen zu kommen. Tiersitten, Dogsharing, Zoobesuche oder Mithilfe in Tierheimen: wir stellen euch diese Alternativen vor und zeigen euch, welche Vorteile sie jeweils bringen.

1. Aushilfe im Tierheim

Die erste Möglichkeit, sich mit Tieren zu umgeben und dabei auch noch Gutes zu tun, ist die Tätigkeit in einem Tierheim.

Wiener Tierschutzverein

Im Tierschutzhaus in Vösendorf ist es möglich, eine Betreuungspatenschaft für einen Hund zu übernehmen. Man geht mit dem Hund spazieren und gibt ihm die Zuwendung, die in Tierheimen oft etwas zu kurz kommt. Den Patenhund kann man jeweils am Nachmittag (außer Montag) besuchen oder mit ihm Gassi gehen. Zu Beginn bekommt jeder Pate eine Einschulung durch einen Hundetrainer. Die Betreuungspatenschaft kostet euch allerdings 30 Euro pro Monat, wodurch die Organisation und Versicherung gedeckt wird.

TierQuarTier Wien

In diesem Tierheim könnt ihr ehrenamtlich mitarbeiten. Dabei könnt ihr in verschiedenen Bereichen mit anpacken: von der Pflege und Betreuung der Tiere bis zur Mithilfe bei der Vermittlung an neue BesitzerInnen. Auch die Tätigkeit in speziellen Bereichen ist möglich, wie im Katzen-, Hunde-, oder Kleintierbereich. Hierbei sind die Hauptaufgaben die Reinigung der Zwinger oder Gehege, sowie die Beschäftigung mit den Tieren. Besonders bei Hunden gibt es viele Extra-Aufgaben zu erledigen, wozu natürlich auch das Gassigehen gehört.

Das TierQuarTier betont auch die Vorteile der ehrenamtlichen Tätigkeit: alle Helferlein, die zu Hause kein Tier halten können, bekommen hier die Möglichkeit, Quality Time mit Tieren zu verbringen und dazu noch etwas Gutes zu tun. Außerdem ist für die Vierbeiner regelmäßiger sozialer Kontakt vorteilhaft für die Vermittlung.

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Auch beim TierQuarTier ist es möglich, eine Vertrauenspatenschaft zu übernehmen – diese wird allerdings nur an Personen mit Hundeerfahrung vergeben. Die Paten betreuen einen bis zwei Hunde, wobei man neben Gassigehen den Hund auch an die Dinge des Alltags heranführt, um ihn leichter vermittelbar zu machen. Diese Patenschaft ist allerdings aufwändig und durch die Voraussetzung der Erfahrung nicht automatisch für jeden geeignet.

2. Dogsharing

Ihr habt euch schon immer einen Hund gewünscht, aber die Umstände lassen das nicht zu? Vielleicht ist Dogsharing ja genau das Richtige für euch!

Eine gute Möglichkeit, schnell, unkompliziert und kostenlos einen Hund zu „teilen“, ist die Initiative Hundelieb. Hierfür muss man sich nur ein Online-Profil anlegen, um mit den Haltern in Kontakt zu kommen. Nach ein paar Nachrichten trifft man man sich für ein „Schnuppertreffen“, um sich (und auch den Vierbeiner) besser kennenzulernen. Wenn auf beiden Seiten alles passt, kann mit dem Dogsharing auch schon begonnen werden!

Der Umfang oder der zeitliche Aufwand wird dann direkt mit den Haltern besprochen. Ganz egal, worauf man sich schlussendlich einigt: Dogsharing ist für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Die Besitzer des Hundes werden entlastet und hundelose Tierliebhaber können wertvolle Zeit mit den Vierbeinern verbringen – und natürlich profitiert auch der Hund von der zusätzlichen Zuwendung!

