Parkpickerl & Co.: Stressfrei Parken in Wien

WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von Carina

2. Juni 2016

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In Wien einen Parkplatz zu finden, kann zum Abenteuer werden. Wir erklären dir alles zum Thema Parkpickerl, Kurzparkzone und gratis Parken.

Mit dem Auto kommst du zwar schnell nach Wien, die anschließende Parkplatzsuche ist aber meist ziemlich „unguad“. In den meisten Wiener Bezirken sind Kurzparkzonen eingerichtet, wo du nur mit dem berühmt-berüchtigten Parkpickerl länger stehen bleiben darfst. Bevor du losfährst, solltest du dir also anschauen, wo du am besten dein Auto parkst.

Wo gibt es das Parkpickerl und wo nicht?

In den Bezirken 1 bis 11, 12, 14 bis 18 und 20 gibt es Kurzparkzonen. Wie der Name schon verrät, darfst du hier nur kurz stehen bleiben, wenn du kein Parkpickerl hast. Der 11. Bezirk Simmering wird ab 5. November 2018 auch zur Kurzparkzone, das Parkpickerl kannst du schon seit September beantragen. Die meisten Bezirke haben flächendeckende Kurzparkzonen eingeführt, einige Außenbezirke aber nicht. In einigen Zonen abseits der Wohngebiete kann man dort auch ohne Parkpickerl stehen bleiben. Einen Überblick über die genauen Grenzen der einzelnen Kurzparkzonen findest du auf der Seite des Magistrats der Stadt Wien. Dort kannst du dich auch über sogenannte Überlappungszonen informieren. Vereinzelt kannst du mit dem Parkpickerl für deinen Bezirk nämlich in einigen Teilen des Nachbarbezirks ebenfalls parken.

Achtung: Auch wenn du ein Parkpickerl besitzt, gibt es einige Straßen im Bezirk, in denen du nur kurz stehen bleiben darfst. Das sind Geschäftsstraßen, die ansonsten viel zu überfüllt wären. Mit Parkpickerl und richtig eingelegter und eingestellter Parkuhr darfst du aber immerhin 1,5 Stunden parken.

Die Bezirke 13, 19 und 21 bis 23 sind keine Kurzparkzonen – zumindest noch nicht. Der 19. Bezirk Döbling wird nämlich der nächste sein, der das hellblaue Pickerl einführt, wann genau, steht momentan aber noch nicht fest. Fest steht jedenfalls, dass es künftig nur mehr vier Bezirke geben wird, in denen die Kurzparkzone nicht gilt. Im 13., 21., 22., und 23. Bezirk kannst du also vorerst definitiv noch gratis parken. Und zwar so lange, wie du willst. Du solltest aber bedenken, dass es viele Menschen gibt, die davon profitieren möchten. Somit kann die Parkplatzsuche in diesen Bezirken schon mal etwas länger dauern. Wenn sich die Parksituation dadurch weiter verschärft, kann es gut sein, dass künftig ebenfalls das Parkpickerl eingeführt wird. 

Wie komme ich zum Parkpickerl?

Wenn dir das ZT, GD, WT, HO oder KR auf deinem Autokennzeichen wichtig ist, kannst du das Parkpickerl vermutlich vergessen. Es wird nämlich nur ausgestellt, wenn dein Hauptwohnsitz in einem Wiener Bezirk mit Kurzparkzone liegt und dein Fahrzeug auf dich und diese Adresse zugelassen ist. Den Antrag für das Parkpickerl kannst du hier online stellen. Du kannst es auch für Fahrzeuge mit Leasingvertrag oder Wechselkennzeichen beantragen, auch für Dienstfahrzeuge bekommt man eines.

Bei den Kurzparkzonen gibt es eine Unterteilung in zwei Bereiche. Das sind im Groben die „Innenbezirke“ (1. bis 9. und 20. Bezirk) und die „Außenbezirke“ (10. – 12. und 14. bis 18. Bezirk). Das Gebiet um die Wiener Stadthalle im 15. Bezirk stellt bei der Parksituation eine Ausnahme dar. In den Innenbezirken kostet das Pickerl 120 Euro im Jahr, die Außenbezirke sind mit 90 Euro pro Jahr etwas billiger. Im Bereich um die Stadthalle kostet es ebenfalls 120 Euro. Zusätzlich dazu musst du bei der Antragsstellung Bundes- und Verwaltungsabgaben zahlen. Wie viel das insgesamt ausmacht, hängt von der Anzahl der Beilagen ab und davon, ob du den Antrag online oder persönlich beim Magistrat stellst. Je nachdem belaufen sich die Gebühren auf 41,90 bis 71,80 Euro.

Parkpickerl Wien auf Windschutzscheibe

Das hellblau-weiße Parkpickerl berechtigt dich zum Parken in der Kurzparkzone in deinem Wohnbezirk.

Aber aufgepasst: auch wenn du schlussendlich ein Parkpickerl besitzt, heißt das nicht, dass du einen fixen Parkplatz vor deiner Haustüre hast. In manchen Gegenden kann es passieren, dass du nur einige hundert Meter weit weg von deiner Wohnung einen Parkplatz findest.

Was muss ich tun, wenn ich nur kurz parken möchte?

Wer in einem Bezirk mit Kurzparkzone stehen bleiben möchte und kein Parkpickerl hat, braucht Parkscheine. Diese gibt es für folgende Parkdauer und Preise:

  • Parkdauer 15 Minuten: Gratis
  • Parkdauer 30 Minuten: 1,05 Euro
  • Parkdauer 60 Minuten: 2,10 Euro
  • Parkdauer 90 Minuten: 3,15 Euro
  • Parkdauer 120 Minuten: 4,20 Euro

Kaufen kannst du sie in Trafiken, Tankstellen, Postfilialen, bei Vorverkaufsstellen der Wiener Linien und Fahrscheinautomaten in allen U-Bahnstationen, bei Zigarettenautomaten, beim ÖAMTC und ARBÖ und bei allen Stadtkassen. Eine Karte mit allen Verkaufsstellen findest du hier.

