Lernen leicht gemacht - Unsere Tipps für Prüfungen

So schön kann dein Lernort aussehen. /// www.pixabay.com
STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von sebastian

7. Februar 2021

STUDIEREN & ARBEITEN

Hilfe, ich kann mich beim Lernen einfach nicht konzentrieren! Keine Sorge, wir zeigen dir, wie du effektiv lernst und deine Prüfungen schaffst.

Lernen

Das Köpfchen raucht, die Hände schwitzen,

den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen.

Der Stoff ist viel, die Zeit wird eng,

dein böser Professor benotet sehr streng.

Wie schön wär‘ es, nicht mehr zu lernen?

Bitte, man darf ja wohl noch schwärmen.

Bei uns findest du ein paar tolle Tipps,

wie du lernen kannst – und zwar mit Grips!

So, genug Poesie am Rande – mein Waldviertler Herz neigt öfters zu solchen Ausgüssen. Nun kommen wir aber auf den Punkt: Wie lerne ich, richtig zu lernen? Große Stoffmengen können einem ganze Tage und Wochen vermiesen, aber wir haben tolle Tipps für dich, wie du in der Prüfungsphase einen kühlen Kopf bewahrst und effektiv lernst.

Umgebung fürs Lernen sinnvoll gestalten

Zunächst ist es wichtig, einen Ort zu bestimmen, an dem dir das Lernen leichter fällt. Beobachte einmal, welche Vorteile und Nachteile du an unterschiedlichen Orten feststellen kannst. Muss es still sein oder beruhigt dich ein leises Hintergrundgeräusch? Lernst du mit Vollbeleuchtung oder reicht dir eine kleine Schreibtischlampe? Falls du absolut planlos bist, kann ich dir ein paar alternative Möglichkeiten anbieten, die sich bewährt haben.

Probiere einmal, an ganz ungewöhnlichen Orten zu lernen. Setz dich auf die Toilette, gehe in den Keller oder setz dich auf die Waschmaschine. Erhebe dich von deinem Schreibtischsessel, gehe in deinen vier Wänden herum, mach Liegestütze oder dreh dich langsam im Kreis. Sprich laut, leise, wechsle deine Stimmintensität alle paar Minuten oder schrei die schwierigen Sachen ganz laut in die Welt. Befestige Karteikarten an den unterschiedlichsten Orten, beschreibe die Kärtchen mit roter, grüner, gelber, .. Farbe. Lerne nur morgens und abends, während des Kochens, bei der morgendlichen Sitzung am Klo oder um vier Uhr in der Früh. Mein Tipp: Über all das, was du nicht probiert hast, darfst du nicht urteilen!

farben

Unterschiedliche Farben sind eine tolle Abwechslung. /// www.pixabay.com

Kleiner Exkurs: Störfaktoren entfernen

Ja ja, das gute alte Handy liegt immer griffbereit und man neigt dazu, die sozialen Netzwerke im Minutentakt zu checken. Ich erwische mich sogar dabei, WhatsApp zu öffnen, obwohl mir keiner geschrieben hat – armselig! Es ist wichtig, das Smartphone weit genug von sich selbst zu entfernen. Sperr es doch einmal im Briefkasten ein? Gib es deinem Mitbewohner mit der Bitte, es für 3 Stunden zu verstecken. Wichtig ist aber auch, gleichzeitig Belohnungen einzubauen. Wenn du drei Stunden effektiv gelernt hast, ohne dein Handy zu checken, ist das toll. Belohne dich vielleicht mit 20 Minuten Lieblingsmusik. Kontraproduktiv ist jedoch, in seiner Lernpause im Internet zu surfen. Auf diese Art und Weise können sich Augen und Gehirn nicht entspannen und das Weiterlernen fällt sehr schwer. Welche Störfaktoren kannst du noch erkennen, die dir das Lernen erschweren? Reflektiere gut und entferne diese, damit deinem Einser nichts mehr im Weg steht.

Selbstmotivation fürs Lernen entwickeln

Ha, der war gut! Sich selbst für Lernen motivieren, wie soll das denn gehen? Zunächst solltest du einmal ein Ziel für dich finden: Wofür lerne ich diesen Stoff? Brauche ich diese Sachen später im Beruf? Wenn ja, dann denke beispielsweise an den Lohn, den du nicht bekommen wirst, wenn du jetzt nicht effektiv lernst. Wenn du absolut kein logisches Ziel finden kannst, dann ist die positive Note dein Ziel, die du für deinen Studienabschluss benötigst.

Außerdem, auch wenn es schwer fällt, solltest du dir immer einreden: Ich WILL diesen Stoff lernen, ich MUSS es nicht tun. Keiner zwingt dich zum Studium, eine Exmatrikulation ist einfacher, als du vielleicht denkst. Aber du WILLST ja später einen Beruf ausüben, für den du gewisse Voraussetzungen und Teilleistungen erfüllen sollst. Und wenn dir dieser Beruf Spaß machen soll, WILLST du natürlich auch einiges dafür tun. Sollten dir deine zukünftigen Jobaussichten Bauchschmerzen bereiten, musst du dringend etwas ändern.

