Fixkosten, die du in Wien unbedingt einplanen solltest

Vor dem Umzug nach Wien unbedingt einen Überblick über die Fixkosten verschaffen
WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von Kerstin

17. Mai 2018

WOHNEN & VERKEHR

Der Umzug nach Wien bedeutet nicht nur, dass man plötzlich für sich selbst verantwortlich ist. Er bringt auch (ungeahnte) Fixkosten mit sich, denen man sich bewusst sein sollte, um beim Blick auf den Kontostand keine bösen Überraschungen zu erleben.

Miete? Ausgaben für Lebensmittel? GIS? Jeder weiß, dass dafür Kosten anfallen – aber in welcher Höhe? Solange man daheim im Waldviertel kostenfrei bzw auf Kosten anderer wohnt und lebt,  macht man sich nicht viele Gedanken darüber, wie hoch die Wasserabrechnung ist oder was der Wocheneinkauf kostet. Bist du aber in Wien auf dich alleine gestellt und wirst auch nicht mehr regelmäßig von Mama bekocht, werden die notwendigen Ausgaben plötzlich interessant.

Welche Fixkosten kommen auf dich zu, wenn du das erste Mal in einer Wohnung lebst? Wofür solltest du unbedingt Geld einplanen?

Fixkosten für’s Wohnen

Wohnen ist das erste Fixkosten-Thema, mit dem man sich auseinandersetzt. Nämlich bereits vor dem Umzug vom Waldviertel nach Wien. Bei der Wohnungssuche musst du dir das erste Mal Gedanken darüber machen, wie viel Miete du dir auf Dauer leisten kannst und willst. Vielen ist bewusst, dass schon vor dem Umzug Kosten für einen Makler (wenn man einen in Anspruch nimmt), für Ablöse und Kaution anfallen können. Da es sich dabei um einmalige Kosten handelt, drücken hier manche ein Auge zu und greifen etwas tiefer ins Geldbörsl. Die Miete hingegen ist eine regelmäßige finanzielle Belastung und sollte gut überlegt sein.

Bei den monatlichen Kosten solltest du daher genau hinschauen. Auch wenn zB 50 Euro nicht viel klingen – hochgerechnet auf’s Jahr ergibt eine um 50 Euro teurere Miete einen Gesamtbetrag von 600 Euro. Um dieses Geld könntest du dir schon einen einwöchigen Urlaub leisten.

Worauf du achten solltest, wenn du Mietpreise vergleichst, damit die Fixkosten nicht unnötig hoch werden:

Betriebskosten und weitere Nebenkosten

Neben der tatsächlichen Miete für die Wohnräume fallen monatlich anteilsmäßig Betriebskosten an, die einmal im Jahr im Rahmen der Betriebskostenabrechnung mit den tatsächlich angefallenen Kosten gegengerechnet werden. Daraus ergibt sich im Idealfall eine Gutschrift, manchmal auch eine Nachzahlung.

Was im Rahmen der Betriebskosten an die Mieter verrechnet werden darf, ist gesetzlich geregelt (§21 Mietrechtsgesetz). Dazu zählen zB Kosten für Wasser und Abwasser, Müllentsorgung, Kosten für den Rauchfangkehrer oder auch Kosten für Schädlingsbekämpfung. Auf der Seite der Mietervereinigung findest du eine detaillierte Auflistung der Betriebskosten. Achtung: Nicht in den Betriebskosten inkludiert sind zB Kosten für Heizung, Strom und Warmwasser.

Es gilt also zu beachten, dass zu den monatlichen Betriebskosten noch zusätzliche Fix-Nebenkosten für zB Warmwasser und Strom anfallen. Wer bei der Wohnungssuche den Durchblick verliert und zwischen Warmmiete, Bruttomiete und Kaltmiete verzweifelt, sollte sich vorsichtshalber beim Vermieter informieren, welche Kosten tatsächlich inkludiert sind und welche noch zusätzlich anfallen.

