Studium beendet: Erwartungen an den Job!

STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von MarleneK

27. Juni 2021

STUDIEREN & ARBEITEN

Das Studium ist beendet und du möchtest deinen ersten Job ergattern? Wir geben dir Tipps, wie du das am besten erreichst!

Das Studium ist nach jahrelangem Einsatz abgeschlossen und man hat den Titel, der nötig ist, um seinen Traumjob zu finden. Doch nach dem Studium beginnt erst die für viele eigentliche Herausforderung: Den ersten Job zu finden! Oft haben Studierende ganz genaue Vorstellungen, wie ihr zukünftiger Berufsalltag auszusehen hat. Von den Tätigkeitsfeldern, den Arbeitszeiten bis hin zum Ort ist oft alles genau durchgeplant. Umso ernüchternder ist es dann, wenn Studierende entdecken, dass es sich gerade Berufseinsteiger oft nicht leisten können, wählerisch zu sein. Arbeitsplätze sind auch oft Mangelware und so ist so mancher Studienabsolvent länger arbeitslos, als er sich das ursprünglich vorgestellt hatte.

Karl und Lydia haben diese Erfahrung schon gemacht. Sie haben ihr Studium abgeschlossen und haben sich auf die Suche nach dem ersten Job gemacht. Nun haben sich die beiden bereit erklärt, ein Interview mit uns zu führen und uns von ihren Erfahrungen bei der ersten „echten“ Arbeit zu berichten. Außerdem geben sie ein paar Tipps, um diesen Prozess etwas leichter zu machen.

Quelle: https://unsplash.com/photos/7iSEHWsxPLw

Interview mit Karl (27) und Lydia (23)

Was hast du studiert wann hast du deinen Abschluss gemacht?

Karl: Ich habe Rechtswissenschaften am Juridicum in Wien studiert und 2018 meinen Abschluss gemacht.

Lydia: Ich habe medizinische und pharmazeutische Biotechnologie an der FH Krems studiert und habe meinen Bachelorabschluss im Juni 2020 gemacht.

Wo arbeitest du jetzt und seit wann arbeitest du dort?

Karl: Ich arbeite seit 2019 in der Finanzverwaltung.

Lydia: Ich arbeite im Universitätsklinikum Tulln im Labor und dort arbeite ich seit September 2020.

Gefällt dir deine Arbeit?

Karl: Ja, sie ist abwechslungsreich und fordernd. Überwiegend kann ich meine Aufgaben eigenverantwortlich erledigen und es bleibt viel Raum zur Entfaltung.

Lydia: Meine Arbeit gefällt mir echt gut. Ich hatte echt Glück mit meinem Team, ich habe sehr nette Kolleg*innen. Auch die Arbeit selbst macht mir Spaß.

Entspricht deine Arbeit dem, was du dir aufgrund der gelernten Studieninhalte erwartet hast?

Karl: Die fachlichen Aspekte, die täglich gebraucht werden, wurden im Studium höchstens angeschnitten. Da mein Studium sich rein mit der Theorie befasste, war mir bewusst, dass die tatsächliche Arbeit im Beruf vielfältiger ist und sich sehr stark vom Lehrbuchwissen abhebt.

Lydia: Eigentlich fokussiert mein Studium auf Forschung und Industrie, aber ich arbeite jetzt im Gesundheitswesen. Eigentlich müsste ich die Frage also mit Nein beantworten. Ich wollte aber eigentlich immer im Gesundheitswesen arbeiten und wusste nicht, dass das dafür dann nicht das richtige Studium ist. Aber durch einen glücklichen Zufall ergatterte ich einen Platz im Krankenhaus, was nicht üblich ist.

Hast du dich gut auf deinen ersten Arbeitstag vorbereitet gefühlt?

Karl: Der erste Arbeitstag war mehr vom Kennenlernen der Personen und Örtlichkeiten geprägt. Fachlich fühlte ich mich auf die tatsächlichen Arbeitsabläufe wenig vorbereitet und überfordert.

Lydia: Eigentlich schon. In meiner Arbeit mache ich hauptsächlich ein Verfahren, das auch im Studium intensiv thematisiert wurde. Also habe ich mich da schon gut ausgekannt. Bevor ich anfangen habe, habe ich auch ein Skriptum bekommen, was genau ich machen muss. Da konnte ich mich auch einlesen.

Was hättest du dir gewünscht, über deinen späteren Beruf / Berufsalltag zu wissen oder von welchen Fertigkeit hättest du dir gewünscht, sie zu können?

