Von Wien ins Waldviertel - wie du umweltbewusst an dein Ziel kommst

WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von Kerstin

26. April 2018

WOHNEN & VERKEHR

Wer oft von Wien ins Waldviertel pendelt, der sollte sich irgendwann Gedanken über seine Art der Fortbewegung machen. Wir zeigen euch einfache und umweltbewusste Möglichkeiten für eure Reise in die Heimat.

Das Wochenende steht vor der Tür und wieder einmal stellt sich die Frage, wie man schnell und günstig ins Waldviertel kommt. Vielfahrer, die jede zweite Woche oder sogar wöchentlich in die Heimat fahren, hinterfragen früher oder später ihre Art der Fortbewegung. Geht es günstiger? Schneller? Umweltschonender?

Ja, der alte Polo von Mama ist bequem, da man unabhängig ist. Die laufenden Kosten für Sprit und Parkplatz sind aber nicht ohne. Hinzu kommen in unregelmäßigen Abständen Werkstattkosten – je älter das Fahrzeug, umso teurer offenbar auch die Besuche in der Werkstatt. Die dunkle Wolke, die der Polo hinter sich herzieht, kann für die Umwelt aber auch nicht gesund sein. Und überhaupt: die Fahrzeit könnte man eigentlich auch sinnvoller nutzen.

Welche Alternativen zum eigenen Auto gibt es? Und falls man doch nicht ohne Auto auskommt – gibt es eine umweltschonende Möglichkeit, um nach Hause zu kommen?

Eine Zugfahrt, die ist lustig

Okay – bleiben wir realistisch. Tratschende Plaudertaschen, schnarchende Sitznachbarn und offenbar grundlose Verspätungen. Jeder, der öfter mit dem Zug unterwegs ist, kennt diese Situationen. Aber wie viele Zugfahrten hast du schon hinter dich gebracht, die ohne Plaudertaschen, Schnarchnasen und Verspätungen verlaufen sind? Genau – tatsächlich läuft der Großteil ohne negative Zwischenfälle ab.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man freitags mit dem Zug von Wien ins Waldviertel fahren möchte und sonntags wieder retour? Und welche Kosten fallen an?

Wien – Waldviertel – Wien

Nicht in alle Teile des Waldviertels kommt man mit dem Zug. Die Zwettler kennen dieses Problem. Und auch alle aus Waidhofen/Thaya wissen, dass sie nur mit dem Zug allein nicht bis nach Wien kommen. Horn, Gmünd und Krems hingegen sind mit dem Zug zu erreichen, auch wenn es für Horn durchaus bessere Möglichkeiten gibt.

In einem früheren Artikel wurde euch das Thema schon einmal näher gebracht, Bahnhöfe angeführt, von denen aus Züge Richtung Waldviertel fahren und Informationen zu den Verbindungen gesammelt.

Wien-Zwettl

Eine direkte Zugverbindung von Wien nach Zwettl gibt es nicht. Wenn du zeitlich etwas flexibel bist, gibt es aber von vielen Bahnhöfen eine Möglichkeit, mit nur einmal umsteigen (jeweils in einen Autobus) Freitag Nachmittag die Heimreise nach Zwettl anzutreten.

  • Wien Franz-Josefs-Bahnhof (9. Bezirk): 1x umsteigen (in Schwarzenau); Fahrzeit 2:43 Stunden
  • Wien Heiligenstadt (19. Bezirk): 1x umsteigen (in Schwarzenau); Fahrzeit 2:36 Stunden
  • Wien Spittelau (19. Bezirk): 1x umstiegen (in Krems); Fahrzeit 2:01 Stunden
  • Wien Westbahnhof (15. Bezirk): 1x umsteigen (in St. Pölten); Fahrzeit 2:03 Stunden

Die Rückreise Sonntag Nachmittag nach Wien ist ebenfalls über diese Bahnhöfe – mit Ausnahme des Westbahnhofes – mit jeweils einmal umstiegen möglich. Einfach vorab nachsehen, um welche Uhrzeit die beste/einfachste Rückreise möglich ist.

Franz-Josefs-Bahnhof

Vom Franz-Josefs-Bahnhof fahren regelmäßig Züge Richtung Waldviertel

Wien – Gmünd

Gmünd ist über eine direkte Zugverbindung (Fahrzeit etwas mehr als zwei Stunden) erreichbar. Du kannst vom Franz-Josefs-Bahnhof, von Spittelau oder Heiligenstadt wegfahren. Freitag Nachmittag verkehren die Züge sehr regelmäßig – ideal für die Heimreise. Sonntag Nachmittag fährt alle zwei Stunden ein Zug zurück nach Wien.

Wien – Waidhofen/Thaya

Richtung Waidhofen/Thaya kommt man Freitag Nachmittag ebenfalls mit Zügen vom Franz-Josefs-Bahnhof, von Spittelau oder Heiligenstadt. Aber wie bereits erwähnt: diese fahren nicht direkt bis nach Waidhofen. In Göpfritz an der Wild oder Schwarzenau musst du in einen Bus umsteigen und damit die restliche Strecke zurücklegen. Wenn möglich mit einem Zug fahren, der in Göpfritz hält. Auf dieser Route bist du in unter zwei Stunden daheim.

