Der Verhaltensguide für dein Praktikum

Wie du dein Praktikum richtig angehst.
STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von david

2. Juli 2018

STUDIEREN & ARBEITEN

Als wäre die Suche nach einem Praktikumsplatz nicht schon Herausforderung genug, birgt auch das Verhalten während des Praktikums einige Fettnäpfchen. Wir schaffen Abhilfe und klären, wie du einen schlechten Eindruck verhindern kannst.

Praktika. Sie sind fixer Bestandteil eines jeden akademischen Lebenslaufs. Viele Waldviertler zieht es unter anderem für Praktika nach Wien. Denn ohne Praktika geht heutzutage in den meisten Berufsfeldern nichts mehr – egal in welchem Fach. Ob BWL, Medien oder ein technisches Fach – sie gehören einfach dazu. Selbst in manchen Schulen mit Matura-Abschluss sind sie fest ins Curriculum integriert.

Als wäre da die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz nicht schon schwierig genug, kannst du auch während des Praktikums an sich einiges falsch machen. Ein guter Eindruck prägt sich beim Arbeitgeber ein. Er eröffnet Chancen – für zukünftige Jobs, weitere Praktika und berufliche Beziehungen.

Wie du dich richtig für ein Praktikum bewirbst, haben wir bereits in anderen Artikel geklärt. Diesmal geht es rein darum, wie du während des Praktikums nicht ins Fettnäpfchen trittst und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Natürlich ist jedes Praktikum anders. Ein Lehramtsstudent wird nicht den ganzen Tag im Büro verbringen, sondern im Klassenzimmer und ein Chemiestudent wird eher im Labor arbeiten. Die häufigste Praktikums-Art ist aber das klassische Praktikum im Büro. Deshalb beziehen wir uns in diesem Artikel in erster Linie darauf. Die meisten Tipps gelten allerdings genauso für andere Praktika.

Vor dem Antritt: Der richtige E-Mail-Ton

E-Mail-Kommunikation ist ein bisschen wie schreiben mit fernen Bekannten auf WhatsApp mit viel schwarz-weißer Farbe und ohne Emojis. Aber selbst der trockenste E-Mail-Text kann Emotionen transportieren. Vor dem Praktikumsantritt wirst du vermutlich die eine oder andere Mail mit einer vorgesetzten Person austauschen. Bereits an diesem Punkt kannst du einen guten Eindruck hinterlassen. Formuliere deine Sätze schön aus, bedanke dich für Infos, vergiss nicht auf die Grußzeile und verzichte auf unnötige Abkürzungen. Deine E-Mails sind deine erste Selbstpräsentation – noch bevor du die Person hinter der Empfänger-Adresse kennenlernst.

Schon beim ersten E-Mail lauern viele Fehler und Chancen.

Der Höflichkeitsgrundsatz

Nach monatelanger Wartezeit ist es nun endlich soweit: der erste Arbeitstag steht an. Mit einer Gefühlsmischung aus Freude, Nervosität und Existenzangst fährst du zu deinem Arbeitgeber. Hier lauert bereits die erste – und wohl größte –  Herausforderung: Pünktlichkeit. Vor allem am ersten Arbeitstag – sei pünktlich. Selbst wenn du eine halbe Stunde draußen in der Hitze stehst, bis endlich jemand in die Firma kommt – zu früh ist in diesem Fall besser als zu spät. Nichts macht einen schlechteren Eindruck wie wenn du direkt am ersten Tag deines Praktikums verschlafen, chaotisch und verspätet auftauchst. Deine Arbeitskollegen merken sich das. Vor allem bedeutet Unpünktlichkeit unter anderem auch Unzuverlässigkeit. Also sei jeden einzelnen Tag so pünktlich, als wäre es dein erster.

Nachdem du hoffentlich pünktlich angekommen bist, folgt die nächste Frage: Wie spreche ich meine Arbeitskollegen an? Mit du? Oder Sie? Hier gilt die Grundregel: Sofern dir dein Gesprächspartner nicht klipp und klar das Du anbietet, bleib bei der klassischen Anrede: Sie. Jüngere Unternehmen sind da meist kulanter. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du ein Praktikum in einem jungen, hippen Startup-Unternehmen mit Co-Working-Space absolvierst, relativ gering. Die deutsche Sprache besitzt nunmal eine Höflichkeitsform und die solltest du auch benutzen.

Dress To Impress

Wie kannst du abgesehen von deinen Auftritt noch bei deinem Praktikumsgeber punkten? Mit angemessener Kleidung. Am ersten Arbeitstag kannst du dir es durchaus leisten, overdressed zu sein. Vorausgesetzt du hast freie Kleidungswahl. Bei den meisten Bürojobs steht dir die Auswahl ziemlich frei. Ja, ungewohnte Kleidung ist unangenehm und ja, du wirst dir vielleicht wünschen einfach dasselbe wie immer angezogen zu haben. Jedoch bleibst du genau so du in den Köpfen deiner Arbeitskollegen hängen. Viele Firmen nehmen in den Sommermonaten zwei oder mehr Praktikanten auf – wenn du da herausstichst, hat das durchaus etwas Positives.

Dieselbe Strategie kannst du auch am letzten Tag anwenden. So wie du am Ende gekleidet bist, so bleibst du in Erinnerung.

Rede mit den Menschen

Höflichkeit solltest du dir während deines gesamten Praktikums groß auf die Stirn schreiben. Nicht wortwörtlich, aber metaphorisch auf jeden Fall. Wenn du morgens in das Unternehmen kommst, begrüße jeden einzelnen Arbeitskollegen. Stelle dich gegenüber neuen Kollegen vor und erzähle, wer du bist. Gib Menschen auch Mal die Hand zur Begrüßung. Dein Ziel sollte sein, das Unternehmen zu bereichern. Nicht nur mit deiner Arbeitszeit – und hoffentlich -leistung –, sondern auch mit dir als Person.

