Die Seestadt Aspern – eine neue Stadt im 22. Bezirk

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WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von Julia

10. März 2021

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Was hat die neue „Stadt in der Stadt“ zu bieten? Wie lebt und arbeitet es sich hier? Wir nehmen euch auf einen Ausflug in die Seestadt Aspern mit.

Im 22. Bezirk Donaustadt nimmt die Seestadt ganze 240 Hektar Fläche ein. Damit zählt das Areal zu den größten Stadtentwicklungsgebieten Europas. Im anschaulichen Stadtteilplan könnt ihr euch ansehen, wie weit der Bau der Seestadt bereits fortgeschritten ist.

Ein kurzer Ausflug in die Seestadt zeigt euch eine ganz andere Seite Wiens. Vielleicht seid ihr aber gerade auf Wohnungssuche, und eine ruhige und moderne Umgebung steht ganz oben auf eurer Wunschliste. Besonders für uns Waldviertler ist die Seestadt nämlich eine nennenswerte Alternative zur Innenstadt, was grüne und freie Flächen, Ruhe und Erholung betrifft. Durch den speziellen Grätzl-Flair stehen die Chancen außerdem nicht schlecht, tiefergehende Nachbarschaftsbeziehungen aufzubauen.

Doch was „kann“ die Seestadt überhaupt? Wie ist die Lebensqualität und welche Möglichkeiten gibt es in den Bereichen Wohnen und Arbeiten? Zur Orientierung haben wir euch einen kleinen Seestadt-Guide erstellt.

 

Seestadt

Leben in der Seestadt Aspern

Trotz, oder gerade wegen der nicht allzu zentralen Lage in „Transdanubien“ hat die Seestadt einiges an Lebensqualität zu bieten. Sie ist nämlich so geplant, dass alle Besorgungen direkt hier erledigt werden können: „das ganze Leben an einem Ort“ ist dabei der Slogan. Der öffentliche Raum ist speziell darauf ausgelegt, möglichst viel Platz zu bieten. Breite Gehsteige und Radwege bestimmen das ästhetisch-moderne Stadtbild. Parkende Autos sieht man vergleichsweise wenig – das liegt daran, dass die meisten Autos in Sammelgaragen stehen.

Die Seestadt beherbergt einen Bildungscampus, wo ein Kindergarten, eine Ganztagsvolksschule und ein Gymnasium zu finden sind. Eine Volkshochschule bietet auch Erwachsenen Bildungsmöglichkeiten. Darüber hinaus gibt es hier eine wirtschaftliche Uni: die Privatuniversität Schloss Seeburg.

Noch ein paar Worte zur Wohnlage: bis zum Jahr 2028 werden in der Seestadt Aspern Lebensräume für mehr als 20.000 Menschen geschaffen. Für individuell passende Wohnlösungen bietet die Seestadt verschiedene Wohnformen wie Miet- und Eigentumswohnungen, sowie geförderte Wohnungen an.

Für Studierende interessant: die Seestadt hat auch Studentenwohnheime und PopUp-Dorms zu bieten. Besonders für Studierende der WU ist die Lage ein Vorteil: ihr seid in 16 Minuten bei der Station Krieau.

Für diejenigen unter euch, die gerne mitgestalten wollen, könnten die Baugruppen in der Seestadt Aspern eine vielversprechende Möglichkeit sein. Hier bringt man eigene Ideen ein und kann seinen Lebensraum schon vor dem Einzug gemeinsam bestimmen.

Die Nahversorgung ist durch einen „Grätzl“-Charakter geprägt. Von Buchläden, Friseursalons oder Bäckereien finden sich alle Dinge des täglichen Bedarfs direkt nebenan. Eine eigene Einkaufsstraße beherbergt darüber hinaus Cafés, Restaurant und viele Sitzgelegenheiten.

Berufsaussichten

Wer sich in der Seestadt Aspern für längere Zeit einnisten möchte, hat auch viele berufliche Möglichkeiten. Schon jetzt haben sich über 150 Unternehmen in der Seestadt niedergelassen. Von kleinen Startups, Einzelhändlern und EPUs bis zu großen Industriekonzernen ist alles vertreten. Auch verschiedene Sparten sind abgedeckt: Handwerk, Technologie, Handel, Bildung oder Gesundheit sind nur ein paar Beispiele dafür.

