Döbling - der 19. Wiener Gemeindebezirk

Die Pfarrkirche Kahlenbergdorf. /// www.wikipedia.org/copyright Dorenenko
WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von sebastian

31. Juli 2020

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Döbling ist als der Bezirk der Reichen (und Schönen) bekannt, aber stimmt das wirklich? Wir haben den 19. Bezirk genauer unter die Lupe genommen.

Unsere Bezirksserie neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu, ein paar Hotspots haben wir für euch jedoch noch. Döbling ist in Wien als ein Bezirk der reicheren Schicht bekannt, Villen prägen das Gesamtbild. Aber es muss doch noch mehr als das geben, oder? Wir haben uns für euch schlau gemacht!

Grenzen und Grätzeln

Döbling liegt im Nordwesten Wiens und zählt mit einer Fläche von 24,9 km² (Platz 7 im Bezirksvergleich) wieder zu den größeren Bezirken der Stadt. Bezüglich Einwohner liegt Döbling auf Platz 13, also schön in der Mitte. Hochgerechnet auf die Gesamtfläche vom Bezirk wohnen hier aber verhältnismäßig wenige Menschen. Im Nordwesten stoßen wir an Niederösterreich (Teile des Wienerwalds), im Nordosten grenzt Döbling an die Donau und darüber hinweg an Floridsdorf. Hier teilt sich der Donaukanal, welcher die Grenze zu Brigittenau im Osten bildet, von der Donau. Im Süden ist der 19. Wiener Gemeindebezirk durch den Alsergrund sowie durch Währing begrenzt. Großer Bezirk bedeutet eben auch viele Bezirksteile, gehen wir sie nach der Reihe durch:

döbling

Döbling in seiner ganzen Größe. /// www.google.com/maps/döbling-wien

Grinzing

Grinzing ist wohl vom Namen her einer der bekanntesten Bezirksteile in Döbling. Typisch ist hier vor allem die Heurigenkultur. Viele verschiedene Wirtshäuser, Buschenschanken, Heurigen und Restaurants laden ein, ein paar nette Stunden in ihren Räumlichkeiten zu verbringen. Besonders hervorzuheben sind hier vor allem die Essgewohnheiten (von der Brettljause bis zu herzhaften Eigenkreationen) und natürlich die facettenreichen Weinkarten. Wer aber trotzdem ein kühles Bier genießen möchte, kann dies auch tun, das Restaurant so guad in der Cobenzlgasse bietet beispielsweise auch ein Zwettler Dunkles an.

Heiligenstadt

Kennt man natürlich auch, vor allem, wenn man öfters mit der U4 unterwegs ist. Hier trennt sich der beliebte Wiener Donaukanal von der Donau, wo im Sommer immer allerhand los ist. Außerdem sind auch in Heiligenstadt die kulinarischen Möglichkeiten vielfältig und reichen von Buschenschanken bis zu herkömmlichen Restaurants. Wer gerne schwimmen geht, sollte dem Döblinger Bad auf jeden Fall einen Besuch abstatten.

Josefsdorf

Klein, aber fein. Wir befinden uns hier mitten auf dem Wiener Kahlenberg, der eine Grünoase für sich ist. Im sogenannten Waldseilpark kannst du einen actionreichen Tag erleben und schauen, ob du wirklich schwindelfrei bist. Wenn du ein Fan der italienischen Küche bist, ist das Trattoria Castel Nuovu zu empfehlen. Überzeuge dich selbst von deren leckerer Speisenkarte. 

