Studieren an der TU Wien

Das Hauptgebäude der TU Wien am Karlsplatz.
STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von Carina

7. Oktober 2016

STUDIEREN & ARBEITEN

Was erwartet dich als Student an der TU Wien? Wir haben einige Fakten und Meinungen gesammelt und helfen dir, erfolgreich in dein TU-Studium zu starten.

Die TU Wien – das ist ein Ort der Differentialgleichungen und Laborübungen. Für manche ein Ort der langhaarigen Flanellhemdträger und für manche ein zweites Zuhause, wo man billiges Bier bekommt, wenn man weiß, wo man fragen muss. Feststeht, dass die Technische Universität die größte Technische Hochschule in Österreich ist. Knapp 30.000 Studenten sind für die 53 Studiengänge inskribiert. Egal ob du schon im Oktober mit dem Studium startest oder dir gerade Gedanken machst, was du nach der Matura machen sollst – hier kommen die wichtigsten „nice to know“-Punkte zur TU Wien.

Das Studienangebot

An der TU Wien gibt es 18 Bachelorstudiengänge. Diese werden von folgenden Fakultäten angeboten:

  • Architektur und Raumplanung
  • Bauingenieurwesen
  • Elektrotechnik und Informationstechnik
  • Informatik
  • Maschinenwesen und Betriebswissenschaften
  • Mathematik und Geoinformation
  • Physik
  • Technische Chemie

Nach dem Bachelorstudium gibt es die Möglichkeit, einen aufbauenden Master und danach ein Doktoratsstudium zu machen. Wenn du deinen Bachelor oder Master an einer anderen Uni oder FH gemacht hast, kann es sein, dass du Zusatzprüfungen ablegen musst, bevor du dein weiterführendes Studium an der TU Wien beginnen kannst. Online kannst du dich sehr gut über die angebotenen Studiengänge informieren. Für die Studienrichtungn Architektur, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik + Informationstechnik, Informatik und Maschinenbau wird ein Selfassessment-Tool angeboten. Das ist kein Aufnahmetest oder ähnliches, hier kannst du ganz anonym einen Test zur Selbsteinschätzung machen. Somit will die TU die Anforderungen im Studium klar rüberbringen, damit es dann weniger Studienabbrecher gibt.

Einen Aufnahmetest gibt es an der TU nur für den Studiengang Informatik. Dafür werden aktuell 581 Plätze angeboten, das Aufnahmeverfahren ist zweistufig und findet nur einmal im Jahr statt. Um aufgenommen zu werden, musst du zuerst ein Motivationsschreiben verfassen und dich dann einem schriftlichen Test stellen.

Wo befindet sich die TU Wien?

Bevor du zu studieren beginnst, solltest du dir erst einmal ansehen, wie du am einfachsten zu deinem Institut gelangst. Die wichtigsten Gebäude befinden sich am Karlsplatz im 4. Bezirk.

Standorte TU Wien

Vom Karlsplatz aus kannst du die wichtigsten Standorte der TU bequem zu Fuß erreichen. Quelle: TU Wien.

Das Hauptgebäude direkt neben der Karlskirche beherbergt die Institute für Architektur und des Bauingenieurwesens. Die Institute für Technische Chemie und Maschinenbau befinden sich am Getreidemarkt. In der Gußhausstraße finden sich die Institute der Elektrotechnik + Informationstechnik und Informatik. Wenn du Technische Physik oder Technische Mathematik studierst, musst du zum Freihaus, wo auch die Bibliothek der TU untergebracht ist. Weitere Standorte sind am Arsenal, in der Theresianumgasse und das Atominstiut in der Stadionallee. Alle Gebäude der TU Wien befinden sich somit im dritten, vierten oder fünften Bezirk und sind damit recht nahe beieinander.

Übrigens: Vor zehn Jahren hat die TU überlegt, nach Aspern zu übersiedeln und dort eine geschlossene Campusuniversität zu errichten. Das Rektorat hat sich nach Absprache mit dem Personal und den Studenten dann aber doch dagegen entschieden.

Deine ersten Tage an der Uni

Mathematik ist ein wichtiger Bestandteil aller Studiengänge an der TU. Wenn du dich bei der Matura zum letzten Mal mit Integralen, Algorithmen und Co. beschäftigt hast, kann es nicht schaden, dich für den Auffrischungskurs Mathematik (AKMATH) an der TU anzumelden. Hier wird in zwei Wochen noch einmal der Mathematikstoff der gesamten Oberstufe wiederholt. Wenn du dir nicht sicher bist, wie sattelfest deine Mathe-Kenntnisse sind, kannst du vor der Anmeldung einen anonymen Kenntnistest machen.

Bei diesem Kurs lernst du nicht nur kennen, wie Übungen an der TU ablaufen, sondern triffst vielleicht auch schon erste Freunde. An der TU wird in den meisten Übungen viel von einem verlangt, man bekommt Beispiele, die man zuhause bis zur nächsten Übung ausarbeiten muss. Manchmal sind diese Beispiele so richtig zum Zähne-daran-ausbeißen und da schadet es natürlich nicht, wenn man mit Studienkollegen gemeinsam lernt. Zu Beginn des Studiums finden sich so meist viele Lerngruppen, die dann regelmäßig gemeinsam Beispiele durchgehen und sich auf Prüfungen vorbereiten. Wenn du einmal an einem Beispiel richtig verzweifelst, wirst du froh sein, wenn jemand aus deiner Lerngruppe da ist, um dir weiterzuhelfen.

