Warme Orte für kalte Wintertage in Wien

Foto: Manfred Helmer
FREIZEIT & SPORT

veröffentlicht von david

15. Januar 2019

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Wien kann im Winter ungemütlich werden. Zu dieser Jahreszeit erträgt es sich im Warmen wesentlich besser. Wir haben uns nach Orten umgeschaut, die ein bisschen Wärme im kalten Großstadtleben bieten.

Es ist Mitte Jänner. Weihnachten ist vorbei. Die Weihnachtsmärkte sind aus dem Stadtbild Wiens verschwunden. Es ist einfach nur kalt. Jetzt beginnt der anstrengendere Teil des Winters.

Waldviertler sind an Kälte gewohnt. Zwettl etwa schafft es fast jedes Jahr unter die kältesten Orte Österreichs. Minustemperaturen im Waldviertel fühlen sich aber anders als in Wien an. Bei klirreder Kälte im Waldviertel spazieren gehen macht Spaß. Natur und Ruhe machen sie wieder wett.

Anders sieht es in Wien aus. Zwischen Hochhäusern, nassen Straßen und einer grau-braunen Masse an geschmolzenem Schnee ist der Winter nicht ganz so schön. Wer zu dieser Jahreszeit in Wien unterwegs ist, hat es drinnen defintiv angenehmer. Zugegeben – mit der passenden Kleidung wäre das bisschen Eis und Schnee kein Problem. Allerdings sind Winteroutfits immer ein Balanceakt zwischen gutem Aussehem und Funktion. Die Stoffhose, die nur bis zu den Knöcheln reicht, und das dünne Trenchcoat lassen einen zwar frieren, sehen aber gut aus.

Vor langen Heimwegen und Wartezeiten schützt so ein Outfit jedoch auch nicht. Wir haben uns deshalb nach Orten umgeschaut, die in solchen Situationen ein bisschen Wärme im kalten Wien bieten.

Die Fahrt ins Warme

Wer im Wiener Winter so wenig Kälte wie möglich ertragen möchte, dem kann ich eines ans Herz legen: Fahr‘ jede noch so kleine Strecke mit den Öffis. Fast alle U-Bahn-Wagons, Busse und Straßenbahnen sind gut beheizt und machen die Reise von einem Ort zum anderem ertragbar.

Eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt einer Fahrt mit dem eigenen, beheizten Auto im Waldviertel wohl am nächsten. Zumindest was Wärme betrifft.

Die alten Straßenbahngarnituren sind wahre Kälte-Geheimtipps. / Foto: Alex Barrow

Ein besonderes Schmankerl bieten die alten Hochflur-Garnituren der Straßenbahn in Wien. Dort versteckt sich die Heizung in jedem Wagon nämlich unter zwei Sitzplätzen. Diese Plätze besitzen quasi eine Sitzheizung. Sie befinden sich meist im hinteren Teil des Wagons und sind durch den großen, zylinderförmigen Heizstraher unter den Sitzen kaum zu übersehen. Wobei dazugesagt sei: Die Heizung ist nicht einfach nur warm. Sie ist echt heiß. In voller Wintermontur wird es da schnell etwas zu warm.

Für eine schnelle Aufwärmung zwischendurch sind die öffentlichen Verkehrsmittel ziemlich günstig. Vorausgesetzt, man benutzt sie ohnehin schon für seine Reisen. Einen Einzelfahrschein gibt es um 2,60 Euro. Studenten können auch ein Semesterticket kaufen. Das kostet mit Hauptwohnsitz in Wien 75 Euro und ohne 150 Euro – wobei sich 100 Euro wieder vom Land Niederösterreich zurückholen lassen.

Wien Pur: Kaffeehäuser

Auf einer Liste mit warmen Orten in Wien haben die Wiener Kaffehäuser einen Fixplatz verdient. Egal, wo man in Wien unterwegs ist, irgendein Kaffeehaus findet sich fast immer. Sei es das Café Hawelka und das Café Griensteidl in der Innenstadt, das Café Sperl und Café Europa in Mariahilf oder das Café Hummel in der Josefstadt.

Im Café Sperl ist es wohlig warm. / Foto: Sandor Somkuti

Kaffeehäuser bieten ein Wien-Gefühl wie kein anderer Ort. Sie sind allesamt gut beheizt und so gemütlich, dass einem von selbst ohne Heizung wärmer würde. Ein guter Verlängerter mit einem Stück Kuchen erwärmt das Herz in jeder Situation. Mehr Infos zu Wiener Kaffeehauskultur gibt es in einem eigenen Artikel von uns.