Mobilität: öffentliche Verkehrsmittel

Weil wir aber nicht alle in der Seestadt arbeiten oder eine Ausbildung machen können, spielt eine gute öffentliche Anbindung eine große Rolle im alltäglichen Leben.

Kein Problem: Die U2 bringt euch innerhalb von 20 Minuten zum Praterstern und in 23 Minuten zum Schottentor. Besonders praktisch ist die direkte S-Bahn-Verbindung zum Hauptbahnhof. Mit der S80 braucht ihr von der Station Aspern Nord nur 23 Minuten zum Bahnhof. Diese Zeit benötigt man auch in zentraleren Bezirken Wiens schnell einmal dorthin – der Ruf des 22. Bezirks, schwer erreichbar zu sein, ist also ein Ding der Vergangenheit. Für die Zukunft ist auch eine Straßenbahnlinie geplant.

Apropos Öffis: Nachhaltigkeit wird in der Seestadt groß geschrieben. Das Ziel ist ein Mobilitätsmix aus zu-Fuß-gehen und Radfahren, Öffis und Auto. Dabei soll das Auto allerdings nur 20% von diesem Mix ausmachen, um Ressourcen zu schonen und die Lebensqualität zu steigern. Das Auto braucht man hier aber eh selten: Einkaufstrips lassen sich aufgrund der kurzen Wege ganz leicht zu Fuß erledigen. Für größere Einkäufe oder Transporte stehen E-Lastenräder bereit.

 

Seestadt

Die Freizeitmöglichkeiten

Nun hätten wir Wohnen und Arbeiten abgehakt – wie sieht es beim Freizeitprogramm aus? Wir starten gleich mit dem Vorzeigestück der Seestadt: ein eigener Badesee im Zentrum! Ein Highlight im Wiener Sommer, und eindeutig nicht so überfüllt wie die Alte Donau.

Breite Geh- und Radwege laden zum Entspannen ein, genauso wie Parks und Grünflächen mit vielen Sitzmöglichkeiten. Hundebesitzern wird eine große Hundezone geboten. Für Familien gibt es viele Spielplätze, auch im Inneren der Seestadt. Die nähere Umgebung besticht mit Ausflugszielen wie dem Nationalpark Donau-Auen, eher bekannt als die Lobau, oder der Marchfelder Gegend.

„Die Seestadt ist weiblich“

Straßen, Plätze und Parks bekommen in der Seestadt hauptsächlich Frauennamen. Darunter finden sich verschiedene bekannte Frauen wie Popmusikerin Janis Joplin, Architektin Zaha Hadid oder die Kinderbuchlegende Pippi Langstrumpf. Mit der weiblichen Benennung soll zur Verbesserung der Geschlechterbalance beigetragen werden: immerhin betrug der Anteil weiblicher Straßennamen in Wien 5%, durch die Seestadt nun 7%. Mit dem Fortschritt des Stadtbaus sind mittlerweile 54 Straßen, Plätze und Parks nach Frauen benannt.

Ein Rundgang durch die Seestadt

 
 
 

Führungen

Natürlich kann man sich einfach mal in die U2 setzen und den Stadtteil alleine entdecken. Wenn ihr weitere Informationen oder einen optimalen Rundweg sucht, könnten die Führungen durch die Seestadt etwas für euch sein. ExpertInnen zeigen und erklären euch genau das, was euch interessiert. Über Mobilität, Architektur, Forschung oder Industrie 4.0 bis zur Nachbarschaft ist alles dabei.

Was ist in Zukunft geplant?

Für die kommenden Jahre 2021 und 2022 ist geplant, das Quartier am Seebogen fertigzustellen. Das umfasst weitere Miet- und Eigentumswohnungen. Einen Blick in die Zukunft könnt ihr außerdem mit dem virtuellen Rundgang wagen. Am besten funktioniert das übrigens mit einer VR-Brille.

Viel Spaß beim Entdecken dieses neuen Stadtteils! 🔎

 
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von david

10. März 2021

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