Tipps für ein gutes Bewerbungsschreiben

Quelle: pixabay.com // Mit einem guten Bewerbungsschreiben steigen die Jobchancen
STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von Kerstin

8. Februar 2018

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Eine gute Bewerbung erhöht deine Jobchancen. Was zu beachten ist und worauf du lieber verzichtest? Wir haben Tipps für ein gelungenes Bewerbungsschreiben.

Nach Abschluss der Ausbildung beginnt für viele junge Waldviertler die Jobsuche. Voller Tatendrang werden Stellenausschreibungen durchforstet und Bewerbungen versandt. Zurück kommen aber oft nur Absagen. Unsicherheit macht sich breit.

Wer bei der Jobsuche verzweifelt, stellt schnell die eigenen Fähigkeiten in Frage. Nach der fünfzigsten Absage fällt es aber auch wirklich nicht mehr leicht, noch an sich zu glauben. Um sicherzugehen, dass nicht der erste Eindruck der Grund für die vielen Absagen ist, ist ein ansprechendes Bewerbungsschreiben ein Muss. Worauf Personalisten besonders achten und was dringend zu vermeiden ist.

Basics für die Bewerbung

Attraktive Stellenangebote locken oft hunderte Interessenten an – zumindest in Wien. Als Bewerber hat man den Wunsch, sich von der Masse abzuheben und mit seiner Bewerbung positiv aufzufallen. Übertreiben sollte man es dabei aber nicht. Auch wenn eine bunte, gedruckte Bewerbungsmappe schön anzusehen ist – wenn eine Bewerbung über ein schlichtes Online-Formular gewünscht ist, ist es ratsam sich auch über diesen Weg zu bewerben. Die Bewerbungsmappe, die am Postweg einlangt, landet unter Umständen im Mistkübel, noch bevor die zuständige Ansprechperson sie erhalten hat. Dasselbe gilt, wenn eine Übermittlung der Bewerbungsunterlagen per E-Mail gefordert ist.

Ebenso wichtig wie die richtige Form der Bewerbung ist die Einhaltung der Bewerbungsfrist. Bei hunderten Interessenten erhalten zu spät eingelangte Bewerbungen direkt eine Absage, ohne dass die Bewerbung überhaupt gelesen wurde. Da der Waldviertler aber für seine Zuverlässigkeit bekannt ist, sollte die Einhaltung der Bewerbungsfrist für dich keine Hürde darstellen. 🙂

Der erste Eindruck zählt

Hast du die Bewerbung zeitgerecht und auf die gewünschte Art und Weise eingebracht, ist ein guter erster Eindruck wichtig. Mit deinem Waldviertler Charme kannst du leider erst im Bewerbungsgespräch punkten, umso wichtiger ist es also, folgendes vor dem Absenden der Bewerbungsunterlagen nochmal zu überprüfen:

Sind die Firmendaten korrekt?
Überprüfe auf jeden Fall die Firmendaten und den Namen der Kontaktperson. Es ist für den ersten Eindruck nicht besonders förderlich, wenn dort falsche Daten stehen (zB die Daten der vorigen Bewerbung, die man als Vorlage genommen hat). Wurde bei der Kontaktperson ein Titel (Amtsdirektor/Amtsdirektorin; Regierungsrat/Regierungsrätin etc.), akademischer Grad (Magister/Magistra; Doktor/Doktorin etc.) oder internationaler Titel (BA; MBA etc.) angegeben, ist dieser auch im Bewerbungsschreiben anzuführen. Bei Frauen darauf achten, dass die weibliche Form verwendet wird (auch bei Abkürzungen).

Es klingt banal, passiert aber leider sehr häufig: Tippfehler im Namen der Kontaktperson. Tippfehler vermitteln allgemein den Eindruck, dass der Bewerbung nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ein Tippfehler im Namen springt sofort ins Auge und verpatzt definitiv den ersten Eindruck.

Sind die Unterlagen vollständig?
Bei Bewerbungen mittels Online-Formular ist die Gefahr sehr gering, dass etwas vergessen wird. Bewerbungen per Mail oder am Postweg bergen ein höheres Gefahrenpotential etwas zu vergessen. Vor dem Absenden ist zu überprüfen, ob alle geforderten Unterlagen beigelegt wurden. Neben dem Bewerbungsschreiben und dem Lebenslauf können das Schulzeugnisse, Dienstzeugnisse oder Weiterbildungsbestätigungen sein.

