Praktisch theoretisch: Eine Abschlussarbeit im Unternehmen

Foto: Glenn Carstens / Unsplash
STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von david

13. April 2021

STUDIEREN & ARBEITEN

Im Zuge der Bachelor- oder Masterarbeit praktische Berufserfahrung sammeln? Mit einer Abschlussarbeit in einem Unternehmen geht das!

Nach unzähligen Vorlesungen, Übungen, Prüfungen und Seminararbeiten ist der Studienabschluss schon fast greifbar – nur eine Hürde fehlt noch: die Abschlussarbeit. Egal, ob es sich dabei um die Bachelor- oder Masterarbeit handelt – sie nimmt in jedem Fall einen wesentlichen Stellenwert im Studium ein. Eine Abschlussarbeit bietet die Möglichkeit, selbst als ForscherIn tätig zu werden und sich langfristig mit einem Thema zu beschäftigen, das einen wirklich interessiert. Und, um das Gelernte aus den vergangenen Jahren mehr oder weniger praktisch anzuwenden. Zwar ist diese Aufgabe im ersten Moment sehr überfordernd, sobald man sich einmal eingelesen hat, kann das Schreiben der Abschlussarbeit aber sehr viel Spaß machen. Es muss auch nicht immer trockene Theorie sein: Viele Studienfächer bieten die Möglichkeit, eine praktische Abschlussarbeit bzw. eine Kombinationsarbeit in einem Unternehmen zu schreiben.

Im Zuge einer praktischen Abschlussarbeit entwickelt man auf Basis theoretischer Konzepte aus dem Studium eine praktische Lösung für ein konkretes Problem. In der Informatik kann das die Konzeption einer Software sein oder in den Wirtschaftswissenschaften die Entwicklung einer Marketingstrategie. Dass diese Praxisorientierung viele Vorteile bietet, liegt auf der Hand. So sammelt man im Zuge der eigentlich theoretischen Abschlussarbeit bereits wertvolle Berufserfahrung. Allerdings gibt es bei praktischen Abschlussarbeiten immer auch ein paar Dinge zu beachten. Daher haben wir hier einen kleinen Guide für Abschlussarbeiten in Unternehmen verfasst.

Auch waldviertler.wien-Partner Harl Haus bietet Studierenden der Fachgebiete Informatik, Holztechnik und Bauwesen immer wieder Themen für Abschlussarbeiten. Und damit sind wir auch schon mitten im Geschehen.

Jobchancen und Berufserfahrung: Die Vorteile.

Inhalte an der Universität sind ja in der Regel theoretisch: Man lernt, wie Dinge funktionieren, hat aber nur wenig Möglichkeiten, diese Ideen praktisch anzuwenden. Eine Fachhochschule ist da schon etwas praxisorientierter, vermittelt zumeist aber auch eher die theoretischen Hintergründe. Wer Lust hat, diese oft unstrukturierte Theorie am Ende des Studiums auf eine konkrete Problemstellung umzulegen, für den ist eine Abschlussarbeit in einem Unternehmen eigentlich ideal.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man lernt, Theorie und Praxis zusammenzuführen und sammelt im Zuge dessen Berufserfahrung. Wer nach dem Studium direkt ins Berufsleben einsteigen möchte, hat dadurch einen Startvorteil. Hinzu kommt die Chance, nach der Abschlussarbeit übernommen zu werden. Denn wenn der Auftraggeber begeistert vom Ergebnis ist, ergibt sich daraus vielleicht ein fester Job.

Laptop mit Notizbuch

Bei jeder Art von Forschungsarbeit empfiehlt es sich übrigens, ein Forschungstagebuch zu führen. Foto: Nick Morrison / Unsplash

Nicht immer, aber in vielen Fällen, wird eine praktische Bachelor- oder Masterarbeit sogar bezahlt. Man ist dann quasi als Praktikant oder freier Dienstnehmer im Unternehmen angestellt und arbeitet großteils an seiner Abschlussarbeit. Dies kann übrigens auch ein Motivator sein: Der Hang zur Prokrastination ist deutlich niedriger, wenn man sich zur Leistung verpflichtet.

Nicht für alle Studienfächer? Die Nachteile.

Da bei einer Abschlussarbeit in einem Unternehmen meist zwei statt nur eine Partei mitreden, birgt das natürlich ein erhöhtes Konfliktrisiko. Man muss nicht nur die Fristen und Bedingungen der Uni befolgen, sondern sich auch nach den Bedürfnissen des Auftraggebers richten. Sämtliche Änderungen an der Arbeit müssen mit beiden Seiten abgesprochen werden. Das kann schnell zur kommunikativen Herausforderung werden. Bei einer praktischen Abschlussarbeit empfiehlt es sich daher von Anfang an, glasklar mit allen Beteiligten zu kommunizieren.