Kahlenbergerdorf

Nun sind wir am nördlichsten Punkt unserer Bundeshauptstadt angelangt. Hier fühlt man sich fast wie im Waldviertel, da der Bezirksteil einige Grün- und Waldflächen aufweisen kann. Außerdem eignet sich das Areal durch seine Nähe zur Donau perfekt für einen Ausflug mit dem Fahrrad oder einen Spaziergang. Wer dann Hunger bekommen hat, kann in eines der größten Wiener Grill- und Fischrestaurants gehen: Flamingo. Hier bekommst du von morgens bis abends eine breite Auswahl an Speisen und Getränken geboten, unter anderem wird auch Zwettler Bier ausgeschenkt. Super für alle Heimatliebhaber unter euch!

kahlenberg leopoldsberg

Welcher ist denn welcher? 😉 /// www.wikipedia.org/copyright MyFriend

Neustift am Walde

Neustift am Walde kann zwar auch nicht durch seine Größe bestechen, beheimatet dafür aber erneut einige kulinarische Highlights der Stadt. Gemütlicher als im Heurigen Wolff kann es fast nicht mehr werden – hier kannst du das Feeling eines typisch österreichischen Heurigens hautnah erleben. Auch der Neustifter Kirtag wird vielen von euch ein Begriff sein. Dieser findet in den Sommermonaten, meist im August, statt und lädt zu einer Tour durch Neustift am Walde ein. Viele Standln bieten hier ihre Kreationen an und auch die Wirtshäuser/Buschenschanken öffnen ihre Pforten und bieten Verschiedenes an.

Nussdorf

Schon bei einer Fahrt nach Wien mit der Franz-Josefs-Bahn ist der Bahnhof Nussdorf mit seiner hellblauen Fassade nicht zu übersehen. Nussdorf war schon sehr früh für seine Nussbäume bekannt, wodurch sich jener Name ergab. Typisch für jenen Bezirksteil:

  • Leopoldsberg
  • Nussdorfer Weinberge
  • Mayer am Nussberg
  • Heuriger Hirt

Oberdöbling

Weiter stadteinwärts, entlang der Krottenbachstraße, zieht sich der Bezirksteil Oberdöbling. Unter anderem beherbergt er die Privatklinik Rudolfinerhaus und den Hugo-Wolf-Park, der zu einem Tag im Freien einlädt. Am Abend geht es dann ins Local Vienna, wo man bei Livemusik einen angenehmen Abend verbringen kann. Untergebracht in den U-Bahnbögen am Gürtel feiert die Wiener Partyszene hier gerne.

Unterdöbling

Wo es ein Oberdöbling gibt, muss es auch ein Unterdöbling geben. Hier trifft die Großstadt Wien auf den ländlichen Bereich, ein Zwischending sozusagen. Das Cottage, Wiener Café, Brasserie und Edelgreisslerei in einem, vereint gute Küche mit akzeptablen Preisen. Von 8-23 Uhr werden hier eigens kreierte Speisen angeboten, die von fischig über vegetarisch bis hin zu herzhaft-deftig reichen. Definitiv einen Besuch wert!

Salmannsdorf

Gelegen am Dreimarkstein (Berg in Wien) gehört Salmannsdorf zu einem der städtischen Weinbaugebiete. Hier wird Tradition großgeschrieben, der Bezirksteil erinnert immer noch an ein typisches Dorf aus früheren Jahrhunderten. Die Wälder laden zu ausgiebigen Spaziergängen ein, um unsere Wurzeln im Waldviertel nicht ganz zu vergessen.

Sievering

Gegliedert in Ober- und Untersievering überwiegt auch hier die Buschenschank- und Heurigenkultur. Zuerst spazieren, dann essen – das ist unser Motto. Außerdem findet sich in Sievering ein Stück Italiens – das Fischerhaus in Döbling ermöglicht dir Essen wie in Italien. Flair und gute Atmosphäre werden hier großgeschrieben, das Lokal kann außerdem auch für private Veranstaltungen gemietet werden.

bezirksteile

Etwas kleinkariert, aber trotzdem schön. /// www.wikipedia.org/copyright Geiserich77

Typisch Döbling

Neben Währing und Hernals zählt Döbling ebenfalls zu einem der nobleren Bezirke Wiens, viele Villen und prunkvolle Bauten prägen das Gesamtbild. Trotzdem gibt es auch einige Gemeindebauten, in denen auch die allgemeine Mittelschicht lebt. Durch diverse Straßenbahn- und Buslinien ist zumindest der städtische Teil des Bezirks gut angebunden, für die äußeren Grätzeln benötigt man ein Fahrrad oder ein Auto. Einige bekannte Berge (Hügel) befinden sich zumindest zu einem Teil in Döbling: Kahlenberg, Leopoldsberg, Nussberg, Dreimarkstein und viele mehr.