Für die Rückreise ist ebenfalls der Bus notwendig – hier ist Sonntag Nachmittag nur eine Rückreise über Schwarzenau möglich. Nach knapp 2,5 Stunden bist du in Wien angekommen.

Wien – Horn

In die Züge Richtung Horn, die Freitag Nachmittag sehr regelmäßig verkehren, kannst du an den selben Bahnhöfen zusteigen wie bei der Fahrt nach Waidhofen oder Gmünd. Um nach Horn zu gelangen, musst du entweder in Sigmundsherberg oder Hadersdorf/Kamp in einen anderen Zug umsteigen.

Die Rückreise Sonntag Nachmittag erfolgt ebenfalls mit Umstieg an einem der beiden Bahnhöfe. Die Fahrzeit beträgt in beide Richtungen – also nach Horn und nach Wien – rund 1,5 Stunden.

Wien – Krems

Wer in Krems wohnt und regelmäßig von/nach Wien pendelt, der kann mit der öffentlichen Anbindung durchaus zufrieden sein. Hin und retour gibt es direkte Zugverbindungen von/zu den drei oben genannten Bahnhöfen. Die Fahrzeit beträgt nur etwas über eine Stunde.

bahnsteig

Nach Krems gibt es direkte Zugverbindungen von drei Bahnhöfen

Kosten

Das Pendeln mit dem Zug ist kein Schnäppchen. Eine Fahrt vom Franz-Josefs-Bahnhof nach Zwettl kostet zum Beispiel ohne Ermäßigung 25 Euro. Mit der Vorteilscard, die separat gekauft werden muss und ein Jahr gültig ist, kann der Preis geringfügig reduziert werden. Die Tickets können dafür bequem online oder über die App (für iOS und Android) gekauft werden. Hin und retour beläuft sich das also auf 50 Euro für ein Wochenende. Für Vielfahrer eine Menge Geld.

Spartipp für Vielfahrer und Studenten: Monatskarte

Der VOR bietet eine Monatskarte (inkl Regionalverkehr in Wien), bei der du im Schnitt ab der achten Fahrt Geld sparst. Der große Vorteil: die Monatskarte ist übertragbar! Vor der Fahrt ins Waldviertel einfach im Freundeskreis fragen, ob jemand das Wochenende in Wien verbringt und seine Monatskarte verborgen könnte. Wichtig: die Monatskarte gilt nur für die festgelegte Strecke.

Studenten aufgepasst: für euch bietet der VOR reduzierte Monatskarten. Voraussetzung dafür ist eine gültige Vorteilscard und ein Studentenausweis. Und auch bei der Vorteilscard könnt ihr sparen. Einfach bei der Sparkasse ein Studentenkonto eröffnen – die Vorteilscard gibt’s für ein Jahr kostenlos dazu.

Warum du trotzdem mit dem Zug fahren solltest

Auch wenn du bei minus 7 Grad und 20 minütiger Zugverspätung deine Entscheidung, mit dem Zug nach Hause zu pendeln, kurz in Frage stellst: es gibt viele Gründe, mit dem Zug zu reisen.

  • Du hast endlich Zeit, um fehlenden Schlaf nachzuholen (als Autofahrer hat man diesen Luxus nicht)
  • Nutze die Zeit zum Lernen (somit hast du am Wochenende mehr Freizeit!)
  • Du tust der Umwelt etwas Gutes, wenn das Auto stehen bleibt
  • Endlich Gelegenheit, um dein neues Buch zu lesen
  • Zeit für gute Musik ganz nach deinem Geschmack (und kein Beifahrer, der deinen Musikgeschmack in Frage stellen kann)
  • Du bist auf der Suche nach deinem nächsten Urlaubsziel? Nutze die Zeit zum Recherchieren!
  • Der Geburtstag von Mama steht bevor und du hast noch kein Geschenk? Du hast jetzt zwei Stunden Zeit einen Gutschein zu basteln!
  • Du häkelst oder strickst gerne? Nadel und Wolle einpacken und los geht’s!
  • Zeit, um gedankenverloren aus dem Fenster zu schauen und das Leben zu genießen
  • Die letzten drei Folgen deiner Lieblingsserie versäumt? Egal ob am Smartphone, Tablet oder Laptop – jetzt ist die passende Gelegenheit, um die fehlenden Folgen anzusehen!
stricken

Quelle: pixabay.com// Endlich Zeit zum Stricken – wie du die Zugfahrt für deine Hobbies nutzen kannst

Mit dem Bus in die Heimat

Mit dem Bus kommst du direkt von Wien ins Waldviertel – in manche Gegenden sogar einfacher als mit dem Zug. Um nach Zwettl und wieder zurück zu gelangen, gibt es eine Zustiegs-/Ausstiegsstelle in Wien-Floridsdorf.

