WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von sophie

8. Mai 2016

WOHNEN & VERKEHR

Provision, Kaution, Ablöse – das sind alles Fremdbegriffe für dich? Höchste Zeit dich für deine erste Studentenwohnung zu informieren!

Bald ist es soweit: Nur noch die Matura steht zwischen dir und deiner ersten Studentenwohnung. Am besten soll sie nahe bei der Uni liegen. U-Bahn fahren macht zwar Spaß, aber zu Fuß gehen ist eher dein Ding. Der erste Bezirk wäre also ganz okay. Von der Familienbeihilfe bekommst du circa 200 € im Monat. Sollte doch machbar sein, oder etwa nicht? Moment mal: Der Makler (Wer ist das?) verlangt von dir eine Provision (Was ist das?). Außerdem sollst du eine Kaution von mehreren Monatsmieten (WAS?!) für deine Studentenwohnung hinterlegen.  Wenn dein Kopf jetzt vor Verzweiflung in deinen Händen versinkt, dann schau nochmal kurz auf und lies den Artikel weiter.

Makler, Provision, Ablöse und Kaution sind Begriffe, die du kennen musst, wenn du nach einer Studentenwohnung suchst. In Wien gibt es viele Wohnungsangebote. Wo du diese findest, ist eine andere Frage. Aber auch sie wird dir hier in dem Artikel beantwortet. Eine Studentenwohnung zu finden ist gar nicht so einfach. Bei der Suche hilft es jedoch, wenn du so viel wie möglich weißt, um nicht übers Ohr gehauen zu werden. Wo sind die Mieten am teuersten? Wieviel kostet ein Quadratmeter Wohnfläche? Was muss alles in meinem Mietvertrag drinnen stehen? Das 1 x 1 des Wohnungsfindens gibt dir einen ersten Überblick über das Thema Studentenwohnung in Wien.

Studentenwohnung: Wo finde ich sie?

Die Google-Suche „Studentenwohnung Wien“ ergibt 54.600 (!) Ergebnisse. Plattformen zur Wohnungssuche gibt es also wie Sand am Meer. Ich persönlich habe mit dem schwarzen Brett der ÖH, Bazar und dem Standard gute Erfahrungen gemacht.

schwarzesbrett-oeh.at
Diese Plattform wird von der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft verwaltet. Alle Services von schwarzesbrett-oeh.at sind kostenlos. Sowohl die Suche, als auch das Inserieren einer Studentenwohnung ist gratis.

bazar.at
Bei bazar.at findest du wirklich alles – wie eben bei einem richtigen Bazar. Auch hier sind das Aufgeben einer Anzeige und das Suchen gratis. Du musst dich also nicht registrieren. Einziges Manko: Die Plattform ist voll von Werbung.

derstandard.at
Die Rubrik Immobilien von derstandard.at hat vor allem hochpreisige Wohnungen zu bieten. Deine Studentenwohnung kannst du auch hier kostenlos suchen. Möchtest du etwas inserieren, dann ist eine Anmeldung nötig.

willhaben.at
Bei willhaben.at kannst du kostenlos und übersichtlich strukturiert nach deiner perfekten Studentenwohnung suchen. In der Rubrik Mietwohnungen Wien sind über 7.800 Wohnungs-Angebote eingetragen.

zoomsquare.com
Die Plattform zoomsquare durchsucht Internet-Anzeigen, Maklerseiten und verschiedene Immobilienplattformen nach deinen eingetippten Wunschvorstellungen. Die Suche ist auch hier gratis.

Studentenwohnung: Wieviel kostet sie?

Die Mietpreise für Wiener Wohnungen variieren von Bezirk zu Bezirk.  Die Seite immopreise.at, eine Plattform powered by der Standard, berechnet monatlich einen Preisspiegel für Wiener Mietwohnungen.  Ausgangspunkt der Berechnungen sind die Preise aller Wohnungen, die z.B. im März auf der Immobilien-Seite des Standards inseriert wurden. Laut diesem Preisspiegel sind die Mietpreise im 1., 4., 6., 7., 9., 19. Und 22. Bezirk am Höchsten. Pro Quadratmeter zahlt man im ersten Bezirk durchschnittlich 19 €. Am billigsten wohnt man laut dieser Statistik in Simmering, dem 11. Bezirk. Hier kommt man mit circa. 12 € pro Quadratmeter davon.  In den meisten Wiener Bezirken musst du dich auf durchschnittlich 12 € – 14 € pro Quadratmeter einstellen.
Beispiel: Eine Wohnung mit 60 Quadratmetern kommt im Schnitt auf 720 – 840 Euro Miete. Natürlich gibt es verzeinzelt auch billigere Angebote. Ob du für deine Wohnung zuviel bezahlst, kannst du überprüfen. Bezüglich variable Kosten: Ich zahle für 55 Quadratmeter 76 € für Strom, Wasser und Gas. Für die Berechnung der Betriebskosten brauchst du die Gesamtnutzfläche des Hauses. Frage dafür beim Hauswart nach. Die genaue Berechnung findest du bei der mietervereinigung.at.