Kulturell ist der 19. Wiener Gemeindebezirk vor allem durch einige Museen und Kirchen geprägt, das Bezirksmuseum Döbling und die St. Jakobs-Kirche sind nur wenige davon. Außerdem verfügt der Bezirk über neun Parkanlagen, darunter auch der weitläufige Heiligenstädter Park. Aber durch den großen Anteil am Wienerwald ist es in Döbling sowieso an jeder Ecke grün.

villa wertheimstein

Die Villa Wertheimstein beherbergt das Döblinger Bezirksmuseum. /// www.wikipedia.org/copyright HeinzLW

Döblinger Persönlichkeiten und High-Society

Natürlich gibt es auch einige berühmte Personen, die im 19. Bezirk aufgewachsen sind oder zumindest einen Teil ihres Lebens verbracht haben:

  • Johann Michael Kupfer (1859-1917): deutsch-österreichischer Maler und Bildhauer, der vor allem durch das Wiener Volksleben inspiriert wurde
  • Rudolf Wondracek (1886-1942): österreichischer Architekt, der unter anderem das Heldendenkmal am Äußeren Burgtor in Wien realisierte
  • Anton Karas (1906-1985): österreichischer Komponist und Gastwirt

Falls ihr noch mehr Menschen aus Döbling kennt, die wir in unserer Aufzählung vergessen haben, lasst es uns auf jeden Fall wissen. 😉

Wohnen im neunzehnten Bezirk

Wohnen lässt es sich hier sicherlich sehr schön, da man alles hat, was man fürs tägliche Leben benötigt. Durch die Hilfe von Bus und Bahn kommt man auch relativ schnell von A nach B, der Bahnhof Heiligenstadt, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Stadt, ist ein weiteres Argument im Bereich Verkehr. Nur die äußeren Teile des Bezirks sind öffentlich schwer zu erreichen, hier empfehlen sich Taxi oder Auto.

Wie bereits erwähnt, zählt Döbling zu den nobleren Bezirken. Dementsprechend haben sich auch die Preise fürs Wohnen angepasst. Der Quadratmeter einer Mietwohnung kostet hier durchschnittlich 16,75€, was dem Bezirk diesbezüglich Platz 2 beschert, nur im 1. Wiener Gemeindebezirk zahlt man noch mehr. Auch hinsichtlich Eigentumswohnungen liegen wir hier preislich im vorderen Drittel.

Unsere Tipps für Döbling

Auch wenn der Bezirk mancherorts wegen seines Nobels verschrien ist, möchten wir trotzdem betonen, dass es auch in Döbling einige angenehme Grätzeln gibt, die einen Besuch wert sind. Durch die Buschenschanken und die Ländlichkeit entsteht ein ganz individuelles Flair, welches einzigartig in Wien ist. Was ihr unserer Meinung nach auf jeden Fall im 19. Wiener Gemeindebezirk nicht verpassen dürft:

  • Restaurant Flamingo (ganz wichtig: Hier wird Zwettler Bier ausgeschenkt!)
  • Der Kahlenberg in seiner Gänze
  • Ein Spaziergang durch den Heiligenstädter Park

Überzeuge dich selbst und erzähle uns von deinem absoluten Lieblingsort in Döbling!

heiligenstädter park

Ein Blick in den Heiligenstädter Park. /// www.wikipedia.org/copyright Peter Gugerell

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von david

31. Juli 2020

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