Karl: Durch diverse Job-Messen, die am Juridicum stattfanden, konnte man im Gespräch mit verschiedenen Arbeitgebern einen Eindruck von den Tätigkeiten gewinnen. Um die Theorie in die Praxis umzusetzen kann man schon während des Studiums Praktika absolvieren um so in verschiedene Bereiche zu schnuppern.

Lydia: Ich hätte gerne als 18-jährige gewusst, welches Studium ich machen muss, um im Krankenhaus arbeiten zu können. Ich hatte wirklich Glück. Da wäre eine bessere Beratung wirklich gut gewesen, weil ich habe mich überhaupt nicht ausgekannt. Ich bin erst mitten im Studium draufgekommen, dass ich eigentlich das Falsche studiere. Ich hatte wirklich Glück. Somit würde ich mir das Wissen dieses Studiums, das man eigentlich für das Krankenhaus braucht, wünschen.

Wieviel von dem, was du in deinem Studium gelernt hast, brauchst du nun in deinem Arbeitsleben?

Karl: Der Teil von dem, was ich wirklich im täglichen Arbeitsleben brauche ist sehr gering. Das Studium war sehr breit gefächert um Absolventen die Möglichkeit zu geben in verschiedensten Berufen Fuß zu fassen. Den Großteil dieser verschiedenen Rechtsgebiete nutzt mir im täglichen Arbeitsleben nichts. Trotzdem fällt es einem dadurch leichter die Zusammenhänge zu verstehen und die Interaktion der verschiedenen Felder zu erkennen. Ich habe durch das Studium viel mehr das Handwerkszeug erlernt um mich in meinem Bereich zu vertiefen und mir das nötige Wissen für die tägliche Arbeit anzueignen. Eine berufsspezifische Vertiefung ist aber unumgänglich.

Lydia: Einen Bruchteil. Wir haben im Studium irrsinnig viel  verschiedenes gelernt, aber eigentlich brauche ich derzeit nur ein bestimmtes Verfahren. Somit ist das Wissen aus dem Studium sehr groß, aber nur ein Bruchteil wird derzeit angewandt. Aber das kann sich ja alles noch ändern.

Welche Tipps hast du für Student*innen, die bald ihr Studium beenden und in den Berufsalltag starten wollen?

Karl: Cool bleiben und sich von der anfänglichen Überforderung nicht entmutigen zu lassen.

Lydia: Meiner Meinung ist es wichtig, nach dem Bachelor mal arbeiten zu gehen und Berufserfahrung zu sammeln, bevor man sich weiter spezialisiert. Vor allem, wenn man sich nicht sicher ist, was man später machen möchte. Nur so weiß man, was einem wirklich gefällt. Das ist aber sicher Geschmackssache. Und wenn man schon im Vorhinein genau weiß, wo man hinmöchte, macht es natürlich mehr Sinn, gleich weiterzustudieren. Wichtig ist auch, dass ein Masterabschluss nicht automatisch bedeutet, dass man einen besseren Job bekommen wird.

Quelle: https://unsplash.com/photos/6dW3xyQvcYE

Auch bei unserem Waldviertler.Wien Partner Hartl Haus ist man sich bewusst, wie schwierig es für Berufseinsteiger in der Anfangsphase ist. Als großer Arbeitgeber im Waldviertel bietet Hartl Haus eine große Vielfalt an Jobs im Waldviertel an. Deshalb gibt es viele Möglichkeiten, als frischer Absolvent hier anzufangen. Einige Bereiche, in denen immer wieder Akademiker*innen gesucht werden, sind Architektur, Produktmanagement, Qualitätsmanagement, Controlling, Marketing and Sales, Software-Development sowie Netzwerktechnik. Es gibt auch immer wieder offene Ausschreibungen auf der offiziellen Hartl Haus Webseite, bei Interesse lohnt es sich, dort mal vorbeizuschauen!

Die Grundanforderungen sind dabei für alle diese Bereiche relativ gleich: Am allerwichtigsten sind Engagement und Freude am eigenen Arbeitsbereich. Außerdem sind das Bewusstsein, Teil eines Ganzen zu sein und die Bereitschaft, neue Ideen einzubringen von Vorteil. Genaue Anforderungsprofile gliedern sich dann weiter auf, diese kannst du frei verfügbar auf diversen Internetseiten nachlesen.

Quelle: https://unsplash.com/photos/5fNmWej4tAA

Wir haben euch auch zusammengefasst, welche Akademikerberufe im Waldviertel es gibt. Hier findest du außerdem Tipps zur Sponsion und zum Berufseinstieg.

Wir hoffen, euch mit diesem Artikel eine kleine Hilfestellung gegeben zu haben, auf was es zu achten gibt, wenn man sein Studium beendet hat und der erste Job wartet!

 
 

veröffentlicht von MarleneK

27. Juni 2021

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