U-Bahn-Stars der Wiener Linien

Öffi-Stadträtin Ulli Sima und die U-Bahn-Stars. Copyright: PID/Christian Fürthner
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von Alexandra

30. Oktober 2017

FREIZEIT & SPORT

Seit zwei Monaten ist die Aktion der Wiener Linien am Laufen und verschönert die Laune der Öffi-Benutzenden. Wer die U-Bahn-Stars genau sind und wie es weitergeht, haben wir herausgefunden.

U-Bahn-Stars für ein schöneres Öffi-Erlebnis in Wien.

„Unser“ Wien ist ziemlich nice und wurde bereits zum 8. Mal die „lebenswerteste Stadt“ des Planeten. Die Schwarmintelligenz der Wiener Linien hat sich eine neue Aktion überlegt, damit die Großstadt auch weiterhin dem internationalen Vergleich standhalten kann. Das U-Bahn-Klima soll durch Straßenmusik verbessert und die Sicherheit der U-Bahn Gäste soll garantiert werden. Vielleicht werden Diebe durch die Musik so sehr abgelenkt, dass sie auf ihr Tagewerk vergessen.

Man will sich damit vor allem an anderen Großstädten wie New York City orientieren, wo Musik in den U-Bahn-Stationen schon gang und gäbe ist.

 

Die Initiative

Die Umweltstadträtin Ulli Sima, welche auch für die Öffis zuständig ist, hat gemeinsam mit den Wiener Linien diese Aktion gestartet.

Straßenmusiker*innen bekommen die Chance, ihre Bekanntheit zu steigern und vor einem größeren Publikum spielen zu können.

Unter den 14 ausgewählten U-Bahn-Stars sind sowohl Solokünstler*innen als auch Bands und alle populären Genres vertreten. Durch eine Fachjury wurden sieben U-Bahn-Stars ausgewählt, weitere sieben wurden per Online-Voting bestimmt.

Bereits seit 6. Juli 2017 läuft die Aktion und der Platz zwischen der U3 und U6 am Westbahnhof wird täglich von 15 bis 23 Uhr bespielt.

Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl

 

Die 14 ersten Wiener U-Bahn-Stars

Quer durch den Gemüsegarten beschreibt dieses Line-Up am besten. Viele Künstler*innen beschreiben ihren Stil und ihre Musik auch selbst so.
Musikfans verschiedener Genres kommen auf ihre Kosten. Die ersten 14 U-Bahn-Stars gibt es zum Anhören und -schauen in dieser Youtube-Playlist:

 

Jürgen Posch, ein Sänger und Gitarrist, macht den Anfang und begeistert vor allem mit seiner Stimme und Genres wie Blues, Singer-Songwriter aber auch Weltmusik.

Die junge Sängerin Nathalie „NANA“ Forest begleitet sich selbst auf der Gitarre und covert ihre Lieblingslieder.

Der Musiker Johannes Honigschnabl spielt auf einer steirischen Harmonika und führt das Großstadtpublikum ein in die alte Kunst des Volksliedes.

Die Band Soncopao ist nach einem Auftritt auf der Syrnauerei in Zwettl im letzten Jahr nun am Westbahnhof angelangt und begeistert mit lateinamerikanischer Musik.

Weiss & Kranics sind Straßenmusiker und spielen bekannte Lieder der Popmusik.

Mario Parizek ist ein besonderer Gitarrist, welcher den vollen Klangkörper der Gitarre ausnützt und sich über vorherrschende Konventionen hinwegsetzt. Seine wichtige Message lautet: „Legalize Straßenmusik!“

Rocky Leon & Knostel sind ein besonderes Duo. Rocky Leon ist ein Sänger und Multi-Instrumentalist und Knostel ein Freestyle-Rapper.

Fisherman & Friends sind im Vergleich zu den anderen Musiker*innen „Oldies“ und spielen auch solche. Klassische Lieder des Jazz werden mit Wiener Texten vertont.

Niklas Satanik ist ein Hang-Spieler und verzaubert mit wunderschönen Klängen. Einfach zuhören und staunen.

Da Weana sind drei Wiener Originale, welche mit Ziehharmonika, Gitarre + Gesang und Kontrabass das Wienerlied hochleben lassen.

Alex Valiente ist eine Sängerin, welche vor allem Musik der 50er- und 60er-Jahre neu interpretiert.

Teddy Bear Cove machen typische Straßenmusik und bedienen sich an allen möglichen Genres. Zwei Gitarren treffen auf ein Chello.

Die Tenori Amici sind drei Tenöre, welche die klassische Musik unter den U-Bahn-Stars vertreten und am Westbahnhof verbreiten.

Borna sind ein Trio, welches aus einem Pianisten, einer Flötistin und einem Percussionisten besteht. Sie spielen hauptsächlich Jazz.

Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl

Öffi-Stadträtin Ulli Sima und die U-Bahn-Stars. Copyright: PID/Christian Fürthner

Die Aktion bleibt nicht ganz unkritisiert

Die Wiener Linien wollen die Stationen durch die musikalische Untermalung „freundlicher“ gestalten.

Ein Nicht-Bezahlen der Musizierenden rechtfertigen sie damit, dass es Straßenmusik ist und keine „Dienstleistung“ für die Wiener Linien.

Inwieweit die Kritik an diesem Projekt gerechtfertigt ist, darüber soll sich jede/r eine eigene Meinung bilden. Ob man aber in der Musikhauptstadt Wien Musiker*innen, welche grundsätzlich nicht zu den Großverdienern gehören, unentgeltlich spielen lassen soll, sei dahingestellt.

Falls dir die Auftritte der U-Bahn-Stars gefallen, freuen sie sich sicher über dein Kleingeld. Die meisten haben auch eigene CDs dabei. Durch einen Kauf kannst du sie unterstützen.

 

Die zusätzlichen Standorte und neuen Stars

Nach der Erweiterung der U1 ist nun auch das U-Bahn-Star-Projekt an der Reihe. Ab Ende September wird die Aktion auf zwei weitere Standorte ausgeweitet. Das Touristenzentrum Karlsplatz (U1, U2 und U4) und v.a. der Praterstern (U1 und U2) sollen revitalisiert werden.

Das von vielen Seiten scharf kritisierte Auswahlverfahren und die Bedingungen dafür wurden vereinfacht. Auf die Bearbeitungsgebühr von 10€ wird verzichtet.

Das zweite Casting hat vom 8.-10. September am Buskers Festival  am Karlsplatz stattgefunden. Willst du auch ein U-Bahn-Star werden? Ein drittes Casting ist noch nicht in Planung, aber du kannst dafür üben. Andere Auftrittsmöglichkeiten für junge Musiker*innen findest du hier.

 
 

veröffentlicht von stefan

30. Oktober 2017

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Meine zwei liebsten Naherholungsgebiete im Westen von Wien im Herbst. - Ich stelle euch den Lainzer Tiergarten und die Steinhofgründe näher vor