Sightseeing mit der Straßenbahn - die 2er-Bim und ihre Highlights

Unterwegs auf Wiens längster Straßenbahnlinie
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veröffentlicht von Kerstin

27. März 2018

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Wer von Wien etwas sehen möchte, der durchquert die Stadt am besten mit der Straßenbahn. Die Linie 2 bringt dich in 50 Minuten von Brigittenau bis nach Hernals – Sightseeing inklusive.

Wer schnell von A nach B kommen möchte, nutzt in Wien die U-Bahn oder die Schnellbahn. Der Vorteil: auf der Bahnstrecke sind Staus eher selten und selbst eine Fahrt durch halb Wien ist im Nu erledigt. Der Nachteil: in der U-Bahn sind nur dunkle U-Bahn-Tunnel zu bestaunen.

Wer bei der Fahrt durch Wien etwas sehen möchte, der steigt besser auf die Straßenbahn um. Während man an sein Ziel gebracht wird, kann man die Aussicht auf Wien genießen. In welcher Straßenbahn das am besten geht? Mein Tipp: in der längsten Straßenbahnlinie Wiens. Egal ob du schon länger in Wien wohnst oder gerade erst aus dem Waldviertel in die Stadt gezogen bist – eine Fahrt mit der 2er-Bim ist für alle ein Muss.

Fakten rund um die 2er-Linie

Die Straßenbahnlinie 2 ist mit rund 15,8km die längste Straßenbahnlinie Wiens. In einer Fahrzeit von ca. 50 Minuten gelangt man vom 20. Wiener Gemeindebezirk in den 17. Bezirk, hält an 33 Stationen und durchquert insgesamt sechs Bezirke – inklusive Fahrt über den Ring. Die 2er-Bim eignet sich also auch, wenn man der Waldviertler Verwandtschaft beim Besuch in Wien ein paar Sehenswürdigkeiten zeigen möchte.

An acht Stationen ist der Umstieg zu insgesamt allen fünf U-Bahn-Linien möglich, an zwei Stationen kann zur Schnellbahn umgestiegen werden und dazwischen natürlich zu diversen Autobus- und Straßenbahnlinien.

Zwettler Zwickl

Kultur, Natur und ein kühles Zwettler

Die Strecke entlang der 2er-Linie hat ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Meine Fahrt habe ich im 20. Bezirk gestartet, im 17. Bezirk beendet und dazwischen gab’s viel zu erleben. Die Strecken-Highlights im Überblick:

Höchstädtplatz (20. Bezirk)

Nicht zu übersehen, da dementsprechend groß und architektonisch ansprechend: die FH Technikum Wien. In 13 Bachelor- und 18 Masterstudiengängen werden rund 4.000 Studierende in Vollzeit oder berufsbegleitend in Schwerpunkten wie Secure Services oder Automation & Robotics ausgebildet. Kleiner Hinweis für neu zugezogene Waldviertler, die Angst haben, dass sie am ersten Studientag die FH nicht finden: einfach in die 2er-Bim Richtung Friedrich-Engels-Platz setzen und warten, bis die Straßenbahn unter einem Gebäude durchfährt – FH gefunden. 🙂

Am Tabor (2. Bezirk)

Unweit der Haltestelle „Am Tabor“ lädt der Augarten auf einer Fläche von rund 52 Hektar zum Verweilen ein. Im Winter eignet sich der Augarten um bei einem Spaziergang Frischluft zu schnappen und die Ruhe zu genießen. Das restliche Jahr kann man es sich auf einer der vielen Parkbänke zwischen grünen Bäumen, blühenden Blumen und zutraulichen Eichhörnchen gemütlich machen. Für geschichtlich Interessierte ein absolutes Highlight: zwei der sechs Wiener Flaktürme, die im zweiten Weltkrieg als Abwehr- und Schutzbauten errichtet wurden, befinden sich im Augarten.

Augarten

Der Augarten lädt auch im Winter zum Spazieren gehen und Ruhe genießen ein

Schwedenplatz (1. Bezirk)

Auch am Schwedenplatz legt die 2er-Linie einen Zwischenstopp ein. Ein kurzer Aufenthalt lohnt sich auf jeden Fall – vor allem wenn man hungrig ist und Lust auf einen Snack hat. Pizza, Nudeln oder Eis – am Schwedenplatz wird jeder fündig. Wer nach dem Essen noch Lust auf einen Spaziergang hat, der quert einfach die Straße und ist innerhalb weniger Augenblicke am Donaukanal. Was es dort alles zu entdecken gibt? Hier erfährst du es.