Ein anderer Kritikpunkt ist, dass praktische Abschlussarbeiten je nach Studium besser oder schlechter durchzuführen sind. InformatikerInnen und WirtschaftswissenschaftlerInnen haben tendenziell ein leichtes Spiel, ein passendes Unternehmen für die Abschlussarbeit zu finden. Geisteswissenschaftler, gerade aus Disziplinen, die stark forschungsorientiert sind, haben es hingegen schwerer. Ebenso macht es einen Unterschied, ob man an einer Uni oder eine Fachhochschule studiert. An vielen FHs ist eine praxisorientierte Abschlussarbeit explizit erwünscht und die Umsetzung entsprechend einfach. An einer Uni bedeutet die Einreichung oft mehr bürokratischen Aufwand.

Lernunterlagen

Auch eine Bachelor- oder Masterarbeit in einem Unternehmen erfordert natürlich einiges an Literaturrecherche. Foto Krzysztof Maksimiuk / Unsplash

Ob eine Abschlussarbeit in einem Unternehmen sinnvoll ist, hängt letztlich auch von den beruflichen Zielen ab. Wer nach dem Studium in der Forschung bleiben möchte oder vorhat, zu promovieren, ist mit einer theoretischen Arbeit sicher besser dran. Wer aber ohnehin gleich ins Berufsleben einsteigen möchte, wird vermutlich eher mit einer praktischen Arbeit glücklich.

Themenfindung: Von der Idee zum Projekt

Während man bei einer theoretischen Arbeit gefühlt alle Freiheiten der Welt hat, so ist die Themenfindung bei einer Abschlussarbeit in einem Unternehmen etwas herausfordernder. Schließlich ist man darauf angewiesen, was ein Unternehmen gerade braucht. Es gibt daher mehrere Möglichkeiten, ein passendes Thema zu finden.

Wer das Glück hat und neben dem Studium bereits in der gewünschten Branche arbeitet, kann natürlich einfach seinen Arbeitgeber nach möglichen Themen für eine Bachelor- oder Masterarbeit fragen. Diesen Vorteil hat aber wohl nur eine kleine Minderheit. Wahrscheinlicher ist es, dass man bis zur Einreichung des Themas fast keine Ahnung hat, worum es in der Arbeit gehen soll. Der erste Schritt besteht deshalb darin, überhaupt erstmal ein passendes Unternehmen zu finden.

An dieser Stelle lohnt es sich, sämtliche Portale der Universität nach eventuellen Ausschreibungen für eine Bachelor- oder Masterarbeit zu checken. Auch eine Nachfrage bei dem einen oder anderen Professor im gewünschten Fachgebiet kann sinnvoll sein – denn auch Universitäten haben beispielsweise im Zuge von Kooperationen immer wieder offene Forschungsthemen. Ferner finden sich auf Jobportalen wie dem schwarzen Brett der ÖH immer wieder Ausschreibungen für Abschlussarbeiten. Falls auch das kein Ergebnis bringt, dann bleibt noch die Möglichkeit, sich explizit für die Umsetzung einer Bachelor- oder Masterarbeit bei einem Unternehmen zu bewerben. Hier macht sich Networking, zum Beispiel an den Karrieremessen der Unis, bezahlt.

Pausen und der Austausch mit KollegInnen sind bei jeder größeren wissenschaftlichen Arbeit unabdingbar. Foto: Alexis Brown / Unsplash

Ist einmal ein passendes Unternehmen und Thema gefunden, ist es wiederum an der Zeit, dieses Thema auf seine elementaren Bestandteile herunterzubrechen, sodass es sich gut in die Form einer wissenschaftlichen Arbeit pressen lässt. Sobald dann noch eine geeignete Betreuungsperson an der Uni gefunden ist, kann es losgehen.

Das Beste aus beiden Welten

Der Weg bis zur ersten Zeile ist bei einer Abschlussarbeit in einem Unternehmen etwas länger als bei einer theoretischen Arbeit. Dafür sind die Vorteile umso zahlreicher. Nicht zuletzt macht das Schreiben einer Arbeit mit praktischem Nutzen sehr viel Spaß und vereint das Beste aus Forschung und Anwendung. Kann man sich dann noch für das Thema begeistern, steht dem erfolgreichen Studienabschluss nichts mehr entgegen.

 
 

veröffentlicht von david

13. April 2021

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