8 Arten von Waldviertlern in Wien

Nicht mehr wegzudenken aus dem Waldviertel. /// www.pixabay.com
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veröffentlicht von sebastian

10. März 2021

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Waldviertler glauben wir zu kennen, aber welche Facetten zeichnen sie wirklich aus? Wir zeigen euch 8 typische Waldviertler!

Weiter geht’s mit unserer Rubrik „8 Arten von .. „. Heute betrachten wir ein Thema, das viele von uns miteinander verbindet: Waldviertel goes Vienna. Es ist kein Zufall, dass so viele Waldviertler nach Wien gehen, um dort zu arbeiten, zu studieren oder einfach zu leben. Was macht diese Menschen aus, mit welchen Klischees haben sie zu leben? Das haben wir uns für euch genauer angeschaut.

1. Der Stolze

Stolz sind wir doch alle auf unsere Heimat, oder? Es gibt jedoch die Menschen, die das gerne in die Extreme ziehen. Wer kennt ihn nicht, den typischen Studenten neben dir in der Vorlesung, den nur du als echter Waldviertler verstehst. Deine Kollegen und der Professor vorne fragen sich, woher dieser Austauschstudent mit dem lustigen Akzent wohl kommen mag? Er schämt sich keinesfalls über seine schöne Heimat zu erzählen. Natürlich klärt er gleich zu Beginn auf, dass es im Waldviertel sehr wohl Strom und fließendes Wasser gibt. Erspäht er mühevoll einen Gleichgesinnten, folgt sofort die erste Frage: Zwettl, Gmünd, Waidhofen, Horn oder Krems? Haben sich zwei Waldviertler einmal gefunden, sind sie nur schwer zu trennen. Schön, wenn jemand so stolz auf seine Heimat ist.

2. Der Leugner

Nachdem wir mit so vielen positiven Aspekten begonnen haben, folgt nun der typische Leugner. Mit gebrochenem Hochdeutsch und einigen Versuchen, seinen Dialekt zu verstecken, rutscht ihm dann doch ein ungeduldiges „Jetzt reg di ned auf, du Dreamazankl“ heraus. Hat es jemand gehört? Wissen sie nun, woher ich komme? Ganz schnell wieder aufs Wienerische umsteigen. Oje, ist da vorne nicht einer aus Zwettl, den ich kenne? Ignorieren und aus dem Weg gehen. Winkt er mir zu? Bleib weg von mir, ich kenne dich nicht. Nein, das muss eine Verwechslung sein, ich komme nicht aus Zwettl, ich stamme aus dem feinen 19. Wiener Gemeindebezirk, das kann nicht sein. Was für ein Zufall, ich ein Waldviertler? Nein, nein. Aber seien wir mal ehrlich: Ich glaube, dass es keinerlei Gründe gibt, sich für seine Waldviertler Herkunft zu schämen!

mohnblumen

Mohnblumen im Waldviertel. /// www.pixabay.com

3. Der Schmuggler

Hm, was schmuggelt denn der Waldviertler Schmuggler nach Wien? Ganz klar: Essen! Wer kennt es nicht, die Mama oder die Oma hat am Sonntag wieder einmal gscheit aufgekocht. Da hats eine tolle Rindsuppe mit Frittaten gegeben. Als Hauptspeise kam ein Schweinsbraten mit Waldviertler Knödel und Krautsalat auf den Tisch. Und danach hat dich die Mama/Oma noch mit einem Apfelstrudel gemästet. Und weil so viel übriggeblieben ist, kommt nun das wichtigste Utensil des Schmugglers ins Spiel: Tupperdosen. Feinsäuberlich werden die guten Überbleibsl in das Tuppergeschirr gepackt, bevor die Schüsseln in ein Sackerl für einen bequemen Transport kommen. Jetzt darf man es nur nicht stehenlassen, sonst ist das Mittagessen für den Montag nicht gesaved! Und wehe dir, einer deiner Mitbewohner traut sich über die herzhafte Rindsuppe!

4. „I kenn mi ned aus“

Der fröhliche Waldviertler, der gerade frisch in die große Stadt gezogen ist, verlässt pfeifend seine Wohnung. Er möchte zum Spar gehen und dann zur Uni fahren – andere Wege kennt der Kleine noch nicht. Als hätte er den Weg zum Supermarkt auswendig gelernt, schlendert er gedankenlos durch die Straßen. Das Leben ist schön, schöner kann es kaum sein. Doch was kommt da vorne um die Ecke? Eine Gruppe von Touristen mit riesigen Stadtplänen scheint den Weg des Waldviertlers zu kreuzen. Die Gefahr ahnend, wechselt er schnurstracks die Straßenseite und beobachtet, wie die Gruppe eine junge Frau nach dem Weg fragt. Puh, nochmal Glück gehabt. Doch plötzlich bewahrheiten sich die Befürchtungen des Waldviertlers auf der anderen Straßenseite. „Entschuldigen Sie bitte, können Sie mir sagen, wie ich zum Stephansdom komme?“ Der Schweiß schoss aus den Poren des Waldviertlers, seine Knie zitterten und er musste leider antworten „He, duad ma load, i kenn mi do original goa ned aus. Bin söwa erst vor a poa Wochan zuagroast. Messatns wen ondan frong. Hawedere!“ Gut gelöst!