Auch das Gassigehen in Tierheimen könnte man als Dogsharing bezeichnen. Hier muss man allerdings einmal auf eine freie Stelle warten, Formulare ausfüllen und meistens auch eine Gebühr entrichten. Gassigehen in Tierheimen kann für manche aber auch die bessere Wahl darstellen. So ist es besonders für diejenigen eine gute Alternative, die in der Nähe eines Tierheims wohnen und sich vorstellen können, häufiger mit den Hunden Gassi zu gehen. Durch die ehrenamtliche Tätigkeit dort hat man etwas „Fixeres“, als manchmal langwierig online nach Dogsharing-Partnern zu suchen.

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3. Tiersitten

Direkt verwandt mit dem Dogsharing ist auch das klassische Tiersitten. Dabei geht es um Tiere aller Art, wie auch Katzen oder Kleintiere. Meist sucht man als Tierhalter nach Tiersittern, wenn man für ein paar Tage verreist oder aus anderen Gründen Betreuung für die tierischen Mitbewohner benötigt. Das Ausmaß kommt wiederum ganz auf die Abmachung an: bei Katzen reicht es meist, sie 1-2-mal pro Tag zu füttern (und sie natürlich ausgiebig zu streicheln) – andere suchen für ein paar Tage eine feste Bleibe für ihren Hund, was natürlich mit erheblich mehr Aufwand verbunden ist.

Beim Tiersitten organisiert man sich ebenfalls über Websites, Foren oder Facebookgruppen, die übrigens auch für das Dogsharing sehr hilfreich und auch leicht zugänglich sind. Hier listen wir euch ein paar davon auf:

Auch Websites wie Tiersitter24 vernetzen Tierbesitzer und Tiersitter miteinander. Auf der Website gibt man ganz einfach seine Postleitzahl an und erhält daraufhin eine Liste mit Möglichkeiten.

Außerdem könntet ihr bei diversen Stellenangeboten fündig werden, wie zum Beispiel bei jooble, betreut.at oder auch bei unijobs.

4. Zoos und Tiergärten

Ein wahrer Klassiker der Freizeitgestaltung in Wien oder wenn die Familie spontan zu Besuch kommt: ein Ausflug in einen Zoo. Ein Spaziergang durch die verschiedenen Anlagen lässt euch den Alltag vergessen und eure Lieblingstiere aus der Nähe sehen.

Der Klassiker unter den Zoos: Der Tiergarten Schönbrunn. Neben exotischen Tieren finden auch heimische Arten einen Rückzugsort auf dem großen Gelände. Besonders erwähnenswert ist dabei auch der Heimtierpark, in dem ihr Kaninchen, Meerschweinchen, Wellensittiche oder Schildkröten besuchen könnt. Außerdem sind im Waldstück beim Tirolerhof heimische Wildtiere zu sehen. Wem das Anschauen nicht reicht: im kleinen Streichelzoo freuen sich die Zwergziegen auf Streicheleinheiten.

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Wer ein Aquarium sein Eigen nennt, wird vom Haus des Meeres begeistert sein. Denn im Vergleich zur Neon- oder Guppykolonie in eurer Wohnung könnt ihr hier eine Vielzahl von exotischen Arten bestaunen. Manche Tiere könnt ihr euch auch aus der Nähe ansehen: im Tropenhaus geht ihr auf Tuchfühlung mit Vögeln und eine dunkle Passage mit Flughunden lässt euren Adrenalinspiegel ganz schön ansteigen. Im Eingangsbereich könnt ihr sogar die Hand in ein Becken mit Fischen tauchen und die Schuppen befühlen.

Der Lainzer Tiergarten im Wienerwald ist ein weiteres Ausflugsziel, wenn ihr euch für heimischen Arten interessiert: hier bekommt man nämlich hauptsächlich Wild zu sehen. Die Tiere sind dabei nicht in Käfige gesperrt, sondern bewegen sich frei im Areal. Deswegen sind sie gegenüber Besuchern auch recht zutraulich. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt: der Eintritt ist frei. Besonders für Wanderungen und Laufstrecken bieten die Naturlehrpfade und ausgedehnten Wege eine perfekte Kombination aus Sport und Freizeitangebot.

