Versteckte Plätze in Wien für Erholung im Vorbeigehen

Stadtoase - Urlaubsfeeling in Wien
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von Kerstin

31. Oktober 2018

FREIZEIT & SPORT

Hektik, Stress, Lärm – manchmal wünscht man sich eine kurze Auszeit vom Alltag. Mit etwas Glück hast du in deiner Nähe eine Stadtoase, die ideal dafür geeignet ist. Wir verraten dir, wo du versteckte Plätze findest, an denen du für ein paar Minuten dem Alltagsstress entfliehen kannst.

Als Waldviertler ist man Ruhe gewöhnt. Auch wenn man gerne in der Stadt ist, an manchen Tagen wird einem das bunte Treiben zu viel und man ist auf der Suche nach etwas Ruhe. Nach einem stressigen Arbeitstag oder einem anstrengenden Tag auf der Uni möchte man manchmal gerne für sich sein. Ein Glück, wenn man für solche Momente einen Balkon oder einen begrünten Innenhof hat und dort die Ruhe und etwas Natur genießen kann.

Aber auch jene, die keinen eigenen Balkon oder bepflanzten Innenhof haben, müssen nicht auf eine kurze Auszeit im Grünen verzichten. In Wien gibt es ein paar wunderschöne Plätze, an denen man schnell wieder runter kommen und Energie für den nächsten Tag sammeln kann. Wir haben uns auf die Suche nach ruhigen, grünen Plätzen gemacht, deren Anblick eure Stimmung schlagartig wieder besser werden lässt. Versteckte Oasen im Grau der Stadt – vielleicht sogar gleich bei dir ums Eck, ohne dass du es wusstest.

Innenhöfe – unerwartete Oasen

Alte Häuser mit wunderschönen Fassaden, schmale Gassen, Kopfsteinpflaster und der Stephansdom – fragt man einen Waldviertler was er mit dem ersten Bezirk in Verbindung bringt, sind das sehr wahrscheinlich die Antworten. Das bestätigt sich auch, wenn man durch den ersten Bezirk spaziert. Wohl niemand würde vermuten, dass sich hinter der ein oder anderen Fassade eine kleine Oase verbirgt, in der man für ein paar Minuten dem Alltag entkommen kann.

Aber auch in anderen Bezirken wissen die Innenhöfe zu überraschen. Im 9. Bezirk befindet sich ein ganz besonderer Platz, den man so im Vorbeigehen auf der Straße definitiv nicht erwarten würde.

Fähnrichhof und Pawlatschenhof

Vor dem Tor reges Treiben, Touristengruppen und Geschäftsleute – hinter dem Tor Ruhe, blühende Bäume und Vogelgezwitscher. In der Singerstraße und Blutgasse im 1. Bezirk befinden sich zwei frei zugängliche Innenhöfe, die bereits beim Betreten für innere Ruhe sorgen.

Der Fähnrichhof kann über das Haustor in der Singerstraße 11 betreten werden. Blickfang ist der große Baum, der im Frühling herrlich blüht und im Sommer Schatten spendet. Einfach den Anblick und die Ruhe für ein paar Minuten genießen. Wer Lust hat, kann sich im Innenhof umsehen und dabei die alten Schilder entdecken, die an frühere Zeiten erinnern.

Coloniaraum

Der Fähnrichhof – wo man den Müll noch in den Coloniaraum bringt

Über einen schmalen Treppenabgang, der sich am Ende des Hofes befindet, gelangt man in einen weiteren Hof, der bestens für ein paar Minuten Ruhe geeignet ist. Das Haus in der Blutgasse 3 hat einen wunderschönen Pawlatschenhof. Charakteristisch für einen Pawlatschenhof sind Laubengänge, die sich im Innenhof befinden und über die der Zugang zu den Wohnungen erfolgt. Die Bepflanzung verleiht dem Hof eine ganz besondere Optik. Einfach durchspazieren und den Anblick genießen.

