Musik studieren in Wien? Ein Leitfaden

Unsplash / Marius Masalar
STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von yvonne

21. Juni 2018

STUDIEREN & ARBEITEN

Musik ist mehr als deine Leidenschaft? Zuhause im Waldviertel hast du immer brav dein Instrument geübt und bist jetzt bereit für mehr? Na dann wäre vielleicht ein Musikstudium das richtige für dich! Hier gebe ich dir einen kleinen Leitfaden.

„Was, das kann man auch studieren?“ ist wohl einer der gängigsten Sätze, den man von Leuten gesagt bekommt, wenn man Musik beziehungsweise ein Instrument studiert. Ja man kann und die jährlichen Absolventenlisten an den verschiedensten Konservatorien und Uni’s zeigen das auch.

Ein Instrument zu erlernen beschränkt sich am Beginn jeder Laufbahn zumeist auf die klassische Musikschule. Wie du vermutlich weißt gibt es im Waldviertel in jeder Gemeinde die Möglichkeit in den Musikschulen aus vielen Instrumenten zu wählen. Wöchentlicher Musikunterricht, oft über Jahre bringen dann Schritt für Schritt Erfolg. Doch viele, wenn nicht die meisten legen ihre Prioritäten gerade während der Pubertät auf andere Dinge, oder müssen sich aus schultechnischen Gründen anders orientieren. Das Instrument bleibt dann links liegen und geübt wird nur noch selten.
Du bist aber auch heute noch immer Feuer und Flamme für dein gewähltes Instrument? Eigentlich kannst du dir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen als Musik, weißt aber nicht wie? Oder bist du gar spätberufen und überlegst einen anderen Weg einzuschlagen? Dann rate ich dir weiter zu lesen…

Musik

Anfangs braucht es Orientierung. Quelle: Jamie Street / Unsplash

Die ersten Überlegungen

Es gibt natürlich ein paar erste Überlegungen, bevor du dich in diese Richtung begeben solltest…

Welche Art von „Musik“ möchtest du genau?

Was stellst du dir genau vor? Möchtest du BerufsmusikerIn werden, oder unterrichten? Soll es ein bestimmtes Instrument sein, oder denkst du eher in Richtung Musik für andere zu komponieren? Oder soll es gar der eher medizinische Weg sein, wie zB. Musiktherapie, oder etwas mit Kindern wie Musikalische Früherziehung? Welchen Stil möchtest du abdecken? Pop, Jazz, Musical, Klassik? Die Studiengänge die du absolvieren kannst, sind fast genauso vielfältig wie das musikalische Angebot unserer Welt. 😉

Beantworte dir diese Fragen daher ehrlich und überlege dir schon vorab ungefähr, wohin dein Weg gehen soll. Warum ist das meiner Meinung nach so wichtig – ich kann nur aus Erfahrung (auch von anderen) sprechen, und es gibt genügend Menschen, die sich ein Musikstudium „romantischer“ vorgestellt haben, als es dann im Endeffekt war. Manche haben sich umorientiert, da sie gemerkt haben, dass eine reine künstlerische Ausbildung doch nicht das ist, wo sie sich in den nächsten Jahren sehen und manche haben ganz mit dem Studium aufgehört.
Um dir diesen Stress und die Enttäuschung zu ersparen, ist es immer gut, so viele Info’s und Optionen wie möglich vorab zu kennen.

Allgemeines

Hast du Feuer für ein Musikstudium gefangen und weißt auch schon, auf welches Institut es dich verschlägt musst du dich meistens zu Beginn online auf deren Homepages voranmelden. Das hat den Grund, dass es immer nur begrenzte Zeiten gibt, zu denen die Zulassungsprüfungen stattfinden. Generell ist es so, dass bei künstlerischen Studien eine bereits abgelegte Reifeprüfung keine Voraussetzung ist (außer bei Musiktherapie!). Allerdings musst du dich überall einer Aufnahme-/Zulassungsprüfung stellen, bei der dein Können und deine Fähigkeiten beurteilt werden. Sobald du diese Prüfung bestanden hast, steht deinem Musikstudium (in welchem Rahmen auch immer) nichts mehr im Wege.

Die Prüfung

Die Zulassungsprüfung besteht in den meisten Fällen aus drei Teilen. Einem theoretischen und einem praktischen Test, sowie einem Gespräch. Welche Bereiche genau abgefragt werden, findest du auf den entsprechenden Homepages der Konservatorien bzw. auf Anfrage.

Beim theoretischen Test wird dein Können in den Fächern Musiktheorie und Gehörbildung abgetastet. Konkret heißt das, dass du zB. verschiedene Tonleitern notieren musst, oder Intervalle benennen. Ebenso kann beim Gehörtest zB. gefragt werden, ob das Stück in Dur oder Moll ist, sowie ein Melodie- und/oder ein Rhythmusdiktakt abgefragt werden.

Der praktische Test soll dich und dein Instrument in den Mittelpunkt stellen. Hier sollst du (meist 1 – 3) vorbereitete Stücke aus unterschiedlichen Stilistiken vortragen. Es geht darum sich „musikalisch zu präsentieren“ und zu zeigen, was man praktisch und mit seinem Instrument bereits drauf hat.

