WU Wien: Studierende erzählen selbst

STUDIEREN & ARBEITEN

veröffentlicht von sophie

26. September 2016

STUDIEREN & ARBEITEN

WU Wien: Welche Vorurteile stimmen wirklich und welche nicht? Wir haben bei Studierenden der WU Wien nachgefragt, warum du dich für ein Studium an der WU entscheiden solltest.

23.000 Studierende aus 110 Ländern, rund 720 ForscherInnen und 230 Partneruniversitäten – das ist die eine Seite der WU Wien. Für andere steht die WU Wien eher für Unpersönliches, eine hohe Anzahl an Snobs und für Studierende, die sich für das Lernen in der Bib extra aufbrezeln. Weil es jedes Jahr etliche MaturantInnen aus dem Waldviertel nach Wien an die WU zieht, haben wir nachgefragt was wirklich dahinter steckt und wie das die Studierenden der WU Wien selbst sehen. Hier liest du über die Beweggründe zum Studieren an der WU, welche Vorstellungen der Wirtschaftsuni sich bewahrheiten und bekommst Insidertipps zu Dos and Dont´s.

Vorab gibt´s generelle Infos zur größten Wirtschaftsuniversität Europas:

Studienangebot

Du kannst an der WU Wien deinen Bachelor, Master oder deinen PhD machen. Zwei Bachelorstudiengänge werden an der WU Wien angeboten: Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, sowie Wirtschaftsrecht. Wenn du dich für einen Bachelorstudiengang entschieden hast, dann kannst du dich innerhalb dieses Bachelors wieder zwischen einigen Studienzweigen entscheiden. Zusätzlich gibt´s noch etliche weitere Spezialisierungsmöglichkeiten. Genaue Infos über das Studienangebot findest du auf der Homepage der WU Wien.

Campus

Die WU Wien rühmt sich mit dem 2013 neu errichtetem WU Campus. Dieser befindet sich im 2. Bezirk am Welthandeslplatz 1.  Auf rund 100.000 m² Nutzfläche und in sieben Gebäudekomplexen findet Forschung und Lehre auf hohem Niveau statt. Wer eine Lernpause braucht, findet am neuen WU Campus bestimmt eine Beschäftigung. Hier befinden sich nämlich Bibliotheken, Büros, Supermärkte, ein Sportzentrum des USI, ein Kindergarten, Restaurants und vieles mehr. Orientierung bietet der interaktive Campusplan.

Anfahrt

Die WU Wien liegt zwischen den U2 Stationen Messe-Prater und Krieau. Von beiden U-Bahnstationen braucht man ungefähr 5 – 10 Minuten zum Campus. Wer den Bus bevorzugt, ist mit der Buslinie 82A und der Haltestelle Krieau gut beraten. Wer gern durch den Prater läuft, fährt mit der Straßenbahnlinie 1 bis zur Endstation Prater Hauptallee.

Die wichtigsten Eckpunkte für die öffentliche Anfahrt: U2 Messe-Prater, Krieau und Straßenbahnlinie 1 Haltestellle Prater Hauptallee.

Die wichtigsten Eckpunkte für die öffentliche Anfahrt: U2 Messe-Prater, Krieau und Straßenbahnlinie 1 Haltestellle Prater Hauptallee.

Wer das Radfahren in Wien für sich entdeckt hat, kann die WU Wien auch mit dem Rad anfahren. Aber Achtung: Am Campus selbst ist das Radfahren nicht erlaubt. Für an der WU studierende Radfahrer gibt es 250 Abstellplätze in den Fahrradgaragen. Diese sind aber nur mit einer Studentenkarte zugänglich.

Erfahrungsbericht WU Wien

Wir haben Studierende der WU Wien nach ihren persönlichen Erfahrungen gefragt. Simon, 24, ist seit Juli 2015 mit seinem Bachelor in Informations Systems / Wirtschaftsinformatik fertig.

waldviertler.wien: Wann hast du an dein Studium an der WU begonnen?

Simon: Im Wintersemester 2012/2013.

waldviertler.wien: Warum hast du dich für ein Studium an der WU entschieden?

Simon: Da ich eine HAK absolviert hatte und ich dort bereits mein Interesse für wirtschaftliche Themenstellungen entdeckt hatte, wusste ich, dass mein zukünftiges Studium ebenso einen wirtschaftlichen Bezug haben sollte. In Kombination mit dem neuen Campus bietet die WU als größte Wirtschaftsuniversität Europas sowohl fachlich, als auch hinsichtlich der beruflichen Möglichkeiten, ein ausgezeichnetes Umfeld, das man mit Sicherheit an keiner anderen österreichischen Universität findet.

Zu Beginn meines Studiums wusste ich noch nicht genau, ob ich Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsinformatik studieren sollte. Aufgrund des Studienaufbaus an der WU, sind (ungefähr) die ersten beiden Semester quasi identisch und sie beinhalten Kurse aus sowohl BWL und VWL, als auch Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht. Das ermöglicht Studienanfängern einen guten Rundumblick zu entwickeln und sich nach diesen beiden Semestern ohne Zeitverlust auf eine Richtung festzulegen.