Zwettler Zwickl

Studentenwohnung: Wichtige Begriffe

  • Makler: Makler vermitteln Wohnungen an Mieter oder Käufer. Ihr Ziel ist der Vertragsabschluss für die Mietwohnung. Für ihre Dienste verlangen sie eine Provision.
  • Provision: Die Provision ist eine Zahlung des Mieters an den Makler. Wird der Mietvertrag auf bis zu drei Jahre abgeschlossen, dann ist eine Bruttomonatsmiete üblich. Bei einem unbefristeten Mietvertrag kann der Makler maximal zwei Bruttomonatsmieten verlangen. Die Provision ist nur dann an den Makler zu zahlen, wenn ein Mietvertrag zustande kommt.
  • Kaution: Die Kaution wird vom Mieter an den Vermieter gezahlt. Sie dient dem Vermieter als Sicherheitspolster, sollte die Wohnung durch den Mieter beschädigt werden. Mit der Kaution kann die Reparatur etwaiger Schäden nach Auszug des Mieters bezahlt werden. Hinweis: Üblich sind Kautionen in der Höhe von einer bis zu drei Bruttomonatsmieten. Tipp: Der einfachste Weg für eine Kautionsübergabe ist ein Losungswort-Sparbuch.
  • Ablöse: Die Ablöse ist eine einmalige Zahlung durch den Mieter. Beispiel: Du ziehst in eine WG ein. Das Bett ist in deinem Zimmer bereits vorhanden. Deshalb löst du dem Vormieter das Bett durch eine Zahlung ab. Damit gehört das Bett dann dir.
  • befristet: Ein befristeter Mietvertrag hat ein fixes Enddatum. Ist dieses Datum erreicht, endet der Mietvertrag ohne Kündigung. Viele Mietverträge für eine Studentenwohnung sind auf drei oder fünf Jahre befristet. Eine Verlängerung ist prinzipiell möglich. Genaueres muss aber mit dem Vermieter ausgemacht werden.
  • unbefristet: Ein unbefristeter Mietvertrag hat kein fixes Enddatum und kann unter Einhaltung einer gewissen Frist zum Ende jeden Monats gekündigt werden.

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Weitere interessante Begriffe zum Thema Wohnung findest du im Eigentümerlexikon.

Studentenwohnung: Der Mietvertrag

Der Mietvertrag ist meistens eine schriftliche, kann aber auch eine mündliche  Vereinbarung zwischen Mieter und Vermieter sein. Darin sind das Mietobjekt (deine Studentenwohnung) und der Mietzins angeführt. In deiner Studentenwohnung gibt es entweder einen Hauptmieter und alle anderen Mitbewohner sind Untermieter, oder alle Bewohner der Wohnung schließen mit dem Vermieter einen Mietvertrag ab; d.h. alle sind Untermieter. Hinweis: Wenn du den Hauptmietvertrag abschließt und dann die Wohnung an deine Mitbewohner weiter vermietest, dann bist du für alle Forderungen des Vermieters haftbar. Sind alle Mitbewohner Untermieter, dann ist die Haftung aufgeteilt.

Suchst du noch nach Mitbewohnern? Bei uns gibt´s wichtigte Tipps und Erfahrungsberichte von WaldviertlerInnen zu Mitbewohnern.

Grundlegende Bestandteile des Mietvertrags:

  • Vertragsparteien: Wer ist Mieter und wer ist Vermieter?
  • Mietgegenstand: Was wird vermietet?
  • Mietdetails: Wann ist die Miete fällig? Zu welchen Konditionen wird die Wohnung vermietet? Beispiel: Sind Haustiere erlaubt? Darf ich bauliche Veränderungen vornehmen? Merke: Was nicht im Vertrag steht, gilt auch nicht. Mit deiner Unterschrift  akzeptierst du die Vereinbarungen und machst dich haftbar, solltest du dagegen verstoßen.

