8 Arten von Professoren

Könnte der Exmatrikulator sein, oder doch der Hektiker? /// www.pixabay.com
STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von sebastian

13. August 2019

STUDIEREN & ARBEITEN

Jeder kennt sie, unsere lieben Professoren. Wenn ihr gedacht hättet, dass sie alle gleich ticken, dann lasst euch durch uns vom Gegenteil überzeugen!

Zu Zeiten, wo die Zahl der Studentinnen und Studenten zu explodieren scheint, sollte man sich mit deren Alltag befassen und vertraut machen. Deren Umfeld ist oft gar nicht so leicht zu verstehen, vor allem, wenn man sich die Menschen anschaut, die ihnen etwas beibringen sollen. Über die armen Studis haben wir bereits einmal geschrieben. Es geht heute um die Professorinnen und Professoren, die Profs, .. Auch, wenn sie alle gleich zu sein scheinen, finden sich hier feine Nuancen. Vielleicht habt ihr den einen oder anderen auch schon bei euch im Hörsaal stehen gehabt! 😉

(Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel die Sprachform des generischen Maskulinums angewendet. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form geschlechtsunabhängig verstanden werden soll. – also bitte nicht angegriffen fühlen!)

#1: Der Exmatrikulator

Jeder kennt ihn, er liebt es einfach, seine armen Studenten zu exmatrikulieren. Schon zu Beginn des Semesters begrüßt er euch mit den Worten: „Ich begrüße Sie herzlichst, schauen Sie sich die Personen links und rechts neben Ihnen an, die werden nächstes Semester nicht mehr da sein.“ Das nenn‘ ich mal motivierend! Diejenigen, die bereits nach diesen Worten den Hörsaal kommentarlos verlassen, haben verloren. Einige wenige schaffen es aber doch, sich zu motivieren. Er ist auch für sogenannte Knock-Out-Prüfungen bekannt, die nur die Auserwählten schaffen dürfen. Mehr als 10-20% dürfen diese Prüfungen nicht positiv absolvieren, das wäre ja dann zu nett und zu gutmütig für den Exmatrikulator.

professor

Definitiv der Exmatrikulator!

#2: Der Softie

Auch ihn kennt jeder. Mit gesenktem Blick betritt er ganz ruhig den Hörsaal und fürchtet sich wohl mehr vor den vielen Menschen, als er sollte. Nervös und mit schwitzigen Händen greift er nach dem Mikrofon und flüstert ein leises „Guten Tag“ hinein. Die hinteren Reihen haben ihn noch gar nicht bemerkt, langsam versucht er, ein bisschen Aufmerksamkeit zu erlangen. Natürlich fragt er bei Prüfungen nur das ab, was er auch im Vorhinein durchgemacht hat und bei der Notengebung ist er sehr kulant. Sollte doch einmal irgendwo ein Fünfer dortstehen, geht man einfach in sein Büro, bettelt, und bekommt letztendlich doch sein „verdientes“ Sehr gut.

professor

Ich würde sagen: Softie 😉

#3: Der Abschweifer

„Dazu fällt mir eine lustige Geschichte ein ..“ – Wirkt am Anfang immer recht kompetent und ist es meistens auch, also fachlich kann man ihm nichts nachsagen. Jedoch liebt er es, von seinen vielen Reisen und seiner gescheiterten Ehe zu erzählen. Universitäre Distanz ist in jenen Vorlesungen und Seminaren ein Fremdwort. Man kann den Abschweifer auch sehr leicht aus der Reserve locken: Einfach herausfinden, über welche Themen er gerne spricht und ihm dementsprechende Fragen stellen. Am Ende seiner Ansprache kommt dann ein „Marias, wir müssen mit dem Stoff weiterkommen, wo war ich?“. 75% seines Stoffs werden nicht geprüft, weil man darüber nie gesprochen hat. Bei ihm sind mündliche Prüfungen immer ein heißer Tipp! 😉

#4: Der Stotterer

„Ähm, äh, uh, aaaaah, hmm, puuh..“ Er artikuliert sich sehr einseitig, denkt seeeeehr viel nach und mindestens nach jedem zweiten Satz kommt eine der genannten Ausdrücke. Oftmals sind diese äh’s und uh’s kein Zeichen von Nachdenken, sondern werden einfach als Lückenfüller gebraucht. Es ist irrsinnig schwer, jenem zu folgen und mitzuschreiben. Würde man die ganzen hmm’s und puuh’s auch aufschreiben, bräuchte man kiloweise Papier und Tinte beziehungsweise einen seeeeehr guten Laptopakku. Bereits Robin aus How I Met Your Mother hatte ein Faible für Stotterer und prompt wurde daraus ein Trinkspiel. Bei jedem Ausdruck wird ein Kurzer getrunken – viel Spaß dabei, kann auch ganz schnell aus dem Ruder geraten.