 
 
 

Um weitere Hinterhof-Oasen im 1. Bezirk zu entdecken, eignen sich geführten Touren durch den Bezirk. Es gibt spezielle Touren, bei denen einige öffentlich zugängliche Hinterhöfen besucht werden – ich habe die beiden Innenhöfe bei so einer Tour kennen gelernt. Bei einem gemütlichen Spaziergang erfährst du in 2 – 3 Stunden ein paar Details zu den Häusern, zu den Innenhöfen und auch zur Geschichte Wiens.

Jüdischer Friedhof

Was ein Friedhof mit einer Stadtoase zu tun hat? Er wird zu einer, wenn er sich im Hinterhof eines Hauses inmitten der Stadt befindet. Wer im 9. Bezirk auf der Suche nach etwas Grün und Ruhe ist, der ist in der Seegasse Nr. 9 richtig.

Auch wenn es im ersten Moment seltsam wirkt, wenn man durch das Gebäude – vorbei an der Rezeption des Pensionstenheimes – in den Innenhof spaziert. Zu den Öffnungszeiten ist das für die Anwesenden absolut normal und niemand wird dich fragen, ob du dich vielleicht verlaufen hast. Das Schild neben der Rezeption zeigt dir sogar den richtigen Weg. Und dieser ist nicht weit. Einfach zur Hintertür wieder raus und schon offenbart sich die unerwartete Oase: Eine Wiese (Betreten nicht erlaubt) mit zahlreichen alten Grabsteinen. Der älteste erhaltende jüdische Friedhof Wiens stammt aus dem 14. Jahrhundert. Auch wenn nach dem 2. Weltkrieg nur mehr rund ein Drittel der ursprünglich vorhandenen Grabsteine wieder aufgestellt wurde, ist der Anblick einmalig. Der ideale Ort, um für ein paar Minuten den Alltag zu vergessen und die Stimmung auf sich wirken zu lassen.

 
 
 

Besondere Plätze im Achten

Grüne Plätze gibt es in jedem Bezirk – wer im 8. Bezirk wohnt oder arbeitet darf sich aber besonders glücklich schätzen. Hier liegen zwei Stadtoasen, die für die schnelle Erholung zwischendurch gut geeignet sind.

Albertplatz

Unweit der Alser Straße wartet ein kleines Fleckchen Erde, das für einen Moment den Alltagsstress schlagartig vergessen lässt. Wer hier entlang geht ohne zu wissen was auf einen zukommt, wird überrascht sein sobald er auf den Albertplatz einbiegt. Der frühere Hauptplatz der Gemeinde Breitenfeld mit seinem schönen Brunnen ist wahrlich eine Oase. Und auch die Häuser gegenüber des Brunnens sind schön anzusehen. Ein wunderbarer Platz um für ein paar Minuten Inne zu halten und gedankenverloren vor dem Brunnen zu sitzen.

 
 
 

Uhlplatz

Am Uhlplatz – direkt hinter der Breitenfelder Kirche – befindet sich ein kleines Wohnzimmer im Freien. Gut geschützt unter einem Sonnensegel wurden Möbel, Pflanzen und ein Bücherschrank platziert. Ideal, um kurz Platz zu nehmen, sich ein Buch zu schnappen und dem hastigen Treiben zu entziehen. Auch wenn der Platz nur unweit des Lerchenfelder Gürtels liegt – die liebevoll gestaltete Umgebung lässt ihn zu einer kleinen Stadtoase werden.

 
 
 

Geheimtipp: versteckte Parks

Ja, auch im Stadtpark ist es schön. Aber ein Geheimtipp ist das schon lange nicht mehr. Bei meiner Suche sind mir zwei Parks und ein Garten untergekommen, die etwas versteckt bzw abseits liegen. Wer hier nach Ruhe und Erholung sucht wird nicht enttäuscht.