Stromzähler

pixabay.com// Stromkosten sind nicht in den Betriebskosten enthalten und fallen als zusätzliche Nebenkosten monatlich an

Haushaltsversicherung

Eine Haushaltsversicherung ist kein Muss, auf jeden Fall aber eine Empfehlung. In einer Mietwohnung können nicht nur durch eigenes Fehlverhalten oder technische Gebrechen in der eigenen Wohnung Schäden entstehen. Eine defekte Wasch- oder Spülmaschine in der Wohnung einen Stock höher, kann schnell unschöne Auswirkungen auf die eigene Wohnung haben. Wenn’s plötzlich von der Decke tropft, ist der Abschluss einer Haushaltsversicherung aber meist schon zu spät.

Eine Haushaltsversicherung gibt’s schon um rund 100 Euro pro Jahr – das sind keine 10 Euro im Monat, die man investieren sollte. Die Bezahlung von Versicherungen erfolgt häufig mittels einmaliger Zahlung für das gesamte Jahr. Am besten bei deiner Versicherung nachfragen bzw wenn du noch keine Versicherungen hast, einfach ein paar Angebote einholen und vergleichen.

Mobilität

Auch wenn man als Waldviertler gerne an der frischen Luft unterwegs ist – nicht immer hat man Zeit (und Lust) seine Wege zu Fuß oder am Fahrrad zurückzulegen. Daher solltest du Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel einplanen. Hast du auch dein Auto in der Stadt fallen zusätzliche Kosten an.

Öffentliche Verkehrsmittel

Eine Jahreskarte für die Öffis rentiert sich vor allem in Wien auf jeden Fall. Für nur einen Euro pro Tag (und somit 365 Euro pro Jahr) kannst du bequem mit Bus, Bim, U-Bahn und Schnellbahn von A nach B fahren und musst dank Jahreskarte nicht mehr daran denken ein Ticket zu kaufen.

Für Studierende gibt es Semestertickets und Ferien-Monatskarten.

Auto

Wer sein Auto nach Wien mitbringt muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Das beginnt bereits bei der Autobahnvignette, die für die Fahrt vom Waldviertel in die Bundeshauptstadt benötigt wird. Wer rechtzeitig daran denkt, kann die Vignette beim nächsten Brief ans Christkind an erster Stelle vermerken. Alle anderen müssen dafür einmal im Jahr das eigene Geldbörsl belasten.

Auch das kostenlose Parken in Wien wird immer schwieriger. Parkpickerl und Kurzparkzonen wohin das Auge reicht. Wenn du deinen Hauptwohnsitz weiterhin im Waldviertel hast und dir daher kein Parkpickerl genehmigt wird, solltest du dich um einen Parkplatz kümmern. Vielleicht hast du Glück und kannst gegen Aufpreis zur Wohnung einen Stellplatz mieten. Ist das nicht der Fall, erkundige dich einfach mal in der Nachbarschaft, ob es freie Parkplätze gibt und diese auch an Nachbarn vermietet werden. Alternativ musst du dein Auto weiter weg parken – für den Weg zur Wohnung hast du ja deine Öffi-Jahreskarte.

Hast du dir extra für den Umzug nach Wien und die regelmäßigen Fahrten nach Hause ins Waldviertel ein Auto gekauft, musst du zusätzlich die Kosten für die Versicherung berücksichtigen, die bisher nicht angefallen sind. Dieser Kostenpunkt darf nicht außer Acht gelassen werden – die jährliche Versicherung beträgt auch bei einem kleinen Auto schnell einmal 600 Euro. Am besten das ganze Jahr über monatlich einen kleinen Betrag beiseite legen, dann bist du auf die Zahlung der Versicherung bestens vorbereitet.

Kommunikation und Entertainment

Wahrscheinlich sind dir diese Themenbereiche nicht fremd – Eltern sind mittlerweile oft auf das Wissen ihrer Kinder angewiesen, wenn’s darum geht den richtigen Internet- oder Telefontarif zu wählen. Vielleicht haben deine Eltern als Dankeschön für deinen regelmäßigen technischen Support bisher auch deine Handyrechnung übernommen. Irgendwann wird das aber ein Ende haben – oft beim Auszug aus dem Elternhaus. Ausgaben für dein Handy und möglicherweise zusätzliche Ausgaben für Festnetzinternet müssen unbedingt auf deine Fixkosten-Liste.