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Worüber du dir im Klaren sein solltest:

  • Planung ist die halbe Miete. Wenn du sofort eine Wohnung brauchst, hast du erfahrungsgemäß keine Zeit um große Renovierungsarbeiten durchzuführen. Diese kosten dich Zeit und Geld.
  • Achte auf getrennt begehbare WG-Zimmer! Das spart dir unheimlich viele Nerven. Wohngemeinschaften sind super, aber Privatsphäre eben auch.
  • Habt ihr einen Keller oder ein Fahrradraum? Dein Rad jeden Tag in die Wohnung zu schleppen ist weniger witzig.
  • Wo liegt deine Wohnung? Wie lange brauchst du zur Uni? Eine U-Bahn-Anbindung ist wirklich sehr nützlich – gerade wenn du am Wochenende fortgehen magst. Denn die Wiener U-Bahn fährt am Wochenende non-stop. Straßenbahnen und Busse stellen den Betrieb täglich spätestens um 00:30 Uhr ein.

Sonstige Kosten:

  • Um in deiner Wohnung leben zu können, brauchst du Strom, Wasser und – auch wenn du aus dem Waldviertel tiefere Temperaturen gewöhnt bist – eine Heizung. Du musst also Betriebskosten zahlen. Strom, Wasser und Heizung zählen zu den variablen Kosten. Je nachdem wieviel du verbrauchst, zahlst du mehr oder weniger. Kosten für Müllentsorgung, Kanalreinigung, Schädlingsbekämpfung und die Hausreingung  werden pauschal auf alle Hausbewohner aufgeteilt und sind meist bereits in deinem Mietpreis einkalkuliert.
  • Einrichtung ist teuer. Wenn du deinen Mietvertrag unterzeichnest, hast du zwar ein Dach über dem Kopf, aber meist keine Einrichtung. Achte darauf, dass auch Einrichtungsgegenstände sehr teuer sein können. Für das Finden von Einrichtung deiner ersten Studentenwohnung eignet sich die Rubrik Marktplatz auf willhaben.at. Hier werden oftmals Dinge verschenkt oder sehr billig angeboten. In Facebook findest du unter Wien verschenkt oft tolle Angebote. Schnell sein ist nur von Vorteil!
  • Wenn du dein Leben nicht ausschließlich auf dem Campus verbringen möchtest, dann brauchst du  zwangsweise auch einen Internetzugang in deiner Wohnung. Ich habe mich für einen Webcube entschieden. Diesen unkomplizierten WLAN-Router für mobiles Internet gibt´s z.B. bei Drei und A1.
  • Wenn du ein Empfangsbereites Gerät besitzt (Radio, TV), dann musst du GIS zahlen. Die zu zahlenden Rundfunkgebühren betragen knapp 25 Euro im Monat.
  • Wer nicht völlig in Staub und Dreck versinken möchte, schafft sich Reinigungsutensilien an. Staubsauger sind ab 40 Euro erhältlich. Tipp: Mehr Geld für einen g´scheiten Staubsauger ausgeben rentiert sich! Die beutellose Staubsaugervariante um 40 Euro könnt ihr vergessen. True story.
  • Wo wäschst du deine Wäsche? Entweder schafft ihr euch eine Waschmaschine für die Wohnung an, ihr nutzt öffentliche Waschsalons oder im Haus gibt eine Waschmaschine für alle Bewohner (Auch dafür müsst ihr zahlen. Meist einen Euro pro Waschgang.).
  • Als Mieter hast du eine gewisse Instandhaltungs-, Wartungs- und Erneuerungspflicht. Du bist für die Wartung von Geräten, (Gas)leitungen und der Therme verantwortlich. Tipp: Für genauere Infos sieh in deinem Mietvertrag nach.

Gut zu wissen:
Für Altbauwohnungen verlangen Vermieter oft viel zu viel Miete. Wenn dir deine Altbauwohnung überteuert vorkommt, kannst du bei der Miete Runter GmbH eine kostenlose Prüfung starten. Fülle einfach den Fragebogen aus und hole dir dein Geld zurück!

0815 Studierende können sich vermutlich keine Studentenwohnung im ersten Bezirk leisten. Aber keine Sorge. Der erste Bezirk ist nicht das Non-Plus-Ultra. Wo du auch deine erste Studentenwohnung findest, wichtig ist einfach, dass du dich vor dem Vertragsabschluss gewissenhaft mit dem Thema Mietwohnung auseinandersetzt. Vertraue nicht jedem Makler und Vermieter, sondern höre auf deinen Bauch, deine Eltern und dein Geldbörserl.

 
 

veröffentlicht von Carina

8. Mai 2016

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