Zwettler Zwickl

Liechtensteinpark

Im 9. Bezirk, direkt hinter dem Palais Liechtenstein, befindet sich der Liechtensteinpark. Der Park ist in Privatbesitz, aber zum Teil öffentlich zugänglich. Der Eingang ist so unscheinbar, dass man ihn fast suchen muss. Ein kleines Tor auf der Alserbachstraße gewährt den Zutritt zum Park. Vom Verkehr auf der Alserbachstraße und dem Treiben am nahen Franz-Josefs-Bahnhof bekommt man im Park kaum etwas mit. Am hinteren Ende befindet sich das Palais Liechtenstein. Hier kann man sich einfach auf einer der Parkbänke niederlassen und ein Buch lesen oder auch nur die Gedanken schweifen lassen.

 
 
 

Setagayapark

Der Setagayapark ist ein japanischer Park im 19. Bezirk und so gut versteckt, dass ich selbst bereits schon unzählige Male daran vorbeigegangen bin und nicht bemerkt habe, dass sich hinter der Mauer ein Park befindet. Und was für einer noch dazu! Schon nach kurzer Zeit im Park ist man versucht in Frage zu stellen, ob man sich tatsächlich noch in Wien befindet. Der Garten ist wunderschön und ideal zum Umhergehen und Abschalten. Schon ein kurzer Besuch reicht, um deutlich entspannter wieder in den Alltag zu starten. Dank nahe gelegener Bus- und Bimstation kann man den Park auch besuchen, wenn man nicht in unmittelbarer Nähe arbeitet oder wohnt. Nach dem nächsten turbulenten Arbeitstag einfach mal spontan hier her kommen.

 
 
 

Schulgarten Kagran

Raus aus der U-Bahn – rein in den Garten. Bei der U1-Station Kagran ist das möglich. Nur wenige Schritte sind notwendig und die Kulisse wechselt von einer überfüllten U-Bahn und einem hektischen Treiben vor dem Donauzentrum zu einem weitläufigen Garten, der nicht nur die Herzen naturliebender Waldviertler höher schlagen lässt. Der Garten beherbergt die Berufsschule für Gartenbau und Floristik und beheimatet unzählige Pflanzen, die alle mit einem Namensschild versehen sind.

Verschiedene Themengärten machen den Schulgarten sehr abwechslungsreich. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Wer für seinen Garten Gestaltungsideen sucht ist hier ebenso richtig wie all jene, die einfach nur durch die Natur schlendern und entspannen möchten. Zwischendurch findest du immer wieder Sitzmöglichkeiten. Hier kann man mühelos Stunden verbringen. Von September bis Juni hat der Park leider nur einmal im Monat geöffnet, in den Sommermonaten aber mehrmals pro Woche. Schön, dass man diese Oase kostenlos besuchen und dort verweilen kann.

 
 
 

Entdecke die versteckten Plätze

Wenn du das nächste Mal auf der Suche nach ein paar Minuten (oder Stunden) nur für dich bist, dann mach dich auf den Weg zu einem der versteckten Plätze in der Stadt. Lass das Smartphone in der Tasche und genieße einfach den Augenblick – und den Anblick. Danach kannst du dich gut erholt und mit neuer Energie den nächsten Herausforderungen des Alltags stellen. Falls dir unsere Oasen zu weit entfernt sind, findest du vielleicht auf der Website der Stadt Wien einen kleinen Park ganz in deiner Nähe.

Wer etwas abenteuerlustig ist und sich lieber selbst auf die Suche macht, öffnet Google Maps und durchsucht seine Umgebung nach grünen Plätzen und kleinen Parks. Und manchmal entdeckt man auch unverhofft eine kleine Oase ganz in der Nähe. Einfach am Heimweg mal eine andere Route wählen und die Seitengassen erkunden. Du wirst überrascht sein, wie viele kleine, schöne Plätze versteckt zwischen den Häusern zu finden sind.

 
 

veröffentlicht von sebastian

31. Oktober 2018

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Die Wiener Gasometer haben schon seit einiger Zeit nichts mehr mit Gas zu tun, denn heute tummeln sich ebenda unzählige Menschen herum, die dort wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit genießen. Schau doch mal vorbei, ganz einfach mit der U3.