Der dritte Teil ist ein klassisches Interview, bei dem nicht nur die Kommission dich, sondern auch du die Kommission besser kennen lernst. Sie fragen nach deiner Motivation und deinen Zielen, die du mitbringst. Hier geht es einfach generell darum, sich abzutasten und zu schauen, wie die Person so tickt. 😉

 

Musik

Quelle: Cynthia Reed / Unsplash

 

Die Institute

Ebenso bunt wie alles andere in Wien sind die Institute selbst, die eine Ausbildung in Sachen Musik anbieten. Der kleine aber feine Unterschied ist hauptsächlich jener, dass manche davon privat und manche öffentlich sind, was sich auch hinsichtlich der Finanzierung (Studiengebühren) zeigt.
Grundsätzlich wird zwischen einem klassischen „Konservatorium“ und einer „Musikhochschule“ unterschieden. Konservatorien sind Ausbildungsstätten für die Ausbildung zum (Berufs-)Musiker, während an einer Musikhochschule Musiklehrer pädagogisch ausgebildet werden. Mittlerweile durchmischen sich diese Bezeichnungen und Ausbildungen allerdings, was mitunter auch dem Bologna-Prozess zu verdanken ist. Teilweise bieten einzelne Institute auch kombinierte Studien an (zB. Konzertfach und Pädagogik), informiere dich einfach direkt beim jeweiligen Institut, welche Varianten sie anbieten!

Hier eine kurze Übersicht der Musik-Institute in Wien:

 

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK)

Richard Wagner Konservatorium

Prayner Konservatorium für Musik und Dramatische Kunst

Franz Schubert Konservatorium

Vienna Konservatorium

Vienna Music Institute (VMI)

Jam Music Lab – Private University for Jazz and Popular Music Vienna

Diözesankonservatorium für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien

Dauer

In der Regel dauert ein klassisches Diplomstudium (wie zB. Konzertfach des gewählten Instruments oder Instrumental- und Gesangspädagogik) 4 Jahre. An den Universitäten mit Bachelor- und Mastersystem dauert der Bachelor wie überall 3 und der Master danach nochmal 2 Jahre.

 

Musik

Quelle: Aaron Burden / Unsplash

Tipps gefällig?

Ich sage immer gerne „Wähle weise.“ Bedenke, dass gerade hinsichtlicher der Studiengebühren je nach Institut und Studienrichtung bis zu 400 Euro monatlich fällig werden können. Allerdings bist du natürlich  auch bei den Musikunis/Konservatorien berechtigt Studienbeihilfe zu beantragen, was die Finanzierung durchaus erleichtert!

Viele, wenn nicht alle der vorgestellten Institute veranstalten laufend öffentliche Konzerte und Workshops, oder bieten dir die Möglichkeit vorab beim Tag der offenen Tür bzw. als GasthörerIn am Unterricht teilzunehmen. Tu das, wenn sich dir die Möglichkeit ergibt und du einmal reinschnuppern möchtest!

Bereite dich gut auf die Zulassungsprüfung vor. Vielleicht findest du ja vorab Gleichgesinnte, mit denen du üben und dich vorbereiten kannst. Auch auf den Instituts-Homepages findet man oft Beispieltests zum Download. Oder noch besser: Du kennst bereits jemanden, der auf deinem Wunsch-Institut studiert (hat) und dir helfen kann. Manche Institute bieten dir auch die Möglichkeit an Vorbereitungskurse zu besuchen.

Vergiss die „Romantik“. Ja, ein Musikstudium hört sich eigentlich sehr praktisch und cool an. Es gibt aber auch dort, wie natürlich überall Fächer die einem vielleicht nicht so gut stehen und die vielleicht mit Musik so direkt nichts zutun haben. Außerdem kann es auch schnell mühsam werden, jeden Tag einige Stunden nur mit üben zu verbringen.

Schlau ist außerdem, dass du dich an mehreren Instituten gleichzeitig bewirbst. Musik zu studieren ist heute beliebter als früher und demnach ist es auch schwerer einen der begehrten Studienplätze zu bekommen. Solltest du an einem Institut nicht beim ersten Versuch genommen werden, hast du zumindest einen Joker in der Tasche und kannst es im darauffolgenden Jahr nochmal an deinem Wunsch-Institut probieren.

Habe immer einen weiteren Plan B – damit du, sollten dich wirklich alle Institute ablehnen, an denen du studieren möchtest, nicht in der Luft hängst.

Und eines zum Schluss: Erscheint dir das alles zu stressig bedenke: Du brauchst kein Studium um Musik zu machen! Ich kenne genug (Berufs-)Musiker, die keine Hochschule besucht haben. Wichtig ist, dass dir die Musik an sich am Herzen liegt und du selbst gerne musizierst. 🙂

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von benji

21. Juni 2018

FREIZEIT & SPORT
Egal ob Jazzdance, Walzer oder Flamenco - die Tanzstudios in Wien bieten dir die Möglichkeit, jeden Tanzstil zu probieren und zu erlernen.