Und auch auf die Kosten für das abendliche TV-Programm darf nicht vergessen werden. Wer keinen TV besitzt und seine Filme online streamt, wird für die Nutzung des Online-Dienstes monatliche Ausgaben haben. Wer klassisch vorm Fernseher den Abend verbringt, für den fällt die GIS an. Aktuell belaufen sich die monatlichen Kosten in Wien auf rund 26 Euro.

Lebensmittel – variable Fixkosten

Lebensmittel sind keine Fixkosten im klassischen Sinne. Es kann sein, dass du in einer Woche 70 Euro dafür ausgibst, in der nächsten nur 50 Euro. Aber es sind insofern Fixkosten, da Ausgaben für Lebensmittel – egal in welchem Umfang – an der Tagesordnung stehen. Egal ob du schick Essen gehst, selbst kochst oder dir am Heimweg einen Kebab holst.

Lebensmittel sind jener Teil der Fixkosten, den du am besten beeinflussen kannst. Muss es wirklich jeden Tag ein Coffee-to-go um 5 Euro sein? Ein Kaffee von zuhause, den du in einem Becher mitnimmst, ist mindestens genau so gut. Und das tägliche Essen vom Lieferdienst macht sich auch schnell am Kontostand bemerkbar. Wie wär’s mit selber kochen? Mittlerweile bekommst du hochwertige Lebensmittel kostengünstig beim Discounter. Wer soll die Großpackung Paprika und Tomaten essen fragst du dich? Natürlich du! Mit den Resten lassen sich hervorragende neue Gerichte zaubern, die auch problemlos im Tiefkühlfach verstaut und erst in einigen Wochen verspeist werden können.

Lebensmittel

pixabay.com// Große Mengen sind oft günstiger – einfach verarbeiten und als fertiges Gericht für später einfrieren

Sonstige Ausgaben

Neben den angeführten Kosten werden noch weitere Ausgaben auf dich zukommen. Das betrifft sowohl Ausgaben, die du bisher auch schon hattest, die in Wien jedoch höher ausfallen werden sowie eventuell zusätzliche, neue Kostenpunkte. Neu hinzukommen könnten zum Beispiel Kosten für deine Hobbies. Vielleicht möchtest du das vielfältige Angebot in der Stadt nutzen und in Wien ein Fitnessstudio besuchen? Bei den meisten wirst du dafür einen Vertrag abschließen und monatlich den Mitgliedsbeitrag überweisen. Oder willst du nach deinem Umzug regelmäßig ins Museum gehen? Dann solltest du Geld für eine Jahreskarte einplanen.

Mittwochs trifft sich die halbe Ortschaft zum Schnapsen im Wirtshaus? Auch wenn das mit dem Schnapsen in Wien vielleicht schwierig wird, das kühle Zwettler kannst du mittwochs weiterhin genießen. Nur halt etwas teurer. 4 Euro und mehr sind für ein Krügerl in einem Wiener Wirtshaus normal. Und beim Weggehen Samstagabend wirst du feststellen, dass Bier im Vergleich zu anderen Getränken sogar verhältnismäßig günstig ist.

Plane für all deine Freizeitaktivitäten am besten vorab etwas mehr Geld ein, damit du bis zum Monatsende gut durchkommst und nicht die Sofaritzen nach Münzen absuchen musst, um dir das Essen für die nächsten Tage leisten zu können.

Den Überblick behalten

Um am Monatsende noch Geld für einen spontanen Partybesuch übrig zu haben, musst du mit deinen finanziellen Mitteln verantwortungsbewusst umgehen. Vor allem zu Beginn empfiehlt es sich, alle Ausgaben zu dokumentieren. So kannst du relativ schnell feststellen, wie hoch deine monatlichen Ausgaben sind und was du in Monaten, in denen du merkbar weniger Geld ausgegeben hast, anders gemacht hast.

Über die ungefähre Höhe der Fixkosten solltest du dir aber bereits vor deinem Umzug nach Wien bewusst sein und schon bei der Wohnungssuche überlegen, was du dir leisten kannst/willst. Ist der Mietvertrag unterschrieben, kannst du diese Kosten für einige Jahre nicht mehr beeinflussen. Bei Unklarheiten lieber einmal öfter nachfragen – dein Geldbörsl wird’s dir danken.

 
 

veröffentlicht von Kerstin

17. Mai 2018

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