Donaustadt - der 22. Wiener Gemeindebezirk

© WienTourismus - Karl Thomas
WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von Julia

21. Januar 2020

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Weiter gehts mit unserer Vorstellung der 23 Wiener Gemeindebezirke – heute mit einem Bezirk „auf der anderen Seite“, Donaustadt.

Heute wollen wir euch in den flächenmäßig größten Bezirk der Bundeshauptstadt entführen, der manchen von euch aufgrund der nicht unbedingt zentralen Lage vielleicht gar nicht so vertraut ist. Mit diesem Artikel könnt ihr euer Donaustadt-Wissen aufpolieren – und wer weiß, vielleicht entschließt ihr euch sogar dazu, ein paar unserer Tipps auszuprobieren!

Im folgenden Text findet ihr Allgemeines, wie Geographie und Geschichte des 22. Bezirks, wichtige und interessante Orte sowie die beliebtesten Freizeitaktivitäten.

Falls ihr euch noch weiter in die Wiener Bezirke einlesen wollt: Der vorherige Artikel in unserer Rubrik befasst sich mit dem Bezirk Hietzing.

Allgemeines

Wer schon einmal einen Blick auf eine Wien-Karte geworfen hat, dem ist er bestimmt aufgefallen: der schon fast unverschämt große Bezirk „da rechts auf der anderen Seite“: Donaustadt.

Obwohl er flächenmäßig so viel größer als die anderen Bezirke ist, wird er puncto Einwohnerzahl noch vom bevölkerungsreichen 10. Bezirk (Favoriten) überboten. An die 191.000 Menschen leben im 22. Bezirk, im Zehnten gibt es über 200.000 Einwohner.

Die Bezirksteile setzen sich aus den ehemaligen Gemeinden Kaisermühlen, Kagran, Stadlau, Hirschstetten, Aspern, Lobau, Breitenlee, Essling und Süßenbrunn zusammen.

Man munkelt, dass es auch in Transdanubien öffentliche Anbindungen gibt – und tatsächlich: Donaustadt kann man bequem mit der U1, der U2 oder auch mit der Schnellbahn erreichen. Entgegen der Erwartungen fahren auch hier etliche Straßenbahnen und Busse und machen so jedes Fleckchen im Bezirk gut erreichbar.

Historisches

In seiner heutigen Form gibt es den 22. Bezirk erst seit 1954. Im Jahre 1904 erweiterte Bürgermeister Karl Lueger die Stadt Wien auch auf das andere Ufer der Donau, was den 21. Bezirk Floridsdorf entstehen ließ. 1938 wurde Wien unter dem NS-Regime neu aufgeteilt: der 22. Bezirk wird ausgerufen und trägt zu dieser Zeit den Namen Groß-Enzersdorf. Diese niederösterreichische Stadt wurde nach Wien „eingemeindet“, damit Wien größer werden konnte. Zum Namen „Donaustadt“ kam der 22. Bezirk nach dem Krieg im Jahre 1954, und Groß-Enzersdorf wurde wieder Niederösterreich rückgegliedert. In den Jahren darauf wurden oftmals die Grenzen innerhalb des Bezirks verändert.

 

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Wichtige Bauten in der Donaustadt

Das SMZ-Ost: „Donauspital“

Vielen von euch ist dieses Krankenhaus aus verschiedenen Gründen wahrscheinlich ein Begriff – der ungefährlichste Grund für die Bekanntheit des Donauspitals ist wohl als Name für eine U2-Station. Nach dem AKH ist es immerhin das zweitgrößte Spital Wiens.

Der Donauturm

Er ist eines der Hauptwahrzeichen Wiens und deswegen auch ein beliebtes Ausflugsziel. Ich kenne kaum einen Waldviertler, der noch nie am Donauturm war – und sei es im Rahmen der obligatorischen Wienwoche gewesen 🙂 Mit einer Höhe von 252 Metern ist er sogar höher als der Stephansdom, und somit das höchste Gebäude in ganz Österreich . Knapp dahinter findet sich im Ranking gleich der Wiener DC Tower mit 250 Metern Höhe, der ebenfalls im 22. Bezirk zu finden ist. Von beiden Gebäuden aus hat man eine phänomenale Panorama-Aussicht über ganz Wien.

VIC – Vienna International Center / Synonym UNO-City

Das VIC ist einer der vier offiziellen Sitze des Büros der Vereinten Nationen in Wien. Zum Gesamtkomplex, genannt UNO-City, gehört auch das Austria Center Vienna, das bei größeren Konferenzen genutzt wird.

 

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Freizeit

Der 22. trägt nicht umsonst den vielversprechenden Namen „Erholungsviertel“: hier findet man besonders viele Plätze, die man perfekt zum Ausspannen und zur Abwechslung vom oft stressigen Alltag aufsuchen kann. An manchen Orten hat man außerdem das Gefühl, der Stadt Wien zu entfliehen – jedoch, ohne Wien verlassen zu müssen.

