Taxi Apps in Wien: Von A nach B und zurück

Die besten Taxi-Apps für die Stadt Wien / © John Cobb
WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von david

13. September 2018

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Taxis können in Wien ganz schön teuer werden. Außerdem ist es oft umständlich, eines an einen bestimmten Ort zu rufen. Taxi-Apps schaffen da Abhilfe. Sie sind günstiger, einfacher zu bedienen und beliebt wie nie.

Taxis. Sie bringen uns nach Hause, zu Freunden, in die Arbeit, zum Flughafen und an alle nur erdenklichen Orte. Egal wann und egal wo. Vor allem in Wien. Nach langen Nächten, in denen weder U-Bahn noch passable Busse verkehren, ist die Heimreise mit einem Taxi wohl am angenehmsten.

Im Waldviertel ist es ja einfach: Entweder es holen einen nach einer langen Nacht die Eltern ab, man fährt mit einem der klassischen Fortgeh-Taxis nach Hause oder man schläft auswärts. Andere Möglichkeiten gibt es ohnehin nicht. Auswärts schlafen geht natürlich auch in Wien, aber was, wenn man nach Hause möchte?

Grundsätzlich sind in Wien so einige Taxi-Unternehmen unterwegs. Die Taxis der bekannten Unternehmen stehen oft einfach so herum oder lassen sich telefonisch rufen. Wer an einem Hotspot des Nachtlebens nach draußen geht und kurz sucht, findet sicher ein Taxi, mit dem er nach Hause kommt. Der große Haken dabei ist aber der Preis. Klassische Taxis sind in Wien für Studentenverhältnisse echt teuer.

Die modernere – und meist günstigere – Alternative sind Taxi-Apps. Es genügt ein Tastendruck, das Handy stellt von allein den Standort fest und schickt die Taxifahrerin oder den Taxifahrer genau dort hin.

Nach einer langen Nacht nach Hause? Mit einer Taxi-App geht das ziemlich einfach. / © Lexi Ruskell

Nach einer langen Nacht nach Hause? Mit einer Taxi-App geht das ziemlich einfach. / © Lexi Ruskell

Was können die unterschiedlichen Anbieter der Apps? Wir haben uns die bekanntesten Vertreter angeschaut. Als Teststrecke dient der Weg vom Schwarzenbergplatz nach Spittelau an einem Dienstagabend. Ein passendes Szenario wäre die Heimreise nach einem Theaterbesuch oder einer Partynacht. Entweder zur eigenen Wohnung in der Nähe von Spittelau oder zum Park and Ride. Also dann, nichts wie los.

Uber

Uber dürfte wohl jedem in irgendeiner Weise untergekommen sein. Immerhin hat der Fahrdienst, wie er sich selbst nennt, in letzter ganz schön viel mediales Aufsehen erregt. Nichtsdestotrotz ist Uber das Original in Sachen Taxi-Apps. Die Menge an Uber-Fahrern ist riesig und es gibt wohl kaum einen Ort in Wien, an dem nicht in fünf Minuten ein Uber zur Stelle ist.

Uber: Screenshot der Testfahrt

Screenshot der Testfahrt in der Uber-App

Die Fahrt nach Spittelau kostet mit Uber knappe acht Euro. Neben dem Standardauto, dem UberX, lassen sich außerdem noch weitere Optionen auswählen: Die luxuriösere Variante UberBlack mit professionelleren Fahrern und ein Van, in den mehr Personen oder mehr Gepäck passen. Die Zahlung erfolgt mit Kreditkarte, Paypal oder Google Pay. Wobei – wer hat schon Google Pay?

Ein großer Vorteil von Uber ist, dass es den Dienst praktisch auf der ganzen Welt gibt. Du bist in Italien unterwegs? Oder in Portugal? Belgien? New York? London? Überall fahren Autos von Uber Uber-Taxis herum. Mit einer einzigen App hast du die Erde in deinen Händen und kannst quasi überall von A nach B fahren.

Taxify

Der estländische Fahrdienstanbieter Taxify fühlt sich an wie Uber aus Europa. Wäre Uber endgültig aus Wien verbannt worden, wären wohl viele auf Taxify umgestiegen. Das Prinzip ist nämlich genau dasselbe: Eine App, die den Standort ausfindig macht, eine Fahrerin oder ein Fahrer der dorthin kommt und ein Ziel, dass er anfährt.

Screenshot der Testfahrt in Taxify

Screenshot der Testfahrt in Taxify

Hier kostet der kurze Trip vom Schwarzenbergplatz nach Spittelau zwischen gut sieben und acht Euro. Möglicherweise ist Taxify also sogar günstiger als Uber. Zur weiteren Auswahl steht neben dem Standardauto eine Big-Variante des Taxis. In das passen einfach mehr Leute hinein. Anders als bei Uber sind hier die Zahlungsmöglichkeiten. Taxis von Taxify lassen sich bar oder mit Kreditkarte bezahlen. Wer sich seine Fahrtkosten schnell und unkompliziert aufteilen möchte, hat es dank Barzahlung hier also einfach.

Auch Taxify ist überall auf der Welt unterwegs. Allerdings ist die App nicht ganz so weit verbreitet wie der große Konkurrent aus Amerika. Taxify ist eher in europäischen Städten unterwegs. Angesichts der estländischen Herkunft ist das auch naheliegend.