Zuletzt möchten wir noch die Blumengärten Hirschstetten erwähnen. Hier gibt es wiederum keinen Eintritt, aber das Areal im 22. Bezirk hat ganz schön viel zu bieten, darunter auch einen eigenen Zoo. Dieser vermittelt den BesucherInnen spannende Aspekte der Tierwelt. Besonders im Palmenhaus tummeln sich viele Tierarten: von Meerschweinchen über Fische zu Reptilien und Insekten ist alles dabei. Für die Vögel wurde ein eigenes Vogelhaus erbaut, das euch den Lebensraum Garten näherbringt.

5. Tiere in der Wiener Natur

Doch Tiere in Wien sind nicht nur im abgeschlossenen Zoo anzutreffen, sondern auch in der freien Wildbahn – man muss nur wissen, wo man sucht 😉

Grünbereiche wie der Wiener Prater oder Parks und Gärten geben allerlei Tieren ein Zuhause. Verschiedene Vogelarten, Eichhörnchen oder Hasen sind hier keine Seltenheit. Manchmal trifft man diese bei einem Spaziergang an und kann sie müßig von einer Parkbank aus beobachten. Auch das kann eine schöne Freizeitaktivität darstellen, wenn man in der Wohnung keine Tiere halten kann.

Tiere Wien

Tiere ganz nah: bei der Dechantlacke in der Lobau. Wikimedia Commons / Hubertl

Der riesige Nationalpark Lobau bietet Lebensräume für eine Vielzahl von Amphibien- und Reptilienarten. So könnt ihr hier zum Beispiel Sumpfschildkröten, Gottesanbeterinnen oder auch Greifvögel beobachten. Das Gebiet um die Donau wird generell stark von Tieren frequentiert, besonders von Vögeln. Ein Geheimtipp ist daher auch der Wasserpark Floridsdorf, in dem zahllose Enten, Schwäne und andere Vogelarten anzutreffen sind. Mehr Informationen dazu findet ihr in diesem Artikel:

Auch auf der Donauinsel kann man viele Wasservögel beobachten. Weitere hier lebende Tierarten sind Rehe, Hasen oder Biber. Seit Neuestem sieht man im Sommer auch Schafe, die zum Mähen der Wiesen eingesetzt werden und die Donauinsel noch belebter machen.

Wenn ihr nun wieder genug von Schafen, Ziegen oder Vögeln habt und lieber „echte Haustiere“ antreffen wollt, kann auch eine Hundezone ein Treffpunkt für Streicheleinheiten sein. Entweder könnt ihr euch mit befreundeten Hundebesitzern verabreden oder auch einfach lieb fragen, ob man den süßen Hund dort vielleicht streicheln dürfte.

Ein anderer Tipp für Katzenliebhaber ist das Café Neko in der Nähe vom Stephansplatz. Hier könnt ihr einen Kaffee und verschiedene Snacks genießen, während ihr die Katzen streichelt. Im Lokal herrscht eine sehr gemütliche Wohnzimmeratmosphäre – so hat man sofort ein heimeliges Gefühl und kann die Zeit mit den Vierbeinern noch mehr genießen.

6. FreundInnen mit Tieren besuchen

Das führt uns auch schon zum letzten Tipp unserer tierlieben Auflistung: meldet euch einfach bei FreundInnen und Bekannten, die Haustiere haben. Ob für einen kurze gemeinsame Gassi-Runde oder vielleicht auch ein paar Tage Katzen-Sitten – so könnt ihr am einfachsten und unkompliziertesten euer Bedürfnis nach tierischen Kuscheleinheiten decken. Eure FreundInnen sind euch bestimmt dankbar, wenn ihr sie ein wenig unterstützt und als verlässlicher Partner für sie und ihre flauschigen Mitbewohner da seid! 🐶🐱🐰

 
 

veröffentlicht von MarleneK

13. April 2021

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