Da ich ursprünglich aus einer Kleinstadt komme, wollte ich in die größte Stadt, die Österreich zu bieten hat – was natürlich Wien ist. Wien ist eine sehr lebenswerte Stadt, die vielseitige Interessen bedienen kann und ständig im Wandel ist. Als Student wird einem hier nie langweilig und man hat reichlich Möglichkeiten seine Interessen auszuleben.

waldviertler.wien: Was war deine Vorstellung von der WU vor deinem Studium?

Simon: Große, unpersönliche Uni mit hohem Schnösel-Faktor

waldviertler.wien: Welche dieser Vorstellungen treffen wirklich auf die WU zu?

Simon: Groß ist sie tatsächlich (größte Wirtschaftsuni Europas), unpersönlich nur anfangs in den Massenvorlesungen, Schnösel-Faktor ist vorhanden aber weit nicht so groß wie erwartet.

waldviertler.wien: Warum trifft das zu? Kannst du ein Beispiel geben?

Simon: Unpersönlich weil man anfangs die Vortragenden nie persönlich kennen lernt und die sich für einen auch nicht interessieren. Bei fortschreitendem Studium werden dann die Gruppen klein(er) und es wird auch sehr viel persönlicher.

waldviertler.wien: War dein Studium lernintensiv?

Simon: Wie lernintensiv ein Studium an der WU ist, hängt sehr stark davon ab wie schnell man studieren möchte und welche Noten man bekommen möchte. Wenn man in der Regelstudienzeit bleiben möchte und auf 1 oder 2 abzielt, sind die Fächer zum Teil extrem lernintensiv und man verbringt auch schon einmal 60 bis 80 Stunden die Woche mit Vorlesungen und Lernen.

waldviertler.wien: Was war dein liebster Lernplatz an der WU?

Simon: Gebäude D3; Das ist kleiner als die Bib, es tut sich etwas mehr und man trifft immer die gleichen Leute.

waldviertler.wien: Wo geht man lieber nicht zum Lernen hin?

Simon: Im Teaching Center (TC) ist es, da dort die meisten Vorlesungen stattfinden, sehr laut und nicht zum Lernen zu empfehlen.

waldviertler.wien: Was sollte man an der WU unbedingt mal getan oder erlebt haben?

Simon: Das Campusfest.

waldviertler.wien: Was hebt die WU – deiner Meinung nach – von anderen Universitäten ab?

Simon: Im Vergleich zu den meisten anderen österreichischen Wirtschaftsfakultäten: international renommiert, sehr viele Möglichkeiten, sehr groß.

waldviertler.wien: Wo informiert man sich als Studienanfänger über die WU?

Simon: Auf der Website der WU, bei der ÖH am WU Campus oder am Informationsschalter im Gebäude Learning Center (LC) an der WU.

waldviertler.wien: Welche Tipps hättest du gerne als Erstsemestriger zum Studium an der WU gehabt?

Simon: Es ist sehr wichtig von Beginn an zu wissen was und wie man für Fächer lernen soll. Das unterscheidet sich oft sehr stark von Fach zu Fach. Es kann einem viel Zeit und Nerven sparen mit Höhersemestrigen oder Leuten der ÖH zu sprechen und sich über einzelne Fächer gut zu informieren.

waldviertler.wien: Welchen Tipp kannst du StudienanfängerInnen geben?

Simon: Erkundigt euch immer über Kurse die von der ÖH angeboten bzw. vermittelt werden. Sie kosten zwar meistens etwas (50-100€ / Kurs), sind aber für viele Anfänger und auch Fortgeschrittene bei einigen Fächern Gold wert.

waldviertler.wien: Die WU für dich in wenigen Stichworten:

Simon: Intensiv, bürokratisch aber eine schöne Erinnerung und gute Vorbereitung auf ein Master-Studium und den Beruf.

 

(c) Florian More

Die WU: Nicht nur bei Nacht kann man sich hier leicht verirren. (c) Florian More

WU-Studentin Daniela, 22, ist im dritten Semester ihres BWL-Studiums und erzählt uns über ihre WU-Erfahrungen.

waldviertler.wien: Wann hast du dein Studium an der WU begonnen?

Daniela: 2013

waldviertler.wien: Was war deine Vorstellung von der WU vor deinem Studium?

Daniela: Selbstständiges planen der LVP; das sind normale Vorlesungen ohne Anwesenheitspflicht. Schwere Prüfungen, aber keine Knock-out-Prüfungen. Mehr Freizeit als an einer FH und keine Einteilung in Klassen. Ich habe mit langen Wartezeiten bei der Anmeldung zu den LVPs gerechnet. Dass man sich am riesigen Campus leicht verirren kann. Dass die WU die Studierenden wenig unterstützt. Außerdem dachte ich, dass man bei den vielen Events schnell Freunde und Bekannte trifft. Vor dem Studium dachte ich auch, dass studieren in der Mindeststudienzeit leicht möglich ist.

waldviertler.wien: Welche dieser Vorstellungen treffen wirklich auf die WU zu?