Bewerbungen am Postweg wird immer nur eine Kopie der geforderten Unterlagen beigelegt, niemals das Original. Bei Bewerbungen per Mail ist auf eine gute Qualität der gescannten Dokumente zu achten. Unbedingt nach dem Scannen die Datei öffnen und die Qualität kontrollieren. Die Daten müssen für den Empfänger leicht lesbar sein. Auf ein gängiges Dateiformat (zB pdf-Datei) achten, damit der Empfänger die Beilagen auch öffnen kann.

Ist das Bewerbungsschreiben unterschrieben?
Das Bewerbungsschreiben ist eine persönliche Nachricht, die auch am ersten Blick als solche erkannt werden soll. Diese Aufgabe übernimmt die persönliche Unterschrift, die am Ende des Bewerbungsschreibens auf keinen Fall fehlen darf – mit einem Stift per Hand. „Unterschriften“ mittels Computer und geänderter Schriftart sind in absolutes No-Go. Wer möchte, kann auch den Lebenslauf zusätzlich unterschreiben.

persönliche Unterschrift

Quelle: pixabay.com // Die persönliche Unterschrift am Bewerbungsschreiben ist ein Muss

Ist der Lebenslauf am aktuellen Stand?
Der Lebenslauf ist ein wichtiger Bestandteil einer Bewerbung – wenn nicht sogar der wichtigste. Er ermöglicht einen raschen Überblick über die Ausbildung und die Arbeitserfahrung. Es verbergen sich aber unzählige Fettnäpfchen im Lebenslauf, von denen manche Bewerber kein einziges auslassen. Fehlende Angaben, falsche Kontaktdaten oder Rechtschreibfehler fördern den guten Eindruck nicht. Was du bei deinem Lebenslauf unbedingt beachten musst:

  • korrekte Kontaktdaten
    • Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse müssen vorhanden und aktuell sein
      • für die E-Mail-Adresse gilt: wenn du deine Mails immer noch von der Mailadresse versendest, die du dir mit 12 Jahren angelegt hast, um deinen Freunden lustige Katzenvideos zu senden, dann ist es spätestens jetzt an der Zeit für eine neue Mailadresse! Am unverfänglichsten sind Mailadressen mit deinem Namen.
  • professionelles Foto
    • keine Schnappschüsse oder zurechtgeschnittene Urlaubsfotos
      • die Cocktailbar oder Strandliege aus dem letzten Sommerurlaub im Hintergrund wirkt nicht professionell
    • das Foto am besten vom Fotografen machen lassen; alternativ kann man Bekannte mit etwas Gespür für gute Fotos darum bitten
  • nur relevante Informationen
    • wenn das vierwöchige Praktikum während des Studiums für die offene Stelle nicht relevant ist, hat es im Lebenslauf nichts zu suchen
    • nur passende Berufserfahrungen anführen
  • keine Lücken
    • offensichtliche Lücken im Lebenslauf werfen Fragen auf
    • war man zB über einige Monate ohne Job, dann sollte man diesen Zeitraum nicht einfach weglassen sondern erklären
  • gute Struktur
    • unübersichtliche Aufzählungen laden nicht zum Lesen ein
    • mit Aufzählungszeichen und Absätzen dem Lebenslauf eine ansprechende Struktur verleihen
  • korrekte Rechtschreibung
    • es kann nicht oft genug gesagt werden!
    • den Lebenslauf unbedingt auf Rechtschreibfehler prüfen (lassen)

Tipps für Berufseinsteiger

Berufseinsteiger haben es besonders schwer. Arbeitgeber fordern oft mehrjährige Berufserfahrung. Diese bekommt man aber erst mit einem Job. Den widerum bekommt man nur mit Berufserfahrung. Ein Teufelskreis. Wie du ohne Berufserfahrung positiv auffällst? Hier ein paar Tipps:

  • Fähigkeiten und Kompetenzen, die zum Job passen, besonders hervorheben
  • Ehrenamtliches Engagement (zB Mitgliedschaft bei der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr oder bei Jugendgruppen) erwähnen
  • Private Weiterbildung anmerken (zB Fachbücher, die zum Thema passen und denen du deine freie Zeit widmest)
  • Auslandserfahrung anführen

Wenn du noch in der Ausbildung bist und gerade deine ersten Schritte nach dem Abschluss planst, versuche für den Rest deiner Ausbildungszeit einen Nebenjob bzw ein Praktikum in deiner Fachrichtung zu finden.