Motivation kommt auch, wenn du dir immer und immer wieder einredest, dass der Stoff, den du lernen musst, toll ist. Klingt echt komisch, ist aber bewiesen. Auch wenn die Situation noch so aussichtslos erscheint, mit einer positiven Einstellung kannst du sehr viel retten und gleichzeitig Zeit sparen. Noch ein kleiner Tipp: Kleine Lernportionen motivieren. Wenn du 100 Seiten in einem durchlernst (beispielsweise innerhalb einer Woche), hast du nur ein Ziel erreicht – und das wahrscheinlich schleppend. Wenn du jedoch kleine Portionen à 10 Seiten erstellst, hast du mehrere kleine Erfolgserlebnisse. Darüber hinaus merkst du dir den Stoff leichter. Also los!

Methoden für effektives Lernen

Nun geht es um die Wurst – welche Methoden helfen dir dabei, deinen Lernerfolg zu optimieren? Ich habe ein paar Beispiele für dich zusammengefasst.

Spiel den Lehrer

Ja, jetzt bist du an der Reihe. Stell dich in die Mitte des Raums und bilde dir ein, dass vor dir eine Gruppe von Schülern oder Studenten sitzt. Sie möchten genau das hören, was du für die Prüfung lernen musst. Sie brennen richtig darauf, dein Wissen aufzusaugen. Nun erzählst du einmal alles, was du über den Stoff weißt – dein Publikum ist begeistert. Mache nun eine Pause und setz dich an deinen Schreibtisch. Lies dir nochmal durch, was zu lernen ist und markiere wichtige Fakten, die du vergessen hast. Nach der Pause hört dein fiktives Publikum wieder aufmerksam zu. Nun kannst du schon über viele Dinge im Detail sprechen, das Publikum ist außer sich vor Freude. Plappere einfach drauf los und achte nicht so genau auf Formulierungen, die auf deinen Zetteln stehen. Nach und nach wirst du dir die Dinge gut einprägen, da du ja einen Vortrag darüber gehalten hast – probiers einfach mal aus!

Loci-Methode

Nein, bitte nochmals lesen – ich spreche hier nicht von der Loco-Methode. Die kommt lediglich nach der Prüfung zum Einsatz! Bei der Loci-Methode (von lat. locus – Ort, Platz, Stelle) handelt es sich um einen Prozess, bei dem du dir mehrere Fakten gut einprägen kannst. Wähle einen Ort oder eine Wegstrecke, die du auswendig kennst (Weg zur Arbeit/Uni, Spaziergang durch deine Wohnung, usw.). Nun merkst du dir markante Orte und Stellen, wie beispielsweise einen Briefkasten, ein buntes Plakat, eine Vase oder die Kerze auf der Kommode. Mit dem Briefkasten verbindest du beispielsweise die Formel, die du dir unbedingt merken musst. Jedes Mal, wenn du diesen Briefkasten siehst, denkst du nur noch an diese Formel. Auf dem bunten Plakat befindet sich ein großes A – zufällig fängt die komplizierte Aufzählung, die du dir einfach nicht merken willst, auch mit A an. Die Vase erinnert dich an die Kunst – perfekt, da du dir vielleicht eine bestimmte Kunstrichtung einprägen musst. Während der Prüfung gehst du dann die beispielsweise ausgewählte Wegstrecke in Gedanken durch und schwupps: Dir fallen alle Begriffe sofort ein!

Schritt für Schritt zum Glück

Cool, du hast den ganzen Stoff nun durch. Ich gratuliere dir. Na dann fangen wir mal mit dem Wiederholen an. Erste Definition auf Seite 1? Weiß ich nicht mehr. Was hat Kant nochmals schnell gesagt? Keinen Plan. Und wie hieß die berühmte Epoche, in der Schnitzler gelebt hat? Woaß i ned! Du hast nun mehrere Tage damit verschwendet, den Stoff durchzuackern, aber es ist nichts hängengeblieben. Deswegen ist es wichtig, den Stoff Schritt für Schritt durchzuarbeiten und zwischendurch zu wiederholen. Kapitel 1 erstreckt sich beispielsweise von Seite 1 bis Seite 7. Plane dir diese 7 Seiten für einen Tag ein. Am nächsten Tag wiederholst du die 7 Seiten und es kommen die nächsten 5 dazu. Am dritten Tag wiederholst du die ersten 7 Seiten, dann die nächsten 5 und am Schluss kommen noch 3 dazu. So fährst du fort und schaffst es, den Stoff gut zu lernen und dir einzuprägen. Wichtig dabei ist, dass du jedenfalls genug Zeit einplanst. Es kann dir nämlich passieren, dass du am sechsten Tag völlig überfordert bist und die 5 Seiten vom fünften Tag nochmal lernen musst. Lieber zu früh anfangen als zu spät!

Und, wie motiviert ihr euch? Schafft ihr es, effektiv zu lernen und zeitgerecht zu beginnen? Mal ehrlich, jeder ist schon einmal verzweifelt am Schreibtisch gesessen und hat nicht mehr weiter gewusst. Vielleicht habt ihr noch ein paar coole Methoden für uns, die die Leser brennend interessieren?

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Irgendwann kommt die Zeit nach der Prüfung! 🙂 /// www.pixabay.com

 
Zwettler Zwickl
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veröffentlicht von Julia

7. Februar 2021

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