Die nicht ganz so weite Verbreitung trifft leider auch auf Wien zu. In der Innenstadt konnte bei meinen Tests laut App immer in maximal zehn Minuten ein Taxi an Ort und Stelle sein. Je weiter außerhalb ich meinen Abholpunkt allerdings setzte, desto länger wurde die Wartezeit.

MyTaxi

MyTaxi geht aus einem deutschen Start-Up hervor und unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von Uber und Taxify. Die App versucht im Gegensatz zu den genannten Konkurrenten, sich an den Wiener Taxitarif zu halten und arbeitet mit lizenzierten Taxifahrern. Die App will sozusagen mehr Fairness in die Branche bringen.

Das schlägt sich auch am Preis nieder. Zumindest ein bisschen. Die Testfahrt mit MyTaxi kostet nämlich zwischen neun und elf Euro. Ob das wirklich so viel mehr als bei den anderen ist, darüber lässt sich selbstverständlich streiten.

Screenshot der Testfahrt in der MyTaxi-App

Screenshot der Testfahrt in der MyTaxi-App

Dafür bietet MyTaxi einige Extras, die es bei den anderen Apps nicht gibt. So besteht etwa die Möglichkeit, Fahrerinnen und Fahrer zu favorisieren und Aufträge direkt an sie zu schicken oder explizit Hybrid- oder Elektroautos zu wählen. Gezahlt wird mit Paypal oder Kreditkarte.

Als Startup ist MyTaxi noch nicht ganz so groß wie seine Konkurrenten. Die App gibt es mittlerweile in 30 deutschen Städten und an einigen weiteren Standorten in Europa und den USA. Einer davon ist Wien. Dort sind rund 800 Taxis für MyTaxi unterwegs. Das sind mehr als bei Taxify und weniger als  bei den anderen Konkurrenten. Die Wartezeiten dürften sich also in Grenzen halten. Weiter außerhalb lagen sie während den Tests bei guten 10 Minuten.

Taxi 40100

Wer schon einmal länger in Wien unterwegs war, dem sind sie sicher schon aufgefallen: die vielen Taxis mit dem gelben „40100“-Schild am Dach. Zumindest gefühlt hat Taxi 40100 die Monopolstellung am Wiener Taximarkt. Und es ist eines der wenigen offiziellen Taxiunternehmen mit App in Wien. Damit muss sich Taxi 40100 im Unterschied zur Konkurrenz auch an die gesetzlichen Bestimmungen halten. Taxi 40100 gibt es schon länger in Wien, deshalb ist das Taxiunternehmen aber nicht in der Vergangenheit stecken geblieben.

Screenshot der Testfahrt in der App von Taxi 40100

Screenshot der Testfahrt in der App von Taxi 40100

Allerdings haben es hier die Preise in sich. Eine Fahrt nach Spittelau kostet mit Taxi 40100 satte 14,60 Euro. Bezahlt werden kann der Betrag bar, mit Kreditkarte oder mit Paypal. Allerdings ist für die letzten beiden Optionen eine Kundenkarte notwendig. Für die kann sich aber jeder einfach online registrieren.

Auch die App von Taxi 40100 bietet unterschiedliche Taxi-Varianten zur Auswahl. Unter anderem Green-Taxis mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb, Kurierfahrzeuge für Transporte oder Flughafen-Taxis, die den Flughafen Schwechat anfahren. Zur Stelle sind die Taxis von 40100, wie eingangs erwähnt, nach gefühlt drei Sekunden. Kein Taxiunternehmen hat mehr Fahrzeuge in Wien stationiert. Wer unabhängig vom Preis möglichst schnell an sein Ziel muss, für den ist Taxi 40100 wohl die beste Wahl.

„Einmal nach Hause bitte“

Alles in allem gibt es also eine kleine aber feine Auswahl an Apps in Wien, mit denen man zu jeder Zeit an sein Ziel kommt. Bei dem einen Anbieter ist die Fahrt etwas billiger und bei dem anderen teurer, ankommen wird man aber in jedem Fall. Gut zu wissen ist auch, dass Uber und Taxify ihre Preise „dynamisch“ gestalten. Das heißt: Je mehr Nachfrage besteht, desto teurer werden die Fahrten. Am Wochenenden oder besonderen Anlässen wie Silvester ist das besonders zu spüren. Da liegen die Preise schnell beim Fünffachen des Normaltarifs. MyTaxi und Taxi 40100 halten sich hingegen an den Wiener Taxitarif. Bei ihnen bleibt der Preis in der Regel gleich.

Noch ein kleiner persönlicher Tipp, was Taxifahrten betrifft: Taxifahrerinnen und Taxifahrer können oft tolle Geschichten erzählen. Ich kann jedem empfehlen, während Taxifahrten einfach ein bisschen zu plaudern.

Ein Punkt der bei all dem ebenso im Hinterkopf bleiben sollte, ist, wie die Unternehmen mit ihren Mitarbeitern und mit dem Gesetz umgehen. Nicht umsonst gab es in der Vergangenheit Proteste und Rechtsklagen gegen gewisse Taxi-Apps. Ein kleiner Denkanstoß zum Schluss also.

 
 

veröffentlicht von sebastian

13. September 2018

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