Nach Horn und Waidhofen/Thaya ist die Verbindung mit dem Bus sogar besser als mit dem Zug. Vom Praterstern kommst du ohne Umsteigen direkt bis nach Hause und auch wieder retour.

Sowohl für die Heimreise Freitag Nachmittag wie auch für die Rückreise Sonntag Nachmittag gibt es passende Verbindungen – einfach im VOR-Routenplaner nachsehen. Es gelten dieselben Tarife wie beim Zug.

So kannst du dein Auto stehen lassen, die Busfahrt zum Entspannen nutzen und erholt im Waldviertel ankommen.

Mit dem Auto ins Waldviertel – auf die Umwelt achten

Manche können/möchten nicht auf Zug oder Bus umsteigen und reisen mit dem Auto ins Waldviertel. Laptop, Rucksack, Schmutzwäsche & Co einfach im Kofferraum verstauen und los geht’s. Die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen: flexibel, schnell(er) und keine Schnarchnasen (außer man nimmt freiwillig welche mit).

Glücklicherweise leben mittlerweile viele junge Menschen sehr umweltbewusst. Gerade als Waldviertler weiß man die grünen Wiesen und Wälder, die frische Luft und die Schönheit der Natur zu schätzen. Um all das auch in Zukunft weiterhin unbeschwert genießen zu können, kann man die regelmäßigen Autofahrten umweltfreundlicher gestalten.

Fahrgemeinschaften bilden

Du hast einen Platz frei oder möchtest gerne bei wem mitfahren? Dieser Artikel verrät dir, wie du schnell und unkompliziert Mitfahrgelegenheiten anbieten bzw finden kannst.

Zukunft Elektroauto

Wer auf die Fahrt mit dem eigenen Auto nicht verzichten kann oder will, für den stehen mittlerweile umweltfreundliche Alternative zur Verfügung: Elektroautos. Viele Autohersteller haben bereits abgasfreie Modelle im Sortiment, die auch eine vernünftige elektrische Reichweite haben. Die 140 km von Wien nach Gmünd gehen sich bei zahlreichen Modellen locker aus ohne zwischendurch laden zu müssen.

Elektroautos können bequem zu Hause oder an öffentlich zugänglichen Stromtankstellen aufgeladen werden. Nicht nur Wien ist mit Stromtankstellen gut ausgestattet. Auch im Waldviertel bist du ausreichend mit Stromtankstellen versorgt. Hier findest du eine Stromtankstelle ganz in deiner Nähe und mit einem Klick auf die jeweilige Tankstelle auch umfassende Informationen zu den verfügbaren Stellplätzen und Stecker-Typen.

 
 
 

Aber nicht jeder hat das Geld, sich sofort ein Elektroauto zu kaufen. Wem es nicht zu aufwändig ist, der kann über Plattformen für private Autovermietungen sein Glück versuchen – vielleicht findet sich auf Carsharing 24/7 oder Drivey ein Elektroauto, das übers Wochenende gemietet werden kann.

Autoleasing – vielleicht auch etwas für dich?

Wer bereit ist etwas langfristiger zu planen, für den ist Leasing vielleicht eine passende Alternative. Leasing ist vergleichbar mit einer Miete. Beim Kfz-Leasing zahlst für eine festgelegte Nutzungsdauer einen monatlichen Beitrag, der individuell an dich angepasst wird und nutzt das Auto, ohne dass du es kaufen musst. Die Sparkasse hat auf sLeasing alle wichtigen Informationen zum Thema Leasing aufbereitet. Darunter natürlich auch Informationen zum Kfz-Leasing. Besonders spannend der Leasingrechner, mit dem du dir für dein Wunschmodell die monatliche Leasingrate berechnen lassen kannst.

Am besten du vereinbarst ein Beratungsgespräch in deiner Sparkassen-Filiale. Bestimmt findet sich für deine finanziellen Möglichkeiten ein passendes Modell. Für Studierende gibt es spezielle Autoleasing-Angebote, die in Zukunft sicher auch Elektroautos beinhalten werden.

Elektroauto

Quelle: pixabay.com// Auch das Waldviertel ist mit Stromtankstellen ausreichend versorgt

Für eine grüne Zukunft

Egal ob mit dem Zug, in der Fahrgemeinschaft oder mit dem eigenen Elektroauto – die Möglichkeiten, am Wochenende nach Hause zu fahren, sind vielfältig. Wer jedes Wochenende von Wien ins Waldviertel reist, investiert im Laufe der Jahre viel Zeit und Geld. Es lohnt sich also auf jeden Fall, mal darüber nachzudenken, wie du auf Dauer kostengünstig und umweltbewusst in die Heimat kommst.

 
 

veröffentlicht von Kerstin

26. April 2018

WOHNEN & VERKEHR
Der Umzug nach Wien bedeutet nicht nur, dass man plötzlich für sich selbst verantwortlich ist. Er bringt auch (ungeahnte) Fixkosten mit sich, denen man sich bewusst sein sollte, um beim Blick auf den Kontostand keine bösen Überraschungen zu erleben.