Professor zu Student: Mit dem, was Sie nicht wissen, könnten eigentlich noch zwei andere Studenten durchfallen. (~Universität Göttingen)"

#5: Der Hektiker

Er fetzt in den Hörsaal, wirkt schneller als sein Schatten, schneller als das Licht, schneller als die Polizei erlaubt! Bevor du deine Mitschreibgelegenheit aus deiner Tasche geholt hast, ist er bereits auf Folie 15 und hat mehr Wörter gesprochen, als ein fauler Student innerhalb einer Woche spricht. Mitschreiben ist ein Kampf, händisch mitschreiben ist ein Krampf. Bei schriftlichen Prüfungen läuft er nervös durch den Hörsaal, hat meistens fünf Assistenten bei sich und schaut mit seinen Adleraugen penibel auf die Prüfungsbögen. Schummeln ist hier definitiv Fehl am Platz. Guter Tipp: Lasst euch nicht nervös machen, das ist sicherlich der falsche Weg!

#6: Der Technikabstinenzler

Vom Fortschritt der Technik hat unsere Nummer 6 leider noch nichts gehört. Ein Smartphone ist natürlich kein Muss, aber zumindest einen Laptop/Computer mit einer halbwegs funktionierenden Internetverbindung wäre ein Wahnsinn. Mithilfe seines Grammophons versucht er, seine in Wissen getränkten Ausdünstungen festzuhalten. Moodle oder diverse andere, universitär genutzte Plattformen fallen in den Fremdwortbereich des Technikabstinenzlers. USB-Stick kennt er leider auch nicht, Powerpointfolien sollte man ihm auch dringlichst nahelegen. Oftmals liest er dann einfach sein handgeschriebenes Skript vor, welches durch das Alter und die Abnutzung bereits einer Papyrusrolle gleicht. Bro, wir befinden uns im 21. Jahrhundert und Technik is voll leiwand, he!

professor

Mit der Technik hat er es wohl nicht so … /// www.facebook.com/uniwienmemes

#7: Der Bro

Hallo i bims, 1 leiwander Prof. Diese Art von Professor ist mit Vorsicht zu genießen. Er scheint zwar auf den ersten Blick sehr nett zu wirken und gibt einem das Gefühl, dass man eh fix einen Einser bekommt. Am Ende des Semesters kann es dann eine böse Überraschung geben, muss es aber nicht. Du triffst deinen Prof sehr häufig in Bars, meistens schon mit einem leichten Damenspitzerl. Zu Beginn der Vorlesung kommt er mit seinen Adidas-Schuhen in den Hörsaal gestürmt, chillt sich lässig aufs Pult und hält seinen Vortrag. Mit einigen Schmäh’s lockert er die Stimmung auf, lernen tust du aber meistens nicht recht viel. Aber wie man immer sagt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Na, wer kennt ihn auch, den Bro?

#8: Der Übermotivierte

Gibt’s eigentlich an jeder Uni. Er ist auch oft noch sehr jung und unerfahren, deswegen möchte er sich von seiner scheinbar besten Seite präsentieren. 15 Arbeitsaufträge innerhalb einer Woche? Easy. 1000 Seiten lesen bis zur nächsten Einheit? Geht doch eh. – Nur sollte er wissen, dass seine Vorlesung beziehungsweise sein Seminar nicht die/das Einzige für den kleinen Studi ist. Viele geben schon nach der ersten Einheit auf, wenn sie den Semesterplan bekommen. Der Übermotivierte merkt oftmals gar nicht, dass er zu viel vorhat. Sein Tunnelblick lässt ihn nicht nach links oder rechts blicken, er fährt seine Schiene bis ans Ende des Semesters durch. Wenn er dann merkt, dass das doch zu viel ist, stehen ihm viele Wege offen. Vielleicht wird er zum Bro? Oder wird er nur noch hektischer? Oder ist er jetzt verunsichert und beginnt zu stottern? Vielleicht hat er jetzt aber auch Angst und wird zu einem Softie?

Fazit?

Ihr habt sicher den einen oder anderen der genannten Professoren schon einmal in einer Vorlesung oder in einem Seminar kennenlernen dürfen. Egal, ob MedUni, WU, TU, .. irgendwo gibt es immer Ähnlichkeiten, zumindest bezüglich Professoren. Kennt ihr noch weitere, typische Arten, die wir vergessen haben? Lasst es uns auf jeden Fall in den Kommentaren wissen, wir sind neugierig auf eure „Insider“! 😉

 
 

veröffentlicht von sebastian

13. August 2019

STUDIEREN & ARBEITEN
Ich möchte Medizin an der Uni Wien studieren. Aber was kann ich mir darunter vorstellen? Was wird auf mich zukommen? Wir haben ein paar StudentInnen ausgefragt und sie haben uns alles über ein Medizinstudium an der Uni Wien erzählt.