Alternativ zu Papier-Parkscheinen kannst du auch „Handyparken“ nutzen, um Parkscheine zu lösen. Nach einer kurzen Online-Registrierung, bei der du nur Handynummer und Kennzeichen brauchst, kann es schon losgehen.

Zuerst musst du via paybox oder Kreditkarte ein Guthaben aufladen, danach kannst du bequem per SMS oder per Handy-Parken App Parkscheine bezahlen. Sehr praktisch ist auch die Erinnerungsfunktion, die dich 15 Minuten vor Ablauf der bezahlten Parkdauer fragt, ob du einen weiteren Parkschein lösen möchtest. Bestimmt die bequemste Möglichkeit, keinen Strafzettel zu kassieren :-).

Die Zeiten, in denen die Kurzparkzone gilt, sind relativ lang. In den Innenbezirken gilt sie von Montag bis Freitag von neun bis 22 Uhr, in den Außenbezirken gilt sie ebenfalls von Montag bis Freitag aber nur von neun bis 19 Uhr. Eine Ausnahme bildet wieder die Zone um die Stadthalle. Hier gilt die Kurzparkzone montags bis freitags von neun bis 22 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 18 bis 22 Uhr. Auch wenn du am Abend nur für ein Konzert oder zum Fortgehen in die Hauptstadt fährst, musst du also aufpassen, wo du stehen bleibst.

Auch die maximale Dauer, für die du stehen bleiben darfst, ist unterschiedlich. Die Innenbezirke erlauben zwei Stunden kurzparken, in den Außenbezirken darfst du drei Stunden stehen bleiben. Die Zone um die Stadthalle ist wieder anders geregelt, hier darfst du maximal zwei Stunden parken.

Gratis Parken

Wenn du deinen Hauptwohnsitz nicht nach Wien verlegen willst und länger als drei Stunden parken möchtest, sind die Bezirke ohne Kurzparkzone besonders attraktiv für dich. Hier kannst du prinzipiell solange stehen bleiben, wie du möchtest, ohne etwas zahlen zu müssen. Einige wenige Straßen in diesen Bezirken sind jedoch auch Kurzparkzonen, solche werden aber mit Schildern gekennzeichnet. Für diese brauchst du dann ebenfalls Parkscheine.

Kurzparkzonen gibt es (leider) auch in Bezirken, in denen man sonst ohne Parkpickerl stehen bleiben kann.

Kurzparkzonen gibt es (leider) auch in Bezirken, in denen man sonst ohne Parkpickerl stehen bleiben kann.

Für uns Waldviertler eignen sich besonders die Bezirke 13 und 19 zum Parken, da man so nicht lange durch die Stadt fahren muss, wenn man über St. Pölten beziehungsweise Stockerau kommt. Einfach Auto abstellen und öffentlich in die Innenstadt zu deiner Wohnung düsen. Ein heißer Tipp sind Gegenden, in denen vorwiegend Bürogebäude stehen. Wenn du hier am Abend auf Parkplatzsuche gehst, wirst du viel schneller fündig als in Wohngegenden. Empfehlenswert sind die Muthgasse oder die Nußdorfer Lände im 19. Bezirk. Nur wenige Meter von der U-Bahn-Station Heiligenstadt entfernt kannst du gleich mit der U4 oder dem Bus weiterfahren.

Park + Ride Anlagen als Alternative

Wien hat auch ein sehr gutes Angebot an Park + Ride Garagen. Zugegeben, aufs Jahr gerechnet sind sie um einiges teurer als das Parkpickerl, aber wenn du in verschiedenen Bezirken parken möchtest oder nur hin und wieder mit dem Auto nach Wien fährst, sind sie ziemlich praktisch.
Die Tarife sind in allen Garagen gleich:

  • 1 Tag € 3,40
  • 1 Woche € 17,10 (ermäßigt € 14,00)
  • 1 Monat € 63,60 (ermäßigt € 52,30)
  • 1 Jahr € 636,00 (ermäßigt € 523,20)

Zum ermäßigten Tarif darfst du parken, wenn du eine gültige Wochen-, Monats- oder Jahreskarte der Wiener Linien oder des Verkehrsbund Ost-Region besitzt. Das Semesterticket für Studenten oder das TOP-Jugendticket für Schüler und Lehrlinge bringen dir leider keine Ermäßigung.
Park + Ride Anlagen gibt es in Wien bei der U3 Erdberg, U4 Hütteldorf, U3 Ottakring, U1 Leopoldau, U6 Siebenhirten, U4/U6 Spittelau, U1 Aderklaaer Straße, U2 Donaustadtbrücke, U6 Perfektastraße und bei der S-Bahn Station Liesing. Für Waldviertler-Wien Pendler sind die Garagen Ottakring und Spittelau besonders praktisch, da sie gut an die Autobahnverbindungen angeschlossen sind. Möchtest du noch genaueres über die Anlagen wissen – wie etwa die Adresse fürs Navi – dann schau einfach hier nach.

Du hast endlich einen Parkplatz gefunden aber leider keine Ahnung, ob du stehen bleiben darfst? Ein Blick auf die Windschutzscheiben der Autos zu deiner Linken und Rechten können dir hier weiterhelfen – siehst du das blau-weiß gestreifte Parkpickerl oder Parkscheine, solltest du lieber gleich in die nächste Trafik oder zum Magistrat weiterfahren. Oder woanders parken.

 
 

veröffentlicht von Thomers

2. Juni 2016

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