Wird in der Stellenausschreibung die Berufserfahrung nicht als Voraussetzung sondern nur als „wünschenswert“ angeführt, kannst du deine Bewerbung auch ohne Berufserfahrung mit gutem Gewissen absenden, wenn du deine Stärken und Fähigkeiten in der Bewerbung hervorgehoben hast.

Weiterbildung

Quelle: pixabay.com // Weiterbildung in der Freizeit vermittelt einen interessierten und engagierten Eindruck

Und immer daran denken: dein erster Job wird später zu deiner ersten Berufserfahrung. Also nicht verzweifeln, wenn du nicht sofort in deiner Branche einen Job findest. Auch andere Jobs eignen sich, um sich persönlich weiterzuentwickeln. In der Zwischenzeit kannst du dich nebenbei in deine Richtung weiterbilden und so bei der nächsten Bewerbung nicht nur eine Berufserfahrung sondern auch eine zusätzliche Qualifikation vorweisen.

Worauf in der Praxis Wert gelegt wird

Clara ist Mitarbeiterin in der Personalabteilung eines Wiener Dienstleistungsunternehmens mit 130 Mitarbeitern. Bewerbungen sind ihr tägliches Geschäft. Ihr Tipp für eine gute Bewerbung:

„Den Personalverantwortlichen bleibt meist wenig Zeit für das Screening der Bewerbungen. Achte daher auf einen gut strukturierten und übersichtlichen Lebenslauf. Überleg dir im Vorfeld, welche Stationen in deinem Werdegang für die ausgeschriebene Stelle besonders relevant sind und arbeite diese bereits im Lebenslauf gut heraus.“

Marlene, ebenfalls Mitarbeiterin einer Personalabteilung eines Wiener Dienstleistungsunternehmens mit rund 300 Mitarbeitern, hat in ihrer beruflichen Laufbahn schon viele unprofessionelle Bewerbungsfotos gesehen. Das Thema liegt ihr daher besonders am Herzen.

„Cocktailgläser, Zigarettenrauch und Discobeleuchtung haben auf dem Foto nichts zu suchen. Ebenso wenig die Rückenlehne des Wohnzimmersofas oder der Pool im Garten. Von Selfies und Bildausschnitten rate ich eindringlich ab – sie wirken immer unnatürlich. Die Zeit für ein unaufgeregtes, aber authentisches Bewerbungsfoto in schlichter Pose und mit angemessener Kleidung sollte man sich auf jeden Fall nehmen. Bekannte können dabei sicher helfen, noch besser ist natürlich ein Termin beim Profi. Portraitfotos sind völlig ausreichend. Ganzkörperfotos werden nur von Airlines und Heidi Klum gewünscht.“

Ihr abschließender Tipp zum Thema Foto:
„Achte darauf ein aktuelles Foto zu wählen. Nichts ist unangenehmer als eine Hearing-Kommission, die beim Bewerbungsgespräch einfach an dir vorbeiläuft, weil sie dich nicht erkannt hat.“

So klappt’s mit dem Job

Wenn du die angeführten Themen berücksichtigst, klappt es bestimmt bald mit deinem Traumjob in der Hauptstadt. Nimm dir für das Bewerbungsschreiben ausreichend Zeit und verpacke darin nur Informationen, die für deinen potentiellen Arbeitgeber von Interesse sind. Der erste Eindruck zählt! Beim Bewerbungsgespräch kannst du dann getreu dem Motto „ein Waldviertler – drei Leut“ endgültig davon überzeugen, dass du die geeignete Person für den Job bist. 🙂

 
 

veröffentlicht von Alexandra

8. Februar 2018

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