Beginne während Arbeitspausen ruhig auch ein paar Gespräche mit deinen Kollegen  – egal wie lange sie bereits beim Unternehmen dabei sind. Jeder wird etwas zu sagen haben und sich über ein Gespräch freuen. Bei einigen kannst du mit Sicherheit auch die eine oder andere Lebensweisheit mitnehmen.

Albtraum Kaffee kochen

Es ist das Negativbeispiel: Der Praktikant, der ein ganzes Monat lang nur Kaffee kocht. In der Praxis kommen solche Praktika zum Glück eher selten vor. Mit viel Pech kann aber auch das passieren. Grundsätzlich wird es in den ersten Tagen immer so sein, dass du noch keine großen Aufgaben aufgetragen bekommst. Deine Kollegen können dich schließlich noch nicht einschätzen. Wenn du diese ersten Probeaufgaben überstehst, dürften in der Regel schon bald spannendere Arbeiten auf dich zukommen.

Was, wenn das nicht der Fall ist? Was wenn du auch nach zwei Wochen immer noch derselben, eintönige Aufgabe nachgehst? In diesem Fall hast du zwei Optionen.

1. Hartnäckig bleiben und ehrlich sein.

Wenn dein Praktikum einfach nicht das bietet, was du erwartet hast, sprich mit deinen Kollegen darüber. Sie sind auch nur Menschen. Sag ihnen, dass du gerne auch etwas anderes machen möchtest, wenn du zum fünfzehnten Mal Kaffee holen darfst. Und sag es ihnen auch beim sechszehnten und siebzehnten Mal. Oft ist es einfach nur so, dass sie dich noch nicht einschätzen können und kein Risiko eingehen wollen. Durch Eigeninitiative zeigst du, dass sie dir auch herausfordernde Aufgaben zutrauen können

2. Augen zu und durch.

Manchmal läuft ein Praktikum auch einfach nur miserabel. Wenn du nur als Praktikant angestellt bist , weil die Abteilung jemanden aufnehmen muss und deine Kollegen nur mit sich selbst beschäftigt sind, hast du wenig Möglichkeiten, deine Situation aufzubessern. Das sinnvollste, das du dann machen kannst, ist, das Gespräch mit deinem Vorgesetzten zu suchen. Der kann in der Regel einiges bewirken.

Hilft auch das nichts, bleibt nur mehr Nichtstun oder eine Kündigung. Bei kürzeren Praktika ist erstere Option meist die sinnvollere. Selbst negative Erfahrungen können im späteren Leben hilfreich sein. Betrachte dein Gehalt als Motivation und erinnere dich daran, dass das Praktikum temporär ist. Dann schaffst du auch das.

Alle gehen arbeiten, nur ich nicht?

Was deine Arbeit betrifft: Du bist zwar nur als Praktikant angestellt – das heißt aber nicht, dass du nicht die volle Arbeitsleistung wie alle anderen erbringen kannst. Am Anfang deines Praktikums bekommst du vielleicht noch nicht so viel Aufgaben. Das ist aber keine Entschuldigung dafür, den halben Tag auf Facebook zu verbringen. Nichts ist schlimmer, als den halben Tag auf Facebook zu verbringen. Es macht nicht nur einen unglaublich schlechten Eindruck, sondern ist auch stinklangweilig. Theoretisch wäre es sogar sinnvoller, ein Buch zu lesen, selbst wenn das deine Untätigkeit noch plakativer darstellen würde.

Soweit sollte es aber von vornherein nicht kommen. Wenn dir langweilig ist: Frag deine Kollegen, ob es etwas zu tun gibt. Mach „Gibt’s derzeit noch eine Aufgabe für mich?“ zu deinem Lieblingssatz in deinem Büro. In den meisten Fällen liegen noch irgendwo ein paar zu erledigende Tätigkeiten herum. Facebook, Instagram und Co. sind Angelegenheiten für die Pause. Selbst wenn du inmitten all der Arbeit den Drang verspürst, der ganzen Welt zu zeigen, wie produktiv du gerade bist.

Während deines gesamten Praktikums bist du dort um zu arbeiten. Also tu das am besten auch!

Eine würdige Verabschiedung

Wie fast alles im Leben wird auch dein Praktikum ein Ende haben. Manche Enden wie das Ende deiner Schulzeit sind vermutlich positiv belastet, andere wie das untere Ende deines Bankkontos eher negativ. Wo sich dein Praktikum einordnet, bestimmst zu einem großen Teil du. Bringe dich ins Unternehmen ein, erledige deine Arbeit, nimm dir Kritik mit gutem Gewissen zu Herzen und gehe als besserer Mensch aus dem Praktikum heraus. Natürlich gibt es auch immer einige schwarze Schafe bei der Auswahl von Praktika – etwa wenn du ein ganzes Monat lang nur das Lager sortierst. Aber selbst das hat seine positiven Seiten: Du weißt, wo du später nicht arbeiten möchtest, es bringt Geld und es geht vorbei.

Bevor du das große Unternehmensgebäude – den Ort deines Praktikums – verlässt, vergiss eines nicht: eine gebührende Verabschiedung. Damit ist nicht ein kollektives „Tschüss“ gemeint, sondern eine Verabschiedung die Hand und Fuß hat. Nimm dir Zeit für jeden einzelnen Kollegen und verabschiede dich persönlich. So besteht zumindest die Chance, dass du langfristig in Erinnerung bleibst. Wenn du dich gut in das Unternehmen integrierst wird dir der Abschied ohnehin gar nicht so leicht fallen.

 

 
 

veröffentlicht von Kerstin

2. Juli 2018

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