Daniela: Man hat wirklich mehr Freizeit als an einer Fachhochschule, der Campus ist riesig und deswegen optimal um sich zu verirren und es gibt jede Menge Events.

waldviertler.wien: Warum trifft das zu? Kannst du ein Beispiel geben?

Daniela: Zum Thema Freizeit: Ich kann mir, vorallem in der Studieneingangsphase, die LVPs so einteilen, wie ich es will. Hier herrscht keine Anwesenheitspflicht.
Zum Thema Verirren: Wenn man z.B. einen Raum in einem der Departments sucht, dann muss man zuerst das richtige Department finden. Danach müssen ein paar Stockwerke überwunden werden um danach in der selben Etage wieder die Treppen hinunter in einen weiteren Trakt zu gelangen. Die Chance sich zu verirren ist also wirklich groß.
Zum Thema Events: Es gibt an der WU im Winter Punschstände, regelmäßig Mensaparties, Campusparties und im Sommer den Cocktailstand.

waldviertler.wien: Wie haben sich deine Erwartungen an die WU verändert?

Daniela: Eher zum Schlechteren: Man ist sehr auf sich alleine gestellt. Die Mindeststudienzeit ist nicht machbar, wenn man Freizeit haben will. Es gibt tatsächlich schwere Knock-out-Prüfungen. An der WU gibt es viele prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen (wie an einer Fachhochschule) und hier herrscht Anwesenheitspflicht. Außerdem erinnern die Hausübungen stark an ein schulisches System, da es hier Hausübungs- und Mitarbeitspunkte gibt.

waldviertler.wien: Ist dein Studium lernintensiv?

Daniela: Ja, es ist definitiv sehr lernintensiv.

waldviertler.wien: Was war dein liebster Lernplatz an der WU?

Daniela: Hauptbibliothek im Learning Center.

waldviertler.wien: Wo geht man lieber nicht zum Lernen hin?

Daniela: Ins Teaching Center (TC) oberhalb des Audimax. Hier ist der Lärmpegel sehr hoch.

waldviertler.wien: Was sollte man an der WU unbedingt mal getan oder erlebt haben?

Daniela: Jedes Event sollte man besuchen, an Tandem-Learning teilnehmen, Vorlesungen im Audimax besuchen, im Das Campus essen gehen, die Pratersauna besuchen, bei ÖH-Ausflügen mitfahren, falls man sich schwer im Fach Volkswirtschaftslehre tut, dann sollte man unbedingt bei Stefan Rheindt Nachhilfe nehmen. Er bringt den Stoff wirklich jedem bei! Vor der Anmeldungen zu den LVP immer einen Prof-Check auf der ÖH-Seite machen.

waldviertler.wien: Was hebt die WU – deiner Meinung nach – von anderen Universitäten ab?

Daniela: Der neue, moderne Campus ist ein Kunstwerk. Die WU hebt sich durch ein vielseitiges und leicht kombinierbares Studienangebot ab. Kein Hörsaal ist überfüllt.

waldviertler.wien: Wo informiert man sich als Studienanfänger über die WU?

Daniela: Am Campusday oder am Tag der offenen Tür, bei den Infoschaltern an der WU, durch Flyer und Folder, im Internet auf der Homepage der WU oder einfach im Studienservicecenter.

waldviertler.wien: Welche Tipps hättest du gerne als Erstsemestrige/r zum Studium an der WU gehabt?

Daniela: Ich hätte mir mehr Hilfe, mehr Infos und mehr Unterstützung gewünscht.

waldviertler.wien: Welchen Tipp kannst du StudienanfängerInnen geben?

Daniela: Durchhalten! Sehr gut informieren, viele Freundschaften mit älteren Studierenden schließen, sehr viel lernen und kein Stoffgebiet weglassen. Gleich von Anfang an Gas geben, auf den Notendurchschnitt achten, beim Mentoring mitmachen und trotzdem die Freude und den Spaß am Studieren nie verlieren.

waldviertler.wien: Die WU für dich in wenigen Stichworten:

Daniela: Auf sich alleine gestellt, teilweise nicht schaffbare Prüfungen, riesiger aber baufälliger Campus, viele Events und manche Prüfungen sind teilweise reine Glückssache.

Wie die WU tatsächlich wahrgenommen wird, welche Vorurteile sich bewahrheiten und was man an ihr toll findet hängt also von den Studierenden selbst ab. Sie in wenigen Worten zusammenzufassen fällt auch unseren Interviewten schwer und ein allgemeingültiges Resümee wird es wohl nie geben. Denn je nach Lerntyp bietet dir die WU mehr oder weniger anspruchsvolle Prüfungen und je nach Erwartungshaltung wirst du mehr oder weniger enttäuscht – wie überall im Leben. Um herauszufinden wie die WU wirklich tickt, solltest du vermutlich einfach selbst den Schritt ins Studentenleben an der WU wagen.  Du studierst bereits an der WU und hast andere Erfahrungen gemacht? Wir freuen uns über deine Meinung und weitere Tipps für Studienanfänger.

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von Carina

26. September 2016

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