TU Wien innen

Die Räumlichkeiten der TU entwickeln sich für viele in ein zweites Zuhause – hier wird gemeinsam gelernt, gegessen und auch einmal gefeiert.

In den ersten Tagen deines Studiums ist in deinem Stundenplan eine Einführungsveranstaltung vorgesehen. Dich erwarten Vorträge von Professoren und Übungsleitern über den Aufbau des Studiums, aktuelle Forschungsthemen und Berufsaussichten. Also nicht erschrecken, wenn an deinem ersten Tag gleich acht Stunden Uni eingetragen sind!

Anlaufstellen für Studenten

Ein wichtiger Begleiter während des Studiums ist das Campusinformationssystem „TISS“. Hier kannst du dich zu Prüfungen und Lehrveranstaltungen anmelden, findest die verschiedenen Studienpläne und auch deine Noten. Wenn du dich zu einer Übung anmeldest, wird diese automatisch in deinen Online-Kalender eingetragen. Vorlesungen, die du besuchen möchtest, kannst du zu deinen Favoriten hinzufügen und dann scheinen sie auch im Kalender auf. So hast du alle deine Lehrveranstaltungen immer auf einen Blick parat. Die Studienpläne kannst du dir entweder nach Modulen oder Semestern aufgeteilt anzeigen lassen, bei der Semesteransicht siehst du gut, in welcher Reihenfolge du die einzelnen Lehrveranstaltungen besuchen solltest.

Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl

Wenn es irgendwelche Probleme mit Lehrveranstaltungen oder Professoren gibt, helfen dir auch gerne die verschiedenen Fachschaften weiter. Das sind die ÖH-Vertretungen der einzelnen Studiengänge. Außerdem haben die Fachschaften Skripten, Altfragen und sonstige Prüfungsmaterialen für dich sowie das Mensapickerl, ein Einführungstutorium, Inskriptionsberatung und vieles mehr. Die Mitarbeiter der Fachschaften studieren selbst die jeweiligen Studiengänge und sind somit richtige Profis für dein Studium.

Studentenleben

lernen tu

Das gemeinsame Lernen an der TU schweißt zusammen. Quelle: TU Wien.

Die Fachschaften sind auch diejenigen, die wissen, wie man an der TU am besten feiern kann. Jeder Studiengang veranstaltet sein eigenes Festl – da gibt es dann ein Physikerfest, ein Mathematikerfest, ein Elektronikerfest und so weiter. Als Austragungsort dient dann das eigene Institut. Am Gang werden Bars aufgebaut, in der Aula die Bühnen für den DJ oder die Band und so verbringt man dann gerne eine ganze Nacht auf der Uni. Falls dazwischen Langeweile aufkommt, werden auch noch Videospielabende, Theaterbesuche, Grillabende oder ein gemeinsames Kochen organisiert. Während oder nach langen Lernsessions versorgen euch die Fachschaften auch mit Schokolade und gekühltem Hopfensaft, entweder als Ansporn oder als Belohnung ;-).

Gemeinschaft wird an der TU Wien nämlich groß geschrieben. Auch wenn die Universität nicht unbedingt klein ist, kennt man sich meist untereinander, in den kleineren Studiengängen ist es durchaus üblich, alle Studenten des eigenen Semesters zu kennen. Zwischen Lehrveranstaltungen wird nicht nur gemeinsam gelernt, es gibt etwa auch Wuzzler und Tischtennistische, Kochgelegenheiten und Spielesammlungen zum Ausleihen.

TU Wien Erfahrungsberichte – Was sagen Studenten über ihre Uni?

Wir haben noch einige Waldviertler Studenten für euch gefragt, was ihnen am Studium an der TU gefällt und was nicht.

Natalie (20) studiert Technische Mathematik
Sie mag, dass sie einen Großteil der Studienkollegen ihres Semesters gut kennt und die Lerngruppen super funktionieren. Außerdem bekommt man für Pflichtübungen immer fix einen Platz, wenn sich zu viele Studenten anmelden, werden die Gruppen einfach vergrößert. Was sie nicht so gut findet, ist, dass die angegebene Mindeststudienzeit nicht stimmt. Es gibt kaum Studenten, die ihr Bachelorstudium wirklich in sechs Semestern schaffen.

Paul (20) studiert Technische Physik
Er findet es super, dass die Fachschaft und das Studium selbst sehr gut organisiert sind. Als Langschläfer profitiert er auch oft von der „akademischen Viertelstunde“, viele Vorlesungen fangen entweder 15 Minuten später an oder hören früher auf. Etwas mühsam ist es für ihn, dass er manchmal viel zwischen den einzelnen Gebäuden hin- und herlaufen muss und seine heißgeliebte akademische Viertelstunde dann dafür draufgeht.

Ines (22) studiert Architektur
Sie sagt, im großen und ganzen profitiert man enorm vom Image der TU und sie würde sich jederzeit wieder für das Studium entscheiden. Man lernt enorm viel, auch wie man trotz Chaos auf der Uni etwas Struktur in den Alltag bringt und sich von Kritik nicht einschüchtern lässt. Was sie stört, ist, dass das Verhältnis von Lehrenden zu Studenten sehr unpersönlich ist und die meisten Lehrveranstaltungen unorganisiert und chaotisch sind. So treten auch Missverständnisse auf und es ist schon mal passiert, dass sie Modelle doppelt bauen musste.

 
 

veröffentlicht von Max

7. Oktober 2016

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Um euch einen kleinen Überblick zu verschaffen, haben wir hier ein paar der Zivildienst-Alternativen zu Rotem Kreuz und Altersheim für euch zusammengefasst.