Julis-Raab-Platz bis Volkstheater (1. Bezirk)

Direkt nach dem Schwedenplatz beginnt die Fahrt über den Ring. An insgesamt sieben Station hast du die Möglichkeit, am Ring einen Zwischenstopp einzulegen und etwas Kultur, Natur und Prunk zu erleben. Zwischen diesen sieben Stationen findest du zahlreiche Sehenswürdigkeiten:

  • MAK – Museum für angewandte Kunst & Design
  • Stadtpark
  • Schwarzenbergplatz
  • Wiener Staatsoper
  • Burggarten
  • Hofburg
  • Heldenplatz
  • Kunst- und Naturhistorisches Museum
  • Volksgarten
  • Parlament

Rathaus (1. Bezirk)

Das Rathaus und der Rathausplatz mit seinen vielen Veranstaltungen sind auch über die Grenzen Wiens hinaus bekannt. Ein Zwischenstopp für ein Foto vom und mit dem Wiener Rathaus ist ein Muss. Und die Wahrscheinlichkeit, dass am Rathausplatz gerade etwas gefeiert, gegessen oder getrunken wird ist ziemlich groß. Von 16. – 18. Mai 2018 findet hier zum Beispiel das Waldviertelpur statt – ein Fest zu Ehren unserer schönen Heimat, das bereits zum 15. Mal in der Hauptstadt veranstaltet wird.

Lederergasse (8. Bezirk)

Es ist so unscheinbar, dass man es leicht übersieht. Aber wer die Augen offen hält entdeckt es doch. Unweit der Haltestelle Lederergasse befindet sich das Theater in der Josefstadt. Karten sind bereits um günstige 7 Euro erhältlich. Eine leistbare Abwechslung zum immer gleichen TV-Programm.

Theater

Unscheinbar zwischen Wohnhäusern und Geschäften: das Theater in der Josefstadt

Brunnengasse (16. Bezirk)

Direkt an der Haltestelle Brunnengasse befindet sich der Brunnenmarkt. Mit seinen rund 160 Marktständen ist er einer der größten ständigen Straßenmärkte Europas. Bereits ab sechs Uhr morgens kann man Montag bis Samstag im Brunnenviertel Lebensmittel und andere Schätze erwerben.

Sandleitengasse (16. Bezirk)

Kurz vor der Endstation und bereits an der Grenze zum 17. Bezirk befindet sich unweit der Haltestelle Sandleitengasse nochmal ein Highlight: der Kongresspark. 1927 wurde der Park auf dem Areal einer ehemaligen Mülldeponie angelegt. Direkt an den Park angeschlossen befindet sich das Kongressbad – eines der zahlreichen Freibäder Wiens.

Dornbach (17. Bezirk)

Nach etwa 50 Minuten endet die Fahrt im 17. Bezirk an der Haltestelle Dornbach. Dornbach war früher eine eigene Gemeinde und ist seit rund 125 Jahren ein Teil von Wien. Wer nach der langen Fahrt eine Stärkung braucht, der ist im Schweiger’s Bierbeisl (Hernalser Hauptstraße 212, 1170 Wien) unweit der Endstation gut aufgehoben. Alle 123 Biersorten, die angeboten werden, schafft man an einem Abend nicht – muss man aber auch nicht. Es gibt ein kühles Zwettler-Bier aus der Heimat, damit ist man als Waldviertler bereits wunschlos glücklich. Platzempfehlung: direkt am Tresen. So ist der Weg zum Zapfhahn kurz und man kann zwischendurch mit dem freundlichen Wirten ein bisschen Schmäh führen.

Zwettler

Ein kühles Zwettler-Bier – der perfekte Abschluss

Wien einmal anders erleben

Wien hat so viel Schönes zu bieten. Und einiges davon findest du entlang der Straßenbahnlinie 2. Schnapp dir deine Freunde und starte mit ihnen die etwas andere Sightseeing-Tour. Mit den Zwischenstopps könnt ihr locker einen ganzen Nachmittag entlang der 2er-Linie verbringen. Das kühle Zwettler in Dornbach ist der perfekte Abschluss für eure ganz besondere Stadt-Tour.

 
 

veröffentlicht von Kerstin

27. März 2018

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