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Na, wer weiß, wo im Waldviertel dieses Gebäude zu finden ist? /// www.pixabay.com

5. Der Resistente

Eine Resistenz gegenüber gewissen Dingen weist jeder Mensch auf. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass Waldviertler so gut mit alkoholischen Getränken umgehen können. In einer Bar oder einem Wirtshaus in Wien fällt man da schon mal auf. Während die einen nach dem dritten Bier schon sagen „Puh, morgen wird’s mir schlecht gehen“, schreit der Waldviertler gekonnt „He Wirt, bring uns nu a Rundn Zwettler Kriagl, mia huckan glei im truckan!“ And I think that’s beautiful! Sind dann erst einmal ein paar köstliche Krügerl Bier genossen worden, kommen gerne noch ein paar Stamperl Schnaps dazu – Marille, Birne oder Apfel-Himbeere sind die Favoriten. Und wenn der Rest vom Schützenfest sich bereits eher unterm Tisch befindet, springt der Waldviertler auf jenen und singt „Ei em from Ostria“ – Prost!

6. Der Heimfahrer

Die Stadt Wien ist so schön, hat so viele Facetten, man kann so viel erleben .. und trotzdem gibt es den Heimfahrer. Er nutzt jede Gelegenheit, in sein geliebtes Waldviertel zurückzukehren, was man ihm natürlich nicht übel nehmen kann. Er verbringt keine Minute länger in Wien, als es notwendig ist. Am Sonntag sucht er gekonnt nach der spätestmöglichen Mitfahrgelegenheit. Die Risikoliebenden unter ihnen fahren auch ganz gerne am Montag um 6 in der Früh nach Wien, um dann gleich direkt in die Arbeit oder zur Uni zu gehen. Am Mittwoch ist ein Feiertag? Na dann mach ich am Dienstag früher Schluss, damit ich gleich ins Waldviertel fahren kann. Was, ihr wollts am Freitag in Wien fortgehen? Aber ich fahr schon zu Mittag heim. Und wenn ich erst am Samstag fahr, zahlt sich das nicht aus. Pech für ihn!

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Verständlich, dass sich Waldviertler hier wohlfühlen. /// www.pixabay.com

7. Der Wandler

Bei ihm handelt es sich um eine ganz besondere Spezies des Waldviertlers. Er kann als eine Mischung von den ersten beiden Arten von Waldviertlern gesehen werden. Der Wandler schafft es, sich überall und immer zu verwandeln. Abendessen mit dem Chef und den internationalen Kollegen im noblen Restaurant? Keine Spur eines Waldviertler Dialekts zu hören. Wie aus dem Ei gepellt kreuzt der Wandler auf, ist höflich und zuvorkommend. Essen im Brandauer’s mit anschließender Loco-Session? Let the Waldviertler-Games begin! Dort wird gezeigt, was ein richtiger Waldviertler alles verdrücken und vertragen kann. Hochdeutsch? Fix ned! Unter Gleichgesinnten fühlt er sich am wohlsten, aber wenn es drauf ankommt, wird der Wandler zu einem wahren Chamäleon.

8. Der Naturliebhaber

Schwammerl suchen, Blumen pflücken, Schwimmen im Kamp – der Name des Naturliebhabers spricht für sich selbst. Zu jeder Zeit und an jedem Ort versucht er, ein Stückchen seiner Umgebung aufzusaugen und zu verinnerlichen. Aber wo kann er in einer Stadt wie Wien beispielsweise Schwammerl suchen? Das fehlt ihm natürlich enorm. Aber er hat schon eingesehen, dass Wien hinsichtlich Natur und Atmosphäre ganz vorne mit dabei ist. Er hat schon ein Stückchen Grün gefunden, und da hinten: Eine Ansammlung von Bäumen. Aber da fährt die Straßenbahn mittendurch, das würde es im Waldviertel auf keinen Fall geben. Deswegen ist es ja umso schöner für den Naturliebhaber, zu seinen Wurzeln ins Waldviertel zurückzukehren.

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von david

10. März 2021

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