Lobau – Nationalpark Donau-Auen

Mit einer Größe von 22 Quadratkilometern liegt die Lobau klarerweise nicht nur im 22. Bezirk, sondern erstreckt sich bis nach Bratislava. Die frei fließende Donau ist hierbei die Lebensader des Nationalparks und beheimatet zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Für die Wiener Bevölkerung stellt die Lobau einen wichtigen Naherholungsraum dar: von Wandern und Radfahren bis Schwimmen ist hier für jeden etwas dabei. Hier können wir Waldviertler uns mal wieder fast wie zu Hause fühlen.

Gänsehäufel

Im Sommer kommt man als Anwohner um diesen Badeplatz fast nicht herum: das Gänsehäufel ist eine Insel in der Alten Donau – auf ihr gibt es einen FKK-Bereich, viele verschiedene Schwimmbecken, Spielplätze und sogar einen Hochseilklettergarten.

Donauinsel

Natürlich darf man in unserer Auflistung die Donauinsel nicht vergessen. Sie ist ganze 21 Kilometer lang und bietet perfekte Voraussetzungen für den Lauf- oder Radsport, man sieht auch viele Inlineskater oder Skateboarder. Öffentlich zugängliche Badebuchten und Wildbadeplätze laden bei hohen Temperaturen auf eine Abkühlung ein. Außerdem stehen für Adrenalinjunkies Kitesurfing-Schulen und ein Wasserskilift bereit.

 

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Seestadt Aspern

Sie ist euch bestimmt aus den Medien oder auch als Endstation der U2 bekannt. Sie gehört zu den aktuell größten Stadtteilentwicklungsprojekten Europas. Im Laufe von rund 20 Jahren soll hier ein neuer Stadtteil entstehen, der Platz für über 20.000 Menschen bieten soll. Man hat hier das Gefühl, in einer komplett eigenen Stadt zu sein: die Gehsteige erscheinen breiter als die Straßen, und wo man auch hinblickt, gibt es Grünflächen – und in der Mitte sogar einen Badesee.

Alte Donau

Auch die Alte Donau wird von den Donaustädtlern bei sommerlichen Temperaturen regelrecht belagert. Ihre Länge (5,2 km) macht es etwas leichter, einen privaten Badeplatz zu finden, jedoch gibt es auch sehenswerte öffentliche Strandbäder. Ein Highlight ist, sich bei einer der zahlreichen Bootsvermietungen ein Elektro- oder Tretboot auszuborgen und damit die Alte Donau zu erkunden.

Neue Donau

Bei der Reichsbrücke findet sich die „Copa Cagrana“, eine Lokal- und Barszene mit tollem Ausblick aufs Wasser. Im Sommer gibt es hier zahlreiche Happy-Hours in den Bars – das bereitet dem Donaukanal ernstzunehmende Konkurrenz 😉

Donau Zentrum

Es wird umgangssprachlich auch „DZ“ genannt und ist Wiens größtes Einkaufszentrum. Es verbindet Shopping, Kulinarik und Kinobesuch in einem. Vielleicht interessant für jene von euch, die schon länger in Wien wohnen: bis Mitte 2018 fand man dort die Disco „Bollwerk“ (und noch früher: den Club Couture).

Wohnen im 22. Bezirk Donaustadt

Der durchschnittliche Mietpreis liegt bei 15,56€ / m2, und platziert sich damit im Vergleich zu anderen Wiener Bezirken im Mittelfeld (im 1. Bezirk liegt der Preis zum Vergleich bei 20€). Viele schreckt ab, dass der 22. Bezirk gefühlsmäßig schon fast außerhalb der Stadt liegt – und damit die Innenstadt mit den Öffis nicht mehr gut erreichbar ist. Das kommt auch wieder ganz auf den tatsächlichen Wohnort an (remember: der 22. ist recht groß!), aber im Vergleich zu inneren Bezirken braucht man natürlich länger zu seiner Destination in der Innenstadt.
Auf der anderen Seite (ba dumm tss) ist es in Donaustadt damit wesentlich ruhiger und damit angenehmer, bei vielen Wohnungen hat man zum Beispiel auch Ausblick auf weitläufige Grünflächen und Parks. Außerdem dürfen in manchen Gegenden die Wohnblöcke nicht höher als zwei Stöcke gebaut werden – dort hat man fast schon das Gefühl, man wohnt in einer Waldviertler Kleinstadt. Das Leben gestaltet sich hier entschleunigend zum Großstadtflair der Innenstadt. Wer also die aus dem Waldviertel bekannte Ruhe und den schnellen Zugang zu Plätzen in der Natur in Wien nicht missen möchte, für diese ist der Bezirk Donaustadt sicherlich eine gute Wahl.

Wir hoffen, wir konnten dir den 22. Bezirk etwas zugänglicher machen. Abschließend ist noch zu sagen: Transdanubien ist immer eine Reise wert! 😉

 
 

veröffentlicht von sebastian

21. Januar 2020

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