Büchereien und Bibliotheken

Zum Lernen und für gemütliche Lesenachmittage eignen sich neben Kaffeehäusern auch Büchereien und Bibliotheken in Wien. Sie versprühen allesamt ihren eigenen Flair, eignen sich super zum Lesen, Lernen und Recherchieren und sind vor allem eines: Warm.

An den Arbeitsplätzen leistet einem außerdem fast immer jemand Gesellschaft, der auch gerade lernt oder arbeitet. Das motiviert ungemein.

Putzereien und Waschsalons: Sauber und warm zugleich

Falls es etwas wärmer als nur Raumtemperatur sein darf: Bring‘ deine schmutzige Kleidung in die Reinigung oder in einen Waschsalon. In Putzereien hat es nämlich nahezu immer zwischen 25 und 30 Grad. Dazu kommt eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit durch den Wasserdampf. Ein Ausflug in die Putzerei fühlt sich dadurch schon einmal wie ein fünf-minütiger Urlaub in den Tropen an.

In Waschsalons wird es sehr schnell sehr warm. / Foto: flickr, Nachans

Ähnlich ist es mit Waschsalons. Die Waschmaschinen und Trockner dort produzieren beachtliche Mengen an Abwärme und erhitzen den gesamten Raum. Besonders spürbar ist das auch in kleinen gemeinschaftlichen Waschküchen. Wenn beispielsweise jemand die beiden Trockner im Keller meines Wohnkomplexes verwendet, könnt ich gefühlsmäßig auch mitten im Amazonas-Regenwald stehen.

Wasser- und Sportoasen für ein bisschen Wärme

Was bei Kälte eigentlich immer hilft, ist ein warmes Bad. Das gibt es in Wien auch abseits von Zuhause, in der Therme Wien. Wie es ein Thermenbesuch so an sich hat, ist einem nach ein paar Stunden in der Therme Wien wohlig warm. Außerdem bietet sie eine immerzu willkommene Pause vom Alltagsstress. Wer nach ein paar angenehmen Stunden die Therme Wien wieder verlässt, den kann nichts mehr aus der Ruhe bringen.

Ganz billig ist ein Besuch in der Therme Wien allerdings nicht. Drei Stunden Erholung kosten 20 Euro und eine Tageskarte 27,40 Euro. Mit Saunabesuch kommen noch einmal acht Euro extra dazu. Zumindest für Studenten gibt es aber Sonderangebot – vier Stunden Therme kosten mit Studentenausweis nur 16 Euro statt 22,40.

Alternativ zur Therme Wien gibt es die Hallenbäder der Stadt Wien. Dort kostet ein fünstündiger Besuch für Erwachsene 5,90 Euro. Mit Sauna sind es 15,40 Euro. Studenten bekommen außerdem einen Rabatt von rund 25 Prozent.

Hitziger Sport

Sport wärmt immer. Eine Laufrunde im Prater oder auf der Donauinsel ist mitten im Winter dann aber doch kalt. Eine Runde Sport im Fitness- oder Yogastudio ist da angenehmer. Einige besitzen sogar ein eigenes Schwimmbad und Sauna. Die haben es preislich allerdings in sich. Für mehr Informationen haben wir vor einiger Zeit einen Guide zu Fitnesstudios in Wien zusammengestellt.

Sport hilt praktisch immer bei Kälte. / Photo: Juan Pablo Rodriguez

Wärme statt Shopping

Wenn es auf den Straßen Wiens zu kalt wird: Einfach Mal eine Runde durch den nächsten Supermarkt gehen. Oder den Weg von der einen Seite des Einkaufszentrum zur anderen durch das Gebäude bestreiten. Ohne die Absicht, etwas zu kaufen, sondern einfach nur, um warm zu werden. Geschäfte sind die kleinen Wärmeinseln Wiens: Sie sind überall, jeder darf sie verwenden und wer nichts kauft, muss auch nichts bezahlen.

Für Nachtschwärmer

Wintertage sind kalt, Winternächte sind kälter. Ein Tipp für kalte Nächte in Wien: Geht einfach in das nächste Lokal, in das ihr ohne Eintrittskosten kommt. Ins Loco, Chelsea oder in die nächstbeste vollgestopfte Bar. Hauptsache es sind möglichst viele Leute an einem Ort. Nach wenigen Minuten unter dieser Menschenmasse werdet ihr so begeistert von Kälte und frischer Luft sein wie ein Kleinkind von Weihnachtsgeschenken. Versprochen.

 

Mit dieser Liste bist du bestens gerüstet für das kalte Stadtleben. Denk‘ daran: Öffis, Kaffeehäuser, Putzereien und bei Nacht die nächstbeste Party. Dann wird dir auch bei den kältesten Temperaturen wohlig warm.

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von marlies

15. Januar 2019

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